Ist meine Vorstellung von der Börse richtig?

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9 Antworten

Grundsatz für den Börsenhandel mit Profit: buy low, sell high.

Das Problem ist jetzt nur, herauszufinden wann low ist und wann high ist. Grundsätzlich ist deine Überlegung richtig, zu kaufen, wenn die Aktien gefallen sind. Wer sagt dir aber, dass sie nicht noch weiter fallen, vielleicht ins Bodenlose? Wie lange geht's bis sie sich wieder erholen? 1 Jahr? 2 Jahre? 5 Jahre? oder länger?

Hast du soviel Geduld, auch wenn sie zwischenzeitlich noch weiter sinken?

Erholen sich die Aktien überhaupt wieder? Schon grosse Firmen sind letztlich untergegangen (Bsp. Swissair), andere konnten nur mit Staatshilfe gerettet werden (UBS Bank), wieder andere haben zwar ihre Krisen bisher selbst gemeistert (CS Bank). Deren Aktien dümpeln aber im Keller vor sich hin.

Dann kommt dazu, dass wenn sie steigen, herauszufinden, wann der richtige Zeitpunkt ist zu verkaufen. Da kommt dann die Gier ins Spiel, so nach dem Motto: warten wir noch ein paar Tage, die gehen noch höher. Vielleicht stürzen sie aber dann wieder ab. Und dann verkaufst du in Panik, weil du Angst hast, dass sie noch weiter fallen.

Schwierig wird es eben auch, kühl zu überlegen, wenn du dein eigenes Geld inverstiert hast. Da handelst du nicht mehr rational.

Generell kann man allerdings sagen: wenn die Leute im Bus davon reden, in Aktien zu investieren, ist es bereits zu spät. Dann steht der Crash in der Regel kurz bevor.

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Im Grundsatz ist diese Annahme schon richtig. Sie hat nur ein paar kleine Schönheitsfehler. 

Zum Einen weisst du nicht, ob das was bisher vom Skandal bekannt ist und was bisher an Schäden für das Unternehmen erkennbar ist, alles ist oder nur die Spitze des Eisberges. Kommen da noch mehr Sachen ans Tageslicht und gibt es noch mehr Klagen gegen VW, dann wird der Kurs weiter sinken und du machst Verluste. 

Weiter weisst du auch nicht, wie dick die Kapitaldecke von VW tatsächlich ist und ob VW eine Kapitalerhöhung braucht. Auch das würde den Kurs weiter belasten und für dich zunächst mal Verluste bedeuten. 

Der Skandal und seine Kosten blockieren ja jetzt schon viele Investitionen. Sie sich das auf die weitere Entwicklung des Konzerns auswirkt, ist aus der heutigen Sicht schwer abzusehen. 

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An der Börse wird Zukunft gehandelt.

Ich lege mir nur solche Aktien ins Depot, von denen ich meine, dass die Unternehmen

- vermutlich auch weiterhin beständige, möglichst steigende Gewinne schreiben,

- einen günstigen Cashflowtrend aufweisen,

- eine hohe Marktkapitaliserung und Streubesitz aufweisen

- möglichst viele Indeszugehörigkeiten aufweisen

- ein möglichst geringes KVG und Kurs-Buchwertverhältnis branchen und regionalbezogen haben

- das Marktumfeld günstig erscheint oder sich vermutlich günstig entwickelt

Das aktuelle Kursgedöns interessiert mich dabei nur sekundär.

Günter

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Eine alte Börsenregel lautet: Never catch a falling knife!

Du gehst davon aus, dass sich eine Gesellschaft schnell von einem Skandal erholt. Schau dir die Aktie der Deutschen Bank an. Sie steckt seit 10 Jahren im Skandal um amerikanische Hypotheken fest. Die Aktie hat seither mehr als 90% verloren. Eine positives Ende ist nicht absehbar.

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Im Grunde genommen hast Du Recht. Man kann heute kaufen und in 2 oder 3 Jahren mit enormen Gewinn wieder verkaufen. Ich denke in ein paar Jahren ist die Sache mit dem Skandal wieder vergessen. 

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Das habe ich bei VW genauso gemacht, am Anfang des Jahres, und dann nach 3 Wochen bei 115% des Einkaufswertes wieder verkauft.

Das funktioniert aber nicht immer gut. Beispielsweise gab es einen ähnliches Skandal bei Mitsubishi, bei dem die Verbrauchsangaben gefälscht worden sind: Der Kurs ist vom 19. zum 24. April um ca. 50% gefallen, und ist auch jetzt noch fast genauso tief. Das kann natürlich eine Vielzahl von Gründen haben, auch beispielsweise im Zusammenhang mit der Rettung durch Nissan, dessen Folgen ich nicht abschätzen kann.

Für dein Börsenspiel dürfte VW nicht allzuviel bringen, da der Kurs nicht so stark schwankt, als dass du damit das Spiel gewinnen könntest.

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Ja. Eigentlich schon. Aber das große Problem ist, dass du dir nicht sicher sein kannst ob der Kurs noch weiter fällt oder ob er schon den tiefpunkt erreicht hat und wieder steigt.

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So einen Skandal wie bei VW, gibt es nicht so oft. VW hat sich nicht erholt.

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Da das Planspiel nur über einen geringeren Zeitraum geht, nicht sofort zuschlagen sondern erstmal beobachten ob es weiter sinkt. So hatten wir es gemacht und es hat geklappt. :)

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