Ist man in unserer Gesellschaft aufgeschmissen, wenn man etwas anders tickt?

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13 Antworten

Ich versteh dich zu gut. Ich finde es gut was du machst du behälst bei dem ganzen Schei* die die Jugendlichen heutzutage abziehen einen kühlen Kopf. Zieh weiterhin dein Ding durch. Man muss nicht dazu gehören man muss das tun was man für richtig hält und das tust du (denk ich mal). Du machst alles richtig. :)

Natürlich bist Du Aussenseiter, wenn Dir die Interessen, welche diese Gesellschaft die Du meinst hat widerstreben und Du andere Interessen verfolgst, das ist ganz einfach und logisch.

Vergleiche es damit, dass Du mit einer Gesellschaft an eine Messe oder auf eine Wanderung gehst. Du bist nicht verpflichtet, dieselben Dinge zu sehen und dieselben Stände zu besuchen an der Messe, kannst andere Sachen ansehen und sagt: "Wir treffen uns dann um 17h am Ausgang" oder ähnlich Auf einer Wanderung ist es krasser, wenn Du ein anderes Ziel hast, verlierst Du diese Gesellschaft, gehst Deinen Weg allein und kommst andernorts an. Was soll´s? Kein Problem oder?

Es kommt sehr darauf an, wie nötig Du DIESE Gesellschaft hast, inwieweit Du Dich anpasst, aber Du hast völlig recht, Dich nicht zu besaufen sondern auf gesundere Art zu vergnügen.

Wie man damit zurecht kommt, Aussenseiter zu sein, das ist wohl eine schwierigere Frage. Ich denke das bist Du nun mal, hast es auch so gewählt, also warum stört es Dich? Leute finden die Dein Niveau haben mag schwierig sein, aber gerade das Internet ist da heute relativ erleichternd, man muss nur an den richtigen orten suchen, nämlich da, wo genau Deine Interessen ebenfalls angestrebt werden.

Nicht jeder mensch ist gleich stark Herdentier, manche sind Einzelgänger und sind froh damit. Wenn das für die Gesellschaft um Dich herum ein Problem darstellt, dann ist es deren Problem und nicht Deins.

Ich finde, dass aus deinen Zeilen eine gewisse Unzufriedenheit klingt. Du schreibst, dass du dich tw unwohl fühlst, du wertest die anderen ab- das ist ganz typisch, wenn man sich schlecht fühlt. Wenn es uns gut und wir mit unserem Leben zufrieden sind, dann können wir andere einfach sein lassen, wie sie sind. Nur wenn Minderwertigkeitsgefühle oder irgendwelche Probleme mit unserem Leben auftauchen, fangen wir an, andere abzuwerten, um uns selbst besser zu fühlen... und klassifizieren sie dann z.B. als minderbemittelt oder naiv ab. Und dass du uns diese Frage stellst, zeigt auch, dass du irgendwie unsicher bist in deiner Rolle. Korrigier mich, wenn ich falsch liege, aber für mich klingt das, als ob du dich nicht integrieren kannst- weil du dich auch fehl am Platz auf Partys o.ä. findest- aber dass du unter dieser Situation leidest, eigentlich gar kein Außenseiter sein möchtest und dich ein bisschen nach der Anerkennung der anderen sehnst. Kann das sein?

Ich denke, dass es schon einen Grund hat, wieso du dich zu diesem Lebensstil entschieden hast. Wahrscheinlich bist du nicht bereit, den Preis zu bezahlen, den ein angepasstes Leben mit sich bringt. Vielen von uns geht es so. Was du lernen kannst: 1. Die Anerkennung und Freundschaft von ganz wenigen, aber dafür eng vertrauten Freunden und Familienangehörigen zu genießen und damit auszukommen. Man braucht nicht die Anerkennung der ganzen Welt, um glücklich zu sein. Gerade für Teenager ist das oft eine schwierige Lernaufgabe, aber es lohnt sich. 2. Aufpassen, nicht einem Klischee zu verfallen. Wer immer anders ist, einfach nur um originell zu sein, wird zum Abziehbild des rebellischen Außenseiters- und ist damit überhaupt nicht originell. Du kannst deine Werte und deine eigenen Lebensansichten bewahren und trotzdem auch mal was mit der Gruppe machen. Man kann z.B. am Wochenende mit Freunde ausgehen, ohne sich die Birne zuschütten zu müssen. Jeder hat doch einen bestimmten Musikgeschmack und irgendeinen Club oder eine Bar, die solche Musik spielt, lässt sich bestimmt finden. Es geht ja nicht darum, dass du cool und beliebt wirst, das ist ja vollkommen schnuppe, sondern einfach dass du mal wieder unbeschwert Zeit mit deinen Freunden verbringst... denn deine Frage klingt leider alles andere als unbeschwert und ich glaube, dass dir das gut tun würde.

Der erste Abschnitt trifft schon teilweise zu, aber nicht ganz in diesem Rahmen. Ich bin eigentlich ein ziemlich zufriedener Mensch, solange ich Beschäftigung habe und tun und lassen kann, was ich ich will - also praktisch immer.

Ich werte die anderen nur dann ab, wenn ich wirklich davon überzeugt bin und nicht, um mich selbst besser zu machen, als ich bin. Wenn ich unzufrieden wäre, könnte ich schließlich zu den ganzen Partys gehen. Aber ich kann mich doch nicht zwingen, mich dort zu amüsieren. Mit Freunden kann ich da kaum noch was anfangen (vielleicht deshalb, weil ich der einzige Nüchterne bleibe). Gefällt mir einfach nicht. Ich lasse sie aber auch machen und verurteile sie nicht nur deshalb, aber einige meiner Freunde rauchen, trinken, kiffen teils und jammern dass sie kein Geld haben. Dann meckern sie um, dass der Burger im Imbiss 20 Cent mehr kostet oder regen sich auf, wenn man für die Schule 2€ zahlen muss. Das steht schon in einem Zusammenhang.

Was meinst du mit dem Preis, den ein angepasstes Leben mit sich bringt?

Ich verbringe ja auch Zeit mit meinen Freunden! Aber nicht Sonntag Nacht um 4 Uhr, sondern, wenn möglich, beim Sport, Mittags, in der Stadt oder daheim. Das macht mir Spaß und finde da auch ein gewisses Maß an Zufriedenstellung. Ich bin auch viel mehr der Typ für Zweisamkeit, kleinere Gruppen sind auch ok, aber sobald es viele sind, ist eben alles anders. Und so unpersönlich.

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@LeBastian

Ich werte die anderen nur dann ab, wenn ich wirklich davon überzeugt bin

Warum? Andere abzuwerten ist herablassend und kann sehr verletzend sein. Wenn du jemand beschimpfst, weil er sich dir oder andern Menschen gegenüber gemein oder grausam verhält (z.B. ein Rassist), dann mag das eine angemessene Reaktion sein. Menschen abzuwerten, weil sie sich anders benehmen und andere Werte und Lebensvorstellungen haben als wir, ist dagegen erstens völlig überflüssig- niemand profitiert davon- und zweitens auch nicht besonders freundlich. Sehr viel entspannter und netter wäre es, zu denken "Joah, die sind halt anders als ich. Wenn sie auf diese Weise glücklich werden, ist das super. Ich bleibe allerdings lieber, wie ich bin. Das macht mich nämlich glücklich". Und da kommt halt der Haken- viele Menschen können das so gar nicht sagen, weil sie nämlich gar nicht so glücklich sind. Wenn du absolut zufrieden und glücklich mit deinem Leben bist, kann dir das Verhalten der anderen doch egal sein. Aber das ist es nicht und da frage ich mich: Warum nicht? Warum beschäftigst du dich damit und wertest deine Mitmenschen ab? Aus Erfahrung weiß ich, dass das oft mit Unzufriedenheit zusammenhängt. In deinem Fall mag das einen anderen Grund haben, aber hinterfrage dich da mal selbst- wieso beschäftigt dich das? Wieso wertest du andere ab, anstatt einfach dein Leben zu leben und sie ihr Leben leben zu lassen?

Der Preis, den ein angepasstes Leben bringt: Du musst deine Werte und deine Ideale verraten. Du musst Dinge tun, die dir keinen Spaß machen. Du musst manchmal oberflächlicher sein und oberflächlichere Beziehungen führen, als es dir gefällt. Du musst deine wahre Persönlichkeit ein Stück weit hinten anstellen. Und das willst du offenbar nicht, was ich auch gut finde. Aber nur weil du das ablehnst, heißt es nicht automatisch, dass du damit glücklich bist. Denn derjenige, der sich anpasst, wird ja auch dafür belohnt: Er ist beliebt. Er hat viele Kontakte. Er bekommt Anerkennung, vllt sogar Bewunderung... das alles kann sein Selbstwertgefühl und sein Selbstbewusstsein zumindest vermeintlich steigern. Jemand, der ein Außenseiter ist, kann zwar stolz sagen: Ich bin mir selber treu, aber er bekommt eben nicht diese Anerkennung und er hat nicht so viele Freunde... und auch wenn er sich rational sagt "Das brauche ich nicht. Ich habe ein paar wenige gute Freunde", kann ihn das emotional trotzdem sehr belasten. Gerade Teenager sehnen sich ja nach Anerkennung von Gleichaltrigen, das gehört zum Abnabelungsprozess und zum Finden eines Platzes in dieser Welt- wer bin ich eigentlich, wenn ich nicht mehr nur das Kind meiner Eltern bin? Bin ich dann immer noch liebenswert und anerkannt und ein toller Mensch? Das messen vor allem jüngere Leute oft an der Anerkennung durch andere. Aber auch viele Erwachsene machen das so, vor allem wenn das in ihrer Familie eine Rolle spielt- wenn auch die Eltern und Großeltern immer schon Wert auf Äußerlichkeiten (z.B. ein gewaschenes Auto, wohlerzogene Kinder und den Dr. Titel auf dem Klingelschild) gelegt haben. Ein Satz, den meine Oma z.B. locker einmal täglich sagt, ist: "Was sollen denn die Leute denken?" Wer sich damit nicht reflektiert auseinandersetzt, übernimmt diese Glaubenssätze unbewusst- und fühlt sich dann schlecht und minderwertig, wenn er wenig Freunde hat, unabhängig davon, dass er weiß, dass ihm diese wenigen Freunde viel mehr geben können als die große Masse.

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@Albatroesser

Vielleicht habe ich mich falsch ausgedrückt. Ich werte niemanden ab, indem ich ihm sage, dass ich etwas an ihm nicht mag. Ich lasse jeden sein Ding machen, aber denke mir eben meinen Teil. Den erfährt aber niemand. Wenn ich ein Problem mit jemandem habe, was sehr selten vorkommt, sage ich ihm, was los ist, aber beleidige ihn nicht o.a.

Nur wenn mich jemand angreift, mache ich das. Aber ich kann mich wirklich nicht dran erinnern, dass das in letzer Zeit passiert wäre, besonders nicht unter meinen Freunden.

Dein Zweiter Absatz hat wirklich etwas wahres. Aber ich es wirklich erfüllend, nur so zu sein, wie die anderen einen haben wollen, um beliebt zu sein? Wie du sagtest - das ist doch alles nur oberflächlich. Ich kann selbst nicht beurteilen, wie beliebt oder nicht ich bin, aber ich habe noch nie gehört, dass über mich gelästert würde. Und ich hatte nie das Gefühl, wenig Anerkennung zu bekommen.

Vielleicht, weil ich auch nicht offen zeige, wie ich "wirklich" bin. Zumindest prahle ich nicht damit. Das hätte sicherlich keine positiven Effekte.

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Ich finde es gut, dass du kein Mitläufer bist, denn bekanntlich schwimmen nur tote Fische mit dem Strom. Leider sehen viele dieser toten Fische einen selbst als toten Fisch und merken nicht, dass sie selbst einer sind... mach dir keine Gedanken darüber, wie andere dich sehen, sondern leb, wie du es für richtig hältst und wie du dich gut fühlst!

Klar bist du mehr oder weniger ein Aussenseiter, weil du gegen den Strom schwimmst und nicht mit. Ich finds aber ok, bist halt jemand, der einen persönlichen Lebensstil entwickelt hat und sich dadurch von anderen abhebt, ein Individualist also. Nicht schlecht für dein Alter. Ich wünschte, es gäbe mehr von deiner Sorte.

In unserer Gesellschaft, in der Individualität ein angeblich so hoher Wert ist, werden die Menschen in Wahrheit uniformiert in Denken und Aussehen und Benehmen. Wahre Individualisten werden vom Herdenvieh immer kritisch beäugt. Damit musst du leben.

Nö , die meisten beneiden dich wohl eher und wissen es zu schätzen , Du musst nur aufpassen , das Du nicht irgend wann als Erwachsener das Gefühl hast , was verpasst zu haben , gewissen Dinge tolleriert unsere Gesellschaft nur in deinem Alter , danach nicht mehr ! Wenn wie Du schreibst alles ok. ist , dann sei glücklich , denn nur die Außergewöhnlichen sind außergewöhnlich (-;

Darüber, etwas zu verpassen, habe ich mir auch schon Gedanken gemacht. Aber etwas nur zu machen, um dann guten Gewissens das Selbe wie alle gemacht zu haben, sagt mir nicht zu. Aber schon wahr.

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@LeBastian

Naja nicht immer ist es falsch , das selbe wie alle anderen zu machen , man muß es ja nicht so übertreiben , wie die Deppen im Freundeskreis ! aber eins habe ich in meinem Leben begriffen , man muß auch manchmal offenen Auges bereit sein seine Schwächen zu zeigen , sonst misstrauen einem die Menschen und glauben man wäre arrogant oder sonst was , ausserdem ist es für einen selber ausgesprochen hilfreich , seine andere , ein bisschen unkontrollierte Seite kennen zu lernen , besonders um zu begreifen , das man sich selber nicht zu ernst nehmen sollte , ich selber habe das erst viel zu spät gelernt, aber besser zu spät als nie (-;

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Ich bin auch immer anders als die anderen. Ja, man ist automatisch ein Außenseiter. Wenn man das einfach akzeptiert, dass es so ist, dann kommt man damit besser klar.

Schwierig wird es wenn man deswegen in eine Mobbingsituation gerät. Diese fällt einem selbst erst gar nicht so auf, weil man ja sowieso immer als anders gilt. Dort sollte man dann möglichst bald die Kurve kratzen, sonst geht das nicht spurlos an einem vorbei (Ich bin leider viel zu spät woanders hin. Das Trauma sitzt).

Aber vielleicht entwickelst Du Dich ja zu einer Führungsfigur, dann ist die Außenseiterposition für Dich ein Vorteil.

Denn: Je höher man kommt, desto dünner wird die Luft.

Du hast halt andere Prioritäten, als die meisten anderen deines Alters, die du kennst. Du bist nicht so oberflächlich und/oder so unsicher, wie die Mehrheit deiner Bekannten.

Deine Haltung finde ich sehr gut! Du gehst deinen Weg und läufst nicht einfach anderen her, das ist doch super. Wenn du dich mit deinen Freunden nicht wohlfühlst, dann solltest du dir vllt. neue Freunde suchen, die genau so ticken wie du. Auch wenn von der Gesellschaft immer wieder betont wird, dass alle Menschen so individuell sind, im Endeffekt folgen alle nur irgendwelchen konstruierten Normen und passen sich an. Später stehen sie dann morgens auf, gehen brav zur Arbeit, lassen sich von ihrem Chef niedermachen, gehen abends nach Hause, glotzen Fernsehen und gehen dann ins Bett. Nein, so will ich nicht leben. Das ist kein Leben, sondern Zwang.

Such dir Leute, die ähnlich denken wie du, da gibt es sicher welche, du musst eben nur suchen. Sag den Normen und Ordnungen den Kampf an und steh zu deinen Ansichten.

Ich glaube nicht dass es so ist, zumal du trotz anderer Interessen ja trotzdem noch deine Freunde hast. Außerdem gibt es bestimmt leute die die gleichen Interessesn haben wie du nur du kennst sie nicht. Man fühlt sich oft weiter außen vor als man es eigentlich ist.

Ist doch völlig normal , nicht alle Menschen sind gleich .

Du hast eine gewisse Vorstellung von deinem Leben und wie es ablaufen sollte und das ist auch gut so .

Und du bist kein Aussenseiter , denn von dir gibt es noch ganz viele . Gott sei Dank ;o)

Aufgeschmissen bist du nicht gleich, doch wirst du ziemlich schräg angesehen. Versuche doch, deinen Freunden ein wenig entgegenzukommen. Dabei musst du dich nicht aufgeben.

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