Ist Lob jemals verdient?

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9 Antworten

Lob setzt Hormone im Körper frei, die uns selbstbewusster und glücklicher machen, uns aber gleichzeitig motivieren weiter zu machen.

Bei Kindern ist Lob sogar essenziell wichtig, wichtiger als sie zu belohnen, denn dann merken sie dass sie etwas richtig gemacht haben und werden dies öfter tun.

Belohnst du sie aber durch z.B. Süßigkeiten, vergessen sie gute Taten Wert zu schätzen, sehen gute Taten nur als Weg an, um an Belohnungen zu kommen.

Anderes Beispiel aber gleicher Effekt, bei Hunden hilft ein "Lob" auch, sie fühlen sich bestätigt und gut.

Also, Lob ist keine Praxis die über die Zeit an Bedeutung verliert, sondern eine essenziell wichtige Erziehungsmaßnahme, egal welchen Alters :)

Implord 01.02.2017, 13:54

Aber ist ein Lob, welches die Freisetzung bewusstseinsverändernder Stoffe unterstützt, nicht auch eine Belohnung?

Streng genommen belohnt man diesen Menschen mit körpereigenen Drogen. :)

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Implord 01.02.2017, 13:56
@Implord

Allerdings hast du tatsächlich einen interessanten Punkt.

Man mag Lob niemals verdienen, doch die Existenz von Lob ist grundsätzlich sinnig, weil es die Leistung der Menschen erhöht.

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namesdontmatter 01.02.2017, 15:46
@Implord

Der Mensch sieht ein Lob nicht als Belohnung im objektivem Sinne, sondern als Wertschätzung seiner Leistungen und Taten.

Das setzt Hormone frei, die das Belohnungszentrum im Hirn (ja, sowas gibt es :x ) anregen und man fühlt sich akzeptiert.

Als Belohnung sehen wir das trotzdem nicht an :)

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Implord 02.02.2017, 06:06
@namesdontmatter

Aber das ist es. Endorphin ist die ultimative Belohnung, auf die wir alle scharf sind.

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namesdontmatter 02.02.2017, 13:30
@Implord

Das ist richtig, aber wir sagen ja nicht dass wir belohnt wurden in dem Sinne in dem wir eine Belohnung ansehen, zum Beispiel durch Süßigkeiten oder ähnliches, aber ich weiß worauf du hinaus willst und du hast ja auch recht damit :)

Danke für den Stern!

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Darüber, ob der Mensch grundsätzlich gut ist, streiten sich Philosophen seit langer Zeit. Es besteht zumindest keine rechtliche Regelung, die Menschen grundsätzlich verpflichtet eine gute Tat zu tun, wenn sich einem die Gelegenheit bietet.

Ich finde wenn man etwas Gutes tut, was man nicht tun müsste und das mit einem persönlichen Aufwand verbunden ist, dann verdient man das Lob. Man könnte es ja auch bleiben lassen.

Zudem bleibt ja dann nur noch negatives Feedback. Wenn man etwas gut macht bekommt man kein Lob mehr, aber wenn man etwas nicht gut macht, dann bekommt man geschimpft. Das ist nicht gut für die Psyche. Man benötigt ab und an das Feedback, dass das was man macht gut war.

Bei uns in Bayern gibt es das etwas zynische Sprichwort "Ned gschimpft is gnua g`lobt". (Nicht geschimpft ist genug gelobt).

Implord 31.01.2017, 20:49

Wenn man etwas Gutes nicht tut, weil man den eigenen Aufwand nicht erbringen möchte, dann handelt man schlecht.

Warum sollte man loben, weil jemand nicht schlecht handelt?

"Klasse, wie du diesem Typen keinen Schürhaken ins Auge gerammt hast, sondern dir den Aufwand gemacht hast, ihm freundlich zu erklären, dass er auf deinem Fuß steht!"

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Panazee 31.01.2017, 21:05
@Implord

Habe ich irgendwo geschrieben, dass man jemanden loben soll, weil er nicht schlecht gehandelt hat? Also ich kann mich nicht erinnern eine solche Aussage getätigt zu haben.

Allerdings muss man die Menschen da abholen wo sie gerade stehen. Wenn ich es mit einem Menschen zu tun habe, der zu erhöhten Aggressionen neigt, dann mag es sogar angebracht sein ihn in einer Situation, in der er früher ausgerastet wäre zu loben und zwar nur deshalb, weil er eben nichts getan hat. Bei dem Lob kommt es darauf an, ob es für denjenigen eine psychische Kraftanstrengung bedeutet das zu tun bzw. nicht zu tun was eigentlich normal ist. Wenn einer 20 Jahre Heroin gespritzt hat und es dann aufgehört hat und seit einem Jahr keine Drogen mehr angefasst hat, dann ist es auch angemessen in dafür zu loben. Es ist zwar für mich und dich vollkommen normal sich kein Heroin zu spritzen, aber für denjenigen ist es jeden Tag eine neue Herausforderung sich seinem Suchtdruck zu widersetzen.

Ich würde auch nicht sagen, dass man schlecht handelt, weil einem der Aufwand zu groß ist einem anderen zu helfen. Ich helfe auch gerne, aber irgendwann muss man auch an sich selbst denken. Ich könnte hier bei mir zu allen möglichen sozialen Einrichtungen gehen und alle möglichen ehrenamtlichen Dinge machen die mich 24 Stunden täglich in Beschlag nehmen. Das wäre mir möglich. Allerdings stellt sich dann die Frage wie lange ich das psychisch und physisch mitmache.

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Implord 31.01.2017, 21:25
@Panazee

Und genau hier bin ich anderer Meinung.

Drogen nicht zu nehmen, und nicht bei jeder Kleinigkeit wütend zu werden sind Standarts, die für jeden Menschen gesetzt sein sollten.

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Panazee 31.01.2017, 21:27
@Implord

Tja, sollten, aber nicht sind. Ich sehe was ist und du siehst was sein sollte.

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Implord 31.01.2017, 22:19
@Panazee

Ich sehe beides. Ich denke nur nicht, man sollte die beiden miteinander verwechseln.

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Kinder lobe ich gerne, die brauchen das, weil sie sich noch nicht so gut selber beurteilen können. Ich selber mag Lob auch nicht, weil ich es an mir selber festmache, wie eine Handlung gerade ist/war. Lob oder Tadel sind emotionsgeladen und werden allzu oft manipulativ genutzt. Wenn jemand aber klar und offen eine beobachtete Tat beurteilt, seine Ansicht damit ausdrückt, dann kann dies dazu dienen, damit der eigene Blick sich evtl. erweitert/ändert, das ist eine sachliche Auseinandersetzung und dient dem näheren Hinschauen und dem Lernen, will weder schmücken noch schwärzen. In einem aber muss ich dir Unrecht geben, das menschliche Handeln/Tun ist nicht von Grund auf egoistisch, sonst hätte die Schöpfung der Welt keinen guten Ursprung. LG

Implord 31.01.2017, 22:23

Die Schöpfung der Welt hatte ihren Ursprung in einer kosmischen Wolke und das Leben entwickelte sich, indem die effektivsten, anpassungsfähigsten Kohlenstoffhaufen länger lebten um mehr Fortpflanzung zu betreiben.

Abgesehen davon sehe ich einen Unterschied zwischen Lob und einer positiven Kritik. Lob soll einem nur ein gutes Gefühl geben, während eine postive Kritik einem einen neuen Blickwinkel geben kann, der zu verbessertem Leistungspotential führt.

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koraline 31.01.2017, 22:38
@Implord

Zu 1: Das ist deine Ansicht über die Schöpfung der Welt und die der physikalischen Erklärung, die den Ursprung in den materiellen Dingen sehen. 

Zu 2: Kritik ist bei mir immer negativ behaftet.

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Implord 01.02.2017, 06:35
@koraline

1: Ich habe nie ausgeschlossen, dass es keine höhere Intelligenz gibt, die den kosmischen Staub zur Erde formte, oder zumindest den richtigen Anstoß gab, oder hier und dar den richtigen Affen mit Blitzen erschlagen hat, damit sich der Mensch erhebt. Ich meine, ich kann's nicht widerlegen. Doch diese höhere Intelligenz wäre nach menschlichen Maßstäben kaum 'gut'. Es gibt auch kaum Religionen, die diese Ansicht vertreten. Warum sollte ein höheres Wesen unseren Moralen folgen?

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Implord 01.02.2017, 06:36
@Implord

2: Kritik ist lediglich eine analytische Wertung. Wie gesagt, es gibt auch positive Kritiken.

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koraline 01.02.2017, 08:40
@Implord

Es ist kein Wesen, es ist ein Sein, es ist Leben. Unsere moralischen Werte sind richtungsweisend und sollen dazu da sein, dass unser Zusammenleben nicht in einem Desaster landet. Und sie dienen der Entwicklung, um sich über das Niedere erheben zu können. Innen sieht man den Menschen, nur weil man äußerlich so ausschaut, bedeutet das nicht, das man schon fertig ist. Es gibt immer wieder Leute, die für ihre Überzeugungen und Werte alles tun, auch den Tod nicht scheuen, also wo ist da der Egoismus? Der würde nämlich immer versuchen sich selbst zu retten.

Mir scheint, du hast meine erste Antwort zu oberflächlich gelesen, denn dein Kommentar dazu, ging etwas an ihr vorbei.

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Implord 01.02.2017, 13:49
@koraline

Wenn ich mein Leben für mein eigenes Ideal opfere, dann tue ich das, um meine eigenen Interessen durchzusetzen. Ich hoffe, dass es meine Ziele unterstützt, auch wenn ich es nicht mehr erlebe. Und in einigen Fällen, zieht man den Tod der Scham vor, die man erleben würde, würde man seine Ideale verraten um das eigene Leben zu retten, man versucht also, einer schlechten Empfindung auszuweichen.

Wie ist das nicht egoistisch?

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Implord 01.02.2017, 13:52
@Implord

Ich denke, du hast vielleicht meinen Punkt über Egoismus falsch aufgegriffen. Ich bin der Ansicht, dass Menschen nicht völlig uneigennützig handeln können, weil selbst das Gefühl einer moralischen Verpflichtung ein individueller Ansporn ist und damit grundsätzlich ich-bezogen. Das ist keine Anschuldigung an die Menschheit, oder ein Beleg für die generelle Schlechtheit unserer Spezies, sondern eine simple Theorie und, auf lange Sicht, eine Entlastung des Menschen, der sich schuldig fühlt, weil er nie das Gefühl hat, dem Ideal des Altruismus völlig nachzukommen.

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koraline 02.02.2017, 21:12
@Implord

Ja, so wie du es beschreibst, ist es egoistisch. Aber ich sehe es anders. Es gibt keine Sicherheit, dass nach dem für die eigenen Interessen geopferten Leben, diese danach auch unterstützt werden. Und den Tod der Scham vorziehen? Da liegt einem aber wenig am eigenen Leben, bzw. man ist zu stolz, um sich das Nichtgelingen einzugestehen und damit klarzukommen. 

Es gibt auch ein Gewissen, welchem man nicht entkommen kann. Es gibt die bedingungslose Liebe, die nichts verrechnet, nichts will und nichts erwartet.

Man kann auch mit dem Gefühl der Schuld seine restliche Lebenszeit verbringen, das geht, wenn man aus Egoismus oder auch Unwissenheit heraus, sich mal falsch entschieden hat. Hierbei würde der Egoismus einem aber keine schlechten Empfindungen bereiten, eher etwas anderes tut dieses, das gegen ihn "arbeitet" und nicht egoistisch ist.

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Keiner zwingt dich dazu, Gutes zu tun. Keiner zwingt dich dazu, dem Mann, der bewusstlos am Wegrand liegt, zu helfen. Keiner zwingt dich dazu, dem Rollstuhlfahrer über den Bordstein zu helfen. Keiner zwingt dich dazu, dem Mädchen zu helfen, das gerade von einem Mann bedrängt wird. Keiner zwingt dich dazu.

Implord 31.01.2017, 21:31

Doch, mein grundsätzliches Moralempfinden und der Umstand, dass ich ein ververbter Mensch bin.

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Nein es gibt Dinge, die nicht zur Menschenpflicht gehören, die du nicht erwarten kannst, z.B. dass dich irgend nen Freund besucht auch wenn du nur 3 Tage krank bist; oder dass er nach dir sieht obwohl du ihm gesagt hast, dass er es nicht zun braucht.

Sicher gibt es noch viel mehr Beispiele. Selbst in einer perfekten menschenpflichterfüllten Welt ist Lob damit nicht überflüssig.

Implord 31.01.2017, 20:33

Sicherstellen, dass es einem Freund von mir gut geht, ist meiner Meinung nach eine Menschenpflicht.

Hinzu kommt, dass diese Dinge eher subjektive Entscheidungen sind, resultierend auf individueller Abwägung.

Die, nach eigener Ansicht, beste Lösung auszuwählen, ist ebenfalls eine Menschenpflicht, weil man dadurch so gut ist, wie man es sein kann.

Alles andere wäre das geschehen lassen eines Szenarios, zu dem es eine bessere Alternative gegeben hätte.

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Gastnr007 31.01.2017, 20:40
@Implord

Sicherstellen, dass es ihm gut geht? Dagegen spricht dem Freund vertrauen, da er gesagt hat, dass er die Hilfe nicht braucht.

Das "Beste" ist wohl auch nur für Menschen mit unendlich Herz, Zeit und keinen Hobbies möglich zu erfüllen.
Lob bleibt nicht überflüssig.

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Implord 31.01.2017, 20:45
@Gastnr007

Wie gesagt, dass sind subjektive Entscheidungen.

Hobbies, in etwa, haben auch einen Zweck. Wenn man sich entschieden hat, ihnen nachzugehen, folgt man der besten Idee, die man selbst wahrnehmen und beurteilen kann.

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gelobt wird der mensch, der unter einem steht.

anerkennung findet auf augenhöhe statt!

Lob tut gut, motiviert und teibt zu noch besseren Leistungen an. Warum soll man nur meckern und motzen wenn was nicht funktioniert. Das Leben hat zwei Seiten, schwarz und weiß, Lob und Tadel, ...

Implord 31.01.2017, 20:23

Leute sollten keinen Antrieb für Dinge benötigen, die ihre Pflicht als menschliche Wesen sind. Oder ihr Job.

Warum brauchen Menschen Applaus und Cookies, nur weil sie ihre Aufgabe erfüllen.

Außerdem: Welchen Sinn hätte Meckern und Motzen, wenn etwas funktioniert?

Und das Leben hat keine zwei Seiten, es hat ein umfassendes Farbspektrum. Die meisten Menschen liegen irgendwo zwischen Schwarz und Olivgrün.

Tadel ist eine Ermahnung, dass man nicht einmal den simplen, grundlegenden Ansprüchen gerecht wird, die das Leben an einen stellt. 

Wenn jemand einem Bettler Geld gibt, warum sollte man ihn einen guten Menschen nennen? Weil es sonst keiner tut?

Die Bösartigkeit anderer macht uns nicht besser.

Man soll dem Bettler Geld geben!

Ich verlange auch keinen Nobelpreis, wegen diesem einen Mal, als ich jemanden nicht ermordet, zu Würsten verarbeitet und verkauft habe. Weil mich dieser Umstand nicht zu etwas Besonderem macht, es ist, was von mir erwartet werden sollte. Und wird.

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Sanja2 31.01.2017, 20:28
@Implord

Wenn du kein Lob möchtest, dann brauchst du ja keines zu bekommen. Ich finde Lob bekommen schön und Lob geben auch. Ich möchte nicht drauf verzichten. Ich möchte nicht für Selbstverständlichkeiten gelobt werden und lobe auch nicht dafür. Aber es gibt so viele Dinge für die sich ein Mensch besonders angestrengt hat oder bei denen sich jemand sehr weiter entwickelt hat. Warum da nicht loben. Nicht alle Menschen haben die gleichen Fähigkeiten. Was dir leicht fällt muss mir nicht leicht fallen.

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Implord 31.01.2017, 20:37
@Sanja2

Nein, aber jeder sollte an seinen Schwächen arbeiten.

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Panazee 31.01.2017, 21:19
@Implord

Du gehst von einem Ideal aus, das so nicht existiert.

Wenn es tatsächlich so wäre, dass jeder Mensch einem Bettler Geld geben muss, weil es seine natürliche Pflicht ist, dann würde ich noch heute Bettler werden.

Du sagst selber, dass die meisten Menschen zwischen schwarz und olivgrün liegen. Ist es da nicht angemessen sie zu loben, wenn sie etwas oranges machen? Wird sie das nicht dazu ermutigen öfter etwas im Bereich des orangen zu machen, wenn sie dafür Lob bekommen?

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Implord 31.01.2017, 21:29
@Panazee

Ich hasse Orange. Und wie gesagt, die Verkommenheit der Menschheit ist keine Ausrede, sich für völlig selbstverständliches Verhalten toll vorzukommen.

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Panazee 31.01.2017, 21:49
@Implord

Für dich mag alles mögliche selbstverständlich sein. Für mich ist es das nicht. Da kommen wir von unseren Ausgangspunkten bei der Betrachtung des Problems her auf keinen gemeinsamen Nenner.

Ist aber auch kein Problem. Die Frage an sich fand ich sehr interessant und ich finde es gut, dass du sie gestellt hast.

Jetzt hast du von mir ein kleines Lob dafür bekommen diese Frage gestellt zu haben. Fühlt sich das jetzt schlecht an? (Meine Frage ist jetzt nicht, ob das Lob angemessen ist, sondern wie es sich anfühlt.)

P.S.:

Was das Orange angeht weißt du glaube ich wie ich es gemeint habe. Such dir eine helle Farbe aus, die dir gefällt. Ich bin nur bei deinem Farbbild (schwarz bis olivgrün) geblieben.

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Panazee 31.01.2017, 21:55
@Panazee

P.S.:

Wenn ich gelobt werde komme ich mir übrigens nicht toll vor. Ich sehe das als Bestätigung dafür, dass ich etwas gut gemacht habe, was ich nicht hätte tun müssen. Das hat etwas mit Anerkennung zu tun und nicht mit "toll fühlen".

Wenn mich jemand lobt will er mir ja nicht sagen "Du bist aber ein ganz toller Typ", sondern nur "Das du diese Sache so gemacht hast fand ich gut/schön". Bei einem Lob geht es ja meistens nicht um den ganzen Menschen, sondern nur um eine bestimmtes Verhalten in einer bestimmten Situation.

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Implord 31.01.2017, 22:06
@Panazee

Das mit dem Orange war als Witz gemeint. Obgleich ich die Farbe trotzdem nicht leiden kann.

Was deine Gegenfrage angeht, so weiß ich nicht genau, wie sich dein Lob anfühlt. Ich kann es nicht einordnen. Irgendetwas zwischen Gut und Brechreiz, wenn das für dich irgendeine Art Sinn ergibt.

Doch ich habe ja auch nicht gefragt, ob sich Lob gut anfühlt, worauf willst du hinaus?

Und solle man nicht alles gute tun, das man tun kann?

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Sanja2 01.02.2017, 08:09
@Implord

klar sollte man das. Aber man tut es eben noch öfter und viel lieber wenn es sich auch gut anfühlt. Es geht nicht darum sich nach einem Lob besonders toll zu fühlen, sondern eben das es sich gut anfühlt und das es einem gut tut. Ich muss auch nicht besonders toll sein und übertriebenes Lob tut mir auch nicht gut, oder Lob dass ich für etwas bekomme das ich nicht lobenswert finde, das finde ich auch eher unangenehm. Aber Ich will trotzdem gelobt werden, denn es macht etwas für das ich mich echt angestrengt habe und das mir gut gelungen ist noch ein wenig schöner. Ich weiß dann nämlich das es gesehen wurde und nicht nur was ich gemacht habe, sondern auch wie anstrengend es war und das es gut ist. Das ist schön und tut mir gut.

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Implord 01.02.2017, 14:07
@Sanja2

Ich empfinde das ich gemacht habe, was ich machen sollte und das ist mir meine Belohnung. Ich war nützlich. Yay!

Alles weitere sollte unnötig und überflüssig sein.

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Ich lobe gerne und ehrlich und werde gerne gelobt. Loben und gelobt werden, sofern ehrlich und aufrichtig gemeint, tut jedem gut. 

Implord 31.01.2017, 20:26

Es lässt Leute denken, sie wären Alltagshelden, weil sie jemandem die Tür offen gehalten haben.

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Implord 31.01.2017, 20:34
@Patrickson

Und allgemeine Freundlichkeit sollte ein allgemeiner Standart sein. Man sollte sie nicht als Leistung betrachten.

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Patrickson 31.01.2017, 20:44
@Implord

Da bin ich gleicher meinung. Lob ist jedoch etwas anderes. Ehrlicher Lob drückt dem gelobten gegenüber wertschätzung, wahrnehmung seines könnens, wissens, verhaltens, leistung usw aus, und ist motivierend, ohne den gelobten damit unter druck setzen zu wollen. Ehrlicher lob kann jederzeit und in allen lebenslagen und situationen geäussert werden. Es gibt menschen welche weder loben können, noch lob entgegennehmen können, sie misstrauen dem lob und vermuten irgendeine falschheit dahinter. Unehrlicher lob nennt man zurecht: Schleimerei. 

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Implord 31.01.2017, 20:56
@Patrickson

Jede Handlung ist egoistisch, also ist alles Lob eigennützig, ergo falsch.

Nun, Anlass zu meiner Frage war, dass meine Psychologin mir gesagt hat, ich solle Lob anzunehmen lernen.

Was mir unangenehm ist.

Was nicht bedeutet, dass diese Frage ein Versuch ist, den Sinn von Lob rational zu wiederlegen, ich will lediglich das Konzept, denn Zweck und den korrekten Anwendungsbereich kennen.

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Panazee 31.01.2017, 21:12
@Implord

Ich möchte der These, dass jede Handlung egoistisch ist, entschieden widersprechen. Man handelt ja nicht immer so wie man handelt, weil man weiß, dass man dafür etwas zurück bekommt. Das kann man vorher meistens gar nicht wissen. Man handelt so, weil man selbst denkt, dass es richtig ist so zu handeln.

Ich finde auch, dass übertriebenes Lob unangebracht ist. Mir reicht schon ein kurzes Kopfnicken, das besagt "Ich habe wahr genommen, dass du etwas für mich gemacht hast, was du nicht hättest tun müssen". Das motiviert Menschen dazu auch in Zukunft weiter richtig zu handeln.

Das gegenteilige Extrem wäre, wenn ich jedes mal, wenn ich einem die Tür aufhalte eine Ohrfeige bekommen würde. Da würde ich schnell damit aufhören anderen die Tür aufzuhalten.

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Panazee 31.01.2017, 21:25
@Implord

Also ich denke mir höchstens "Cool, die Person der ich die Tür aufgehalten habe freut sich und für mich war es eine Kleinigkeit". Ich habe mir noch nie gedacht "Was bin ich doch für ein Held".

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Implord 31.01.2017, 21:27
@Panazee

Wir handeln nur deshalb gut, um uns nicht schuldig zu fühlen, beziehungsweise, um uns gut darüber zu fühlen, gut gehandelt zu haben.

Jede Handlung ist egoistischer Natur.

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Patrickson 31.01.2017, 21:28
@Panazee

Könnte sein, dass implord insgeheim gerade so denkt, und deshalb den guten sinn des lobes nicht erkennen kann?...

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Patrickson 31.01.2017, 21:49
@Implord

Du handelst nur deshalb gut, damit du dich nicht schuldig fühlst, deutet auf minderwertigkeitsgefühle hin. Du möchtest selber stehts im zentrum des geschehens sein und misstraust deinen mitmenschen grundsätzlich. Da du mühe damit hast gutes zu erkennen, unterstellst du deinen mitmenschen egoistische heuchelei, was möglicherweise gerade auf dich selber zutrifft. Du versuchst logische schlussfolgerungen zu ziehen, was dir jedoch misslingt, da du mit deinen starken gefühlen nicht klar kommst. 

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Implord 31.01.2017, 22:17
@Patrickson

Alle Menschen, die auf der Basis von Moral handeln, handeln so, weil ihnen einst, meist in ihrer Kindheit, eingebläut wurde, dass man sich an diese Richtlinien zu halten hat. Darauf baut das Über-Ich des Menschen auf, eine innere Alarmanlage der Moral.

Der Grund, aus dem Menschen Moral folgen ist, weil sie die Sirenen dieser Alarmanlage nicht in den Ohren haben wollen. In ihrer Kindheit wurde unmoralisches Handeln bestraft und moralisches Handeln gelobt. Die Prinzipien des Ichs werden also als Motivation des Über-Ichs eingesetzt.

Diese Feststellung hat nichts mit meinen Minderwertigkeitsgefühlen zu tun, oder mit meinem Wunsch, im Mittelpunkt zu stehen. Das sind nur dumme Charakterschwächen, die man kontrollieren muss. Auch das ist eine grundsätzliche Menschenpflicht.

Und ich unterstelle keine Heuchelei im eigentlichen Sinne. Die Leute wissen meist nicht einmal, dass sie im Grunde nur für sich selbst handeln. Ich bin nicht egoistischer oder verlogener als sie, ich bemerke es nur von Zeit zu Zeit. Es ist auch grundsätzlich nichts schlimmes daran, warum sollten wir uns damit quälen, dass wir sind, was wir sind? Ist es unsere Verantwortung idealisierten Archetypen zu entsprechen? Nein. Ich finde lediglich, unser Versagen, dies zu tun, braucht keine Glorifikation.

Was für starke Gefühle soll ich also haben, die mein logisches Urteilvermögen eingrenzen?

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Patrickson 31.01.2017, 22:27
@Implord

Du nimmst loben und gelobt werden als versagen war? Nimmst du liebe auch als versagen war? 

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Panazee 01.02.2017, 09:07
@Implord

Du überhöhst den Stellenwert eines Lobes aber immens, wenn du es auf die gleiche Stufe stellst wie eine Glorifikation. Wenn ich jemanden Lobe, dann verherrliche ich ihn doch nicht.

Wie du aber selbst sagst wird dieses Über-Ich in der Kindheit durch eine Kombination von Strafe und Lob gebildet. Warum sollte man damit bei Erwachsenen aufhören und denen nur noch Strafen für Fehlverhalten (Justiz) aufbrummen, aber sie nie loben? Was bei Kindern funktioniert, funktioniert bei Erwachsenen in diesem Fall auch.

P.S.:

Ich glaube es müsste heißen, dass die Prinzipien des Über-Ich für die Motivation des Ich eingesetzt werden.

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Implord 01.02.2017, 13:59
@Patrickson

Das Versagen bezog sich darauf, dass Menschen den erwähnten Archetypen und Idealen nicht entsprechen, die die Gesellschaft über lange Zeit gebildet hat.

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Implord 01.02.2017, 14:00
@Implord

Um dennoch deine Frage zu beantworten: Nein, ich sehe Liebe nicht als Versagen und bin biologisch betrachtet vermutlich in der Lage, sie zu empfinden. Ich bin bewiesenermaßen kein Soziopath.

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Implord 01.02.2017, 14:04
@Panazee

Erwachsene brauchen keine Endorphin-Schübe um logisch über ihre Nützlichkeit für die Gesellschaft nachzudenken. Streng genommen, sollten selbst Kinder lernen, etwas weiter zu denken.

Und es ist das Ich, welches auf Lob und Strafe reagiert. Es bildet sich nach dem Es und wägt ab, wie sich der Wille des Es mit den Ansprüchen der Realität und des Konsequenzen des eigenen Handelns vereinen lassen. Da Kinder nicht gerne beschimpft, dafür aber gerne belohnt werden, fließen diese Faktoren mit in die Rechnung ein. Aus der Differenzierung von Handlungen, die bestraft werden (Schlecht) und jenen, die belohnt werden (Gut) bildet sich dann das Über-Ich, welches also auf dem Lob- und Strafe-Prinzip des Ichs aufbaut und unsere Moralempfinden ausmacht.

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Man muss ja kein Lob erwarten, a er es kann einem doch ,, geschenkt" werden 😊

Implord 31.01.2017, 20:25

Würde es dich nicht nerven, wenn dir jemand sagt, wie toll du dir die Schnürsenkel zugebunden hast?

Ich würde denken, dass mich diese Person für inkompetent hält.

Oder anders gesagt, warum sollte jemand einem anderen Menschen das Gefühl geben, toll zu sein, weil er etwas völlig normales getan hat, das er ohnehin hätte tun sollen?

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Sanja2 31.01.2017, 20:32
@Implord

Lob muss auch an der richtigen Stelle eingesetzt werden. Wenn man es falsch einsetzt kann es eine Beleidigung sein. Nicht die Worte alleine machen ein Lob, sondern die Haltung dahinter und die Ehrlichkeit.

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AliciaCanning 31.01.2017, 20:39
@Implord

Er hätte es auch nicht tun können. Das etwas für völlig normal erscheint, muss nicht heißen, dass es normal ist, nur weil es eine Tätigkeit ist, die oft vorkommt. 

,,Das er ohnehin hätte tun sollen" Schnürsenkel ,,soll" man nicht binden, außer vielleicht ein Kleinkind, in der Erziehung. Es ist nicht zwingend notwendig, es ist für einen selber gut. 

Kommunikation bedeutet nunmal auch, dass man sich austaucht und eben auch Lobt, Kritisiert... Sonst könnte alles soziale...Weg bleiben und man könnte auch nichts mehr von einer anderen Person ,, erwarten".

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Implord 31.01.2017, 20:40
@Sanja2

"Ich halte es für gesellschaftsfördernd, dass du in deiner Freizeit keine Pitbulls auf Kleinkinder abrichtest!" ist eine ehrliche Aussage.

Wo soll die Grenze sein? Wo hört das Handeln eines Menschen auf, lediglich seiner Pflicht zu entsprechen?

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Implord 31.01.2017, 20:41
@AliciaCanning

Man könnte von anderen Personen erwarten, dass sie leisten, was sie leisten können. Mehr kann ein Mensch nicht tun und mehr sollte nicht von ihm verlangt werden.

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