Ist Leihmutterschaft moralisch verwerflich?

13 Antworten

Meist ist es so, dass Ei und Sperma der Eltern im Labor befruchtet werden und dann bei der Leihmutter eingepflanzt werden, es können auch Samen oder Eispenden verwendet werden von der Samenbank. In Deutschland ist das allerdings verboten, Befruchtung und Geburt müssen daher im Ausland erfolgen und das ganze ist nicht teuer.

Es gibt aber auch die private Variante, indem sich die Leihmutter das Sperma des Wunschvaters einfach selbst einführt. Dann hat das Kind die genetischen Merkmale der Mutter.

Moralisch verwerflich finde ich die Sache nicht, ich kann als Mutter sehr gut verstehen, wenn sie unbedingt ein Kind haben wollen. Nur weil sie keinen Bock haben, ihr Kind selbst auszutragen (Hollywood) wegen der Figur usw., das finde ich allerdings fragwürdig.

Problematisch wird es allerdings, wenn die Leihmutter das ganze nur aus Geldnot heraus machen und dann doch Gefühle für das Kind entwickelt.

In Deutschland ist die Frau, die das Kind geboren hat, automatisch die Mutter, wenn die Mutter es sich daher anders überlegt und nicht im Ausland dem Kind das Leben schenkt, dann haben die Auftraggeber immer das Nachsehen. Und das ist für diese auch sehr schwer zu verkraften.

Neben Eltern, bei denen es halt einfach nicht klappt mit dem schwanger werden oder austragen, gibt es heute ja auch noch schwule Paare, die sich ein Kind wünschen. Es gibt dabei ja auch unterschiedliche Wege.

Ein ehemaliges Mitglied einer Boygroup hat mal erzählt, die Mutter des Kindes, das er mit seinem Partner hat, hat eine befreundete Frau zur Welt gebracht. Beide haben Samen gespendet und das Paar ist weiterhin eng mit der Mutter befreundet und diese sieht das Kind auch regelmäßig.

Probleme gibt es halt, wenn diese sich zerstreiten, aber bei einer Scheidung sieht es auch nicht anders aus.

In Zukunft wird man wohl offener gegenüber verschiedenen Lebensmodellen werden müssen.

Ich finde sie nicht verwerflich, und finde sie sollte in Deutschland erlaubt sein, denn es gibt ja tatsächlich auch Frauen, die gerne schwanger sind, und gesundheitlich gut damit klar kommen, und was spricht dagegen, das diese Frauen sozusagen "Schwanger sein" zu ihrem Beruf machen?

Natürlich müsste das ganze dann nach gewissen Regeln ablaufen, es würde aber auch verhindern, das Frauen in ärmeren Ländern ausgenutzt werden, denn DIE machen es aus finanzieller Not, und nicht weil sie es gern machen.

Ja und ich finde es gut, dass es hier verboten ist.

Letztendlich machen das Leihmütter nur, weil sie im besten Fall mehrere Tausend Euro dafür bekommen. Also das Motiv ist Geld. Für mich werden da arme Frauen extremst ausgebeutet, denn diese empfinden nicht selten auch etwas für das werdende Leben.

Ich finde es egoistisch, wenn Eltern eine Leihmütterschaft in Erwägung ziehen.

Wenn ich keine Kinder bekommen kann, dann muss ich damit leben oder nehme fremde Kinder auf.

Dieses Denken: "Ich will ein Kind und wenn ich es nicht kriege, dann mache ich eine künstliche Befruchtung und wenn das immer noch nicht funktioniert, mache ich es noch 10x weil ich ja was eigenes will." finde ich nicht gut.

Entweder stellt die Leihmutter auch ihre Eizelle zur Verfügung, dann ist das Kind nur mit dem Vater verwandt. Kommt die (befruchtete) Eizelle von der Auftraggeberin ist sie auch die genetische Mutter des Kindes.

Das kommt mit insgesamt nicht besonders verwerflich vor.

Oder andersrum, warum sollte es verwerflich sein?

Menschen verkaufen ihre Zeit, ihre Ideen, ihren Körper, ihre Arbeitskraft usw. ohne, dass dies als verwerflich angesehen wird.

Ja.

Nicht nur die Unfruchtbare hat Bedürfnisse, auch das Baby. Ein Bedürfnis ist das nach den leiblichen Eltern, denen es ähnlich ist und in denen es sich wiederkennt. Dann das Bedürfnis nach der gefühlten Mutter, in dessen Bauch es ist. Ungeborene sind ja nicht bewusstlos. Damit dass Ungeborene sich bestmöglich entwickelt, ist eine vorgeburtliche Beziehung wichtig und dass sie nach der Geburt weiter geführt wird. Ein Neugeborenes erkennt seine Eltern wieder. Am Geruch, an der Stimme, an der Art...

Gab neulich eine ,,tolle Story'' von zwei Homosexuellen, wo die Tante eine Eizelle gegeben hat, die der Oma eingepflanzt und mit dem Sperma des Partners des Sohnes befruchtet worden ist.

Hier wurde dem Kind also einfach das Recht auf seine leibliche Mutter genommen, nach der Geburt die gefühlte Mutter und anschließend das Recht überhaupt mit einer Mutter aufzuwachsen. Aber so ein Kind hat halt keine Stimme, um seine Bedürfnisse anzumelden, da ist es leicht, ihm diese Bedürfnisse abzusprechen.

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