Ist Intelligenz eine moralische Kategorie?

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Intelligenz bedeutet allgemein Klugheit, also eine Fähigkeit des Verstandes. Intelligenz ist die Leistungsfähigkeit der Erkenntnisvermögen, etwas zu erfassen, zu verstehen und Probleme zu lösen.

Intelligenz ist nicht an sich ein moralischer Begriff bzw. eine ethische Kategorie. Es gibt aber einen Bezug zur Ethik, bei einem richtigen oder falschen Einsetzen des Denkvermögens bzw. bei einem vorhandenen oder fehlenden bzw. mangelhaften Gebrauch.

Aristoteles hat von den Tugenden/Vortrefflichkeiten/Vorzügen des Charakters, den ethischen Tugenden (ἀρεταὶ ἠθικαί) die Tugenden/Vortrefflichkeiten/Vorzügen des Verstandes, die dianoetischen Tugenden (ἀρεταὶ διανοητικαί) unterschieden. Zu den Verstandestugenden gehört (vgl. vor allem Aristoteles, Nikomachische Ethik, Buch 6, Kapitel 5 und 8 – 13) die Klugheit/praktische Vernunft (φρόνησις).

Praktische Vernunft bedeutet, allgemeine Prinzipien einzusehen und sich auf dieser Grundlage mit Hilfe von Erfahrung und Fähigkeit zur konkreten Anwendung ein Urteil im Einzelfall zu bilden und im Handeln danach zu richten. Das Handeln kann als vernünftig gerechtfertigt werden.

Intelligenz kann auch als Voraussetzung für die Möglichkeit sittlichen Handelns betrachtet werden.

Immanuel Kant, Kritik der praktischen Vernunft, A 226: „Also ist das höchste Gut in der Welt nur möglich, so fern eine oberste Natur angenommen wird, die eine der moralischen Gesinnung gemäße Kausalität hat. Nun ist ein Wesen, das der Handlung nach der Vorstellung von Gesetzen fähig ist, eine Intelligenz (vernünftig Wesen) und die Kausalität eines solchen Wesens nach dieser Vorstellung der Gesetze ein Wille derselben.“

A 45: „Die Vernunft bestimmt in einem praktischen Gesetze unmittelbar den Willen, nicht vermittels eines dazwischen kommenden Gefühls der Lust oder Unlust, selbst nicht an diesem Gesetze, und nur daß sie als reine Vernunft praktisch sein kann, macht es ihr möglich, gesetzgebend zu sein.“

Bei Kant ist der kategorische Imperativ („Handle so, daß die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne.“) ein „Grundgesetz der reinen praktischen Vernunft“ (Kritik der praktischen Vernunft, A 54). A 57: „Reine Vernunft ist für sich allein praktisch, und gibt (dem Menschen) ein allgemeines Gesetz, welches wir Sittengesetz nennen.“

Ja und Nein. Die Moral ist aus der Gesellschaft heraus ein geprägter Rahmen. Intelligenz ist in ihrer Definition gesellschaftlich genormt. Intelligenz kann bei einem Menschen künstlich erzeugt sein. Z. B. Fremdes angelesen jedoch selbst nicht angenommen. Ich benutze eher das Wort Weisheit, denn die ist wahre Intelligenz. Ein weiser mensch ist menschlich, ein intelligenter? VG K.

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