Ist Intelligenz genetisch weitergegeben/vererbt oder erlernt/beigebracht bzw. erzogen? Oder beides? Und inwiefern?

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8 Antworten

Allgemein wird angenommen, dass Intelligenz größtenteils vererbt wird, die Erziehung aber noch rund 30 IQ Punkte ausmachen kann (Zwillingsstudien).

Dazu muss man aber wissen, dass der Begriff "Intelligenz" ganz und gar nicht genau definiert ist. Oft meint Intelligenz nur kognitive Fähigkeiten - auch ein Problem unserer Gesellschaft, denn soziale Intelligenz, Kreativität etc sind doch mindestens genauso wertvoll, nur eben nicht so leicht messbar.

Meine Lieblingsdefinition dazu ist von Boring: Intelligenz ist das, was ein Intelligenztest misst.

Also ja, der offizielle wisseschaftliche Konsens ist eine Mischung aus Genetik und Erziehung+Umwelt, wieviel ausssagekraft das hat, wenn man nicht einmal so genau weiß, was Intelligenz jetzt sein soll, sei dahingestellt.

Hallo!

Ich bin der Ansicht, dass Intelligenz - die aber als nackter IQ-Wert relativ nüchtern im Raum steht und wenig aussagt - durchaus auch vererblich ist, aber man sich das, was man als "praktisches Denken" kennt oder als Lebensweisheit, im Alltag antrainiert ------> man profitiert von jeder menschlichen Erfahrung, die man in Schule, Beruf, Familie oder Beziehung macht & lernt dadurch, differenzierter und reifer zu denken. 

Ich bin vollkommen davon überzeugt, dass Intelligenz zum großen Teil angeboren ist, aber durch Erziehung und durch Lernen, enorm vorangetrieben werden kann.

Individuelle Förderung ist das A und O. Minder bis normal intelligente Schüler kommen in normalen Schulen oftmals nicht weiter, weil sie von den Lehrern nicht individuell gefördert werden können. Sie müssen durch Nachhilfe unterstützt werden und das kostet den Eltern zusätzlich richtig viel Geld.

In privaten Schulen sieht das anders aus. Dort sind kleinere Klassen, die Lehrer haben einen zusätzlichen Auftrag, sich individuell um jeden einzelnen Schüler zu kümmern und ihn voranzubringen, aber die kosten auch wieder Geld.

Im Prinzip beides. Du musst differenzieren zwischen Intelligenz und Bildung.

Intelligenz ist sozusagen das Potential und das ist vererbbar. Wenn die Eltern sehr intelligent waren, dann hat das Kind einen größeren "Potentialspielraum", also die Kinder werden auf der Intelligenzskala eher weiter oben landen. ABER sie können auch sau dämlich werden. Das gleiche bei dummen Eltern, die Kinder werden eher weniger Intelligent sein, ABER sie können auch Einstein Level erreichen. (Diese Unterschiede sind aber nur sehr sehr gering, Evolution spielt sich nicht von der einen auf die andere Generation ab, sondern über viele Zyklen)

Also hat diese Vererbbarkeit auf den Einzelnen überhaupt keinen Einfluss, du kannst auch mit dummen Eltern intelligent werden, du hast es nur vermutlich etwas schwerer. Statistisch ist es nur wahrscheinlicher, dass ein Kind von schlechter gestellten Eltern selbst eher im gleichen Kliente verweilt, aber es ist nicht unmöglich intelligent zu werden.

Intelligenz ist etwas was man trainieren kann, durch kritisches Denken und hinterfragen von Sachverhalten, durch Interesse und Neugier. Aber, man muss früh damit anfangen, weil das menschliche Gehirn sich niemals so schnell entwickelt wie in der Kindheit. Das heißt um so mehr du dein Hirn schon als Kind bemühst um so bessere Chancen hast du Intelligent zu werden.

Bildung ist nicht vererbbar, das hat ausschließlich damit zu tun wie viel Zugang du zu Informationen hast und wie gut dir diese vermittelt werden. Bildung wird erworben und beigebracht. Natürlich fällt es dir leichter Bildung zu erlangen, wenn du intelligent bist.

"Intelligent" ist meines Erachtens nicht die Fähigkeit schnell Formeln zu lösen, sondern eine Bezeichnung für Menschen mit offenem, freien Geist und Fähigkeit zur Kreativität. Ein Geist der sich nicht frei entwickeln kann, weil er von Geburt an mit Allah, Jehova, irgendwelchen Traditionen und gesellschaftlichen Zwängen zugemüllt wird, wird auch nie über den Tellerrand sehen.

Ich denke einen Großteil macht der Freiraum in der Erziehung aus.

Falls du Intelligenz im Sinne von Bildung meinst, dann ist das denke ich schon bis zu einem gewissen Grad genetisch vorgegeben.

Da scheiden sich die Geister. Und es gibt sowohl Belege für die Vererblichkeit als auch für die Möglichkeit, Intelligenz zu fördern (vor allem in der Frühkindheit).

Das erste Problem ist schon, dass "reine Intelligenz" so gar nicht messbar ist. Jeder bekannte Intelligenztest bezieht Bildungsaspekte mit ein. Nur sehr dumme bzw. ignorante Psychologen leugnen das weg. Du kannst quasi jede mitzubringende Voraussetzung als Bildung ansehen.

Wenn Du bpsw. im Bereich von Fragen zu Geometrie und räumlichem Vorstellungsvermögen regelmässig mit eckigen Objekten zu tun hast, die dementsprechend Winkel bilden, gilt das als "natürliche Intelligenz".

Aber was wäre nun, wenn Du ein Urwaldindianerkind einem mitteleuropäischen Kind gegenüber setzt und vergleichst? Das mitteleuropäische Kind hat bereits mit Bauklötzen und Lego gespielt. Das Urwaldindianerkind hat womöglich niemals in seinem Leben einen rechten Winkel gesehen. Denn: in der Natur gibt es die nicht!  Natürlich gibt es nur mehr oder weniger runde Formen und sehr selten durch Zufall Winkel.

Das Kind mit der Bauklotzerfahrung wäre klar im Vorteil, etwas mit Geometrie zu machen, nicht wahr?

Aber man kann nichts sauber vergleichen, wenn man es gar nicht messen kann (!)

Daran scheitern bereits sämtliche Versuche, dieses Rätsel aufzuklären. Sie gelingen nur in den Augen derjenigen, die in den Messmethoden partout nicht zweifeln wollen.

Wie intelligent die sind, lass ich mal dahingestellt sein :)

Beides ist richtig.

Beides

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