Ist Kommunismus schlecht?

21 Antworten

Ist das Christentum schlecht, weil es Zeiten gab, in denen im Namen Christi gemordet und gefoltert wurde? Oder der Islam, weil es Verbrecher gibt, die in Allahs Namen ihre Mordlust ausleben?

Der Kommunismus hatte das Ziel, Schranken zwischen Menschen, die sich aus der Zugehörigkeit zu unterschiedlichen Klassen ergaben, abzubauen, um eine Gesellschaft hervorzubringen, in der die Chancen und der Besitz gerechter verteilt sind, als wenn nur wenige fast allen Besitz und fast alle Privilegien haben, während die meisten anderen ein eher karges Dasein führen. Dumm war eben nur, daß sich die Ungleichheit der Besitz- und Machtverhältnisse auch da, wo der Kommunismus umgesetzt wurde, ganz schnell wieder eingestellt hatte, was einfach daran liegt, daß der Mensch an sich kein Wesen ist, dem die Nächstenliebe, Bescheidenheit, Demut und Hilfsbereitschaft sozusagen in den Genen liegt, sondern dem Rücksichtslosigkeit, Egoismus, Macht- und Besitzstreben viel näher sind. 

Es ist viel schwieriger, einen Menschen dazu zu bringen, etwas Gutes, als etwas Böses zu tun.

Von der Idee her führt der Kommunismus zu einer gerechten Gesellschaft, in der alle ein gutes und zufriedenes Leben führen können. Das Christentum kommt von der Idee her sogar völlig ohne Gesetze aus: die Liebe zu Gott und den Menschen ist alles, was gefordert ist. Sobald Du aber versuchst, das mit Menschen umzusetzen, scheitert die Sache. Im Kommunismus wurden Menschen massenhaft gefoltert und gemordet - unter Mao verhungerten die Bauern scharenweise; im Christentum mißbrauchten Kirchenfürsten ihre Macht und unterdrückten, folterten und mordeten Andersdenkende; in islamischen Staaten sind Menschenrechte oft keinen Pfifferling wert - es ist überall das Gleiche: Gib einem Menschen Macht und Reichtum, so wird er mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Tyrann, egal, welcher Religion oder Weltanschauung er angehören mag.

Dennoch bringen Religionen und Weltanschauungen zum Teil auch Beispiele von aufopferungsvoller Nächstenliebe und Einsatz für Menschen in Not und Weisheit und Demut hervor, die all diesen Haß und Egoismus zumindest teilweise überwinden. 

Es gibt eben auch den Kommunisten, der sich mit Leib und Seele dafür einsetzt, daß unterdrückte Menschen zu ihrem Recht kommen; den Moslem, der hilfsbereit, freundlich und liebevoll eine Seite des Islam vertritt, die auch Angehörige anderer Religionen respektieren und achten können; den Christen, der seinen Nächsten wirklich liebt wie sich selbst und dies auch in seinen Taten umsetzt.

Es gibt verantwortungsbewußte Politiker, die ihre Macht eben nicht mißbrauchen, sondern zum Wohle aller einsetzen; es gibt reiche Menschen, die sich eine soziale Ader bewahrt haben und ihren Angestellten gute und faire Vorgesetzte sind.

Es hängt von den einzelnen Menschen ab, was eine Religion oder eine Weltanschauung Gutes oder Böses bewirkt.

Herzliche Grüße,

Willy

Die Antwort lautet "ja"

Alle Ideologien und Religionen sind im Kern menschen- und lebensfeindlich.

Der Weg in die Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert.

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Stalin, Mao und Pol Pot haben nur grauenhafte Morde begangen. Kann man damit sagen, dass der Kommunismus schlecht ist?

Wenn  Stalin, Mao und Pol Pot Kommunisten waren, dann ist Kommunismus schlecht.

Allerdings haben auch Adolf Hitler, Saddam Hussein und Osama Bin Laden jede Menge grauenhafte Morde begangen. Und sie waren bekennende Kapitalisten. 

Kann man damit sagen, dass Kapitalismus schlecht ist?

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Darüber hinaus taugt die ultimative Bindung von Gesellschaftssystemen an Personen (Stalin = Kommunismus; also: Kommunismus = Stalin) bestenfalls für den bierseligen, BILD-lesenden Stammtisch.

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Lösungsansatz: Falls du dich für eine ernsthafte Antwort interessierst, solltest du zunächst einmal herausfinden, was "Kommunismus" überhaupt bedeutet.

Im einfachsten Falle ist es schon der reine Sinn des Wortes: Kommunismus = "gemeinsame Sache machen"; also "alle Menschen bilden eine Gemeinschaft, kein Mensch in dieser Gemeinschaft ist mehr oder weniger wert"

Es gibt zwar zahlreiche verschiedene Detail-Definitionen, aber in einem Punkt sind sie sich alle einig: "Kommunismus ist eine dauerhaft sozial gerechte und freie Gesellschaft, in der jeder seinen Fähigkeiten entsprechend handeln kann und niemand bevorteilt oder benachteiligt wird.

Und dann kannst du das vergleichen: Mao, ganz besonders aber Pol Pot und Stalin waren Diktatoren; und zwar nach jeder Definition von Diktator, die es gibt. "Diktatur" und "Kommunismus" schließen einander jedoch schon in der Wortbedeutung - und ganz besonders im Inhalt - vollständig aus. 

Es ist also reine Propaganda, wenn heute jemand behauptet, "Stalinismus" hätte auch nur annähernd mit "Kommunismus" zu tun gehabt. Mit der gleichen Argumentations-Qualität könnte man nämlich auch sagen, "Nationalsozialismus" wäre nur eine Variante des "Kapitalismus" (so wie etwa "soziale Marktwirtschaft" auch); also wäre der Kapitalismus schlecht.

Naja, Stalin, Mao etc. sind für mich keine echten Kommunisten. Das Proletariat der Arbeiter ist ja zentraler Bestandteil des Kommunismus, manche verstehen das aber falsch. Eigentlich alle kommunistischen Regime sind beim Sozialismus stehen geblieben, welcher in der Tat (meiner Meinung nach), da meist mit Diktaturen verknüpft, negativ zu bewerten ist. Kommunismus an sich, also der Gedanke ,,alle sind gleich!'' ist ja nicht wirklich schlecht. Jedoch sollte klar sein, dass auch der Besitz von Eigentum nicht gewährt werden würde. Das ist - aus Erfahrung und Wissen - bei uns Menschen unmöglich. Kommunismus ist also an und für sich nicht unbedingt schlecht, er ist schlicht nicht so umsetzbar, wie es Marx etc. forderten.

Das Proletariat der Arbeiter

Man nehme ein paar aufgeschnappte Wörter, schmeisse sie in einen Würfelbecher, schüttele ihn heftig und schon hat man einen Beitrag geschrieben.
Schon mal nachgeschaut, was Proletariat auf deutsch heißt?

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@SchakKlusoh

Es fehlt ein Komma zwischen ,,das Proletariat'' und ,,der Arbeiter'', wenn du/sie mir gestattest, sieh nach, meine Satzstellung ergibt durchaus Sinn. Ansonsten sind inhaltliche Mängel Ansichtssache und ich muss ihnen leider Mitteilen, das mich ihr Kommentar recht wenig interessiert.

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