Ist Metaphysik eine Erkenntnistheorie?

5 Antworten

Hi,- ich würde die >Metaphysik< eher als eines von zwei Paradigmen bezeichen welches als solches darüber entscheidet und die Grundlage darstellt auf welche Weise ich erkenntnistheoretische Fragen behandeln will.

Ich würde den Begriff auch gerne etwas entmystifizieren und konkretisieren wollen. Aus meiner Sicht stellt dieser Begriff schlicht eben nur die (paradigmatische) Zusammenfassung einer deduktiven, also von der Idee ausgehenden Ausrichtung von Theoriebildungen über Beschaffenheit und Zusammenhänge der Welt, also die Beziehung von Sein und Seiendem als ontologische Grundfrage aus einer deduktiven Perspektive dar. Dabei liegt logischerweise der Primat auf dem Sein und der Erwartung, das Seiende in seiner (empirischen) Konkretion letzlich mittels begriffslogischer Analyse der grundlegenden Beschaffenheit des Sein verstehen und von diesem ableiten zu können. - Insofern auch der Begriff "Meta-Physik". Er drückt aus meiner Sicht einfach nur die Vorstellung aus, dass das Sein als (nicht-empirische) Ursache oder vielleicht besser "Ordnungsmuster" des konkreten (empirischen) Seiende dennoch in seiner Beschaffenheit einer mathematisch-physikalischen Logik folgt, die analog zu einem mathematisch-physikalischen Grundlagendenken als Ursache für das Seiende ebenso wie dieses einer analytischen Klärung zugänglich ist - nur halt eben nicht auf einer empirischen sonderen dieser "übergeordneten" Ebene - eben einer "Meta"-Ebene.

Und in der Tat: >Gerechtigkeit< oder >Demokratie< sind absolut keine "empirischen" Bausteine der Welt ebenso wie die Mathematik oder diverse Zeichensysteme. Und um es auf die Spitze zu treiben: die logischen Muster nach denen wir in einem Computer Strom zu "Information" konfigurieren sind es auch nicht - auch wenn sie uns dann in ihrer Auswirkung sehr empirisch-praktisch betreffen.

Man sollte vielleicht aucht nicht Empirie und Induktion auf der einen Seite gegen Idee und Deduktion auf der anderen so simpel "schwarz-weiß" gegeneinander stellen. Sie sind miteinander interagierend verbunden. -

Also Metaphysik ist keine Erkenntnistheorie aber eine von zwei möglichen Hauptrichtungen, sich mit qualifizierten Theoriebildungen über den Begriff "Wirklichkeit" auseinanderzusetzen.

Gruß

Unter dem Begriff Metaphysik wird - je nach ideologischer Ausrichtung - Unterschiedliches verstanden. Die Positivisten haben die Metaphysik negativ dargestellt und verworfen ohne zu merken, dass sie eigentlich selbst metaphysische Behauptungen aufgestellt haben. Nach meiner Auffassung ist Metaphysik die Grundlage jeder Erkenntnistheorie und je nach Grundannahmen der Metaphysik wird auch die Erkenntnistheorie geprägt. Nimm zwei gegensätzliche Grundpostulate: (a) Alles Sein folgt einem geistigen Prinzip und (b) Alles Sein ist sich ständig wandelnde Existenz und Geist ist sein Produkt. Je nach Grundbehauptung (a) oder (b) ergibt sich eine vollkommen andere Erkenntnistheorie. In Folge des Platonismus, dann gesteigert im Neo-Platonismus und dann transferiert in der Theologie und Philosophie des Christentums nach Augustinus hat die Metaphysik des Typs (a) unser abendländisches Denken über mehr als ein Jahrtausend geprägt. Und obwohl beginnend mit der Renaissance dann in der Auklärung wieder Elemente von (b) stärker wurden, ist die Verhaftung in einem begrifflich dominanten Denken nach (a) immer noch prägend.

Nein. Metaphysik ist eine ontologische Angelegenheit und Ontologie erzeugt grundsätzlich keine Erkenntnisse. Ontologische Aussagen lassen sich prinzipiell weder belegen noch widerlegen und alleine daran scheitert schon die Erkenntnisfähigkeit.

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PS: Und wie kommt es überhaupt zu der Bezeichnung dieser Einstellung als Metaphysik? Ist Metaphysik nicht eher ein dualistisch/idealistisch geprägter Begriff, der annimmt, es gäbe noch etwas über den Dingen in der Außenwelt (vgl. Platon)?


(Übrigens, humesche Metaphysik ist doch kein Eigenname als Ganzes, oder? Kann kleingeschrieben werden?)

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