Ist man eigentlich nur gut,solange man irgendetwas zu geben hat?

18 Antworten

Du hast sehr richtig erkannt, dass der Egoismus eine Grundeigenschaft im Menschen (und nicht nur im Menschen) von geradezu überlebenswichtiger Bedeutung ist. Stelle dir einen altruistischen Menschen vor, der also seinen Egoismus weitgehend abgelegt hat. Wie kann der in dieser rauen Welt überleben? Bei den Tieren tritt der Egoismus besonders markant in Erscheinung. Das Tier tut nur das, was ihm nützt. Es ist lieb zu seinen Rudelgenossen, weil ihm das Rudel Schutz und Nahrung (bei der Jagd) garantiert. Fehlen solche nützlichen Funktionen, beißt das Tier den Artgenossen weg. In der Philosophie werden diese äußerst wichtigen Eigenschaften als „Wille“ (Schopenhauer) oder als „Wille zur Macht“ (Nietzsche) bezeichnet. Nietzsche geht sogar so weit, dass er sagt: „Die Welt ist Wille zur Macht und nichts außerdem und ihr selbst seid Wille zur Macht und nichts außerdem“. Die Moral lehnt er scharf ab, weil sie einen zur Gutmütigkeit verleite; man gerate dabei gegenüber anderen, die nicht so „pingelig“ sind, leicht ins Hintertreffen. Allerdings hat Nietzsche eventuell vergessen, dass der Mensch eine Seele hat (im Gegensatz etwa zum Wolf). Auch Schopenhauer sagte, die Dämpfung des „Willens“ (des Egoismus) bringt das Mitleid hervor. Blaise Pascal dekretierte: „Ohne christliche Moral werdet ihr zu einem Monstrum!“ (Ich verweise auf Hitler und Stalin, die beide Monster waren). Hieraus geht hervor, dass der Mensch zwar egoistisch ist bzw. sein muss, andererseits aber auch zur Güte fähig sein muss, andernfalls wäre er dann kein Mensch mehr (sondern eben so eine Art Wolf). Goethe drückte das in einem berühmten Gedicht so aus: „Edel sei der Mensch, hilfreich und gut, denn das allein unterscheidet ihn von allen Wesen, die wir kennen!" Ich persönlich meine allerdings, man solle es mit der Güte nicht übertreiben; auf keinen Fall sollte man dabei seine eigenen (Ego-) Interessen vergessen, andernfalls wird man von den gar nicht so lieben Mitmenschen schnell „über den Tisch gezogen“. Nietzsche war auch hier rigoros: „Güte ist Wille zur Macht“, sagte er; womit er folgendes sagen will: Nur der kann überhaupt gut sein, der über Macht verfügt (Macht immer als Metapher verstanden). Wer nichts hat, kann auch nicht gut sein. Nur der Mächtige kann aus einer Überfülle heraus zu anderen „gütig“ sein, z.B. ihnen etwas abgeben etc.. (Allerdings gibt es auch – wenige – Menschen, die so geartet sind, dass sie einfach gut sein müssen; sie können nicht anders, sie haben halt von Geburt an einen „guten“ Charakter. Ich würde gern so einen mal kennen lernen.)

Das Leben besteht aus GEBEN und NEHMEN, der Eine nimmt, bis der Topf leer ist, und er selbst nicht dazu beitragen konnte, dass sich dieser Topf wieder füllen konnte, und der Andere gibt, um zumindest ein Lächeln auf das Gesicht eines Anderen zu zaubern, soll heißen, es liegt an den Erwartungshaltungen, ob man selbst empfangen kann - oder auch nicht. Du hast schon Recht, wenn man die Kommunikation unter Menschen einmal mit einem Sende- und Empfangsgerät vergleicht - die Meisten unter uns haben ihr Gerät auf "senden" gestellt, und sind gar nicht bereit , auch nur irgendetwas zu empfangen - und wenn unsere eigene Sendung nirgends empfangen wird, dann geht sie ins Leere. Ein bischen was- und nun bitte ich um Verzeihung - stellst Du es zu einfach dar - z.B. wenn man davon ausgeht, dass jeder Mensch seines Glückes Schmied ist, so haben doch die Looser unter uns, oftmals den Anderen die Schuld an ihrer Misere gegeben - und sie nie bei sich selbst gesucht. Dabei ist Pech und Glück oftmals nur die Frage der persönlichen Einstellung - man sagt ja nicht umsonst: das Glück ist mit den Tüchtigen! Wenn Jemand jedoch von Hause aus kraftlos ist, und bei Allem sagt: das kann ich nicht, oder das werde ich niemals schaffen, dann ist das in seiner Denke so vorprogrammiert - eine sich selbst erfüllende Prophezeiung. Wir Menschen profitieren nicht von Pessimisten, sondern höchstens von Optimisten, die uns anstecken und Fröhlichkeit verbreiten - da liegt der eigentliche Grund für unser Handeln - Du bemerkst es sicherlich selbst: bist Du schlecht drauf, geht Dir jeder aus dem Weg - bist Du fröhlich und lächelst, erhälst Du von Gott und der Welt das Lächeln zurück! Mit einem Lächeln gibt man viel mehr, als man glaubt - auch wenn es sich augenscheinlich anders darstellt, wenn z.B. Jemand nur wegen seiner Güter beliebt ist - dann hat der Jenige auch nichts Anderes zu vergeben, und verlässt sich voll und ganz auf das, was er hat an Gütern - Gefühle sind da oftmals wenig ausgebildet! Man könnte an dieser Stelle immer weiter philosophieren - ein sehr interessantes Thema, wie ich finde!

Es stimmt schon: was wir tun, ist egal. Wichtig ist der Grund, warum wir es tun. Du kannst allerdings nur deine eigene Motivation überprüfen, nicht die der anderen Menschen.

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Mit frieden meine ich dauerhaften Frieden.

Allein schon aus dem Grund das wir negativ denken können ( also das es die Möglichkeit dazu gibt ), kann es nie dauerhaften Frieden geben. Das Ziel der Lebewesen ist ja Biologisch gesehen das Überleben und nicht das miteinander glücklich sein.

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