Ist Magersucht echt so "schlimm"?

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18 Antworten

es geht demjenigen nicht besser. das ist selbsttäuschung und teil der krankheit, sich das einzubilden.

und warum man leute darauf ansprechen und ihnen raten soll, in behandlung zu gehen, ist ganz einfach:

erstens schadet der kranke essgestörte auch seiner umgebung. angehörige oder lebenspartner stehen oft unter einem enormen emotionalen druck und werden selbst psychisch krank, weil sie schuldgefühle entwickeln, weil sie dem essgestörten nicht helfen können.

ausserdem stirbt jeder zehnte mit anorexie an den folgen seiner krankheit.

das kann nierenversagen sein, eine nicht behandelbare diabetes, leberversagen oder auch ein herzinfarkt oder schlaganfall...

XPinkXMuffinX 19.07.2017, 13:27

Danke für die Antwort.

Und wenn man noch ein paar kg abnehmen würde, eben bis zu dem Wunschgewicht, und dann das Gewicht halten würde?

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Wenn es un Ablenkungen geht, warum nicht lieber Sport treiben, mit Freunden ausgehen, ein Film anschauen? Diese sind Sachen, die man normalerweise unternimmt, wenn man sich ablenken will. Die Magersucht wirkt sich sowohl auf die psychische als auch auf die körperliche Gesundheit, also nein, sie ist auf keinen Fall gut. Betroffene können sich gut fühlen, weil das Denken nicht mehr klar und rational ist, ist jedoch nichts anderes als absichtliche Selbstverletzung.

Natürlich ist Magersucht nur Ausdruck einer tieferliegenden Problematik, aber es ist eine Erkrankung, die zumeist Jugendliche betrifft und damit zu erheblichen Langzeitschäden, aber auch zur massiven Einschränkung der "normalen" Sozialkontakte führt.

Es ist also keine gute Idee, sich nicht den Problemen zu stellen, sondern sich statt dessen einen so zerstörerischen Nebenschauplatz zu schaffen.

Klar, viele glauben, die "Ursprungsprobleme" wären unlösbar und anorexia etwas Gesundes - aber damit belügen sie sich selbst und weichen dem Leben solange aus, bis sie sich in akute Lebensgefahr bringen und dann Zwangsmaßnahmen erdulden müssen.

Und leider gibt es genügend Perverse im Netz, die sich genau auf diese Gruppe stürzen und sie für ihre Zwecke mißbrauchen ...

 

Ich denke, alles wäre besser als hungern & sterben, langsam, qualvoll, jeden tag ein stück mehr.
Mach sport, geh essen, geh feiern, lebe dein leben & sieh dich selbst nicht als zahl.
Du bist nicht deine Größe, dein Gewicht, deine Noten oder deine Kleidergröße! Du bist du & das ist gut so.
Liebe deinen Körper denn er schenkt dir hören sehen schmecken fühlen riechen & einen Wohnort für deine seele!

Essstörungen sind tödlich, man kann auch im übergewicht oder Normalgewicht sterben.
Denk Dran: Heilung kommt von dir & deinem willen, keiner wird das für dich ünernehmen können

Wenn du deine Essstörung behandeln lassen würdest, würden vermutlich auch die tieferen Probleme behandelt werden.

Du bist offenbar schon weiter, als viele andere betroffene einer Essstörung. Dieser wissen teilweise gar nicht, welche Gefühle/Probleme sie verdrängen.

Um deine Fragen zu beantworten: ja auch du solltest deine Essstörung behandeln lassen. Eine Magersucht hat jede Menge Folgeschäden. außerdem bringt es nichts vor seinen Problemen wegzulaufen. Irgendwann werden sie sich auch so einholen.

Natürlich ist das schlimm. Wer Magersucht hat, nimmt dauerhaft weniger Nahrung auf, als sein Körper braucht, weil er ständig denkt, noch fett zu sein.

Das ständige Hungern führt zu einer ständigen Abnahme des Körpergewichts und der Energie- und Rohstoffreserven des Körpers und schließlich kippt man tot um, weil der Körper nicht einmal mehr genug zur Aufrechterhaltung der lebensnotwendigen Körperfunktionen hat.

Und daran, dass es vielleicht Personen gibt, die ihn lieben und nicht möchten, dass er schon stirbt, denkt der Betroffene dann auch nicht (soviel dazu, dass man damit keinem anderen schadet).

Wenn du eine Ablenkung brauchst, suche dir besser etwas Ungefährliches, wie allen anderen auch. Oder noch besser, versuche eine Lösung für deine Probleme zu finden. Und wenn du sie nicht alleine bewältigst, suche dir Hilfe, irgendwer findet sich dafür bestimmt.

Esstörung ist eine schlimme Krankheit die zum Tod führen kann oder bleibenden Schäden.

Ein Problem muss immer angepackt und so gelöst werden, dass man weder SICH noch anderen schadet.

Such dir dringend Hilfe dein eigentliches Problem zu lösen, du fügst mit der Magersucht nur ein grosses potentiell tödliches Problem hinzu.

Nur Mut, such dir Hilfe. Das kann die Polizei sein, Vormundschaftsbehörde, Freundin, Tante, Sorgentelefon, Psychologe, diverse seriöse und anerkannte andere Berufsgruppen (Anleitung zur Selbstständigen Problemlösung mit Unterstützung) und Meditation/yoga.

Nun, die Problematik ist

  • dass man so anfangs zwar schlimmere (sagen wir 3 versch.) Probleme hat - die Magersucht teils davon abzulenken vermag, aber sie eben nicht löst resp heilt ...
  • sodass man anschliessend 4 Probleme hat, die man lösen muss um wieder vollständig zu genesen ... -
    Vogel-Strauss-Politik ist in den seltensten Fällen erfolgreich
  • die Magersucht frisst auch physische & psychische Energie die man besser für die Lösung der 3 anderen einsetzen würde
  • wichtig ist auch die Auseinandersetzung / Interaktion mit der Umwelt - die Magersucht resp die dadurch gestörte/verzerrte Wahrnehmung erschwert  dies zudem

Genauso wie SVV "ablenkt" muss man um nachhaltig raus zu kommen nicht nur sie sondern va auch die zugrundeliegenden Problemen lösen.

XPinkXMuffinX 16.07.2017, 21:49

Und wenn die meisten der anderen "Probleme" nicht zu lösen sind...wäre es dann nicht "okay"?

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2AlexH2 16.07.2017, 22:14
@frissdichselbst

Die meisten Probleme lassen sich lösen, gerade wenn man jung ist, denkt man mann ist der einzige mit solchen Problemen und dass sie nicht lösbar sind. Wird man Älter und erfahrener, wird man auch immer besser.Such dir Hilfe bei einer erwachsenen Vertrauensperson und stell dich dem Problem, es kann nur besser werden, wenn auch nicht so gut wie man es sich idealerweise wünschen würde.

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frissdichselbst 16.07.2017, 22:31
@2AlexH2

Darauf wollte ich auch hinaus. Kein Problem ist so schlimm das du dafür konstant deinen Körper foltern musst.

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gschyd 17.07.2017, 00:30
@XPinkXMuffinX

Liebe XPinkXMuffinX - nein, es ist nicht sinnvoll sich mittels Negativem abzulenken - das raubt einem mehr Energie als man daraus schöpft - und Magersucht ist per se negativ, sie hat nichts positives ...

Dabei gibt es unzählige Mögl. sich POSITIV abzulenken wie Malen/Zeichnen, Bildhauerei, Töpfern, Handarbeit, Werken, Basteln, Musik machen/hören, tanzen, Zumba, Yoga, Judo, Karate, Meditation, lesen, schreiben, in die Natur raus (einen Baum umarmen), radfahren, schwimmen, einem Schachclub beitreten ... um nur einige zu nennen

Ein interessantes Interview der jungen Autorin von Federleicht (in CH deutsch, evt verstehst Du es ja - ansonsten würde ich es Dir transkribieren) https://www.srf.ch/play/tv/aeschbacher/video/leonie?id=8b5df9c9-b176-419a-b862-75de9fc9204d

und eines zu Essstörung, SVV & Kunst-/Körpertherapie (ebenfalls zum Teil in CHd, mein Angebot gilt ebenfalls) https://www.srf.ch/sendungen/myschool/dossier-ich

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depressivekunst 16.07.2017, 22:43

manche Probleme haben keine Lösung. wenn meine Mutter zum Beispiel unfähig ist Gefühle zu zeigen oder mein Bruder gestorben ist, lässt sich das Problem nicht lösen. ganz egal, wie viel Therapie ich mache, nein Bruder bleibt tot und meine Mutter wird mir keine Zuneigung schenken können. allerdings kann ich lernen mit diesem Problem anders umzugehen. manchmal bedarf ein Problem nicht zwangsläufig eine Losung. manchmal müssen Probleme verarbeitet werden.

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frissdichselbst 16.07.2017, 23:34
@depressivekunst

Das Problem ist wie du damit umgehst. Die Lösung dafür ist in Therapie gehen und was daran ändern. Schlimme Sachen werden immer passieren, aber das kann man nicht ändern. Man kann aber beeinflussen ob und wie man damit weiter lebt. 

Mein Beileid zu deinem Verlust.

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gschyd 17.07.2017, 00:42
@depressivekunst

Liebe depressivekunst - herzlichen Dank für Deinen persönlichen Kommentar, mein Beileid.

Manchmal sagen Menschen das Gleiche und meinen was anderes 😉.

Für mich gibt es versch. Lösungswege für ein Problem - im optimalsten Fall kann das Problem behoben / aus der Welt geschaffen werden, eine Lösung kann aber durchaus auch sein (s)einen Weg zu finden, damit umzugehen, sich von ihm nicht mehr neg. beeinflussen zu lassen, es zu verarbeiten ...
insofern könnten wir alle recht haben 😊

Ich mag diesen Gedanken sehr

(Gott) gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

https://de.wikipedia.org/wiki/Gelassenheitsgebet auch engl. Version

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depressivekunst 17.07.2017, 07:47

@frissdichselbst. das habe ich doch geschrieben. für manche Probleme gibt es keine Lösung. man kann nur lernen, damit richtig umzugehen. das war übrigens nur ein Beispiel. also mein Bruder lebt noch und meine Mutter ist nicht emotional beeinträchtigt. @gschyd das war kein persönlicher Kommentar. es war lediglich ein Beispiel dafür, dass nicht jedes Problem eine primäre Lösung hat.

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gschyd 17.07.2017, 09:13
@depressivekunst

oh, tatsächlich zum Beispiel überlesen ... einfach meinen ersten Satz streichen, Rest bleibt unverändert 😊

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Definitiv ja. 

Magersucht tötet Leute. Es ist eine tödliche Krankheit. Und man kann nicht eine "moderate Magersucht" haben. Es wird unbehandelt immer schlimmer werden. 

Natürlich liegen darunter größere Probleme, das ist immer so bei Essstörungen. Niemand findet Essstörung einfach "cool" und wird dann essgestört. 

Deswegen begibt man sich in Behandlung und arbeitet an sich. Dafür gibt es Hilfe! 

Es ist eine Einbildung wenn jemand glaubt das er es im Griff hat. 

Wenn du kein Fett mehr zum verbrennen hast, fängt dein Körper an Oragnische Gewebe zu nutzen dafür. Osteoporose, Herzkrankheiten, permanente STörung des Magendarmtraks, zusätzlicher Haarwuchs und so weiter... 

Die Antwort ist nein, es ist nicht möglich damit halbwegs gesund zu leben. 

Entweder man arbeitet an sich oder man ist für ein wahrscheinlich kürzeres Leben in schlechten Umständen vorbereitet, denn das wird man haben.

XPinkXMuffinX 16.07.2017, 22:12

Und wenn man bei einem bestimmten Zielgewicht "stoppen" würde, also da dann das Gewicht halten? Würde man somit nicht Herzkrankheiten usw. verhindern?

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frissdichselbst 16.07.2017, 22:28
@XPinkXMuffinX

Nein. Abgesehen davon das es nciht passieren wird. Derjenige wird imer weiter abnehmen. 

Und sobald du im Untergewicht bist, ist es ungesund. Und je länger du da bleibst, desto schwerer schädigt es dich und desto schwerer kommst du wieder raus.

Es gibt keine harmlose Essstörung. Es gibt keine moderate Magersucht. Wenn du oder irgendjemand sich das einredet, ist derjenige blind für die Wahrheit. 

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Solange es nur phasenweise ist und sich nicht über Wochen zieht ist es völlig okay. Ich glaube, dass jeder regelmäßig Phasen hat wo er kaum was isst und Phasen wo man dann mit dem Essen völlig übertreibt. Das kann natürlich immer verschiedene Gründe haben und solange es nicht zu einer Sucht wird, zu einem längerfristigen oder sich dauernd wiederholendem Problem wird, sind solche seltenen Phasen völlig okay.

Irgendwo muss man selbst wissen ob es sich durch dein Leben zieht oder wie lange diese Probleme anhalten, wenn es ein längeres oder sich wiederholendes Kapitel in deinem Leben ist, so würde ich unbedingt, unbedingt, unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Essstörungen können extrem schwerere gesundheitliche Probleme mit sich ziehen und das fängt bei Sachen wie Kreislaufstörungen an. Ist deine Nährstoffversorgung nicht okay und du treibst beispielweise an einem richtig warmen Tag mal Sport oder bist Krank und musst dann Medikamente einnehmen, so wird sich dein Problem immer und immer wieder auf deine Gesundheit niederschlagen.

Ich würde echt ein privates, vertrauliches Gespräch mit dem Arzt deines Vertrauens suchen und deine Probleme schildern. Der kann dich dann notfalls zu einem Ernährungsberater oder Psychologen schicken und ihr könnt Probleme jeglicher Art gemeinsam angehen, völlig egal was das ist.

Ganz, ganz, ganz wichtig ist nur dass DU den ersten Schritt machst.

Ich würde dabei wirklich die Problematik nicht unterschätzen, weil ganz schlimm kann es werden wenn die Probleme anhalten und deine Gesundheit wirklich nachhaltig beeinflusst wird.

Hi,

eine ernsthafte Magersucht muss viele Kriterien erfüllen. Eine eindeutige Diagnose ist sehr schwierig.

Eine Essstörung ist ein Zeichen für andere Ursachen und mit der Essstörung wirst du nichts lösen.

Die Einsicht ist sehr wichtig und der Wille etwas zu verändern. Du willst einen Teil ändern und dein Essverhalten beibehalten. Das ist immerhin ein erster guter Schritt.

Ich glaube schon, dass es um Dich geht. Anorexia nervosa ist ja eine psychische Erkrankung, die oft nicht isoliert auftritt, sondern in Verbindung mit anderen psychischen Problemen, wie Depressionen oder Ängsten. Deshalb ist es gut, wenn man alles zusammen behandelt.

XPinkXMuffinX 16.07.2017, 21:42

Ja es geht schon auch um mich, aber nicht nur.

Danke

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Mit einer Essstörung können die anderen Probleme nicht verschwinden und eine Essstörung kann dich auf Dauer auch nicht von den anderen Problemen ablenken.
Und wenn die anderen Probleme schlimmer sind als eine Essstörung, solltest du unbedingt und dringend mit einem Psychotherapeuten oder einem Psychiater reden!

Es bleibt niemals dabei, dass gesundheitlich alles "OK" ist.

Und Du schadest nicht nur Dir selbst, sondern allen Menschen die Dich lieben und auch allen Menschen, die Deine Seelenqualen mit ansehen müssen und einfach nicht wissen, wie sie Dir helfen können.

Du bist eben niemals allein und nur Dir selbst verantwortlich.

MarkusGenervt 16.07.2017, 21:30

Ach, ich habe noch was vergessen:

Wenn Du ganz für Dich alleine wärst und es gäbe keine anderen Menschen in Deiner Welt – so wie auf einer einsamen Insel –, dann gäbe es auch gar keinen Grund für Magersucht, denn dann müsstest Du niemandem beweisen, dass Du die Kontrolle hast.

Denk mal über dieses Pradoxon nach – aber versuche nicht, es zu begreifen, sondern erkenne einfach Dein Dilemma.

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XPinkXMuffinX 16.07.2017, 21:44
@MarkusGenervt

Aber was, wenn es solche Menschen in meinem Umfeld nicht gibt? Wäre es dann nicht sowieso egal?

Ich möchte ja niemand anderem beweisen, dass ich die Kontrolle hab...eher mir selbst.

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MarkusGenervt 16.07.2017, 21:53
@XPinkXMuffinX

Es gibt überall solche Menschen. Du willst es nur nicht wahrhaben. Denn so hast Du eine perfekte Entschuldigung, Dich nicht mit Deinen Problemen zu beschäftigen, bzw. Deine Probleme überhaupt erst als solche zu akzeptieren.

Du willst es Dir auch vermeintlich selbst beweisen, damit Du es der Welt zeigen kannst.

Es geht hierbei nur um Aufmerksamkeit und auch um Kontrollverlust und den Zwiespalt zwischen diesen beiden Polen. Du bist innerlich zerrissen und suchst Halt. Doch so, wie Du es Dir vorstellst, wird es nicht funktionieren, denn es ist eben ein Pradoxon. You can't have and eat the cake at the same time!

Das ist nicht leicht zu begreifen, aber wenn Du es annimmst, bist Du schon mal auf dem richtigen Weg.

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Naja ich meine wenn diese Person so weiter macht landet sie bald in einem Krankenhaus oder auf dem Friedhof. Die Betroffenen wollen ja immer und immer mehr abnehmen und ohne eine Therapie oder durch ein Wunder wird da auch nicht so viel passieren.

Da extreme Essstörungen auch tödlich enden können, empfinde ich sie schon als ziemlich schlimm.

Fakt ist doch, dass eine eßgestörte Person eben nicht völlig Autonom in ihrem Denken und HAndeln ist

Ich glaub du verstehst das Kernproblem nicht.

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