Ist Pfefferspray nutzung strafbar?

6 Antworten

Pfefferspray darf in Deutschland von Privatpersonen nur in Form von sogenannten Tierabwehrsprays besessen und geführt (Führen = griffbereit in der Öffentlichkeit bei sich tragen) werden. Damit unterliegen sie nicht dem Waffenrecht und dürfen auch von Minderjährigen besessen und geführt werden. Auf diesen Sprays muss drauf stehen, dass der Einsatz nur gegen aggressive Tiere erlaubt- , aber gegen Menschen verboten ist. Denn Pfefferspray hätte für den Einsatz gegen Menschen an Tieren getestet werden müssen. So wie CS oder CM Gas seiner Zeit. Als Pfefferspray nach Deutschland kam, waren aber solche Tierversuche schon verboten. Die Polizei darf es dennoch einsetzen, da sie nicht dem Waffenrecht unterliegt.

Bei Notwehr aber darf man es aber auch als Privatperson einsetzen. Denn bei Notwehr werden an sich strafbare Handlungen nicht mehr strafbar. Es ist z.B. verboten jemanden mit der Faust ins Gesicht zu schlagen. Bei Notwehr aber, ist es erlaubt. So auch der Einsatz von Pfefferspray gegen Menschen.

Händler verkaufen solche Sprays aber erst an 14, oder 18 jährige Personen. Einfach um eventuellen Ärger mit den Eltern zu vermeiden, die fast jeden Kauf ihrer noch nicht voll geschäftstüchtigen und minderjährigen Kinder rückgängig machen können.

Pfefferspray ist nicht mit CS Gas Spray zu verwechseln. Das Zeug unterliegt dem Waffenrecht und ist daher problematischer (ab 14 und bei öffentlichen Veranstaltungen verboten). Auch wirkt es nicht so gut wie Pfefferspray, bei gleichzeitigem Risiko von Langzeitschäden bei der getroffenen Person. Allergiker oder Asthmatiker allerdings können ersticken, egal welchen Reizstoffen sie ausgesetzt werden. Das ist auch schon oft genug passiert.

Bei Demonstrationen sind alle Gegenstände verboten, die dazu geeignet sind sich einer Festnahme zu entziehen. Also auch Pfefferspray, obwohl es sich um keine Waffe handelt. Auch muss man auf die jeweiligen Hausordnungen achten. In Schulen und anderen öffentlichen Gebäuden können diese Sprays auch verboten sein. Das entscheidet immer der Besitzer. Das hat dann aber in der Regel keine Strafanzeige zur Folge, eher ein Hausverbot.

Notwehr mit Pfefferspray:

Man muss sich sicher sein, dass ein widerrechtlicher Angriff auf einen selbst, oder auf eine andere wehrlose Person unmittelbar bevorsteht, gerade stattfindet oder noch andauert. Hat man sich entschlossen zu handeln, dann droht man nicht erst mit dem Spray, sondern man zieht es und sprüht sofort. So kann einem niemand das Spray aus der Hand schlagen. Wenn dem Angreifer Augen, Nase und Mund brennen, ohne dass er weiß warum und was passiert ist, dann hat man alles richtig gemacht. Danach Abstand zum Angreifer vergrößen. Ist er hilflos ist man verpflichtet erste Hilfe zu leisten und 112 anzurufen. Ansonsten die Flucht antreten. Denn Pfefferspray hält nicht jeden auf, aber es erhöht die eigenen Fluchtchancen.

Es gibt verschiedene Sprays mit unterschiedlich hoher Wirkstoffkonzentration, unterschiedlicher Größe und welche die einen Strahl, eine Wolke oder ein Gel versprühen. Ich würde den flüssigen Strahl bevorzugen. Man hat eine etwas höhere Reichweite und der Strahl ist windstabiler.

Später diese Situation eventuell einem Richter glaubhaft zu machen kann sehr wichtig werden. Daher Zeugen suchen wenn es geht und sich eine Gedächtnisnotiz mit dem genauen Tathergang anfertigen. Auch wenn man glaubt alles richtig gemacht zu haben, kann das ein Richter immer noch anders sehen. Also lieber alles versuchen um gar nicht erst in so eine Situation zu kommen.

Pfefferspray gegen Menschen kannst du in Deutschland nicht einfach so kaufen, und bei jedem Pfefferspray, das du kaufst, steht dabei, dass der Einsatz gegen Menschen verboten ist und unter Strafe steht.

Es ist jedoch Situationsabhängig. Wenn du nachweisen kannst, dass du z.B. immer durch einen Wald laufen musst, wo schon mal jm von einem Tier angegriffen wurde und du das deshalb zur Sicherheit dabei hattest und dann angegriffen wirst und den Täter nicht anders, als damit abwehren konntest, geht das wahrscheinlich als Notwehr durch. Wenn sich jedoch herausstellt, dass das Risiko, überfallen zu werden von vornherein bestand und der Verdacht nahe liegt, dass du dir das Spray deswegen gekauft hast, geht es eher nicht als Notwehr durch.

Pfefferspray löst enorme Reizungen der Augen und der Atemwege aus, der angesprayte wird nach der "Anwendung" ca eine halbe Stunde lang "blind" sein

Hast du alles super beschrieben ausser das man Pefferspray angeblich nicht so einfach kaufen kann. In allen Waffenläden hat man sorten von a bis z und sogar im Internet hat man die möglichkeit.

und für jugendliche ist das mitlerweile auch überhaupt kein problem mehr.

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Das ist völlig egal ob das jetzt für Menschen und Tiere gedacht ist.

Ob es Notwehr ist oder nicht hängt von der Situaiton ab (war der Angriff akut und rechtswidrig? War das Mittel erforderlich?) Gerade wenn du dich mit entsprechendne Mitteln verteidigst oder bleibende Schäden verursachst kann das natürlich wenn dieses Mittel als nicht geeignet/erforderlich bewertet wird und somit keine Notwehr vorliegt, schon harte juristische Konsequenzen für dich bedeuten.

Und ja, dann bist du ggf auch zivilrechtlich haftbar.

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