Ist mein Wunsch Vater werden zu wollen, egoistisch?

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Ja, Fortpflanzung hat gewisse egoistische Elemente. Jedes Lebewesen will seine eigenen Gene weitergeben. Ohne diese Form des Egoismus würde es aber halt auch nicht gehen, weil dann ja z.B. bei diversen Spezies keinerlei Kämpfe um das Weibchen stattfinden würden, wenn jedes Männchen sich denken würde "Ach, passt schon, Kumpel, mach du mal!" und dadurch eben kein Überleben der Stärksten stattfinden würde ;).

Ansonsten, abgesehen von diesem instinktgesteuerten Verhalten und unter dem Aspekt, dass der Mensch sich ja gern als vernunftsbegabtes Wesen sieht: ja, deine Gedankengänge sind durchaus richtig! Es herrscht Überbevölkerung, Klimawandel, Umweltzerstörung. Gerade glücklich in reichen Industrienationen aufwachsene Kinder haben im Laufe ihres Lebens einen enormen Ressourcenverbrauch. Für die eigene Klimabilanz ist hierzulande also wenig so förderlich wie der Verzicht auf eigene Kinder ;).

Zudem sollte man auch durchaus mal überlegen, ob, solang wir die Sache mit dem Klima nicht in den Griff bekommen, dieses Kind wirklich in eine Welt geboren werden würde, in der es leben kann und möchte...

Unter'm Strich bleibt aber halt doch, dass auch der Mensch zu den eingangs erwähnten Lebewesen gehört und der Instinkt, seine eigenen Gene weitergeben zu wollen, einfach ein extrem starker ist. Und dass für viele Menschen eigene Kinder tatsächlich ein ganz großes Glück bedeuten. Und auch, wenn ich selbst diesen Wunsch in mir nicht verspüre, kann ich das anderen problemlos zugestehen und völlig akzeptieren, wenn sie dann auch in diesem Punkt es halt einfach "trotzdem" tun :). Schließlich sorgt dieser Wunsch, wenn er vorhanden ist und unerfüllt bleibt, auch für sehr, sehr traurige Menschen...

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Vielen herzlichen Dank für deine umfangreiche Antwort!

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Ja, aber ganz natürlich. DAs ist schon ok.

das leuchtende Kinder Augen mich voller Freude, eines Tages, strahlend anlächeln und mich liebevoll "Papa" nennen

kann passieren. Es kann aber auch passieren, dass die Kinderaugen vor Wut leuchten, weil der Alte wieder mal nervt.

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Hehe... ja das ganz sicher... aber hauptsache es bleibt dabei gnadenlos ehrlich und das liebe ich so an Kindern ;)

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Natürlich ist ein Kinderwunsch auch ein Stück weit egoistisch. Wenn es einem selbst nichts bringen würde, man daran keine Erwartungen knüpfen könnte, wäre die Motivation Kinder in die Welt zu setzen, bei vielen Menschen gleich Null.

Aber andererseits, ist ein Kind zu haben, groß zuziehen und zu lieben, auch eine der selbstlosesten Aufgaben die es gibt.

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Ja, so betrachte ich es auch ;)

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Warum ist ein Mensch, der einen anderen liebt, so egoistisch?

Hallo,

Ich habe mir heute ein paar Gedanken zu dem Thema gemacht. Ich glaube, ich bin verliebt in jemanden, eigentlich was gutes, mir geht es aber gleichzeitig total schlecht, ich bin total niedergeschlagen und ein emotionales Wrack, weil ich zu 100 % weiß, dass es für immer unerfüllte Liebe bleiben wird und ich diesen Mensch nie an meiner Seite haben werde.

Dann habe ich mich gefragt, wieso ich deswegen eigentlich so niedergeschlagen bin? Okay, ich muss mich mit der Tatsache abfinden, dass der Wunsch, mit ihm zusammen zu sein, unerreichbar bleiben wird, aber sollte Liebe nicht anders laufen? Ich meine, sollte man nicht denken: Solange die Person, die ich liebe, glücklich ist, ist es egal, ob sie mit mir zusammen ist bzw. meine Liebe erwidert? Immer wird davon geredet, dass Liebe bedeutet, jemand anderen mehr zu lieben als sich selbst, aber irgendwie scheint mir Liebe doch ganz schön egoistisch zu sein, nicht wahr? Man will irgendwie unbedingt besitzen und den Mensch für sich allein haben. Ist das wirklich das Ziel von Liebe bzw. das, was sie ausmacht?? So ein Egoismus: Ich brauch Dich, ich will Dich, Du darfst keine anderen Götter neben mir haben - so in etwa?

Ich bin total verwirrt, ich würde es wirklich gerne verstehen.

Müsste es mir nicht eigentlich total gut gehen? Sollte ich mich nicht freuen, dass ich jemanden gefunden habe, den ich lieben kann, auch wenn ich nicht mit ihm zusammen kommen werde? Sollte ich meinen Egoismus nicht zurückschrauben und es damit einfach gut sein lassen?

Ich will versuchen damit klar zu kommen, indem ich es so sehe, dass Liebe einfach nicht das sein sollte, wozu ich sie gerade mache (dem Bedürfnis zu besitzen).

Aber habt ihr vllt Tipps, wie ich mit der Situation zurecht kommen kann und könnt ihr mir erklären, inwiefern Egoismus bei Liebe eine Rolle spielt / spielen sollte??

Liebe Grüße

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