Ist Jura wirklich so schwer und teuer, wie man immer hört?

... komplette Frage anzeigen

3 Antworten

Hallo stonedraccoon,

ich finde es zunächst toll, dass du dir schon Gedanken über Alternativen zum Psychologie Studium machst. Hier meine Gedanken dazu:

1. Wenn du eigentlich Psychologie studieren möchtest und das dein Traum ist (so war es bei mir damals auch), dann solltest du versuchen dich einzuklagen. Nimm dir einen Anwalt und besprich mit ihm die Möglichkeiten; die Erfolgsaussichten sind deutlich höher als in Fächern wie Medizin oder Zahnmedizin. Ich hatte seinerzeit übrigens auch einen Abi-Schnitt von 1,6... ;-)

2. zu den Kosten: Jura an sich ist zunächst nicht teuer. Aber es kommt auf Dauer schon Einiges zusammen: Die Bücher sind sehr teuer, vor dem Examen bezahlst du den Repetitor (zwischen 1.500 und 6.000 Euro, je nachdem wie groß die Gruppe ist). Danach folgt das Referendariat mit dem Zweiten Staatsexamen nach zwei Jahren. In dieser Zeit verdienst du lediglich ca. 800 Euro netto und musst entweder nebenbei noch zusätzlich arbeiten oder deine Eltern noch um etwas bitten. DANEBEN musst du aber v.a. bedenken, dass es heutzutage nicht einfach mit dem Studium und dem Referendariat getan ist. Zumeist benötigst du Zusatzqualifikationen wie Dr. und / oder LL.M. Dafür kommen dann auch noch mal ein paar Tausender zusammen, es sei denn, du erhältst ein Stipendium, was sehr schwierig werden dürfte.

3. Zur Schwierigkeit des Studienganges: Jura wird schwer. Zu Beginn des Studiums bekommst du es mit dem nötigen Lernaufwand noch gut in den Griff, aber nach einer Weile wird es deutlich komplexer und schwieriger. Du musst dir nur die Abbrecherquoten und die Examensstatistiken ansehen. Gute Noten werden kaum vergeben. Was du dir jedoch überlegen solltest: In Jura herrscht ein extremer Druck und Konkurrenzkampf. Jeder weiß, vom ersten Semester an, dass deine späteren Examensnoten über alles entscheiden. Entweder du hast Prädikatsexamina (schafft nur ein sehr geringer Teil der Absolventen), dann stehen dir alle Türen offen (Staatsdienst als Staatsanwalt / Richter oder Anwalt in Großkanzleien mit sechsstelligem Einstiegsgehalt). Oder deine Noten reichen nicht; dann darfst du dich in kleinen Kanzleien mit wenig Geld rumschlagen oder musst dich gar selbständig machen. Man ist dann sozusagen "Jurist zweiter Klasse". Du musst dir überlegen, ob du so einen Druck auf Dauer standhältst. Im Übrigen dauert die Ausbildung insgesamt im Schnitt 8 Jahre. 5 Jahre Studium, 2 Jahre Referendariat und dann Zweites Examen, wobei zwischen Erstem Examen und Beginn des Referendariats nochmals eine gewisse Zeit vergeht. Wenn du Dr. oder LL.M. machst, sind es gleich mal bis zu 11 Jahre insgesamt. Die meisten meiner Kollegen waren Anfang 30, als sie in den Beruf eingestiegen sind.

Abschließend kann ich sagen, dass ich die Entscheidung nie bereut habe. Aber das mag wohl auch daran liegen, dass ich einer der Glücklichen bin, der am Ende zwei gute Examina gemacht hat und dem damit alle Türen offen standen.

ich hoffe, das hilft dir! Wenn du noch weitere Fragen hast, bin ich gern bereit, dir weiter zu helfen.

Gruß

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Ich studiere Jura. Ist auf jeden Fall interessant. Und du zahlst halt nen Semesterbeitrag. Den zahlt aber jeder Student und immerhin hast du ne Fahrkarte und kriegst hier und da immer mal was billiger als Student. Bücher kosten teilweise auch ordentlich, kann man aber gut hinkriegen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von GhostHardware
02.07.2013, 00:33

Also, Geld ist eigentlich nicht das Problem. Und was die Schwierigkeit angeht: Es gibt schon leichtere Fächer, aber wenns einen interessiert, kann man auch das gut hinkriegen. Zäh ist es manchmal, das stimmt, aber es gibt auch genügend Momente, in denen man das gerne macht und bei denen die Zeit auch recht schnell vergeht. Ich kans empfehlen.

0

Ich habe ein paar Freunde, die Rechtswissenschaften studieren. Zusammenfassend kann ich sagen: Die haben wenig Freizeit, müssen vieeel (auswendig) lernen, immer Vorlesungen vor allem Seminare besuchen, die trocken sind, und das Studium ist teuer.

Aber, da das genau ihr Bereich ist, ziehen die das durch und sind zufrieden.

Nachtrag: Du wolltest Psychologie studieren, wenn das dein Traum ist, dann mach das. Dein Notendurchschnitt sollte keine Hinderung sein. Mit 1,6 hat man Chancen und Möglichkeiten. Such dir Wege. Hab ne Freundin, die mit 2,4 Psychologie studiert und eine andere mit 2,3 Medizin! Die haben gekämpft...!

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?