Ist MIGRATIONSHINTERGRUND nur ein Euphemismus für Ausländer?

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7 Antworten

Nein, beide Wörter haben eine Unterschiedliche Bedeutung. Ausländer heißt, jemand hat eine andere Staatsangehörigkeit als die in dem Land, in dem an sich befindet. Also hier in Deutschland sind alle, die nicht die Deutsche Staatsangehörigkeit haben egal ob sie hier Urlaub machen, hier wohnen, hier arbeiten usw. Ausländer. Genauso wie wir im Ausland Ausländer sind. Der Begriff Migrationshintergrund besagt nur etwas über die Herrkunft der Leute, die hier leben. Wenn jemand oder ein Eltern- oder ein Großelternteil aus dem Ausland stammt, hat man unabhängig von seiner Staatsangehörigkeit einen Migrationshintergrund.

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Hallo, julia8600.

Nein!

Migrationshintergrund sagt nur, dass die Vorfahren vor geschichtlich gesehen kurzer Zeit einwanderten: die italienischen, türkischen Gastarbeiter haben inzwischen Nachkommen mit eben MG. gezeugt= keine Umschreibung sondern korrekte Aussage.

Ein Euphemismus kann übrigens in beide Richtungen wirken - man beachte den Kontext, in dem er steht, lG.

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Kann jemand, der bereits in x-ter Generation nach Einwanderung in einem bestimmten Land lebt, dort wirklich noch ein Ausländer sein? Die Antwort des verständigen Menschen sollte Nein lauten.

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Kommentar von julia8600
18.05.2016, 20:59

Alltag sieht anders aus.

Viele auch Polizei und Behörden verwenden noch den Begriff Ausländer bei menschen mit MIG HI 

zum Beispiel draussen waren vor einigen Monaten 3 Jungs die gespielt haben, einer hat dem anderen die Hose zerrissen und die Polizei fragt ,, Wie sah er aus, war das ein deutscher oder Ausländer?'' wohlwissend dass der eine deutsche staatsbürgerschaft hat und seine Eltern seit 30 Jahren hier leben 

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Nein, als Ausländer bezeichnet man Personen, die selbst aus dem Ausland kommen, mit entsprechender ausländischer Staatsbürgerschaft. Eine Person mit Migrationshintergrund ist hier geboren, besitzt die deutsche Staatsbürgerschaft, hat aber Eltern oder Großeltern mit ausländischen Wurzeln.

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Kommentar von 1988Ritter
18.05.2016, 21:47

Nein. Dem ist nicht so.

Beispiel:

Eine griechische Familie kommt nach Deutschland und lebt hier. Eine der Töchter beantragt nachdem sie 20 Jahre hier schon gelebt hat, die deutsche Staatsbürgerschaft. Diese wird erteilt. Ab diesem Zeitpunkt kann man diese Frau die in Griechenland geboren wurde, als Deutsche mit Migrationshintergrund benennen.

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Ja natürlich.

Wir haben seit Jahrzehnten in Deutschland eine Politik der Verdrängung und Beschönigung. Dies findet sich darin wieder, dass man Probleme einfach umbenennt. Durch die neue Wortfindung wird dann die Aggressivität der Bevölkerung gegen unerfreuliche Personenkreise kurzfristig gemildert und abgelenkt.

Schauen wir uns doch die Wortakrobatik einfach mal an:

  • Gastarbeiter = Ausländer
  • Türke = Südosteuropäer
  • Ne ger = Schwarzer
  • Ausländer = Migrant
  • eingebürgerter Migrant = Deutscher mit Migrationshintergrund

Man hat immer krampfhaft nach neuer Begriffsfindung gesucht, frei nach dem Motto

.....dann geben wir dem Kind einen neuen Namen.

Was haben wir nun davon ?

Wutbürger, Pegida, AfD, NPD usw.

In unserem Land hat es sich zum fundamentierten Recht entwickelt, dass man ausländischen Straftätern und Kulturverweigeren eine ständige Nachsicht entgegenbringt.

In welchem Land der Welt gibt es sowas ?

Es wird ein Ausländer straffällig....mein Gott....bei einem minder schweren Fall drückt man mal ein Auge zu. Bei einer weiteren Straftat wird es mal ein wenig ernster, und man erteilt keine Bewährung mehr. Bei der dritten Straftat denkt man aber drüber nach, ob ein solcher Mensch eine Bereicherung für das Land sein kann, und verweist ihn gegebenenfalls. 

Hier in Deutschland passiert so etwas nicht.

Und wenn dann die Menschen anfangen in Verärgerung über einen Ausländer zu reden, dann wird da halt ein Migrant draus.

Das für mich klassischste Beispiel im Reigen der Wortakrobatik ist immer noch der Radiosender "Antenne Düsseldorf". Fast täglich mussten in den Regionalnachrichten über Untaten einer ethnischen Gruppe in der Altstadt berichtet werden. Als die Bürger dann sauer wurden, wurde aufgrund politischer Einflussnahme aus der ethnischen Benennung ein Südosteuropäer. Das war dann die einzige Änderung der untragbaren Verhältnisse.

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Kommentar von DieterSchade
18.05.2016, 22:07

Und bei Straftaten von Muslimen aus Afghanistan oder Pakistan heißt es dann in den Nachrichten Asiaten - und so werden friedliche Chinesen, Vietnamesen und Japaner unfreiwillig in Misskredit gebracht, weil man dem Volk die Information vorenthalten will.  

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Nein, Ausländer und Menschen mit Migrationshintergrund sind nicht das Selbe.

Ein Euphemismus ist übrigens eine schöne und harmlose Beschreibung für etwas Schlechtes, wie zum Beispiel "Evakuierung" für die Transporte der Jüdinnen und Juden in die Vernichtungslager.

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In mehrfacher Hinsicht nicht.

Erstens ist Migrationshintergrund keine Synonym zu Ausländer (auch kein bewertungsverschleierndes), denn einen Migrationshintergrund können ja auch Nicht-Ausländer haben.

Zweitens kann es zu Ausländer keinen Euphemismus geben, da ein Euphemismus ja ein negatives Wort schön umschreibt. Ausländer ist aber kein negatives Wort. Ich bin z.B. Ausländer und wenn mich jemand fragt warum ich z.B. nicht wähle oder immer nur mit Reißepass rum renne, ist meine Antwort (ohne dass ich damit Probleme habe): "Ich bin doch Ausländer".


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