Ist nach Habermas die ideale Sprechsituation eine Utopie?

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1 Antwort

Nach Habemas ist die ideale Sprechsituation in den Grundlagen unserer sprachlichen Verständigung eingebaut, da wir immer die Möglichkeit haben, herrschaftsfrei die Geltungskriterien der Wahrheit (was ist?), der Richtigkeit (was soll sein?) und der Wahrhaftigkeit (was entspricht mir?) anzuwenden.

Beispiel: Menschen können immer sagen, dass die Sonne scheint, dass Benachteiligungen nicht gerecht sind, dass sie fühlen, was sie fühlen.

Ob dies in der Sprechsituation / in der Gesellschaft umgesetzt wird, hängt von den Bedingungen ab. Wenn ich Dir eine Pistole vor die Brust halte, passiert das Gegenteil des Idealen.

Wenn ich Habermas richtig verstanden, versucht er dieses Argument zunächst in der Sprach- und Gesellschaftstheorie nachzuverfolgen und nachzuweisen (Die Theorie des kommunikativen Handelns). Dagegen gab es Kritik: Warum sich die Gesellschaft so verhalten, wie die Theoretiker meinen?

In einem weiteren Schritt, so meine ich, sucht Habermas das ideale Sprechen durch das Recht und seine Prinzipien abzusichern (Faktizität und Geltung).

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