Ist nach der lateinamerikanischen Christologie Jesus Gottes Sohn?

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2 Antworten

Hallo Reality,

Du denkst da wahrscheinlich an den historischen Jesus, wie er den Tempel von den Geschäftemachern befreit  hat? Der Augenzeugenbericht in Johannes 2,13-16 (HFA) zeigt einige für manche unerwartete Facetten dieses ganz besonderen Sohnes Gottes, Jesu, auf:

13 Kurz vor dem jüdischen Passahfest reiste Jesus nach Jerusalem.

14 Dort sah er im Tempel viele Händler, die Ochsen, Schafe und Tauben als Opfertiere verkauften. Auch Geldwechsler saßen hinter ihren Tischen.

15 Jesus knüpfte aus Stricken eine Peitsche und jagte die Händler mit all ihren Schafen und Ochsen aus dem Tempel. Er schleuderte das Geld der Wechsler auf den Boden und warf ihre Tische um. 16 Den Taubenhändlern befahl er: "Schafft das alles hinaus!

Das Haus meines Vaters ist doch keine Markthalle!"

Kann man nun sagen, dass die lateinamerikanische Christologie diesen historischen Jesus als Vorbild akzeptiert und ihm folgt?

Mal schau´n, wie Wikipedia diese Exegese beschreibt: Unter dem Link

 https://de.wikipedia.org/wiki/Befreiungstheologie  heißt es dazu:

Die Befreiungstheologie oder Theologie der Befreiung ist eine in Lateinamerika entwickelte Richtung der christlichen Theologie.

Sie versteht sich als „Stimme der Armen“ und will zu ihrer Befreiung von Ausbeutung, Entrechtung und Unterdrückung beitragen.

Aus der Situation sozial deklassierter Bevölkerungsteile heraus interpretiert sie biblische Tradition als Impuls für umfassende Gesellschaftskritik. Dabei bezieht sie sich auf eine eigenständige Analyse der politökonomischen Abhängigkeit (Dependenztheorie) und arbeitet für eine basisdemokratische und überwiegend sozialistische Gesellschaftsordnung.

Daraus ergaben sich, vor allem in der katholischen Kirche, zwangsläufig erhebliche Konflikte mit der Kirchenhierarchie, die häufig in Disziplinarmaßnahmen gegen einzelne Geistliche mündeten.

Als Konsequenz ihrer Überzeugungen stellten sich die Befreiungstheologen zudem offen gegen die in Südamerika weit verbreiteten oligarchischen und diktatorischen Regime, was zahlreiche Geistliche das Leben kostete.

Das bekannteste Opfer ist Óscar Romero, der 1980 ermordete Erzbischof von El Salvador.

Ist da eine Übereinstimmung im Denken, Lehren und Handeln erkennbar?

Vergleichen wir einmal:

Jesus, als Sohn Gottes, war, als er im Tempel mit den Geschäftemachern im Befehlston redete und sogar angemessene Gewalt anwandte, als quasi Hausherr dazu berechtigt, so zu handeln. Er beseitigte einen Makel mit dem dumme und unverschämte Menschen dem Namen des Vaters schändeten.

Er ging aber nicht gleich weiter zum Gemüse- oder Fleischmarkt, um da ebenso vorzugehen, gegen überhöhte Preise, oder die Zöllner und Steuerbeamten von ihrer Arbeit abzuhalten. Er sah die Zeit auch nicht gekommen die Sklaven zum Aufstand gegen ihre Besitzer aufzuwiegeln, oder einen Befreiungskrieg gegen die römischen Besatzer anzuführen. 

Jesus wusste, dass die Menschen schon gleich zu Anfang die Führung Gottes ablehnten und verwarfen. Sie wählten sich einen Lügner und Mörder zum Herrscher - und  Gott lässt sie eine Zeit spüren, wozu das führt.

Es wäre Jesus nicht im Traum eingefallen, das Herrschaftskonstrukt des Satans schön anzustreichen. Er wird es vernichten und zermalmen, wenn Gott sagt: So, jetzt ist Schluss!

Grüße, kdd

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