Ist Ketamin schädlich?

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3 Antworten

Moin,

zunächst ist Ketamin wie auch S-Ketamin ein Narkosemedikament. Als solches sollte es auch gesehen werden, mit den entsprechenden Risiken. Ketamin hat eine wunderbare Eigenschaft: In korrekter Dosierung bewirkt es zunächst eine Schmerzfreiheit, dann eine Sedierung und bei höheren Dosierungen ein Ausschalten des Bewusstseins. Der Vorteil, aus dem Ketamin insbesondere in der Notfallmedizin gerne Verwendung findet: Im Gegensatz zu Opioid-Analgetika wie Fentanyl, Sufentanil etc. macht Ketamin erst sehr spät eine Atemdepression.

Dabei hat Ketamin jedoch nicht nur Vorteile: Ketamin verursacht, stärker als S-Ketamin, Halluzinationen, insbesondere Alpträume. Daher sollte man die Anwendung (ich rede jetzt nur von indiziertem medizinischem Gebrauch!!!!) mit einem Benzodiazepin, i.d.R. Midazolam kombinieren. Ketamin verursacht auch eine Hypersalvitation, also übermäßige Speichelproduktion. Wird die Dosierung zu hoch gewählt, kann dieser Speichel (wie alles andere natürlich auch, Erbrochenes etc.) durch unterdrückte Schutzreflexe aspiriert werden und zu den entsprechenden Folgen (Pneumonie, ARDS etc.) führen. Durch Anregung des Sympathikus werden Puls und Blutdruck gesteigert, was zu hypertensiven Krisen und Notfällen sowie zu tachycarden Herzrhythmusstörungen führen kann. Dies ist besonders bei älteren Menschen mit eingeschränkter Herzfunktion nicht ungefährlich. Mit steigender Dosierung kommt dann auch eine Atemdepression unter Ketamin zum Tragen. Es bestehen noch weitere Risiken, die ich jetzt allerdings nicht alle aufführen werde.

Ketamin als Droge zu Missbrauchen ist wie der Ritt auf einer Rasierklinge. Es mag Menschen den Kick geben, den sie wollen, aber wehe man übertreibt es und schneidet sich, dann geht der Schuss ganz gewaltig nach hinten los!

Hast du sonst noch Fragen?

Gruß!

danke erstmal für die Antwort. Ich habe noch eine Frage undzwar , ob und wie stark Ketamin den Körper zerstören kann wie zb Kokain?

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@disg21

Wie alle Suchtstoffe führt Ketamin im entsprechenden Anwendungskontext zu einer psychischen Abhängigkeit. Folgen langfristigen Missbrauchs können u.a. Ruhe- und Schlaflosigkeit sein. Die einzige direkt toxische Auswirkung von Ketamin, von der ich weiß, ist die auf die innere Auskleidung von Nieren, Harnleiter und Blase, das sogenannte Urothel. Dies trifft jedoch nur auf den langfristigen Missbrauch und nicht auf die klinische Anwendung zu. Indirekte Folgen z.B. des Bluthochdrucks und der Tachycardie nach der Einnahme dürfen jedoch auch nicht außer Acht gelassen werden, da z.B. eine akute Blutdruckspitze auch zu einer Hirnblutung führen kann. Letztendlich ist die Hirnblutung dann dem hohen Blutdruck geschuldet, dieser kann jedoch auf das Ketamin (genauso wie auf Kokain, Amphetamine, Ecstasy und so weiter) zurückgeführt werden. Die Einnahme der entsprechenden Substanzen ist in diesen Fällen dann mit hoher Wahrscheinlichkeit kausal.

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Ketamin (Ketanest) macht teilweise Albträume und schlimme Halluzinationen. Des Weiteren macht es,falsch dosiert, atemdepressiv... Sehr gefährlich das Zeug...

Belastet stark deine nebenhöhlen

Hat es noch andere 'Nachteile'? Kann man schnell abhängig werden?

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