Ist meine fristlose Kündigung wirksam?

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4 Antworten

Grundsätzlich ist deine Kündigung erst einmal wirksam, weil sie von dir schriftlich ausgesprochen worden ist und in den Bestimmungsbereich des Arbeitgebers gelangt ist.

Eigentlich hättest du den Grund für deine außerordentliche Kündigung angeben müssen, denn eine solche ist nur zulässig, wenn der einen Vertragspartei (in diesem Fall: dir) nicht zugemutet werden kann, das Arbeitsverhältnis fortzuführen.

Sinnvoll sind in jedem Fall von Kündigung und arbeitsrechtlichen Streitigkeiten immer Zeugen. Also einen Zeugen, der die "falsche Ratte" gehört hat und evtl. einen Zeugen, der die Zustellung der Kündigung (nichts anderes ist der Einwurf in den Briefkasten) bezeugen kann.

Aber trotzdem ist noch kein Schaden entstanden. Du schreibst die Kündigung einfach noch einmal, und zwar mit der Angabe des Grundes, nämlich der Beleidigung und übergibst sie deinem Chef oder der Personalabteilung gegen Unterschrift. Sollte die üble Bemerkung in Gegenwart von Kollegen gefallen sein, hast du erstens kein Problem mit den Zeugen und zweitens kannst du dir sogar rechtliche Schritte (Strafanzeige wegen Beleidigung) vorbehalten.

Gleichzeitig forderst du ein qualifiziertes Arbeitszeugnis an. Das muss dir gegeben werden. Es wird in deinem Fall nicht sehr schön aussehen, aber du generierst wenigstens unangenehme Arbeit damit.

Übrigens: Auch einem Minijob ohne schriftliche Fixierung liegt ein Arbeitsvertrag zugrunde. Wahrscheinlich war dir noch nicht einmal klar, dass du auch im Minijob Anspruch auf Lohnfortzahlung und auf bezahlten Urlaub hast. Deswegen; in deiner Zweitfassung der Kündigung unbedingt Urlaubsabgeltung für nicht genommenen Urlaub einfordern.

Du kannst deinen Ex-Chef schon noch ganz schön ärgern.

Bei einer außerordentlichen (fristlosen) Kündigung musst einen Grund angeben. Dieser könnte aber auch "aus persönlichen Gründen" oder "wegen innerbetrieblichen Spannungen" lauten.

Du soltest dir diesen Link einmal in Ruhe durchlesen! Es ist nie gut, spontan zu reagieren und sofort fristlos zu kündigen. Für solche Entscheidungen ist es ratsam, zumindest eine Nacht darüber nachzudenken, WIE man richtig kündigt, ohne das ganze Klima noch mehr anzuheizen.

Alles Gute!

LittleLolly96 27.02.2017, 17:47

Er hat uns unterstellt zu klauen und uns wüst beschimpft, da werde ich sicher nicht weiter arbeiten. 

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ZuumZuum 27.02.2017, 18:32
@LittleLolly96

Da würde ich einen Anwalt einschalten und dem noch heftig eine mitgeben von wegen Verleumdung und Beleidigung. Wichtig ist aber das Du für alle Vorfälle Zeugen oder andere gerichtsverwertbare Beweise hast.

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tinalisatina 27.02.2017, 18:43
@ZuumZuum

#zuumzuum: Auf was soll er klagen? Wiedereinstellung? Wohl kaum. Abfindung? Wird auch nichts werden. Beleidigung? Hm, ja, könnte sein, wohl aber eher nicht. Ein Anwalt würde hier eher viel Geld kosten, mehr nicht.

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Was immer ihr sonst geschrieben steht, in der außerordentlichen Kündigung selbst musstest du keinen Grund angeben. Deine Kündigung ist von den beschriebenen Formalien her o. k. Theoretisch kannst jetzt überlegen noch Gehaltsansprüche bis zum Ablauf der ordentlichen Kündigungsfrist geltend zu machen. Der Arbeitgeber wird wahrscheinlich nicht freiwillig zahlen und im Rahmen des sich anschließenden arbeitsgerichtlichen Verfahrens müsstest du zu dem wichtigen Grund, der Voraussetzung für eine außerordentliche Kündigung ist, vortragen.

Jetziger Zustand: Das Deine Kündigung kein Grund bezeichnet ist erst einmal kein Problem und führt auch nicht zu einer irgendwie gearteten Form Unwirksamkeit. Ich füge dir noch mal ein Link bei mit einigen Detail Fragen

http://www.kanzlei-mudter.de/eigenkuendigung.html

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