Ist man nicht selbst Schuld, wenn man sich einen Beruf aussucht bei dem nur eine sehr kleine Rente zu erwarten ist, oder müßte da die Politik was ändern?

8 Antworten

Das Thema ist mMn etwas umfangreicher.

  1. Ja jeder kann und sollte weiterhin nach Interesse einen Job aussuchen können
  2. JA es it ok wenn Jobs unterschiedlich bezahlt werden insbesondere wenn man Qualifizierte Tätigenkeiten mit solchen vergleicht für die keine Ausbildung o.ä. erforderlich ist
  3. Nein es ist nicht ok wenn eine Tätigkeit die eine Ausbildung voraussetzt auf Mindestlohn bezahlt wird. Wer etwas gelernt hat und in seinem Bereich arbeitet sollte über den Mindestlohn hinaus wertgeschätzt werden.
  4. Nein es ist nicht ok das das Rentenniveau bei einigen nicht mal mehr zur Existenzsicherung reicht.

In Summe:

Es ist ok wenn man im einen Job mehr Rentenpunkte erwirtschaftet als im anderen und es ist ok wenn die verantwortung dafür welchen Job und damit indirekt wie viele Rentenpunkte man später hat beim AN liegt. Aber es ist nicht ok das die Rentenpunkte eines ganzen Lebens (40+ Jahre) einem keine Rente deutlich über Grundsicherung beschehrt.

Wenn ein Florist z.b. in 40+ JAhren nur 35 Rentenpunke (fiktiv) zusammen bekommen kann dann müssen diese 35 Rentenpunte ausreichend sein damit in der Rente keine massiven Einbußen bei der Lebensqualität zu erwarten sind. Genauso wenn der Mechaniker 48 (fiktiv) Rentenpunkte hat und der Bankkaufmann 51 (fiktiv).

Ob und wie das finanzierbar ist ist leider das Problem dabei.

Hallo albatroz1102,

dass man egal aus welchem sozialen Umfeld stammt vom Tellerwäscher zum Millionär werden kann, ist schlichtweg ein Mythos und nicht die Realität.

Außerdem müssen auch Berufe mit geringerem Einkommen vergeben werden. Ansonsten funktioniert unser System nicht.

Deswegen muss die Politik hier tätig werden. Die Reichen für ihr Vermögen stärker zur Kasse bitten und die Rentner:innen mit geringem Einkommen eine höhere Grundrente auszahlen.

Unser Rentensystem ist kurzfristig sowieso dem Tode geweiht.

emesvau

Woher ich das weiß:Hobby – Aktiver Demoteilnehmer / Politikinteressiert

Man ist selbst schuld. Völlig korrekt. Wer die wichtigen Faktoren eines Berufes außer Acht lässt, ist selbst schuld. Man könnte auch sagen, es ist unsolidarisch, wenn jemand sein Sturkopf durchsetzt, um Pädagogik zu studieren. Eine Berufsgruppe die völlig überlaufen ist. Jene Personen finden oft keine Arbeit, das muss die Gesellschaft ausgleichen. LG

Okay also Altenpfleger sind selbst Schuld dass sie ihren Beruf ausüben?

Schauen wir mal wie du darüber denkst, wenn du mal einen benötigst

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@yamat501

Altenpfleger verdienen gutes Geld.

2.744(1900-2000€ Netto) Brutto im Median ist mehr als andere mit gleich langer Ausbildung.

Schauen wir mal wie du darüber denkst, wenn du mal einen benötigst

Ich werde nicht so alt. LG

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@yamat501

Die Gehälter liegen da so um die 3300 €. Schlechter Vergleich.

Also keine Niedriglohngruppe.

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@Tonis9706

die 2.744 sind Traumvorstellungen. Real sind es oft nicht mehr als 2000 Brutto und dann 12h Akkordschichten, die Wenigsten halten das bis zur Rente durch, die Meisten sind mit Anfang 50 körperlich kaputt in dem Bereich. Mit Anfang 50 bekommt man allerdings auch nichts mehr anderes

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@HeinrichLuff

sorry aber ich kenne einige Altenpfleger und die die da mit 2000€ Netto Heim kommen sind schon über 10 Jahre im Betrieb

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@yamat501

Nein. Real ist diese Summe sehr wohl. Deine Beispiele sind offenbar die Negativbeispiele. Anekdotische Evidenzen können keinen Median widerlegen. Das Minimumgehalt von Altenpflegern liegt im öffentlichen Dienst und der Kirche bei 2800€.

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@yamat501

Das wäre dann Aufgabe des Staates, dass niemand aus einem Unternehmerverband und einem Flächentarif ausscheiden dürfte.

Wer nicht will als Unternehmer, hätte den höchsten geltenden Tarif zu zahlen.

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@yamat501

Ich schreibe von Brutto, du vom Netto.

Wenn der Staat so viele durchfüttern muss, dann muss er halt bei den Arbeitenden tief in die Tasche greifen.

Ginge auch anders.

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@HeinrichLuff

Wenn ich deine 3300€ Brutto in Netto umrechne und dabei schon Steuerklasse 1 und keine Kinderfreibeträge keine Kirchensteuer usw abziehe kommt man damit auf 2100€ Netto (Pi mal Daumen).

Ich kann mich nur wiederholen, ich kenne nun wirklich mehr als genug Altenpfleger und trotz kirchlichem Vertrag kommen die erst nach Jahren auf die 2000€. Ich kenne nur einen der mehr verdient so um die 3.000 und der arbeitet auf einer Intensivpflege wo die Kunden dann offene Wunden haben oder durchgängig schon beatmet werden usw.

Wer wirklich in dem Bereich viel verdient sind die Personen die diese Einrichtungen managen. Die machen aber nur selten einen Finger krumm sondern berechnen eher wie sie noch mehr Personal einsparen können

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Hmm es können nicht alle studieren und z.B. Anwalt werden. Es muss zwangsläufig Personen geben die auch andere Jobs ausüben. Und diese Personen haben ebenso ein Anrecht darauf von ihren Renten leben zu können.

Man kann sich nur einen Beruf "aussuchen", für den man talentiert ist.
Allerdings sollte Chancengleichheit herrschen - und da liegt einiges im Argen!

Und welchen Job man dann bekommt, ist eine andre Frage...
Zudem lässt die Förderung von Unternehmern ohne Eigenkapital oder "Sicherheiten" zu wünschen übrig.

Meiner Meinung nach wäre es allerdings Aufgabe der Politik, für faire Verhältnisse zu sorgen: angemessene Bezahlung und auskömmliche Renten.

Die Masche der Politiker, bei ansteigender Alterung der Bevölkerung den Rentensatz prozentual zu senken, ist angesichts der guten wirtschaftlichen Lage asozial.
Aber solange die Leute weiter CDU wählen, wird sich das kaum ändern...

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