Ist Philosophie der Beweis, dass es keine klaren Gedanken gibt?

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9 Antworten

Nein. Ich denke, die Frage wäre anders gestellt evtl. treffender. Ist Philosophie ein Ausdruck, unsere komplexe Welt in klar geordnete Gedanken zu bringen und so besser handhabbar zu machen? Jain! Philosophie war immer der Versuch, eine komplexe Welt gedanklich "auf die Reihe zu bringen". Doch die Komplexität der Welt, uns Menschen eingeschlossen, ist immer größer als die wohlgemeinten Versuche. Darum ist ein Ende von Philosophie und Wissenschaft, den Kindern der Philosophie, nicht abzusehen. Platons Traum, dass ein alles mit philosophischen (natürlich den seinen) Definitionen gewappneter Philosoph Oberhaupt eines geordneten und menschengerechten Staates sein sollte, hat sich für die Philosophie nie verwirklichen lassen. Philosophie und sogar Wissenschaft sind immer ein Nischenprodukt, bestenfalls eine Abräumhalde, wo man sich ökonomisch und machtpolitisch Verwertbartes rauszieht. Philosophie wird in ihrer Allgemeinheitsbedeutung von den Philosophen regelmäßig total überschätzt. Manche verwechseln ihr selbstzerstörerisches in irgendwelchen Wunden rumgrübeln mit Philosophie. Manche meinen, verquollene und unverständliche Gedanken, Wortkonglomerate und Fremdwortorgien seien Beweis ihrer hohen Intelligenz. Alles nur läppische Selbstbefriedigung. Nicht selten ist dann das praktische Leben ein Chaos und Ausdruck von Unfähigkeit, Energie sinnvoll in Leben umzusetzen. Philosophie ist halt ein nicht geschützter Begriff, ein Vehikel wie ein Smartphone: Hauptsache alle Welt sieht das Gerät am Ohr und erkennt, wie wichtig man ist, egal welcher Käse da gebabbelt wird. Die Welt ist halt komplex und man ist nie enthoben, sich selbst ein Urteil zu bilden.

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Kommentar von wobfighter
24.04.2016, 11:19

Philosophie kann auch eine Lebensweise darstellen die gelebt werden kann und den Menschen hilft..

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Kommentar von Hamburger02
24.04.2016, 11:32

Nur nebenbei: würde man in deinem obigen Text "Philosophie" durch "Religion" ersetzen, würde er genauso stimmen bis auf den Bezug zu Platon.

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Kommentar von berkersheim
25.04.2016, 18:59

Zu beiden Kommentaren: Nein. Philosophie unterscheidet sich von Religion, dass sie Ideenoffen ist und undogmatisch. Religion beansprucht Wahrheit und verlangt gehorsame Gefolgschaft. Wer nach einer bestimmten philosophischen Theorie lebt, z.B. Buddhismus, der entscheidet für sich, diese Theorie als quasidogmatisch lebensführend zu nehmen und verlässt die Offenheit für andere Ideen und Gedanken. Das ist jedem freigestellt, doch nicht mehr offene Philosophie.

Ach und danke noch für den Stern.

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Gute Philosophen beweisen mit ihren Schriften, dass gerade die Philosophie sich um besonders klare Gedanken bemüht (und sie auch hervorbringt).

Lies z.B. mal Bücher von Martin Carrier oder Palle Yourgrau.

Es ist nur leider so, dass viele Philosophen eben nur wenig gute Philosophen sind, da sie offenbar nicht gelernt hat, sich klar und deutlich auszudrücken und oft auch gar nicht wirklich logisch denken.

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Kommentar von Nepomuk22
24.04.2016, 11:45

Cool. Die beiden Philosophen kenne ich gar nicht. Was behandeln diese denn ?

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Ich würde behaupten, dass Gegenteil ist der Fall. Ohne präzise Gedanken und Sprache wäre keine Philosophie möglich.

Denn Philosophie bedeutet nicht, die Gedanken einfach schweifen zu lassen, sondern Sachverhalte möglichst folgerichtig (logisch) und nachvollziehbar darzustellen, um auf diesem Weg Erkenntnis zu gewinnen.

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Man denke exemplarisch an René Descartes: cogito ergo sum-Ich denke, also bin ich. Ohne diesen klaren und präzisionsorientierten Gedanken wäre eine solche Konstatierung nicht möglich. Abgesehen davon existiert für ihn ein Dualismus, welcher sich in res extensae und res cogitantes, also in Körper und Geist aufteilen lässt. Außerdem wurde das teleologische (zweckorientierte) Weltbild des Aristoteles durch ein kausalistisches substituiert. Gesamtheitlich lassen sich auch viele Gedankenexperimente in der Philosophie erkennen, aber auch der Kontraktualismus mit Rawls, Hobbes, Rousseau etc., welche im Gegensatz zur Erkenntnistheorie, der Theoretischen Philosophie zuzuordnen ist, als Teil der Praktischen Philosophie angesehen wird (Sozialphilosophie). Dies basiert auf klaren Gedanken. Ich hoffe, dass ich dir helfen konnte.
Schönen Sonntag! Namasté

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Ich finde eher das Gegenteil. Philosophie ist der Versuch, auch sehr komplizierten Themen mit klaren und logischen Gedanken zu erfassen, bei denen sich der "Alltagsmensch" gedanklich ganz gerne im Kreis dreht. 

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Vorerst musst Du definieren, was "klare Gedanken" sind, bevor Du diese These aufstellen kannst.

Lass' mich wissen, was genau Du meinst und wir können gerne weiter darüber philosophieren ;-)

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Nein, da viele Philosophen durchaus klare Gedanken hatten. 

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Nein, wieso?

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philosophie ist nur der beweis dafür, dass man aus allen klaren gedanken geschwafel drehen kann

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Kommentar von Grautvornix16
24.04.2016, 11:23

Aber dann ist es keine Philosophie mehr sondern eben nur ... GESCHWAFEL ... :-)

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