Ist Krieg fortschrittshemmend?

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9 Antworten

Im Gegenteil! Der Krieg führte bisher zu fast allen großen Entdeckungen des 20. Jahrhunderts, und wenn es nicht im Krieg war, dann war es das Militär.

Beispiel: Weltraum. Die V2 ("Aggregat 4" genannt vom Projektleiter von Braun den die Amis händeküssend als weltweit mit gigantischem Abstand führendem Raketenwissenschaftler aufnahmen, während manch einfache Landser zum Teil Jahre in Lagern der Allierten verbrachten (wenige muss man sagen, meist die wirklich SS-Angehörigen, die sich ja "klugerweise" tätowieren haben lassen mit ihrer Blutgruppe, evtl. auch eine Nummer?),

Die V2 unter der Leitung von Werner von Braun in den USA erlaubte es den USA dann am Ende doch noch den Wettkampf im All zu gewinnen wenn wir davon ausgehen, dass die Mondlandung echt war...

Etwas "neuer": Internet... es wurde zwar an einer Universität glaube ich als Universitäts-"LAN" wenn man so will entwickelt um eben wichtige Daten innerhalb der Uni übertragen zu können in die damals gigantischen Serverräume. 

Das Militär sah natürlich sofort das Potential, und im Vietnamkrieg wurden erstmals primitivste Computer-Systeme angewendet für die Logistik, weil die USA unglaubliche 80.000 verschiedene Artikel in Vietnam über die Jahre im "Angebot" hatten. Die Computer speicherten diese Artikel, die Menge usw... in den USA später wurde vom Pentagon ausgehend das ganze dann über größere Distanzen gebracht...

Sprich das Surfen was ich noch kenne aus den 90ern, also nix mit WiFi oder so, das ist ursprünglich für eine sichere(re) Kommunikation sowie für eine massiv vereinfachte "Buchführung" entwickelt worden, es wurde später dann in den 80ern so eine Art Internet benutzt, jede Seite (auch diese) hat bekanntlich eine URL, früher gab es keine Seiten in den 80ern sondern die Foren oder Chatrooms hatten eine eigene Telefonnummer, die wurde gewählt vom Benutzer (ein Amiga, Commodore oder was auch immer genügte) in Verbindung mit einem Akustikkoppler (Anfangs war die absolute höchstgeschwindigkeit 300 Bit bzw 37,5 Byte/s. - die wurde jedoch selten erreicht, Piepton für 0 und 1 jeweils (ich habe gerade nachgefragt hier wegen Binärcode da letztendlich auch Heute alles noch aus 0 und 1 besteht obwohl man sich das schwer vorstellen kann bei so komplexen Grafiken, aber dafür haben wir ja auch inzwischen mehr als 1 Billion Bytes bzw. über 8 Billionen Bits bei einer einfachen 1 TB Festplatte....

Flugzeuge: "Jets" bzw. Düsenstrahltriebwerke wurden nicht für schnelleres ziviles Fliegen gebaut/entwickelt (parallel jeweils), sondern um schnellere und bessere Kampfflugzeuge zu haben.....

Der Grund? In Friedenszeiten wie jetzt würde man dir einen Vogel zeigen wenn du eine "nützliche" Erfindung hast die jedoch von mir aus 25 Milliarden US-Dollar Startkapital benötigt. Hätten wir wieder "totalen Krieg" oder stünden kurz vor einem, und "dein" Land würde ein großes Potential in deiner Erfindung sehen, dann würdest du die nötigen Ressourcen kriegen! Die USA haben ihre 2. Weltkrieg-Industrie usw. auch nicht aus dem Ärmel geschüttelt. Die Staatsverschuldung stieg innerhalb kürzester Zeit fast auf 100% des BIP!

Leider braucht es diesen Grund, also Krieg, damit gute Ideen umgesetzt werden können. Das selbe gilt natürlich auch für das Funkgerät bzw. inzwischen für Smartphones, davor Handys und noch mal davor Autotelefone oder wie es sie in alten ICE's gab die "Funk-Telefonzellen", einige wenige gab es, da hast du dann während der Fahrt mit dem ICE glaube ich sowieso mind. 2 DM einwerfen müssen, hast die Nummer gewählt, und diese wenigen Telefonzellen haben dann über das Funknetz telefoniert (weil über die Bahngleise Audio-Gespräche nicht möglich sind meine ich ;) ), wie gesagt das war aber wirklich ein Hardcore-Geldfresser der 80er und frühen 90er... wenn du nur 5 DM in Kleingeld hattest konntest du dir einen Anruf der mehr als wenige einzelne Wörter enthalten sollte sparen....

In Vietnam gab es auch bei der Infanterie noch den "Funker", welcher dem Kommandeur der jeweiligen Einheit (Regiment, Bataillon bis rauf auf Divisionsebene bzw. Generalstab ist ja eh immer in der "Sicherheit"), damit das funktionierte, war der Funker kein "echter" Soldat, weil er einen "Ghostbuster"-aussehenden "Funk-Rucksack" tragen musste, oben war dann ein Telefonhörer und jede Menge Knöpfe für verschiedene Frequenzen usw...

Das wurde dann beim Autotelefon und Pieper verbessert, jedoch hätte glaube ich kein Privatunternehmen so direkt in kurzer Zeit eine so große Geldsumme investiert um zwischen 1945 und sagen wir mal so den frühen 1960er Jahren einen solchen Fortschritt zu erzielen! Im 2. Weltkrieg waren in Panzern Funkgeräte, und auch dort nicht mal alle (der Erfolg der Wehrmacht gegen die auf dem Papier stärkeren Westmächte 1940 wird den Funkgeräten zugerechnet die ein optimales Zusammenwirken + Blitzkrieg-Taktik erlaubten! Der Feind hatte oft zu Beginn des 2. WK überhaupt kein Funkgerät in seinen Panzern...

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Viele der Antworten hier sind richtig. Dennoch muss man zusammenfassend sagen: Krieg bringt Fortschritte in der Technik und eindeutige Rückschritte im Bereich des Sozialen. Diese Rückschritte, bzw. die Stagnation der Sozialentwicklung ist wesentlich schlimmer als die paar technischen Fortschritte, die fast kein Mensch braucht.

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Kommentar von Nitarius
01.03.2017, 23:22

Dem muss ich deutlich widersprechen. Während des Krieges gibt es Rückschritte, nach einem Krieg können die Folgen jedoch gewaltigen Fortschritt bedeuten. Es gibt hierfür kein Beispiel, dass besser geeignet wäre, als Deutschland. Wir erhielten das Grundgesetz. Freiheit, Gleichheit, Menschenwürde und Demokratie waren nie auf einem so fortschrittlich hohen Stand wie Heute. 

Und ein Leben wie wir es kennen wäre für uns ohne die technischen Fortschritte, welche im zweiten Weltkrieg gemacht wurden, praktisch nicht möglich, dies betrifft Computer, das Internet, Satelliten (Raketenforschung). Schon alleine was die Logistik eines jeden Unternehmens und Globalisierung angeht, nichts von dem wäre ohne die ehemalige Militärtechnik in dieser Form zu diesem Zeitpunkt so möglich gewesen.

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Das kommt auf die Umstände und die Betrachtung an.

Der schlimmste Krieg, wenn man die Verluste in Bezug auf die Opfer und den prozentualen Anteil an der Bevölkerung betrachtet, war der Dreißigjährige Krieg. Auf deutschem Boden hat sich in dieser Zeit genau gar nichts entwickelt. Nach dem Krieg war es eine rückständige Region

Andersherum werden die meisten technischen technischen Fortschritte wegen für die Rüstung erzieht. Gerade auch die Raumfahrt und Luftfahrt stützten sich in weiten Teilen darauf.

Für die, die also in andere Länder gehen, dort Krieg führen und diese Kriege auch noch gewinnen ist Krieg ein Motor. Siehe USA, die schon vor dem 2. Irakkrieg die Aufträge für den Wiederaufbau an eigene Firmen vergeben hatten.

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da könnte man verschiedene Argumente anführen - eigentlich muss man auch genau definieren was Krieg ist, welche Arten es gibt und diese von anderen Konflikten abgrenzen 

auch was Fortschritt für den Einzelnen bedeutet - Verbesserung der Lebensqualität, Zusammenarbeit, Gesundheit, Lebensdauer, Effizienz, Automatisierung, Neuer Materialien, Entdeckungen in Naturwissenschaften oder Biologie Medizin etc. und und...

militärische Konflikte, wo sich zwei oder mehr Seiten trafen, welche gezwungen waren sich mit Innovationen einen Vorteil zu erringen, oder überhaupt voran zu kommen bzw. sich zu verteidigen in welcher Art auch immer, waren sicherlich in bestimmten Stationen der Geschichte indirekt hilfreich für die Gesellschaft

ob es das allerdings wert war, darf man wohl bestreiten, das Ziel von Innovationen sollte ja heutzutage sein, die Lebensqualität aller Personen zu verbessern, ein Krieg verschlechtert oder beendet die von vielen...

es gibt auch Überlegungen, wobei sich außerhalb von Kriegszeiten mehr Innovationen hätten erzielen können, da weniger Ressourcen Mangel im Verlauf und größere Streuung der Finanzen sowie Interessen - es gibt in Kriegszeiten mehr Konzentration auf bestimmte Aspekte, die Versorgung und Mobilisierung, Maschinenbau, Technik, Elektronik, Kommunikation und weiteres - wie viele Entdeckungen unbeabsichtigt waren ist wohl schwer zu sagen, einige wurden aber gezielt zu erreichen versucht oder sogar vorausberechnet; die des Knallkrebses durch Sonarortung der Uboote im 2. Weltkrieg war eindeutig "Zufall"

allerdings gab es wohl in bestimmten Bereichen in der gleichen Zeit viel mehr Innovationen durch die Raumfahrt (welche im kalten Krieg auch wieder eine militärische Ursache hatte, es waren Parallelen zu Interkontinentalraketen vorhanden), möglicherweise ist es schwer zu sagen wie sehr Fortschritt entsteht, jedoch gibt es in Feldern wie Physik und Chemie natürlich weniger einfacheres zu entdecken, sobald einmal ein großer Teil beschrieben wurde;

teilweise haben sie zu guten Verträgen und Konventionen geführt, zu Aufmerksamkeit bzgl. Regeln und Vorgängen außerhalb der Region, die einen beeinflusst, manche führen sogar pragmatisch die Regulation von Überbevölkerung an, aber nach dem 2. Weltkrieg stieg die Weltbevölkerung rasant an... (verschiedene Ursachen)

daher sehe ich Kriege generell als Fortschritt hemmend an, wenn man bedenkt, dass die westliche Zivilisation (hauptsächlich Dienstleistung und Industrie) in den letzten Dekaden so gut wie keine großen Kriege zwischen sich austrug

man sollte sie vermeiden, falls sie aber nicht zu verhindern waren muss man das beste aus der traurigen Erfahrung lernen

heute sind der Großteil der Konflikte Zivile Unruhen und Bürgerkreige keine Staatenkreige, oder meist solche, in der eine Partei mit keiner relevanten Innovation aufwarten kann, da deren Gesellschaft noch nicht so entwickelt

Falls es aber dazu kommt, kann neue Technik dann mehr Personen zugänglich nützlich werden

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Da wird geschrieben, ein Krieg ist ein Katalysator fuer den Fortschritt. Kurzfristig gesehen ist das so,allerdings laesst sich eine Entwicklung nicht aufhalten, die Menschheit haette auf manche Erfindung (A-Bombe) gerne verzichtet und auf andere Neuheiten ruhig noch 10 Jahre gewartet.

Setzt man die Vernichtungen an Menschen und Werten dagegen, dann kann ein Krieg nur von Verrueckten fortschrittlich genannt werden.

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Eigentlich ist Krieg sogar ein Fortschrittstreiber. Nie wird die Entwicklung neuer Technologien so stark vorangetrieben wie in Kriegszeiten (Beispiel Strahltriebwerk bzw Raketentechnik, 2. Weltkrieg). Viele ursprünglich für militärische Zwecke entwickelte Technologien finden auch den Weg in die zivile Nutzung.

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Wenn Millionen Menschen abgeschlachtet werden, dann hemmt das schon gewaltig, nicht nur weil sehr kluge Köpfe dabei sind. Stell dir mal vor, wie viele Genies in den Weltkriegen, Bürgerkriegen etc. gestorben sind.
Andererseits entwickeln eben solche lebenden "Genies" im Auftrag des Militärs (!)  immer "bessere" Waffen und Systeme, aus deren Entwicklung sich dann auch Nebenprodukte und Effekte ergeben, welche der Allgemeinheit als Fortschritt erscheinen. Ich meine hier nicht nur die Teflonpfanne..Kann also Krieg den Fortschritt fördern? Wenn eine gute Streitmacht eine böse im Krieg besiegt (das hofft man dann ja) , ist sicher auch Fortschritt im Land der Besiegten möglich, falls vorher eine positive Entwicklung von den Bösen blockiert wurde.
So, das reicht, Ist doch eine sehr komplexe Geschichte.
-Carola-

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zum teil. gewisse fortschritte bleiben in kriegszeiten auf der strecke. der mensch ist aber selten so kreativ wie wenn er seine mitmenschen töten, foltern etc. kann - leider...

leider geht es nicht immer ohne krieg. jeder von uns, der geschwister hat, wird wissen was ich meine :-D

lg, Anna

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Kommentar von Michele47
07.03.2017, 10:41

Die Verwendung des Wortes Krieg im Zusammenhang mit Geschwistern gefällt mir nicht. Oder bringt ihr euch regelmäßig um, schmeißt Bomben usw?

Ich würde nie von den Familienregeln auf die Regeln des Staatswesens schließen.

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Tatsächlich ist teilweise sogar das Gegenteil der Fall, durch den Krieg werden neue Techbologien intensiv erforscht und getestet z.B. Antriebstechnologien, Medizinisches (Prothesen z.B.)

Früher waren diese Fortschritte noch stärker vertreten als heute z.B. Antibiotika, Flugzeuge, Prothesen (besonders WW1)

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