Ist reines Heroin genauso schädlich wie Straßenheroin?

15 Antworten

Das kommt ganz auf die Mittel an, mit denen das Heroin gestreckt worden ist. Danach richtet sich die Schädlichkeit. Dummerweise wird man die genaue Mischung aber nie raus finden, es sei denn man ist seiner da mit drin. Allerdings gibt es noch einen weiteren wichtigen Aspekt: Bei reinem Heroin ist die Gefahr einer Überdosis wesentlich größer, da sich bei gestrecktem die Dosis viel besser abschätzen lässt. Ich hab aber noch nie von jemandem gehört, der reinen Stoff konsumiert hat, das Zeug ist höchstwahrscheinlich auch in einer Preisliga jenseits von gut und böse...

Klar ist reines Heroin viel gesünder, als gestrecktes. Und wegen der Überdosierung, das kann einem auch mit gestrecktem passieren. Wenn z.B. auf der Strasse 5%iges im Umlauf ist und man bekommt auf einmal 20-30%iges und man nimmt seine "normale" Dosis, dann kann das einen schon umhauen. Kommt aber auf denjenigen selbst an, wie er dosiert ist, wie er körperlich fit ist usw, usw. Und der goldene Schuß ist einfach eine Überdosierung vom Heroin, egal, ob nun gestreckt, oder ungestreckt. Ist mir selbst einmal passiert; ein Dealer meinte noch zu mir, das ich vorsichtig sein sollte, weil der Stoff SOOOO GUT sei. Ich dachte natürlich, das sagt jeder, der sein Zeug los werden will. Aber da hat einer mal wirklich die Wahrheit gesagt. Es war Stein Shore die ich zum ersten Mal hatte. Bin dann nach dem Abdrücken irgendwann wach geworden und sah eine OP-Lampe über mir. Die Arzthelfer und Helferin meinten; oh, da isser ja wieder. Auf ihre Frage, ob ich wüßte, wo ich sei, antwortete ich; klar, sieht man doch, im Krankenhaus. Aber ich wußte nicht in welcher Stadt. Sie meinten noch zu mir, als ich sofort wieder gehen wollte, das das nicht ginge, da ich kurz vorher Nulllinie hatte. also ich war klinisch tot und die haben mich mit dem Defi wieder zurück geholt. Ich habe von dem ganzen nichts mehr gewusst. nur noch das ich abdrückte und dann gingen die Lichter erst wieder an, als ich im Krankenhaus war. Für Leute, die evtl. selbst drauf sind, ( ich bin froh, von weg zu sein, es lebt sich ohne dem Dreck viel besser) und Angst wegen einer Überdosierung haben; immer wenn man anderes Zeug hat, es sich schlecht auflösen lässt und man sehr viel Asco nehmen muss, das sich alles auflöst, dann ist höchste Vorsicht geboten, da es dann meistens sehr gute Qualität ist. Allerdings gibt es auch weißes Heroin, das man kalt aufrühren kann und das ist auch sehr gefährlich, wenn man es nicht gewohnt ist. Das weiße, da kann ich allerdings nicht sagen, ob es nun Heroin war, oder evtl chemisch hergestelltes Zeug, was aber die gleiche Wirkung hatte, wie sehr hochwertig qualitatives Heroin. Also wenn einer das Zeug schon nehmen muss, dann bitte sauberes Besteck. Es gibt so viele Stellen, wo man die alten gegen neue Guns tauschen kann, oder man holt sich frische aus der Apo. die paar Cent sollte man über haben, bevor man sich mit altem Besteck, oder evtl geliehenes sich was wegholt, Abzesse sich holt, und mit den stumpen Dingern sich alles kaputter macht, wie es schon ist. Klar wäre das Beste, die Finger ganz von zu lassen, aber ich weiß, das das ein sehr sehr langer, harter Weg ist. Aber, man kann es schaffen ! ! !

Wie hast du die Sucht denn überwunden? Das würde mich interessieren! War der entzug hart?

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@Carterair

Also da kann ich dir nur zustimmen. Ich war selbst bis vor ca. 15 Jahren auf dem Zeugs. Allerdings hab ich nie gespritzt. Ich hab lange Zeit auf Alu geraucht. Und Steine hatte ich sehr oft. Nach Möglichkeit hab ich das Zeugs nie als Pulver gekauft und immer auf Qualität geachtet. Nach einigen Jahren hab ich einfach von jetzt auf jetzt, aufgehört. Alles was ich noch hatte, entsorgt und seit dem, nie mehr angefasst! Das sind nun schon 15 Jahre. Da ich aber immer reinen Stoff hatte, hatte ich Körperlich kaum Probleme in der Zeit wo ich drauf war. Ich war nicht mal in Behandlung. Ich ging nie zum Arzt. Ich hab alles alleine geschafft. 1 Woche hab ich aber ziemlich gelitten. 3 Tage waren die Hölle. Aber ich hab in der Zeit nicht mal eine Tablette genommen, weil ich auch gar nicht zur Apotheke kam. Ich habs ohne Hilfe, ganz alleine geschafft und bin wirklich glücklich den Schritt gegangen zu sein. Die ersten Tage hat man überall, Schmerzen. Ich war Zeitweise fast im Koma. In der Nacht konnte ich meine Glieder nicht kontrollieren und schlug unabsichtlich gegen die Wand und alles was in meiner Reichweite war. Diese Phase hat nicht lange gedauert. Vielleicht 2-3 Tage. Aber auch danach konnt ich nicht schlafen und alles tat höllisch weh. Nach ca. 2 Wochen war ich aber wieder völlig fit. Wenn der Entzug schon mit dem Rauchen so heftig ist, will ich nicht Wissen, wie schlimm es ist, wenn man spritzt. Das muss die Hölle sein.

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@Carterair

Die Sucht überwunden,,,,, Ich kann sagen, das ich im Februar ´91 drauf kam, Ende ´91 meine erste Entgiftung gemacht habe, da ich nicht von dem Zeug abhängig sein wollte, und bis `95 insgesamt neun kalte Entzüge durchgemacht habe (stationär), wobei ich einen Entzug abgebrochen hatte, da ich wegen Führerschein, Freundin und Familie zur Entgiftung hin bin und nicht, weil ich es wirklich wollte. Dann bin ich am 23.12.´95 ins L-Polamidon - Programm gegangen (war mein eigenes Weihnachts - Geschenk), dann Ende ´98 sagte mein Substitions-Doc, meine Leberwerte seinen nicht OK und er müsse mich von 14ml L-Polamidon auf 8ml L-Polamidon runter dosieren (von Heute auf Morgen). Ich sagte noch zu ihm, das das so nicht ginge, das ich mir dann Stoff holen würde, weil es zuviel auf einmal sei. Aber nun gut, am Ende ist es dabei geblieben, ich holte mir was, weil ich zu heftig entzügig wurde, Urin Kontrolle war logischerweise dreckig und ich war raus aus dem Programm. Also wieder zur Entgiftung angemeldet (die zehnte), Hatte 14 Tage Wartezeit, bis ich zur Entgiftung konnte, mir wurde ein "warmer Entzug" angeboten (runter dosieren mit L-Polamidon), was ich aber nicht wollte, da alle Leute immer meinten, der L-Polamidon - Entzug sei so heftig und ich hatte ja "schon" zwei Wochen "lediglich" mit Heroin überbrückt und das mit täglich 2-3 Päckchen, was wirklich nicht viel für mich damals war.Soviel wie nötig, so wenig wie möglich, war damals meine devise. Der richtige L-Polamidon - Entzug kam insgesamt nach 5 Wochen ohne Pola und drei Wochen ohne irgendetwas durch. Nach jetzigem Wissen, kann der Pola (L-Polamidon), Metha (Methadon) - Entzug je nach körperlicher Verfassung bis zu neun Monate dauern. Ja, so ist es,,,,bis zu NEUN Monate kann man damit verbringen. Was sich durch Schlafstörungen, niesen, Schüttelfrost usw. bemerkbar machen kann. Ich bin dann Anfang ´99 wieder ins Programm gekommen, wollte 2000 mit 40 Gramm Heroin mich vom Pola runter holen, und dann wieder eine letzte kalte Entgiftung machen. Ich hatte bei der Beschaffungsfahrt einen Unfall, verlor dabei mein linkes Bein, was ich persönlich nicht als sooo schlimm empfinde, da ich mit der Prothese gut klar komme und es fehlt mir ein Bein, und nicht mein Kopf. Und die Macke im/am Kopf, die war schon vor dem Unfall da ;-) Dann bin ich bis 2007 im Pola - Programm, und habe mich mitte 2007 vom Pola auf Subutex umstellen lassen. Bin heute noch im Programm, aber das ist auch OK so. Meine DROBS - Tante (ist ´ne liebe und gute) hat gesagt, solange man das Bedürfnis hat, sich irgendwie abzudichten, hat es keinen Sinn, aus dem Programm raus zu gehen. Und da hat sie recht. OK, ich habe das verlangen nicht mehr, mich abzudichten, auch kein Problem mit Alk, oder sonst etwas. Ich blei´be eigentlich nur zum Selbstschutz noch im Programm. Geschafft hat man es eigentlich nie wirklich, aber man kann es schaffen, den Grund für seine Sucht heraus zu bekommen, und das ist ein sehr sehr langer und schmerzhafter Weg. Man muß sich immer und immer wieder selbst hinterfragen, WARUM das Ganze!!! Seit der ersten Entgiftung habe ich mich immer gefragt, WARUM ist gerade mir das passiert??? Ich hatte meines Wissens eine sehr gute Kindheit, hatte alles, was ich mir wünschen konnte. Am Ende ist aber etwas in meiner Kindheit passiert, was ich so garnicht wargenommen hatte. Als ich 7 Jahre alt war, verstarb meine Oma, die sich bis dato immer um uns Kinder gekümmert hatte(tagsüber) da meine Eltern selbstständig waren. Klar war das schön, wenn die Eltern einen Laden haben, wo man sich als Kind immer "bedienen" kann, unsere Eltern waren auch immer greifbar für uns, da das geschäft und Wohnhaus zusammen waren. Am Ende kann ich sagen, das jeder für sich schauen muß, wo seine Rückfälle liegen. Ich habe als Kind zuerst angefangen, mit garnicht essen, dann viel essen, als Teenie dann Alk, Kiffe und mit 23 dann ans Heroin gekommen. Und es war "SOOOOO GEIL" das erste Blech, was ich geraucht hatte. Mit einmal meine Schmerzen weg, keine Übelkeit mehr (ich fühlte mich vorher, als wenn ich eine derbe Grippe hätte), es ging mir nach dem ersten Blech rauchen (Heroin auf Alufolie rauchen) ja soooooo guuuuuuut. ABER GENAU DAS IST DIE GEFAHR ! ! ! ! Am Anfang macht dich das Dreckszeug so euphorisch, so gut drauf, das man denkt, man kann alles schaffen, egal, ob auf Arbeit, oder sonst etwas. Aber der Schein trügt soooo ungemein. Das Zeug macht dich so schnell abhängig, auch wenn es am Anfang noch nicht sofort die körperliche Abhängigkeit ist, aber am schlimmsten ist die psychische Abhängigkeit, die hatte mich beim ersten Blech erwischt. Und zum gutem Schluß; wie ich nun die Sucht überwunden habe; habe ich das??? Ich denke mal ja. Es war nicht die Sucht mein Problem. Ich hatte ein anderes Problem, was ich mit Heroin / der Sucht weggeballert habe. UND DAS IST DER PUNKT,WO MAN HINKOMMEN MUSS. Erkennen, was das eigentliche Problem ist. Und die Entzüge waren alle sehr heftig. Kotsen, Knochenschmerzen, Dünnpfiff, kein Schlaf.

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@Leon1310

Kotsen mit "z", aber gutefrage.net hat gesagt, ich dürfte das nicht so deutlich schreiben, wie es ja nun mal war. Wie Peter678 schon schrieb, die ersten 3-5 Tage sind die schlimmsten. Höllische Schmerzen, Erbrechen, Dünnpfiff, schwitzen, frieren, niesen, und das alles auf einmal, 24 Stunden lang. Man denkt, das alles stinkt, man selbst stinkt, auch wenn man am Tag 4,5,6,7 mal in die Wanne sich gequält hat, da das das Einzige ist, was den Schmerz etwas lindert, wenn man einen kalten Entzug macht (zumindest für ca. 45min.), da man zwar nach einem heißen Bad noch viel kaputter und schlaffer ist, als vorher, aber es hilft, die Zeit rum zu bekommen und es lindert etwas das Ganze. Also,,,,was lernen wir daraus,,,,FINGER AM BESTEN WEG VOM DRECK ! ! ! Ich habe 16 Jahre gebraucht, um hinter zu kommen, wo mein eigentliches Problem liegt, auch wenn ich schon paar Jahre ohne Beikonsum rumbekommen hatte. Am Ende sind Drogen das beste Lösungsmittel,,,,,sie lösen Arbeitsverhältnisse, Partnerschaften, Ehen, Freundschaften, usw., usw..

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Das stimmt. In Einzelfällen gibt es auch mit dem tödlichen Gift oder fein gemahlenes Glas vermischtes Heroin. Zudem treten schlichte Verunreinigungenz.B. durch Straßendreck auf, die beider Injektion besonders gesundheitsschädlich sind. Dadurch können Organschäden auftreten. Reines Heroin kann aber auch gefährlich sein. Es kann bei Überdosierung auch zu Atemlähmungen führen. Besonders leicht ist die Überdosierung bei gestreckten Heroin, was oft auf der Straße verkauft wird, weil der Reinheitsgrad meist unbekannt ist.

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