Ist man ohne Glauben wirklich verloren?

47 Antworten

Philosophen und Wissenschaftler die gottlos waren und Erfolge in ihrem Leben hatten, gab und gibt es mannigfach, z.B. Stephen Hawking, La Place, David Hume, Nietzsche usw.

"an was glaubt ihr dann?" Ich glaube generell nicht gerne, ich weiß lieber, aber in der Wissenschaft ist falsifizieren das Einzige, was wir tun können. Deshalb glaube ich z.B., dass durch ein Quantenvakuum dieses und mehrere Universen entstanden sind. Das weiß ich natürlich nicht, aber ich glaube es ja auch schließlich. An Figuren wie Satan und Gott glaube ich allerdings nicht und das brauche ich auch nicht um glücklich zu sein :)

Dieser Ansicht nach wären die meisten Menschen "verloren", denn Glaube ist künstlich. Kein Mensch kommt mit Glauben auf die Welt, sondern ist erstmal Atheist (= ohne Gott(glauben)). Erst wenn ihm jemand ein Glaubensmodell beibringt, kann er es annehmen.

Religiöser Glaube ist ein starres Konzept, dass zum einen die Lehren/Gesetze einer Religion beinhaltet und diese mit Hilfe von erfundenen Geschichten und Wesen den Menschen vermitteln soll. Es ist ein PRODUKT von Religion.

Persönlicher Glaube ergänzt dies meist. Dabei handelt es sich um die individuelle Fantasie, mit der man sich die im Glaubenskonzept geschilderten Dinge auf eigene Art vorstellt.

In ausgeprägter Form ist Persönlicher Glaube als "für wahr halten von Dingen, die sich nicht beweisen lassen" zu definieren.

Beispiele:

"Ich habe den sunnitischen Glauben" = Religiöser Glaube = Annahme des vorgefertigten Konzepts der sunnitischen Religion

"Ich glaube das Gott existiert" = Persönlicher Glaube = Der Überzeugung sein, dass es einen Gott gibt, unabhängig von der Religionszugehörigkeit.

Anders gesagt: Wenn ich der Überzeugung bin, dass es IRGENDEINEN Gott gibt, ohne das ich mich zu großen Teilen zu einer BESTIMMTEN Religion bekenne, ist es persönlicher Glaube.

Bin ich der Überzeugung, dass ein BESTIMMTER Gott real ist und halte ich mich zu großen Teilen an die Regeln etc. dieser BESTIMMTEN Religion, ist es religiöser Glaube.

Beide Glaubensarten sind weder Vorteilhaft für den Menschen noch unbedingt notwendig. Im Gegenteil, sie lenken von der Realität ab. Im schlimmsten Fall erzeugen sie Feindbilder, Intoleranz, Rassismus und andere Dinge.

Religiöser Glaube wurde geschaffen, um Menschen zu manipulieren. Aus einer Gruppe / einem Volk sollte damit eine homogene, leicht zu regierende Masse geformt werden. Heute ist derartiges weder notwendig noch sinnvoll.

Persönlicher Glaube ist ebenfalls zum größten Teil negativ. Etwas für richtig zu halten, ohne einen Beweis zu haben, und darauf dann vielleicht sogar noch seinen Lebenswandel ausrichtet, kann nicht "erfolgreich" sein.

Statt dessen sollte man lieber ehrlich sein und zugeben, dass man vieles einfach nicht weiß und wissen kann. Glaube ist unehrlich!

Wenn man sagt: "Ich glaube an Gott", heißt das eigentlich: "Ich weiß zwar nicht ob es einen Gott gibt, aber behaupte einfach mal es wäre so"

Dann glaube ich nicht an Gott.

Entschuldige bitte. Ich weis um Gott!

Aber keine Glaubensdiskussion hier.

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@Bibadchoia

Über Glauben diskutiere ich auch nicht, sondern höchstens um Realitäten.

Deine Aussage "Ich weiß um Gott" ist de facto falsch. Das würde nämlich bedeuten, du hättest Beweise dafür, dass es einen Gott gibt und des Weiteren, dass es genau der ist, den du meinst. Damit wärst du der erste Mensch mit einem solchen Beweis und ständest in der Beweispflicht.

Solltest du einen solchen Beweis haben, bitte ich freundlichst darum, ihn mit uns hier zu teilen. Kannst du das nicht, ist es einfach nur Glauben und mehr nicht.

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Ich glaube nicht. Es gibt Dinge die ich weiß, die ich überprüfen kann und Dinge, die ich nicht wissen kann. Bei letzteren bin ich so ehrlich weder mir noch anderen Einzureden es zu wissen. So muß ich nichts glauben.

Ich habe eine super Ausbildung, einen guten Job der Spaß macht und Geld bringt, Frau, Kinder, Vereine in denen ich mich Engagiere und Hobbys die Spaß machen.

Was ist für dich Erfolg?

Im Koran steht dass Menschen also üble Menschen am meisten Erfolg im Leben haben und gute und gläubige meistens belastbares Leben haben und viele Prüfungen (Armut...)

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@Anonymuser20148

Ja, in der Bibel findet man ähnliche Stellen. Mit sowas hat zum Beispiel Luther argumentiert als die Bauern damals einen Aufstand anfingen weil ihre Kinder verhungert sind und sie alle gelitten haben. Das wäre eben eine Prüfung Gottes und es würde eine danach um so besser gehen und das sogar ewig und nicht nur für dieses kurze Leben.

Klingt für mich nach einer Ausrede der Mächtigen, damit die armen, leidenden sich in Ihr Schicksal fügen und nach einer Ausrede nichts in der Welt zu verändern, denn das ist so gewollt. Sowas finde ich immer schade, denn wir haben genug Probleme die wir ändern können aber ich weiß, das zum Glück nicht alle Gläubigen so denken...

Kannst Du dir wirklich einen Gott vorstellen, der sagt "Du hast deine Prüfungen gut gemeistert, deine Kinder gut Versorgt und immer auch an die Menschen um dich herum gedacht und deinen Verstand benutzt, aber weil Du nicht an ich glaubst geht es ab in die Hölle zu all den Bösen Menschen"? Sollte es einen Gott geben und wäre der wirklich so drauf... dann ist die Hölle randvoll it sehr guten, netten, lieben Menschen, die nur zufällig an den falschen Gott oder keinen Gott geglaubt haben. Da würde ich dann auch gern hingehen, bitte.

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Ich glaube an andere Götter. Religion ist jedoch für mich nicht so wichtig. Ich lebe lieber als Individuum als mir etwas von einem uralten Buch vorschreiben zu lassen. Ich denke, meinen Erfolg im Leben kann man als normal bezeichnen.

Welcher Glaube recht hat, kann keiner sagen. Jeder Glaube sagt, er wäre der einzige richtige. Welcher recht hat, erfahren wir wohl erst nach dem Tod, wenn überhaupt.

Ich bin bestenfalls halb gläubig.

Allerdings...

Nehmen wir mal an, es gäbe einen Gott, der mir das zum Vorwurf macht. Weil er / sie nur auf bedingslos ergebene Teile steht. Die nicht mal den Mut zum Zweifel haben.

Nehmen wir weiter an, ich käme eines Tages in dessen Himmel / Paradies usw. Und dort sind dann nur Teile, wie sie diesem Gott voll in den Kram passen.

Ehrlich gesagt: Ich würde mich dort sehr unwohl fühlen.

Das ewige Leben in der Nähe so eines Gottes wäre der Horror für mich.

Ich tippe darauf, dass ich bei der Konkurrenz wohlen fühlen würde.

Meine persönliche Lösung des Problems: MEIN Gott ist Liebe.

Er / sie / es (okay, ist Schwachsinn, Gott in geschlechtliche Schubladen einordnen zu wollen) mag mich. Wie ich bin. Und dich. Und alle anderen Menschen. Tiere sicher auch.

Wenn ich irgendwann Gott gegenüberstehen werde, wird Gott mir in die Augen schauen.

Ich werde peilen, dass ich auch viel Mist in meinem Leben gemacht habe. Und das schmerzhaft bereuen.

Dann wird Gott mich anlächeln. Und was sagen wie: "Menschen machen Fehler."

Gott wird mich umarmen. Und mich ohne jeden Vorbehalt akzeptieren.

Dich auch. Und jeden anderen Menschen ebenfalls.

Mein persönlicher Gott ist so drauf.

Kein strafender Gott.

Jetzt mal zwei Zitate aus der Bibel:

"Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt; denn Gott ist Liebe." (1. Johannes 4)

"Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig. Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf. Sie handelt nicht ungehörig, sucht nicht ihren Vorteil, lässt sich nicht zum Zorn reizen, trägt das Böse nicht nach. Sie freut sich nicht über das Unrecht, sondern freut sich an der Wahrheit. Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand. Die Liebe hört niemals auf." (1. Korinther 13)

Was sonst noch in der Bibel steht, ist in meinen Augen überflüssig. Oder ätzend.

Ich habe keine Angst vor Gott.

Ich versuche Böses zu vermeiden, weil ich mir selbst am Spiegel in die Augen schauen können und mir selbst sagen möchte:

"Okay, vielleicht nicht die Schönste. Und echt nicht perfekt. Aber menschlich. Und halbwegs anständig. Vor dir (= mir) muss ich mich nicht ekeln. Dir (= mir) mag ich morgen gerne wieder in die Augen sehen. Mit dir (= mir) fühle ich mich wohl."

Falls irgendein Gott damit nicht klar kommt...

Dann ist das echt nicht mein Gott. Und ich verzichte sehr bewusst und sehr gerne darauf, die Ewigkeit an der Seite so eines kranken Teils zu verbringen.

***

Glaube ist irgendwie vergleichbar mit Nahrung.

Wer nichts zu essen hat, wird auch kaum erfolgreich sein.

Wer psychotrope Pilze isst, kann sich aber wenigstens einbilden, satt und glücklich zu sein.

Dass Menschen elendlich krepieren, weil sie ganz real nichts zu essen haben...

Dass andere Menschen elendlich krepieren, weil irgendwelche FanatikerInnen glauben, dass die Teile halt einfach krepieren müssen, weil sie ihren perversen Fehlglauben nicht teilen wollen...

Und ein KLARES NEIN:

Ich schimpfe nicht gegen den Islam.

Ich schimpfe gegen Intoleranz und die Verachtung anderer Menschen.

Das lässt sich leider mit ziemlich jeder heiligen Schrift irgendwie recht gut rechtfertigen.

Der viel beschworene "Clash of Civilizations" (Kampf der Kulturen) verläuft nicht echt zwischen den Religionen. Sondern in jeder von ihnen. In jedem Menschen...

Es ist der innermenschliche Kampf um die Kompetenz, andere Menschen als gleichwertige Menschen zu akzeptieren.

Grüße,

Tanja

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