Ist meiner Mutter meine Depression peinlich?

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2 Antworten

Hallo,

Wahrscheinlich ist deine Mutter selbst ziemlich überfordert. Damit meine ich nicht mit dir und deiner Depression, sondern wie sie mit der Information umgehen soll.

Leider werden Psychische Krankheiten ´von der Gesellschaft oft noch nicht als  Krankheit angesehen, sie seien "Einbildung" und keine "echten Krankheiten".

Um das gleich mal klarzustellen, ist eine Depression eine ernstzunehmende Krankheit. Ich persönlich finde es wichtig, dass darüber aufgeklärt wird. Und du hast KEINEN Grund, dich dafür zu schämen.

Das heißt jedoch nicht, dass du das jetzt jedem erzählen musst. Nicht alle müssen das wissen, wenn du das nicht möchtest. Aber es ist DEINE Krankheit und wenn es dir hilft damit umzugehen, und du denkst, dass das für dich und deine Beziehungen (zu deinem Freund, deinen Freunden, etc.) wichtig ist und du dich mitteilen möchtest, dann mach das!

Bei psychischen Krankheiten ist der Auslöser nicht selten in der Familie zu finden. Ich kenne deine Geschichte nicht, wieso du Depressionen bekommen hast, aber ich kann mir vorstellen, dass deine Mutter Angst hat, dass die Leute denken, dass sie Schuld daran habe.

Das rechtfertigt ihr verhalten jedoch nicht. Es ist wichtig dazu zu stehen und sollte kein Tabu-Thema sein. Du hast ein Recht es den wichtigen Menschen in deinem Leben zu sagen.

Oben hast du schon etwas, wie ich finde, sehr wichtiges angesprochen. Und zwar, dass deine Freunde dann merken dass du nicht kannst (aus gesundheitlichen Gründen) und nicht, dass du einfach "nur keinen Bock hast". Das wird auch deine Beziehung zu deinem Freund sehr wahrscheinlich entlasten, da er dann Bescheid weiß, Rücksicht nehmen kann und weiß, dass es nichts mit ihm zu tun hat, falls du wieder ein Tief hast.

Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig weiterhelfen. Und ganz wichtig: Mach das was du für richtig hältst, und nicht das, was andere von dir erwarten. Falls mal eine negative Rückmeldung kommt, dann weißt du, dass diese Leute einfach einen zu geringen Horizont haben, um das zu verstehen.

Liebe Grüße 

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Kommentar von JACE5
12.07.2017, 21:58

Vielen Dank für diese ausführliche Antwort. Das hilft mir sie zu verstehen und auch mitmeine Freunden ohne Schuldgefühle zu haben darüber zu sprechen.

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Guten Abend :)

Für Angehörige, insbesondere für Eltern, ist es oftmals nicht einfach mit solch einer Erkrankung umzugehen. Viele haben Schuldgefühle, da sie denken etwas in der Erziehung falsch gemacht zu haben.

Für dich selbst - und das hast du ja auch sehr gut erkannt - ist es aber wichtig mit anderen darüber zu reden und auch offen damit umzugehen.

Ich denke zunächst wäre es gut gemeinsam, wenn du das denn willst, mit deiner Mutter ein Gespräch bei einer Psychologin zu suchen, wo ihr beide mehr über die Krankheit erfahren könnt und auch wie ihr damit am besten umgehen sollt.

Damit du mit dieser Krankheit leben kannst und dich wieder glücklich und gesund fühlst, muss eine Strategie gefunden werden, die DIR hilft und das muss deine Mutter auch lernen. Es ist also dein gutes Recht mit deinen Freunden, über DEINE Probleme zu reden und wenn dies wirklich Freunde sind, werden sie auch zu dir halten.

Kommunikation ist das aller wichtigste.

Ich wünsche dir viel Erfolg und ganz viel Kraft in deinem weiteren Leben

LG :)

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Kommentar von JACE5
12.07.2017, 22:01

Vielen Dank für die Antwort. Ich werde demnächst mit meiner Mutter zur Psychologin gehen, nachdem ich dort schon alleine war und sie meinte, ich solle meine Mutter das nächste Mal mitbringen. Hoffentlich wird das ihr mehr Klarheit bringen. Danke für deine Wünsche.

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