Ist man jetzt als Psychologe ein Experte für psychische Erkrankungen oder nicht?

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11 Antworten

Ein Experte für psychische Erkrankungen ist der Psychiater, der ist nämlich Arzt und damit Experte für Krankheiten. Ein Psychiater ist genau genommen sogar ein Facharzt, nämlich ein solcher für Psychiatrie (und ggf. auch für Psychotherapie).

Du sagst, Du willst den Menschen verstehen. Dann ist ein Psychologie für Dich durchaus ein empfehlenswertes Studium, Verhaltenspsychologie, Sozialpsychologie, Medienpsychologie, Gerontopsychologie, Persönlichkeitspsychologie und noch vieles mehr sind Bestandteile eines Psychologiestudiums.

Die klinische Psychologie, die sich, wie Du schon erkannt hast, mit psychischen Erkrankungen befasst, ist nur ein kleiner Teil des gesamten Studienkomplexes Psychologie. Im Psychologiestudium geht es nicht ausschließlich um psychische Erkrankungen, sondern auch um Denkweisen, Verhaltens- und Handlungsmuster, die kindliche Entwicklung unseres "Ichs", Gewissen, Gefühle, Schmerzen, Pädagogik, und so weiter und so fort.

Aber natürlich kannst Du Dich auch auf klinische Psychologie spezialisieren und dies als Schwerpunkt in Deinem Studium setzen. Dazu kannst Du Dich auf folgender Seite über Universitäten mit entsprechendem Angebot informieren:

http://www.psychologie-studieren.de/schwerpunkt-klinische-psychologie/

Aber ein Experte für Krankheiten ist und bleibt ein Arzt. Wenn Dich also Krankheiten, insbesondere psychische Krankheiten, interessieren, solltest Du auch ein Medizinstudium in Betracht ziehen.

Liebe Grüße

studier erst mal, dann kannst du immer noch entscheiden, wieviel dir das bringst und was du dann daraus machst.

das wichtigste ist erst mal,  daß du auf andere menschen zugehen kannst, vor allen dingen zuhören und einfach nur Dasein.

du könntest dir ja in der altenpflege Erfahrung holen

Du machst zunächst einen Bachelor in Psychologie und danach spezialisierst du dich mit einem Master. 

Das kann auch in die Therapie gehen. Allerdings gehen nur ein Fünftel der Studenten auch wirklich in die Therapie. Ein viel größerer Sektor ist die Wirtschaft mit Unternehmensberatung, Mediengestaltung und so weiter.

Ja, und wenn ich mich im Master auf klinische Psychologie spezialisiere, bin ich dann nach dem Studium ein Experte für psychische Erkrankungen?

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Es ist in der Tat nur ein Bestandteil unter mehreren und nicht mal der grösste.

Die "klinische Psychologie" ist eine Ansammlung von Stoff, den die Psychologie eigentlich gar nicht selbst entwickelt, sondern von den Psychiatern übernommen hat.

Die Sichtweisen, die ihr zugrunde liegen, allein schon die Einteilung von Menschen in "gesund" und "krank", anhand von moralischen bzw. recht willkürlichen Werturteilen, ist dem Rest der Psychologie eigentlich vollkommen fremd.

Denn die bewertet nicht, sie erforscht einfach nur. Und Forschung an sich ist wertfrei. Sie sucht und findet Fakten/Tatsachen. Ganz unabhängig davon, wie die von einer willkürlichen Warte zu bewerten wären.

Ein Beispiel: die Psychiatrie kennt die Bewertung von Sexualität als richtig und falsch. Sie hat z.B. bis in die 80er Jahre hinein Homosexualität als Krankheit bewertet. Und dann in den 80er Jahren gestrichen.

Mit welcher Berechtigung? Nun: mit der einer Mehrheitsabstimmung in der massgeblichen Redaktion. Und was liegt so einer Mehrheitsabstimmung zugrunde? Nun, ganz klar: eine moralische Bewertung.

Genauso bewertet sie bspw. die sexuelle Zuneigung zu Kindern, also Vorpubertät, als krankhaft.

Denkbar wäre hier analog, dass sich die Meinung ändert (wie es in der Antike ja auch normal war, Sex mit Kindern zu suchen und zu nehmen). Und dann gibt es eben wieder eine Mehrheitsabstimmung unter den massgeblichen Psychiatern.

Solche Vorgehensweisen sind in Psychologie nicht möglich. Sie stellt Untersuchungen über die faktische Realität an, z.B. mit Verhaltensexperimenten.

Und sie kann dadurch zu keiner gut-böse- oder Richtig-Falsch-Bewertung kommen. Sie könnte nur feststellen z.B. "x Prozent der Bevölkerung sind homosexuell (pädophil, tierliebend usw. etc) orientiert".

Aufgrund ihrer Arbeitsmethoden, für die sie sich Wissenschaftlichkeit auferlegt hat, ist es logischerweise unmöglich, diese Menschen zu verurteilen. Es gibt keine wissenschaftlichen Begründungen für moralische Werturteile.

Wenn Du Dich dem Weltbild von "Krankheit" und "Gesundheit" im seelischen Bereich verbunden fühlst, wäre Medizin und Psychiatrie Dir eher zu empfehlen als Psychologie.

Klinische Psychologie ist in der Tat nur ein kleiner Bereich der Psychologie und stellt im Studium ein, maximal zwei Module dar. Ansonsten hast du beispielsweise noch:

  • allgemeine Psychologie
  • Entwicklungspsychologie
  • Organisationspsychologie
  • Sozialpsychologie
  • pädagogische Psychologie
  • biologische Psychologie
  • Diagnostik (nein, das ist nicht, was du willst, sondern mehr statistische Verfahren und Datengedöns)

Du kannst zwar im Master dann oftmals den Schwerpunkt in klinische Psychologie legen, aber das ist eben auch nicht überall möglich. Vermutlich ist ein Medizinstudium mit Schwerpunkt Psychiatrie das, was du suchst.

So oder so wäre es Humbug, fünf Jahre irgendwas zu studieren, womit du später nichts anzufangen weißt. Woher willst du überhaupt das Geld nehmen? Und hast du überhaupt einen entsprechenden Abischnitt bzw. die entsprechenden Wartesemester, um überhaupt reinzukommen?

Von meinem erlernten Beruf. Und Papa ist auch manchmal ziemlich großzügig. Mein Abi ist kackke, aber ich hab ja Zeit Wartesemester anzusammeln. Und ich kann nicht Psychiater werden. Ich bin voll der Psycho. Studierst du Psychologie? Ist denn jetzt ein Psychologe, der sich im Master auf klinische Psychologie spezialisiert hat, wirklich ein Experte für psychische Erkrankungen?

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@Feafea

Ich kann nicht Psychiater werden. Ich bin voll der Psycho.

Was ist das denn für eine dämliche Aussage? Allein damit hast du dich schon disqualifiziert.

Generell ist ein Psychologe (im Idealfall) ein empirischer Wissenschaftler, der mithilfe von statistischen Signifikanzen Zusammenhänge bezüglich des menschlichen Verhaltens und der zugrundeliegenden psychischen Prozesse aufdecken möchte.

Welche Module in welchem Masterstudium zu belegen sind, kannst du den Modulhandbüchern der Universitäten entnehmen. Jedenfalls ist es nicht umsonst so, dass man nach dem Master nicht direkt als Psychotherapeut beginnen kann, sondern erst noch eine Ausbildung abschließen muss.

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@Drainage

Das hat sich jetzt vllt. ein bisschen dämlich angehört, aber ich darf das Wort Psycho verwenden. Weil ich selbst in Behandlung bin und viele psychisch kranke Freunde in der Klinik kennengelernt habe. Ich stigmatisiere da ganz sicher Niemanden. Ich würde niemals Jemandem einen Vorwurf machen, für das was er ist. Weil ich selbst weiss, was für einen geringen Einfluss wir darauf haben.

Und ich weiss, dass ich kein Therapeut werden kann. Ich will es auch gar nicht. Das ist ein sehr harter Job und das kann nicht jeder. Ich will einfach nur verstehen. Und ich verstehe nicht, was daran so kompliziert sein soll. Wenn ich einen Psychoanalytiker lese, hört sich das alles so einfach an.

Ich glaube, ich sollte das mal mit meinem Therapeuten besprechen. Der ist ja Psychologe. Auch wenn mir das unangenehm ist.

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@Feafea

Ein Psychologiestudium ist aber keine Selbsttherapie, das ist Dir schon klar, oder? ;-)

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@Willibergi

Mich hat es schon ziemlich erwischt. Allerdings wurde mir ganz klar gesagt, dass jenes heilbar ist. Aber du kannst dir nicht vorstellen von was das abhängig sein soll. Das ist echt total...unglaublich...was ich in der Klinik erlebt habe...Da kann ich mit Niemandem drüber reden. Und auch wenn ich wieder gesund werde, kann ich damit niemals einfach so abschließen. Weil ich so bin, wie ich bin. Deswegen diese fixe Idee mit dem Studium. Ich will bloß iirgendwann mal verstehen. Und Psychologie interessiert mich. Auch wenn ich erst mit 60 studiere. Irgendwann würde ich gerne verstehen. Sollte so ein Studium mir Antworten geben können, würde ich es einfach iirgendwann mal machen wollen. Und bis dahin einfach meinen Job machen und mein Leben leben. Naja, diese Fragen sind alle nicht so leicht zu beantworten. Jetzt denkst du wahrscheinlich ich spinne. Ist aber nicht so schlimm, dafür ist das Internet ja da 😉

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Wenn es dir um psychische Erkrankungen geht währe Psychiater eher etwas für dich. Dazu studierst du Medizin und spezialisierst dich auf Psychiatrie.

Psychische Krankheiten behandelt nicht ein Psychologe, sondern ein Mediziner, der erstmal ganz normal Medizin studiert hat und dann sich auf Psychiatrie spezialisiert hat. Psychiatrie ist etwas ganz anderes als Psychologie. 

Wenn man sein Abitur mindestens mit 1,2 abgeschlossen hat kann man darüber mal nachdenken 

sonst wird es eher schlecht

Alle Themen kommen im Studium vor

Kannst eigentlich ja selber googeln...

Der Psychiater ist der Experte für psychische Erkrankungen. Psychologen befassen sich zwar auch damit, aber vor allem auch mit dem Erleben, psychologischer Diagnostik und all die Bereiche, die zwar mit Psychologie, nicht aber hauptsächlich mit Krankheit zu tun haben. 

Kommt darauf an in welche Richtung du gehen willst/dich spezialisieren willst.

Nein, das wäre nur ein "Psychiater".

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