ist pünklichkeit eine entwicklung der Industrialisierung?

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5 Antworten

Pünktlichkeit ist nicht erst in der Industrialisierung als Verhalten bzw. Forderung entstanden. Aber die Industrialisierung hat ihre Bedeutung stark vergrößert, eine Ausrichtung nach der Uhrzeit auf größere Teile der Bevölkerung ausgeweitet und Pünktlichkeit als wichtige Tugend hochgehoben. Die geforderte Genauigkeit nahm zu.

Schon in der Antike gab es Sonnen- und Wasseruhren. Versammlungen begannen zu einer bestimmten Zeit. Boten sollten Nachrichten pünktlich übermitteln.

Im Mittelalter gaben Glockenschläge Zeichen für eine Zeit. Stadttoren wurden zu bestimmten Zeiten geöffnet und geschlossen, es gab Markt- und Gerichtszeiten. Mönche mancher Orden führten ein genau geregeltes Leben mit einem sich wiederholenden Rhythmus, bei dem Stundengebete (die Gebetszeiten hießen "Horen") fester Bestandteil waren. Seit dem Spätmittelalter gab es mechanische Uhren.

Die Menschen lebten damals aber noch sehr viel stärker in einem von der Natur bestimmten Rhythmus. Das Tagewerk begann üblicherweise mit Sonnenaufgang und endete mit Sonnenuntergang.

Die Arbeitsteilung in der Fabrik erforderte einheitliche Arbeitszeiten und unterwarf die Menschen dem Rhythmus der Maschinen. Eine Schicht begann unabhängig von der Jahreszeit um 6 Uhr. Fabrikordnungen legten pünktlichen Arbeitsbeginn, striktes Einhalten von Pausen und regelmäßige Schichten fest. Stechuhren (Stempeluhren) zeichneten Arbeitsbeginn und Arbeitsende der Arbeiter zur Kontrolle auf.

http://www.bbv-net.de/public/article/bocholt/793055/Die-Geschichte-der-Zeiterfassung-im-Textilmuseum.html: „Zeit ist Geld! Dieses Prinzip bestimmt seit der Industrialisierung auch heute noch unser Leben – und das immer stärker. […]

Jahrhunderte lang gaben die Kirchen mit ihren Turmuhren und Glocken die Zeitorientierung vor. Eine Fabrik des 19. Jahrhunderts benötigte ein eigenes Uhren- und Glockensystem, um die Mitarbeiter in den Takt der Maschinen einzustimmen. Eines der Hilfsmittel, mit dem Fabrikbesitzer Arbeitsdisziplin, Pünktlichkeit und Schnelligkeit bei ihren Beschäftigten durchzusetzen versuchten, war die Stechuhr. Sie trug wesentlich dazu bei, Pünktlichkeit als neue Tugend des Industriezeitalters zu etablieren.

Alles begann mit der Idee einer Kontrolluhr für Nachtwächter und Polizisten, die während ihrer Rundgänge dokumentieren sollten, wo und wie lange sie sich in ihren vorgegebenen Abschnitten aufhielten. Aus diesem Registrierprinzip entstanden weitere Ideen von Kontrolluhren für Fabriken, Handwerksbetriebe, aber auch für Beamte oder die Beschäftigten der Automobilindustrie.“

Ja, auch ein bisschen.

Weil seitdem hat jeder ne Armbanduhr. Und die Arbeitsteilung (Schichtarbeit, Fließband, etc.) macht Pünktlichkeit besonders wichtig. Jedenfalls viel wichtiger, als wie wenn früher jeder Handwerker alleine vor sich hin gearbeitet hat.

Nein. Die gibt es schon immer.
Nur die Wichtigkeit der Pünktlichkeit hat dadurch zugenommen.
Wenn um 6 Uhr Schichtbeginn ist, kann man nicht erst um 6:30 Uhr am Arbeitsplatz auftauchen.

JoeWied 16.12.2009, 11:57

können kann man schon...

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Uhren gab es bereits vor der Industrialisierung.

Pünklichkeit war schon immer eine typisch deutsche Tugend und ist es auch weiterhin!

JoeWied 16.12.2009, 11:57

Ja, DEUTSCHLAND über alles.

Abar, wär hät's erfunde?

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