Ist nicht Ephraim mein teurer Sohn - Wie ist der Psalm zu verstehen?

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2 Antworten

Diese Bibelstelle dürfte in Jeremia 31,20 stehen. Der Walvoord-Bibelkommentar schreibt zu den Versen 19 und 20: "Jeremia beendete diesen Abschnitt mit einem Seufzer der Buße, den Israel bei seiner Rückkehr in sein Land ausstoßen würde. Israel war abgewichen, aber es würde umkehren (Jer 31,19). Wenn es zu Gott zurückkehrte, würde es zuschanden und schamrot sein wegen seiner Sünde. Gott aber würde seine große Güte gegen das abtrünnige, aber nun umgekehrte Volk zeigen (vgl. Hos 2,16-23)."
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Kommentar von ralphb
18.06.2016, 09:06

Danke! Das heißt: Israel will umkehren und Gott zeigt Gnade?

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Kommentar von chrisbyrd
20.06.2016, 10:36

Vielen Dank für den "Stern", liebe Grüße und Gottes Segen!

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Hallo ralphb,

Dein Bibeltext ist aus Jeremia  31,20  nach der Luther 1912.

Der Kontext zeigt, dass der HERR  (Jehova / Jahwe)  Ephraim bestraft hatte, jetzt sah Gott Reue und Umkehr, und  tröstete ihn mit Wiederherstellungsprophezeiungen (die bis zum Neuen Bund durch Jesus reichen - Jer 31, 31-34).

Ephraim war ursprünglich ein starker Stamm im  12-Stämme-Reich Israel. Schon unter Salomos Sohn Rehabeam zerfiel der Staat in das

  • 2-Stämme-Reich (aus Juda und Benjamin) Juda und das
  • 10-Stämme-Reich (aus den anderen 10 Stämmen) nach dem stärksten Stamm  Ephraim genannt oder Israel.

Als Jeremia seine Prophezeiung machte, war  Ephraim  schon mehr als 100 Jahre von Assyrien besiegt, und die Menschen umgesiedelt.

Über Juda sollte Jeremia die Niederlage gegen die Babylonier und eine 70jährige Gefangenschaft dort vorhersagen.

Den unmittelbaren Kontext habe ich Dir hier aus Deiner Bibel kopiert:

18Ich habe wohl gehört, wie Ephraim klagt: "Du hast mich gezüchtigt, und ich bin auch gezüchtigt wie ein ungebändigtes Kalb; bekehre mich du, so werde ich bekehrt; denn du, HERR, bist mein Gott.

19Da ich bekehrt ward, tat ich Buße; denn nachdem ich gewitzigt bin, schlage ich mich auf die Hüfte. Ich bin zu Schanden geworden und stehe schamrot; denn ich muß leiden den Hohn meiner Jugend."

20Ist nicht Ephraim mein teurer Sohn und mein trautes Kind? Denn ich gedenke noch wohl daran, was ich ihm geredet habe; darum bricht mir mein Herz gegen ihn, daß ich mich sein erbarmen muß, spricht der HERR.

21Richte dir Denkmale auf, setze dir Zeichen und richte dein Herz auf die gebahnte Straße, darauf du gewandelt hast; kehre wieder, Jungfrau Israel, kehre dich wieder zu diesen deinen Städten!

22Wie lange willst du in der Irre gehen, du abtrünnige Tochter? Denn der HERR wird ein Neues im Lande erschaffen: das Weib wird den Mann umgeben.

23So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Man wird noch dies Wort wieder reden im Lande Juda und in seinen Städten, wenn ich ihr Gefängnis wenden werde: Der HERR segne dich, du Wohnung der Gerechtigkeit, du heiliger Berg!

24Und Juda samt allen seinen Städten sollen darin wohnen, dazu Ackerleute und die mit Herden umherziehen; 25denn ich will die müden Seelen erquicken und die bekümmerten Seelen sättigen. 26Darüber bin ich aufgewacht und sah auf und hatte so sanft geschlafen.

27Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, daß ich das Haus Israel und das Haus Juda besäen will mit Menschen und mit Vieh. 28Und gleichwie ich über sie gewacht habe, auszureuten, zu zerreißen, abzubrechen, zu verderben und zu plagen: also will ich über sie wachen, zu bauen und zu pflanzen, spricht der HERR.

31Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund machen; 32nicht wie der Bund gewesen ist, den ich mit ihren Vätern machte, da ich sie bei der Hand nahm, daß ich sie aus Ägyptenland führte, welchen Bund sie nicht gehalten haben, und ich sie zwingen mußte, spricht der HERR; 33sondern das soll der Bund sein, den ich mit dem Hause Israel machen will nach dieser Zeit, spricht der HERR: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben; und sie sollen mein Volk sein, so will ich ihr Gott sein; 34und wird keiner den andern noch ein Bruder den andern lehren und sagen: "Erkenne den HERRN", sondern sie sollen mich alle kennen, beide, klein und groß, spricht der Herr. Denn ich will ihnen ihre Missetat vergeben und ihrer Sünden nimmermehr gedenken.

Grüße,  kdd

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Kommentar von ralphb
18.06.2016, 16:59

Vielen Dank! Das leuchtet mir jetzt mehr ein, auch wenn ich natürlich immer noch nicht alle Zusammenhänge verstehe.

Schein vertont den Psalm mit Figuren, die auch einen Konnotation von "Spott" haben. Dieser Affekt macht aber in dem Zusammenhang nicht viel Sinn, oder?

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