ist jeder Verschwörungstheoretiker psychisch krank?

16 Antworten

Bei einigen Verschwörungstheoretikern liegt wohl eine paranoide Schizophrenie vor. Das dürfte aber nicht alle Leute betreffen.

Bei anderen Betroffenen dürfte es daran liegen, dass sie sich immer mehr in ihre Scheinwelt begeben, wenn sie auf Widerstand bei ihrer Umgebung treffen. Hier passt eher die Theorie der kognitiven Dissonanz. Die geht nicht von einer psychischen Störung aus.

Es gibt psychisch Kranke unter Verschwörungstheoretikern.

Aber die meisten sind ziemlich einfach gestrickt und haben ein unbearbeitetes Intelligenzfeld, wodurch sie sehr schnell mitmachen, wenn es eine sehr einfache Lösung gibt. Und "die Juden sind schuld" ist eine sehr einfache Lösung. Damit hat man die Ursachen schon gefunden. Wenn man die tatsächlichen Ursachen feststellen will, braucht es viel Aufwand, man muss viel nachdenken, kritisch hinterfragen und das braucht eine Menge Zeit.

Jein. Das Vernarren in Verschwörungstheorien KANN ein Hinweis darauf sein, dass man nach irgendwelchen trivialen Wahrheiten und Lebenssinnen sucht, was wiederum Ausdruck mangelnder Selbstreflektiertheit sein kann, da es so etwas nicht gibt und wir alle einmal sterben werden. Aufgrund letzterer Tatsache kann man aber auch viele grundsätzliche politische Einstellungen, die zu sehr ins Idealistische (man kann auch sagen Ideologische) abdriften, für krankheitsbedingt erklären, da die Leute die Welt zu verbessern suchen, die sie früher oder später eh verlassen werden.

Krank würde ich nicht sagen.

Viele dieser Theoretiker leben halt in einer eigenen Welt bzw. sind in diese Mini-Universum gefangen und sind für sachliche Argumente nicht mehr zu haben.

An Verschwörungstheorien glaube ich eher nicht.

Zweifel habe ich nur, dass J.F. Kennedy 1963 von einem Alleintäter in Dallas ermordet wurde.

Alle anderen gängigen Verschwörungstheorien, z.B. waren Menschen auf dem Mond oder war das ein Fake, 9/11 eine Riesen Verschwörung und Coronavirus auch nur ein Fake der Regierung, sind wissenschaftlich widerlegt.

Woher ich das weiß:Hobby – Ich beschäftige mich seit 35 Jahren mit diesen Themen

Eine Psychose hat nicht zwangsläufig was damit zu tun, also nein. Es liegt an was anderem. Man kann es mit der Wahrnehmungslehre ausreichend erklären.

Unsere Wahrnehmung und somit unsere Realität konstruiert sich aus den Informationen, die wir über unsere Sinne aufnehmen und interpretieren.

Grundsätzlich sind alle Informationen die wir über die Medien aufnehmen eine Medienrealität und keine Erfahrungsrealität, da wir sie nicht direkt wahr nehmen. Kaum einer unterscheidet bewusst seine Medienwelt von seiner direkten Erfahrungswelt. Wenn man jetzt versucht Informationen, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben, zusammen zu bringen um sich etwas zu erklären, bildet man in einer Überlegung Zusammenhänge, die nicht unbedingt der Wahrheit entsprechen. Man kann das dann als unbegründet Hypothese stehen lassen, oder wie ein Kind mit der Realität verwechseln. Das kommt auf die entwicklungspsychologischen Reife drauf an.

Wenn man dann versucht diese Zusammenhänge zu überprüfen und man findet weitere Punkte die diese "Realität" bestätigen, bestätigt sich dieses Weltbild mehr und mehr für diese Person. Fehler entgehen einem da schnell. Sie gehen dabei nämlich nicht immer unvoreingenommen an die Überprüfung heran, indem sie die Informationen sorgfältig aussortieren, sondern kucken sich das schon mit dieser unbegründeten Hypothese an und erhärten damit ihre Realität. Das ist ein Bestätigungstrugschluss.

Die meisten neigen nämlich dazu nur ein Weltbild in Betracht zu ziehen und verwerfen das alte komplett, wenn ein neues Ihnen als wahrer erscheint und übernehmen es mitsamt allen Fehlern. Das ist einfach entwicklungspsychologisch unreifes Denken. Dabei sollte man gerade sich widersprechende Weltbilder genauer gegeneinander abgleichen. Und beides auf Fehler überprüfen.

Tatsächlich sind sehr wenige Menschen so selbstreflektiert und kritisch gegenüber ihrem eigenen Weltbild, dass sie mehrere Weltbilder sich aneignen und diese einfach als Hypothesen stehen lassen zu können. Entweder sie übernehmen ein Weltbild als ihre Realität oder sie blockieren es ohne es anszuschauen. Kaum einer geht hin und überprüft jedes Thema wirklich in der Tiefe ohne sich davon irgendwann einnehmen zu lassen.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung

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