Ist rechtlich gesehen Abtreibung gleich Mord?

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Die Abtreibung, also die bewusste und direkte Tötung des ungeborenen Kindes,ist in Deutschland immer noch Bestandteil des Strafgesetzes und somit verboten (auch, wenn das den meisten Deutschen nicht bekannt ist). Lediglich die Strafe wird ausgesetzt, wenn bestimmte Voraussetzungen gegeben sind - allerdings sind diese Voraussetzungen so allgemein gehalten, dass von einer Strafe in so gut wie allen Fällen abgesehen wird. Eine Straftat, die allerdings nicht bestraft wird, wird in der Bevölkerung nicht mehr als solche angesehen. Dazu kommt noch, dass diese Straftat sogar per Gesetz von den Krankenkassen bezahlt werden muss und ein Arzt für eine missglückte Abtreibung Schadensersatz leisten muss. Da wundert es nicht mehr, dass die Gesellschaft zu dem Schluss kommt, Abtreibung sei rechtlich gesehen vollkommen in Ordnung.

Wenn man öffentlich Abtreibung als Mord bezeichnet und deswegen angezeigt wird ohne diesen Begriff zurückzunehmen, kann es sogar zu einer Gefängnisstrafe kommen, wie es einem kath. Pfarrer und Abtreibungsgegner passiert ist. Mord wird immer als heimtückischer Vorsatz bezeichnet, einen Menschen umzubringen. Abtreibende Mütter plagen sich durchaus - und häufiger, als ihre Umgebung es wahrnimmt - mit Gewissenskonflikten und Selbst-Vorwürfen.Zudem zeigt die Erfahrung, dass Frauen oft von außen unter Druck gesetzt werden, ihr Kind abzutreiben - und ihre Not sich daraus ergibt, dass sie ihr Kind zwar nicht töten lassen wollen, aber ihnen die Argumente fehlen, es zu retten. Unbestritten ist Abtreibung aber die Tötung von menschlichem Leben.

Dass die katholische Kirche mit ganz anderen Voraussetzungen in Diskussionen zu moralischen Normen einsteigt, wissen manchmal selbst Vertreter des katholischen Glaubens nicht. Für die katholische Kirche, die naturrechtlich denkt, leiten sich "Gut" und "Böse" aus der Wirklichkeit ab, die wir vorfinden (und manchmal noch entdecken müssen). Diese Wirklichkeit kann durch kein Gesetz, kein Gebot und keine Vorschrift verändert werden. Das Naturrecht ist zum Beispiel auch die Grundlage für die Menschenrechte, die durch keinen Staat und keine Regierung in der Welt gebeugt werden können. Bei der Frage nach der Abtreibung geht es vor allem um die Frage, wie die Wirklichkeit beschaffen ist -, ob die "Sache" richtig gesehen wird. Wenn der Embryo erst mit der Geburt (oder mit einem anderen, davor liegenden Entwicklungsschritt) zum Menschen wird und zuvor lediglich ein Körperbestandteil der Mutter ist, ist die Frage moralisch schnell geklärt: die Entfernung von Körpergewebe, Geschwulsten, Organe oder sogar ganzer Organsysteme fallen selbstverständlich nicht unter das Tötungsverbot.

Wenn der Embryo jedoch ein Mensch im vollen Sinne des Wortes ist, dürfte auch die moralische Bewertung einer Abtreibung nicht mehr groß zu diskutieren sein. Kindstötungen sind in unserer Gesellschaft unstrittig ein Verbrechen. Jeder Bericht über Vernachlässigung von Säuglingen, Tötung von Kleinkindern oder Verbrechen an Schulkindern führt zu einem Aufschrei in der Gesellschaft. Es besteht also zunächst nicht die Notwendigkeit die Frage zu diskutieren, ob es erlaubt oder verboten sei, Kinder zu töten - sondern die Frage zu klären, ob der Embryo ein solches Kind - also ein Mensch - ist. Es gibt keinen entscheidenden Entwicklungsschritt nach der Befruchtung der Eizelle, der die Annahme rechtfertigt, dass der Embryo zuvor nur ein Teil der Gebärmutter und anschließend ein eigener Mensch sei. Mit der Befruchtung der Eizelle - der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle - sind alle Voraussetzungen für die Entwicklungen der Person gegeben; daran schließt sich eine kontinuierliche und gleichmäßige Entwicklung an, die keineswegs mit der Geburt abgeschlossen ist. In der Medizin, der Biologie und auch der Philosophie (der Anthropologie) ist diese Frage längst geklärt. Dass dieses Ergebnis nicht wirklich bekannt ist, hat politische Gründe.

Nein, ein Mord ist eine Abtreibung abseits der gesetzlichen Regelungen nicht. Dafür gibt es besondere Paragrafen und zwar die §§ 218 ff. StGB. Würde es diese nicht geben, wäre der Schwangerschaftsabbruch auch kein Totschlag, weil Ungeborene keine tauglichen Tatobjekte i.S.d. StGB sind.

Die Gesetzeslage ist eindeutig und nennt es nicht Mord. Demnach ist es eine Beleidigung, Eltern/Ärzte als Mörder zu bezeichen. Du musst von Abtreibung nix halten, aber es geht dich auch nix an.

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