Ist Mobbing nach dem präferenzutilitaristischen Ansatz gut?

10 Antworten

Der klassische Utilitarismus bewertet eine Handlung als moralisch Richtig, wenn eine Mehrheit einen positiven Gesamtnutzen daraus bezieht.

Gerade der Präferenzutilitarismus nimmt jedes Individuum viel stärker ins Gewicht bzw. seine Präferenzen.

Da es in den aller meisten Fällen nicht die Präferenz des gemobbten sein wird, gemobbt zu werden, ist jede weitere Überlegung schon hinfällig.

Davon abgesehen muss es nicht die Präferenz der z. B. 18 Unbeteiligten sein (aus 20 Schülern, -1 Mobber, -1 Gemobbter), das eine Person gemobbt wird, diese können sich dadurch auch schlecht, oder unwohl fühlen.

Den Effekt des "sich verbunden fühlen, indem man andere ausschließt", nennt man eigentlich "negative Integration".

Die Frage, vor allem in Bezug auf den Präferenzutilitarismus kann man ganz eindeutig mit "Nein" beantworten.

Die Frage ist sehr interessant.

Ich denke im Grunde entspricht das diesem Ansatz, aber ich bezweifle, dass es den Mobbern wirklich besser geht. Ich denke eher, dass es nur eine kurzzeitige Befriedigung ist.

Und wenn man mal das Extrem betrachtet:

Am Ende bringt sich ein Mensch um, nur damit es 20 anderen Leuten scheinbar besser geht. Da verschiebt sich dann die Gewichtung.

Zumal ja bekanntlich niemals sein eigenes Selbstwertgefühl zulasten von Schwächeren gepusht werden sollte. (jetzt Mal nur auf Mobbing bezogen)

Wenn sich deswegen jemand umbringt waren 20 belustigt und die betroffene Familie mit über 20 Leuten (Großmutter, Tanten, Onkel, Cousin und Cousinen mit einberechnet) sind am trauern.

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Ich finde Mobbing ist nie gut, egal nach welchem Ansatz. Ein Gutes Beispiel ist ja schon genannt.

--> bringt sich ein Mensch um, nur damit es 20 anderen Leuten scheinbar besser geht.

Er glaubt das es 20 anderen besser geht.

Weiter ich es aus in richtung Todesstrafe. Auch da geht es der Welt nicht undegingt besser, weil einer Umgebracht wurde. Einer oder eine Familie fühlt sich vielleicht besser. Doch was ist mit den Angehörigen der Ermordeten?

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@ch62718ris

Zum Thema Todesstrafe: Die oder derjenige, die eine Todesstrafe verhängt bekommen, haben normalerweise ja auch etwas getan, dass die Todesstrafe rechtfertigt. Soll beispielsweise ein Serienmörder leben, obwohl er einige Menschen auf dem Gewissen hat? (Wobei ich im großen und ganzen eher für Haftstrafe und anschließender Sicherheitsverwahrung bin, da ich das in gewisser Hinsicht sogar fast noch schlimmer als die Todesstrafe finde. Hier muss sich der Täter nämlich aktiv mit seiner Tat auseinander setzen, was ich mir sehr schlimm vorstelle (wobei solche Menschen ja eh etwas anders denken))

Aber ganz allgemein: Jeder Mensch hat eine gerechte Verhandlung und nicht einfach nur eine Verurteilung verdient.

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@Luminou

Und was ist mit den Fehlurteilen? Mir ist lieber wenn 10 Serienmörder im Knast verotten als wenn einer ermordet wird der es nicht verdient hat.

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@ch62718ris
Ich finde Mobbing ist nie gut, egal nach welchem Ansatz.

Die zweite Satzhälfte ist falsch gedacht. Mobbing ist auch meines Erachtens niemals gut, aber dass es Ansätze geben könnte, die es rechtfertigen, kann man nicht abstreiten. Die Konsequenz ist dann eher, diese Ansätze zu verwerfen.

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@SlowPhil

Es gibt nie Ansätze die mobbing nur im anfang rechtfertigen würden. Leider denken viele es gäbe was was das rechtfertigt.

Heute bin ich als Zeuge wieder mal bei der Polizei weil eine, warscheinlich in ihrem besoffnen Kopf dachte es ist angebracht bei wem die Wohnungstür kaputt zu machen.

Gut war nur das sie sich an den Glasscherben die Haut geschnitten hat. Vielleicht begreift sie heute was sie für einen Blödsinn gemacht hat.

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@ch62718ris

Du missverstehst, was ich meine. Die Aussage ,,Ansatz A rechtfertigt B" heißt nicht ,,weil es A gibt, ist B richtig", sondern ,,Ansatz A hält B für gerechtfertigt".

Ansatz A kann dabei eine philosophische oder religiöse Richtung oder auch eine politische Ideologie sein.

Ob A nun B für gerechtfertigt hält oder nicht, ist nicht Ansichtssache, sondern lässt sich objektiv feststellen, indem man die Äußerungen maßgeblicher Anhänger von A studiert, vorzugsweise schriftliche. Was man daraufhin von A hält, steht auf einem anderen Blatt.

Ist A beispielsweise der Nationalsozialismus, findet man in Hitlers Ergüssen, dass A im obigen Sinne Gewalt insbesondere gegen Juden für gerechtfertigt hält.

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@ch62718ris

Die Todesstrafe ist ein schlechtes Beispiel, denn ein zum Tode verurteilter Serienmörder wird nicht deshalb umgebracht, weil er ja nur einer ist und seine Opfer viele, sondern weil er jedes einzelne seiner Opfer mit voller Absicht um sein Leben gebracht und ihm einen schrecklichen letzten Eindruck von dieser Welt zugemutet hat.

Einer, der zu einer Gruppe von 100 Leuten gehört hat, die ein Kind gefangen gehalten und vergewaltigt haben, ist nicht besser, und wenn der Serienmörder die Todesstrafe verdient, tun es diese 100 auch.

Ich will jetzt nicht über die Todesstrafe diskutieren. Mir persönlich wäre viel lieber, wenn alle Täter stattdessen den Rest ihres Lebens in den Dienst von Opfern sexueller Gewalt stellen würden. Wenn aber die einzige Alternative zur Todesstrafe darin bestünde, die Leute einfach weiter machen zu lassen (und sei es auch hinter Mauern und Stacheldraht), ziehe ich sie eindeutig vor., weil alles andere Zynismus wäre.

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Als Mobber fühlt man sich tatsächlich nicht gut. Die meisten machen aus Gruppenzwang mit. Von den 20 Personen sind vielleicht eine Hand voll Leute dabei, die sich dessen wirklich erfreuen. Aber das ist in der Regel auch nicht von Dauer. Ich würde sagen, dieser Ansatz ist eher erfüllt, wenn sich durch das Mobbing die Mobber persönlich weiterentwickeln und letztendlich von diesem Verhalten distanzieren.

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Ich stimme euch im Prinzip allen zu. Mobbing ist niemals gut.

Dennoch finde ich diese Frage interessant. Das ist ein bisschen wie das Weichenstellen-Nummer/Trolley-Problem.

Wenn wir das Ganze jetzt mal an die Spitze treiben und davon ausgehen, dass das Mobbingopfer selbst einmal Mobber war, bzw. jemand anderen extrem mobbt. Wie ist es dann zu sehen? Haben wir hier die Menge, der Mobber, die sich durch das Mobbing evtl. besser fühlen und gleichzeitig das zweite Mobbingopfer dadurch schützen?

Was, wenn sich der eine Mobber, dadurch, dass er selbst gemobbt wird, bewusst wird, wie mies er sich selbst verhält und dadurch aufhört? War das Mobbing dann gut? Es hatte ja den Zweck, dass Mobbingopfer 1 aufhört Mobbingopfer 2 zu schikanieren.

Natürlich ist das Ganze nur hypothetisch und in keinster Weise real vertretbar. Ich denke nur, dass man nicht alles immer nur schwarz und weiß betrachten soll.

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@Luminou

Hallo Luminou,

denke Du machst da einen gewaltigen Fehler. Du versuchst Gewalt zu Rechtfertigen. Präferenzutilitarismus betrachtet immer alle Interessen eines Wesens. Mobbing kann zu Selbstmord führen, ist moralisch dann aber als Mord zu werten.

Der Begriff Präferenz bezeichnet hier die generellen rationalen und emotionalen Interessen eines Wesens (etwa das grundlegende rationale Lebensinteresse, wie es bei allen Individuen vorliegt) und schränkt sich nicht auf die aktuellen und kontextabhängigen Interessen ein, die zum Zeitpunkt der Handlung vorliegen.
Die Missachtung der Präferenz einer Person fällt hierbei in der Regel schwerer ins Gewicht, als dies bei anderen Wesen der Fall ist (vor allem in Bezug auf die Tötung, welche bei Personen niemals ausgleichbar ist)

Die Handelnden müssten einen Ausgleich finden, der aber bei der möglichen Tötung nicht mehr möglich ist.

Moralisch ist das Ganze schon deshalb nicht vertretbar, weil der von Dir angenommene Weg, dass das Mobbingopfer selbst Mobber ist, wohl eher keine Einsicht erlangen wird. Genau diese Falschannahme die Du hier machst führt zu dieser Gewalt in unserer Gesellschaft, zu vielen Fehlern und Problemen. Die Psychologie und Soziologie wissen wie der einzig Gangbare Weg aussieht. Wenn es Wege ohne Leid gibt, dann ist die Gewalt gegen das Mobbingopfer niemals gerechtfertigt, denn es gibt keinen legitimen Grund mehr, die Gewalt des Mobbing auszuüben. Gewalt lässt sich so nicht rechtfertigen.

Die Realität in unserer Gesellschaft ist genau so wie Deine Argumentation: Alle machen das, dann ist das der richtige Weg. Nein. Tatsache ist, dass durch die autoritäre Erziehung viel Gewalt in unsere Gesellschaft getragen wird. Typisch für autoritäre Erziehung ist die Strafe. Nun haben aber die Psychologen in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts die Lerngesetze für soziales Lernen entdeckt. Und da gilt: Erfolg verstärkt ein Verhalten. Das wurde vor Kurzem, so in den vergangenen 1 bis 2 Jahren eindrucksvoll vom MIT (Massachusetts Institute of Technology) bestätigt, und das mit der Zusatzerkenntnis, dass Strfen praktisch Wirkungslos sind, ihr Wirkmechanismus ist ein ganz Anderer, der letzen Endes auf die Lerngesetze zurückgeführt werden kann.

Wie man die Mobber von ihrem Tun abbringt zeigen die modernen Sozialwissenschaften: Das Prinzip wird erfolgreich in Therapien und Verhaltenstrainings angewandt: Dazu ist es notwendig eine Beziehung zu den Tätern aufzubauen. Die Täter müssen positive Beziehungserfahrungen machen, damit ihre Wunden heilen können, sie erkennen, welches Leid sie anderen zufügen und dann aus Verständnis ihr assoziales Tun unterlassen. Therapien werden Heute mit Strafgefangenen und Jugendlichen gemacht. sicher ist es oft schwierig eine Beziehung zun ihnen aufzubauen, manche sind schon so kaputt dass das nicht mehr möglich ist, aber das sind dann die, die eine kriminelle Karriere machen, und eben nicht umkehren. Wir lernen daraus: Gewalt löst keine Probleme und Mobbing ist Gewalt.

Ich denke nur, dass man nicht alles immer nur schwarz und weiß betrachten soll.

Ja das sehe ich auch so, und vor Allem muss man den Tunnelblick abnehmen, sich breit informieren, auch mal in anderen Fachgebieten und Disziplinen, dann stellt sich so manche Frage erst gar nicht, wenn man erkennt, es gibt da schon gute Lösungen, wo ich nicht anfangen muss auch noch Gewalt schönzureden.

LG

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@Barney123

Ein sehr gut durchdachte Erwiderung.

Ich hoffe, dass viele Leute sie lesen, verstehen und zur Richtschnur eigenen Handelns machen.

Daumen hoch!

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das Ganze klingt für mich nach "Den Teufel mit Beelzebub austreiben" oder ähnlich wie "Der Zweck heiligt die Mittel"...also irgendwie völlig absurd.

Wenn sich eine Gruppe von Menschen NUR dadurch besser fühlt, indem sie einen anderen drangsaliert oder gar in den Selbstmord treibt, dann hat diese Gruppe mit Sicherheit das angebliche Wohlgefühl nicht verdient.

Mal abgesehen davon ist diese Art von Wohlbefinden auch extrem armselig, weil sie nur durch den Zusammenhalt gegen einen anderen Menschen und nicht durch Zuneigung entsteht und besteht.

Genau so. Glück, das direkt auf dem Unglück Anderer beruht, zählt im Allgemeinen negativ.

Es ist denjenigen nicht zu gönnen, ebenso wie einem Räuber das erbeutete / durch Erlös aus dem Verkauf der Beute gewonnene Geld oder einem Vergewaltiger seine Lust.

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