Ist Jesus nach Indien geflohen?

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Die Bibel leidet darunter, dass Kaiser Konstantin I sich die Überlieferungen gefügig gemacht hat; der Kaiser, der überzeugt vom Sonnenkult war, und zeitlebens Polytheist geblieben ist, hatte vorrangig Machtinteressen. (Auf dem Sterbebett habe er sich taufen lassen, und sei dann "ohne Sünde" verstorben). Neben den fest im Glauben stehenden Fundamentalisten gibt es auf beiden Seiten allerlei "Merkwürdigkeiten", die meist glaubwürdiger sind, oder die sogar beweisbar sind. Hinsichtlich der Jesus-in-Kaschmir Diskussion möchte ich darauf hin-weisen, dass die Nachkommen der "verlorenen Stämme" der Juden noch heute in Kaschmir siedeln; diesen zu predigen sei lt. Ahmadiyya seine Aufgabe gewesen. Eine ältere Quelle wäre interessanter, wenn sie nicht so stark verstümmel wäre: aus den Reiseberichten des venetianischen Kaufmanns Marco Polo sind die Stellen getilgt, die über Kaschmir berichten. Mit einiger Sicherheit war er dort; als ihm auf dem Sterbebett nahegelegt wurde, seine "Lügengeschichten" zu widerrufen habe er abgelehnt, und geantwortet, nicht einmal die Hälfte von dem berichtet zu haben, was er tatsächlich erlebt hätte.

Es ist eine Tatsache, dass die Hypothese von Jesus' "Flucht" nach Indien gut in das Programm der Ahmadiyya passt; damit ist aber noch nicht gesagt, dass diese Gruppe auch Urheber der Überlieferung ist; nur dass deren Verkündigung heutzutage eben dominiert. Allewegen streiten sich verschiedene "gläubige" Fundamentalisten untereinander, und zusätzlich gibt es Streit mit Vertretern des wissenschaftlichen Stils, bzw. mit Vertretern der sachlichen Reportage. Darum lautet mein Vorschlag an HOPEx: den diesbezüglichen Glauben zu reduzieren, aber die Aufmerksamkeit auf erreichbare Fakten und auf mögliche Plausibilität zu konzentrieren. (Konkret: 1. DNA-Studien über Semiten-in-Kaschmir, "die verlorenen Stämme", sind möglich; dem Vatikan sind weitere, ggf. geheime DNA-Studien möglich. 2. Die Plausibilität der Bibel-von-heute ist an mehreren Stellen umkehrbar: 2a. Der Jünger Petrus könnte die reine Wahrheit gesagt haben, anstatt seinen Lehrmeister 3x zu verleugnen. 2b. Der Hahn, ein Tierstimmen-Immitator, als "Handy" der Antike. 2c. In der "Leidensgeschichte" könnte es nicht nur einen, sondern zwei Statisten/Doppelgänger gegeben haben, von denen einer nicht sprechen konnte. 2d. Mit ausreichender Bestechung kann eine Truppe leicht statt des Geküssten, den Küssenden verhaftet haben; wenn man nicht der europ. Malerei glauben will.

Definitiv ist Jesus nicht nach Indien geflohen. Wie es zu dieser eigenartigen Ansicht kam, ist in der Antwort von "helmutwk" nachzulesen.

Ergänzen könnte man noch folgende Aussage von dem Theologen Robert Price, Selma/USA über Thomas: "Zeitgenössische Informationen gibt es nicht. In frühen christlichen Legenden steht, dass Thomas, der oft als 'Zwillingsbruder' von Jesus galt, nach Indien ging, um das Evangelium zu verkünden."

Wer wirklich etwas über Jesus wissen möchte, muss die 4 Evangelien und den Anfang der Apostelgeschichte lesen. Dort findet man, dass Jesus nach seiner Auferstehung 40 Tage bei den Jüngern war (Apg 1,3) und anschließend in den Himmel aufgefahren ist (Apg 1,9-11).

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