Ist meine Befassung normal?

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4 Antworten

Guten Tag , kleiner (junger!) Mensch !


Voll normal , aber angesichts des Abstands der Zeit , für jemanden deiner Generation ein doch recht außergewöhnlicher Zeitvertreib und recht selten. 

Schaden tut's nicht, sich für Geschichte zu interessieren. 

Ich z.B. habe, dank meiner sehr jungen Mutter noch meine Urgroßeltern mütterlicherseits kennenlernen dürfen (ca 1895-1898 geboren ... Stichwort erster Weltkrieg) von denen starb der letzte als ich gerade 12 1/2 war. Und sie und Ihre Kinder (also die Generation meiner Großeltern und Großonkels/-Tanten, die dann im Zweiten Weltkrieg waren) haben mich mit großgezogen. Hier im Nachkriegs-Deutschland.

Bei mir ging's als ich so neun, zehn Jahre alt war mit dem Interesse für den Zweiten Weltkrieg erst richtig los ! 

Das lag an einem Buch über Flugzeuge aus unserer Schulbücherei wo eine Fliegende Festung als Schnittzeichnung gezeigt wurde. Als ich dann noch im örtlichen  Edeka-Laden im Buchständer nahe der Kasse das -weil vom Einband her-  sehr auffallende passende Buch 'Die Himmelhunde' von Clive Gilman (Knaur-Verlag) entdeckte und es dann von einem väterlichen Freund (Jg 1925), der selbst als Matrose auf der 'Admiral Hipper' das Unglück mit der 'Wilhelm Gustloff' aus direkter Nähe miterlebt hatte gekauft bekam, war's endgültig um mich geschehen. Ich fing an Modellbau mit Bezug auf diese Zeit zu meinem Hobby zu machen und Bücher zu sammeln/verschlingen. Und mich für Geschichte im 20. Jhd mehr denn je zu interessieren.

Ich war z.B. auch auf Flugtagen und habe mit damaligen Piloten beider Seiten Kontakt bekommen. Habe auch die Alten meines Dorfes befragt und alles in mich aufgesogen, während ich ihnen im Garten oder auf dem Acker half oder sie einfach nur so besuchte.

So begann das vor bald vierzig Jahren. Damals lebten noch die ganzen Zeitzeugen, die damals im Krieg schon älter bzw. bereits Erwachsen waren. 

Heute ist ja ein Zeitzeuge, der bei Kriegsende so alt war wie du jetzt, bereits auch schon 85 Jahre alt . Das schmälert leider die Möglichkeiten noch was aus erster Hand zu erfahren sehr.

Nun weiß ich natürlich nicht welcher Bereich des Zweiten Weltkriegs dich besonders reizt, und eventuell ergibt sich das ja erst noch...

Aber es gibt viele interessante Bereiche die man beleuchten kann , und vielen geht nahtlos ineinender über :

Ob es das Leid der Zivilbevölkerung der besetzten Länder ist (Luftkrieg, Flucht und Vertreibung auf allen Seiten, auch in Asien)

Die Geschichte der Konzentrations- und Vernichtungslager (und derer die sie am laufen hielten bzw andere dazu zwangen alles am Laufen zu halten) 

Die Rolle der Kirchen/ Religionen und ihrer Führer in dieser Zeit, die auf allen Seiten die Waffen und Soldaten gesegnet haben während sie alle zu ein und demselben Gott um den Segen /Sieg gebetet haben - oder das zumindest vorgaben(Stichwort: Feldgeistliche aller Seiten). Und auch nicht selten die eigenen Glaubensbrüder fallen ließen, oder gleich ans Messer lieferten wenn sie sich -aus Gewissensgründen- dagegen entschieden so unchristlich zu handeln wie's damals üblich war und nicht am Krieg und allem was dazu beitrug zu beteiligen. 

Oder Technik und Ausrüstung der jeweiligen Armeen , 

Die Einsatztaktik und die Verläufe von Kampfhandlungen 

aber ein kleiner Tipp : 

Wenn dich das Thema wirklich interessiert, dann lege dir 'antiquarische' Bücher zu, die noch von denen geschrieben wurden die dabei waren. Auch Historiker aus dieser Generation. Dann bekommst Du ein Gefühl dafür, was die Leute im Alltag beschäftigt hat. Dasselbe gilt auch für Private Briefe aus dieser Zeit. 


Ihr Jungen heute habt da dank Internet(t) ja unglaubliche Möglichkeiten, was das Erschließen von (neuen) Quellen betrifft. Das war für meine Generation weitaus mühseeliger und auch teurer. 

Und noch was : angesichts der heutigen Zeiten ist's auch nicht verkehrt sich über die Ursache und die Wirkung von Geschichte eigene , unvoreingenommene Gedanken zu machen. Das verflacht heute leider immer mehr.... Auf allen Seiten . 


Ich weiß, da mag evtl nicht die Art der Antwort gewesen sein die Du erwartet hast, jedoch eine Zeitnahe , umfassende aber längst nicht vollständige .


Viel Spaß und Erfolg. Und gaaanz wichtig :

 laß deine Eltern immer gerne wissen womit du dich befasst , denn das wird Ihnen helfen, dich besser zu verstehen und auch kennenzulernen !

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DasGewehr 22.04.2017, 22:38

Danke für den langen Kommentar

Ich habe mit Panzern angefangen in der 3 Klasse,zuerst mit den Deutschen dann mit den Sowjetischen und dann mit den Französischen den Brittischen  und den Amerikanischen,nachdem ich alles über Panzer wusste,habe ich mich mit der Infanterie der Sowjetunion und den restlichen Einheiten befasst.Natürlich habe ich mich erstmal mit einigen Dokus über den kompletten 2.Weltkrieg informiert 

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Mach dir keine Gedanken. Normal sein ist ein Scheinglaube. Und ob du normal bist, oder nicht, definiert sich nicht durch deine Interessen. Und auch nicht darüber, ob sich andere auch dafür interessieren. 

Normal ist, wenn du dich nicht von der Gesellschaft verbiegen lässt, aber dich integrieren kannst.

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Es ist normal, jeder hat seine eigenen Interessen und manche sind halt etwas ungewöhnlich, aber nicht schlimm. Lg :)

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Jedenfalls gar nichts gegen einzuwenden, Mädchen kommen später

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