Ist Homosexualität wirklich "normal" und in der Natur vorgesehen?

... komplette Frage anzeigen

24 Antworten

Nach dem Sinn zu fragen, ist manchmal etwas müßig. Reicht es nicht zu erkennen, dass es so ist und sich damit zu frieden zu geben, dass man es nicht immer verstehen muss?

Ich will aber gerne auf deine Frage eingehen. Wonach beurteilt man, ob etwas normal und in der Natur vorgesehen ist? Indem man nach wiederkehrenden Regeln und Mustern sucht, die die Natur vorgibt. Wenn man das so sieht, dann lässt sich leicht folgendes Erkennen:

1. Homosexualität gibt es bei vielen Spezies, und noch keine ist deswegen ausgestorben. Menschen sind auch nur eine Spezies von vielen.

2. Es ist stets so, dass nur ein sehr kleiner Prozentsatz einer Population homosexuell ist. 

3. Dieser kleine Prozentsatz hingegen kann als eine Konstante angesehen werden, wir wissen, dass es zu jeder Epoche der Menschheit Homosexuelle gegeben hat - nur die Art und Weise wie man damit umgeht, hat sich gewandelt. Ich denke wir können ruhigen Gewissens sagen, dass Homosexualität im Tierreich eine ähnlich lange Geschichte hat und nicht nur eine Erfindung der Neuzeit/des Westens/ der Homolobby ist, wie man der menschlichen Homosexualität so gern unterstellt. 

Daraus lässt sich für mich eigentlich nur folgendes Schlussfolgern: 

Es ist eine natürliche Konstante der menschlichen Spezies (sowie auch vieler anderer Spezies), dass stets ein kleiner Prozentsatz homosexuell ist. Homosexualität ist somit etwas Natürliches und Normales. 

Ich möchte darauf hinweisen, dass das häufige Argument, die Norm ist das, was die Mehrheit ausmacht, falsch ist. Wenn man sich die Weltbevölkerung anschaut, so wäre die Norm zum Beispiel schwarze Haare. Rothaarige wären wahrscheinlich mit nicht einmal 1% vertreten. Daraus jetzt zu Schlussfolgern, sie wären unnormal und unnatürlich, ist genauso falsch wie die Schlussfolgerung Homosexualität wäre unnormal, weil es ja nur ca. 5% der Bevölkerung sind. 

Im Übrigen gibt es zwar 100e von dokumentierten Spezies, bei denen Homosexualität vorkommt, aber nur eine einzige - der Mensch - die Homophobie kennt. Hier möchte ich meinen, ganz klar etwas Unnatürliches zu erkennen: Homophobie. 

Und jetzt zum Zweck von Homosexualität:

Jede Spezies hat eine eigen Strategie, die sich herausgestellt und dafür gesorgt hat, dass es sie heute noch gibt. Während Insekten und Fische einfach Hunderte von Eiern und somit Nachkommen in die Welt setzen, um die Chancen zu erhöhen, dass ein paar das Erwachsenenalter erreichen, funktioniert das beim Menschen und den meisten Säugetieren anders. 

Dazu darf man allerdings nicht unsere heutige Gesellschaft als natürliche Umgebung betrachten, sondern eher die Affen, die gerade noch in einer Sippe leben, denn das ist der Ursprung unserer natürlichen Entwicklung, unserer Spezies. Dann schauen wir uns mal unsere Spezies an. Wir brauchen 9 Monate, um überhaupt ein Kind in die Welt zu setzen, und sagen wir mal mindestens 15-20 Jahre, um es wirklich überlebensfähig zu machen. Wie sorgen wir also dafür, dass wir eine Umgebung schaffen, in der die Nachkommen überleben? Na klar - so viel Vermehrung wie möglich, aber irgendwann sind auch alle Weibchen schwanger und es gibt bald mehr Kinder und Schwangere als es erwachsene gibt, die sich um die Sippe kümmern können. Es ist also überhaupt nicht notwendig, dass sich ALLE Erwachsenen der Sippe an der Fortpflanzung beteiligen, ein paar reichen aus. Es nämlich viel sinnvoller, noch genügend weitere Erwachsene zu haben, die sich der Sippe zugehörig fühlen, die sie verteidigen und sich kümmern, die aber nicht zwangsläufig selbst noch mehr Nachwuchs produzieren. Und so stärkte es eine urzeitliche Affen-Menschen-Sippe durchaus, wenn da ein paar Schwule Onkel und Tanten dabei sind, die zusätzlichen Schutz und Fürsorge bieten. 

Unsere heutige Version von Zwei Eltern, 4 Großeltern, und viele Kinder wäre damals nicht Überlebensfähig gewesen.

Wenn man also die Frage stellt "Ist homosexualität natürlich" muss man sich unsere Spezies zu einem Zeitpunkt betrachten, wo sie selbst noch "natürlich " war. Und da lassen sich aus meiner Sicht durchaus logische Argumente finden, warum Homosexualität zumindest nicht nachteilig ist. 

Aber all das ist akademisch, wir sind heute in einer Zeit, wo man doch bitteschön so weit sein sollte, dass es möglich ist, jedem Menschen zu erlauben zu lieben, wen er lieben will - egal ob das für Außenstehende einen Sinn ergibt und nicht. 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von loema
04.02.2016, 15:48

Danke für deine Erlärung! Vielen Dank!

0

Es gehört zur normalen Variationsbreite in der Natur. Es gibt oft Variationen, die nicht wirklich nützlich sind, andererseits aber auch nicht schaden. Menschen haben verschiedene Augenformen, aber man kann nicht sagen, dass z.B. Asiaten ein "kleineres Gesichtsfeld" hätten (haben sie nicht).

Ein kleiner Prozentsatz HS in der Population schadet nicht. Es gibt ja auch heterosexuelle Menschen, die nicht fruchtbar sind (oder aus anderen Gründen keine Kinder bekommen können). Übrigens gibt es nicht wenige bisexuelle Menschen, die Kinder haben.

Man weiß von wildlebenden Bären, dass sie manchmal fremden Bärennachwuchs töten (daher gehen weibliche Bären mit Jungen ihnen oftmals aus dem Weg). Das ist nicht nützlich für die Population (höchstens nützlich für die Weitergabe der eigenen Gene, was aber wieder was anderes ist).

Die Natur geht nicht immer den Weg der Quantität. Menschen haben auch nicht 3 Augen, und Hunde haben nicht 10 Nasen. Oft setzt die Natur auf Qualität, und wenn nicht die "maximal mögliche" Anzahl von Nachkommen herauskommt, so ist das keineswegs unnatürlich.

Wir Menschen sind keine Kaninchen. Wenn dem so wäre, müsste man alle jungen geschlechtsreifen Leute wild in der Gegend rum... lassen (ohne Verhütung), aber das ist heutzutage in fast allen Kulturen verpönt. Bei uns zählt ja auch Ausbildung, Beruf usw.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was ist "normal"? Normal bedeutet, dass etwas der Norm entspricht. Das ist die eigentliche Definition und nichts aderes. Da geschätzt lediglich ca. 2-10% der Weltbevölkerung homosexuell ist, ist das nicht die Norm, also strikt nach Definition nicht "normal" – Was aber nicht heißt, dass das in irgendeiner Weise abwertend wäre.
Zum Vergleich: 10% der Weltbevölkerung sind Linkshänder und dementsprechend nicht "normal". Dennoch würde heutzutage niemand auf die Idee kommen, Linkshänder als nicht normal zu bezeichnen. Ich denke (und hoffe), dass das bald auch bei Homosexualität der Fall ist.

Welchen Sinn das macht – keine Ahnung. Aber muss etwas Sinn ergeben, um seine Existenz zu rechtfertigen? Mag sein, dass Homosexialtät ein ungewollter "Unfall" der Natur ist. Aber genau so sind es auch Linkshändigkeit, Haarfarbe, angewachsene Ohrläppchen, die Fähigkeit zum "Zungenroller" etc. Wenn wir das ganze noch weiter zurück verfolgen, war es auch ein Unfall, dass ein paar Moleküle angefangen haben, sich selbst zu replizieren und dabei versehentlich das Leben entstanden ist (welches, kosmisch betrachtet, zum Sinnfreiesten überhaupt gehört).

Und auch wenn sich homosexuelle Tiere (der Mensch eingeschlossen) tendentiell eher nicht fortpflanzen, so erfüllen auch sie – mal ganz nüchtern betrachtet – eine Funktion, indem sie z.B. Nahrung sammeln, Feinde abwehren oder sich um den Nachwuchs der Geschwister kümmern (deren Gene sich ja zum großen Teil mit den eigenen decken, wodurch das eigene genetische Material indirekt weitergegeben wird).

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von hertajess
04.02.2016, 09:01

Grandios formuliert. :)))

2

Ich sage mal so - es gibt auch Homosexualität bei Tieren insofern sollte es natürlich sein. Soweit ich weiß gibt es Affenarten die auch sexuellen Kontakt zu gleichgeschlechtlichen Partnern suchen. Soweit ich mitbekommen habe, dient es der Entspannung. Insofern gehe ich davon aus dass diese auch eine wichtige Rolle spielt.

Grundsätzlich muss allerdings nichts einen "Sinn" ergeben. Alles ist Evolution und die lässt alle Spielarten zu die möglich sind. Sonst gäbe es Homosexualität schlichtweg nicht.

Und global gesehen hat keiner was davon es als "unnormal" zu bezeichnen weil es Fakt ist dass es homosexuelle Menschen gibt und das nicht wenige. Niemand wird das ändern können nur weil er plötzlich angeblich nicht mehr normal ist.

Komische Antwort vielleicht aber es sollte egal sein. Weil eine Änderung der Einstellung nur die Einstellung ändern kann nicht aber die Fakten.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Wenn du natürlich sexuelles Begehren nur auf Fortpflanzung und ihren Erfolg beschränkst wäre es evolutionär unnormal. Aber dann müsste jede Frau mit Beginn der Wechseljahre tot umfallen da ihre evolutionäre Aufgabe erfüllt ist.

Aber (zum Glück) ist Evolution nicht so kleinkariert und schielt weiter über den Tellerrand, probiert immer etwas Anderes und Neues, es könnte ja einen Vorteil bieten.

Mein Tipp Homosexualität ist vorhanden und ein Teil der Natur, also ist sie natürlich....und ansonsten gilr:

Pervers ist wenn es einem der Beteiligten Personen, Pflanzen oder Tierarten keinen Spaß mehr macht.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von angelohn
03.02.2016, 11:56

Vorhanden defintiv - nur die Frage wieviel davon von den Genen abhängt. Aufgrund der Grundlegenden Funktion der Evolution -das ist nur meine Meinung- dürfte es weniger von Genen mehr von Sozialen / Psychischen Aspekten abhängen.

0
Kommentar von 5000steraccount
04.02.2016, 08:18

Zu deinem "Aber dann müsste jede Frau mit Beginn der Wechseljahre tot umfallen da ihre evolutionäre Aufgabe erfüllt ist" - früher war die Lebensdauer von Menschen nicht viel mehr als 40 Jahre, also kommt das schon hin mit deiner Theorie zu den Wechseljahren. Nur dank besserer Ernährung, moderner Kentnisse und Medizin werden die Menschen mittlerweile so alt.

0
Kommentar von Meatwad
04.02.2016, 12:08

Die Antwort ist ja ok. Allerdings finde ich es eher unvorteilhaft, die Evolution so zu anthropomorphisieren, da dies nur zu noch mehr Missverständnissen führt.

0

Das Gegenteil von natürlich ist künstlich. Ist alles Natürliche immer gut und alles Künstliche immer schlecht? Wenn man an natürlichem Schlangengift, einer natürlichen Naturkatastrophe oder einem natürlichen Löwenbiss stirbt, dann ist das  gut, aber künstliche Medikamente, künstliche Schulen und künstliches fließendes Wasser sind immer schlecht? Wir Menschen ragen durch unsere Denkfähigkeit heraus, das macht uns besonders. Wir verändern die Natur so, dass wir überleben und deshalb entwerfen wir künstliche Dinge, die uns schützen und uns ein besseres Leben bereiten sollen. Sind diese
Dinge schlecht, weil sie nicht natürlich sind?

Darüber hinaus ist bei mindestens 1500 Tierarten homosexuelles Verhalten beobachtet worden. Diese Befunde sind gut dokumentiert und nur die Spitze des Eisbergs. Homophobie ist lediglich bei einer Spezies dokumentiert worden. Außerdem sind 80 Prozent der Zwergschimpansen bisexuell. Unter Pinguinen konnte man zehn Prozent homosexueller Paare ausmachen, die auch kleine Pinguin-Waisen adoptieren. Bei Vaterschaftstests in einer Möwenkolonie ermittelten verblüffte Zoologen eher zufällig, dass 20 Prozent der Paare dasselbe Geschlecht hatten. Bei Zwergkakadus soll die Homosexuellen-Quote 40 Prozent sein.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Ja, Homosexualität kommt wirklich in der Natur vor. Unter anderem hat das den Sinn, dass homosexuelle Paare, die selber keinen Nachwuchs produzieren, sich um die kümmern, deren Eltern sterben oder sich aus anderen Gründen nicht kümmern. Sekundäre Sicherung des Artenfortbestands sozusagen. Das gibt es bei erstaunlich vielen Tierarten, Homophobie existiert dagegen nur bei den Menschen..

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Homosexualität ist auf jeden Fall ein natürliches Phänomen. "Normal" ist eine menschliche Kategorie und frei wählbar. Was dem einen normal vorkommt ist für den anderen ganz schrecklich.

Religiös wird HS oft als "unnormal" abgelehnt. Eine Kirche oder Sekte hat umso mehr Macht, je mehr Anhänger sie hat. Daher geht die Sexualmoral in der Regel in die Richtung, möglichst viele neuen Gläubigen zur Welt zu bringen. Alles andere wird verboten. Aus demselben Grund, nämlich möglichst viele Anhänger zu haben, wird oft auch die Heirat mit Andersgläubigen verboten.

Die Evolution hat kein Ziel und keine Absicht. Sie hat lediglich das Bestreben zu immer höheren Ordnungsstrukturen. Nicht alles, was die Evolution erzeugt, muss nach menschlichen Maßstäben sinnvoll sein. Entscheidend ist nur, dass eine Änderung des Genoms die Überlebenswahrscheinlichkeit der Art nicht reduziert oder noch besser, sie sogar verbessert.

Tatsache ist jedenfalls, dass Homosexualität eine Art nicht so "schwächt", dass sie ausstirbt. Also bleibt sie erhalten.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Mit meiner Antwort bewege ich mich auf sehr dünnem Eis und werde vermutlich einige Menschen beleidigen. Ich spreche hier rein aus Sicht der harten Natur, wie sie für wildlebende Tiere heute noch ist und für Menschen auch einmal war.

Es gibt einen großen Unterschied zwischen "natürlich" und "normal". Nur weil es etwas in der Welt gibt, heißt es nicht, dass das unbedingt "normal" sein muss. Zum Beispiel hat ein normaler Mensch ein großes Verlangen nach Sex, das ist ganz natürlich. Wenn jetzt jemand aber asexuell ist, ist das nicht normal, nicht von der Natur vorgesehen. Und trotzdem existiert dieses Phänomen. Oder, extrem gesagt, nur weil einige Menschen durchdrehen und zu Serienmördern werden, ist dieses Verhalten noch lange nicht "normal" oder "natürlich".

Biologisch gesehen ist auch Homosexualität nicht normal. Dass etwas in der Natur vorkommt, bedeutet halt nicht unbedingt, dass es - aus Sicht der Evolution - gewünscht ist. Es gibt vereinzelt z.B. Mutationen, Behinderungen, Missbildungen von Körperteilen, Verhaltensstörungen. Das ist aber nicht von der Natur beabsichtigt und dient auch keinem höheren Zweck. Es ist, sozusagen, ein Fehler in der Produktion. Der Sinn des Lebens, aus biologischer Sicht, besteht nunmal darin, so viele gesunde, starke und lebensfähige Nachkommen wie möglich zu zeugen. Alles, was davon abweicht, bringt die Evolution nicht voran. 

Ich weiß aber auch nicht, was daran so schlimm sein soll, "unnormal" zu sein. Auch wenn ein Mensch sehr still ist, sehr klug oder ein fotografisches Gedächtnis hat, ist das nicht "normal". Und weiter? Wenn die Mehrheit der Menschen die ganze Zeit zu behaupten versucht, dass Schwule "normal" sind, bedeutet das ja in gewisser Weise, dass sie "Unnormalsein" für was Schlechtes halten, das man unbedingt ändern muss. Und ist DAS nicht irgendwie auch auf eine gewisse Art und Weise intolerant?

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von scorpion87
04.02.2016, 08:59

"Der Sinn des Lebens, aus biologischer Sicht, besteht nunmal darin, so viele gesunde, starke und lebensfähige Nachkommen wie möglich zu zeugen." 

Das ist so nicht richtig. Denn dann wären uns Insekten und Fische weitaus überlegen, die viel mehr Nachkommen mit einem mal erzeugen. 

Der Sinn des Lebens für eine Spezies besteh aus biologischer Sicht besteht darin so viele nachkommen wie möglich überhaupt in ein Lebensfähiges alter zu bekommen. Und da hat jede Spezies ihre eigene Strategie. 

Man kann eine Spezies nicht nur nach der Geburtenrate charakterisieren, sondern muss auch die Spezifika der Spezies betrachten, beim Mensch seine Fähigkeit zu sozialen gebilden sowie die lange Zeit die er braucht, bis er überlebensfähig ist.

Ich male als Beispiel mal ein Bild: der Mensch vor 20000 Jahren in der Urzeitsippe. Frauen sind 9 Monate Schwanger, Kinder brauchen mindestens 15 Jahre bis sie überlebensfähig sind. Wenn sich alle nach Ihrem Prinzip nur ständig fortpflanzen ist das nicht unbedingt sinnvoll - denn irgendwann sind schließlich alle Frauen Schwanger. Punkt. Und unsere Spezies hat einen viel sinnvolleren Mechanismus gefunden, das Überleben zu sichern - den Drang nach sozialen Beziehungen. Deswegen war es auch schon damals in der Sippe absolut sinnvoll, wenn nicht jedes Männchen den Drang hatte, sich paaren zu müssen. Zum überleben der Sippe, und zum Schwängern aller Weibchen ist das überhaupt nicht notwendig. Was aber notwendig ist, sind genügend Erwachsene in einem sozialen Verbund, die sich nicht alle um die letzten Weibchen streiten, sondern die für die Sippe, den Nachwuchs sorgen, die sie Verteidigen und Essen ranschaffen und dabei nicht ständig sexuell frustriert sind. In dem Fall macht es überhaupt nichts aus, dass ein paar Homosexuell sind, das ist genaugenommen sogar positiv für das Gesamtgefüge und die Harmonie. Da hat man dann halt ein paar erwachsene Männchen mehr, die sich nicht darum schlagen, das nächste Weibchen zu begatten, sondern die sich um die Sippe kümmern, weil sie sich ja dazugehörig fühlen, und trotzdem sexuell ausgeglichen sind. 

Insofern schadet Homosexualität unserer Spezies nicht und hat in Zeiten als wir noch nicht dinge wie Moral und Religion erfunden hatten definitiv einen kleinen Beitrag zum Überleben der Sippe geleistet. 

Das heutige Prinzip von 2 gesunde Eltern, viele, viele Kinder wäre damals untergegangen. Da sieht aus Sicht des damaligen Überlebens 2 gesunde Eltern, 2 homosexuelle Onkel die mit Beschützen und arbeiten und viele viele Kinder viel sinnvoller aus.

1

Es gibt viele Dinge die nach menschlichen Ermessen keinen Sinn machen.Also unlogisch,unvernünftig,unerklärbar oder mysteriös sind.Sexualität dient in Sachen der Vernunft der Fortpflanzung,darüberhinaus zum Glücksbefinden des Menschen bei.Letzteres ist bei jeglicher sexuellen Ausrichtung so.Der Rest Deiner Frage kann nur rhetorisch oder philosophisch betrachtet und beantwortet werden.Beste Grüße

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von angelohn
03.02.2016, 11:57

Vorhanden defintiv - daher auch Normal. Nur die Frage, wieviel davon von den Genen abhängt. Aufgrund der Grundlegenden Funktion der Evolution -das ist nur meine  Meinung- dürfte es weniger von Genen mehr von Sozialen / Psychischen Aspekten abhängen. Nur meine Meinung, sag nicht das es stimmt :)

0

Bei einigen Tierarten ist Homosexualität ein wichtiger Bestandteil des Paarungsrituals.

Bei einer Vogelart zum Beispiel sind etwa 1/3 der Männchen homosexuell und die heterosexuellen Männchen lassen sich von diesen besteigen, was ihren Testosteronspiegel erhöht und sie für Weibchen attraktiver macht.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Interessante Frage.

Im Wort "normal" steckt das Wort "Norm". Gerade da sind die Deutschen eben sehr genau. Alles muss genormt sein.

Auf die Gesamtbevölkerung gesehen ist Homosexualität in der Minderheit. Legt man die Norm also danach fest, was die Mehrheit ausmacht, dann ist Homosexualität nicht normal.

Genau genommen ist Homosexualität einfach Homosexualität. Seine sexuelle Prägung sucht man sich nicht aus. Auch genetische Faktoren sind unwahrscheinlich. Selbst bei eineiigigen Zwillingen kommt es vor, dass einer heterosexuell veranlagt ist und der andere schwul. Trotzdem haben beide die gleichen Gene.

Es gibt Berufsgruppen, in denen auffällige Häufungen von Homosexualität zu beobachten sind.

Vereinfacht gesagt, in Bezug auf deine Frage: Homosexualität ist eine natürlich vorkommende sexuelle Ausrichtung, die gehäuft auftritt und nicht so häufig vorkommt, wie heterosexuelle Orientierung. Allerdings ist die Zahl so hoch, dass man sie in eine Normmenge mit einbeziehen muss als Varianz des Normalen.

Funktionsweise, Ursachen sowie Bewertungen im Sinne von richtig oder falsch wurden in der Frage nicht gestellt und werden deshalb bei der Antwort auch nicht berücksichtigt.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

mal ganz abgesehen davon dass normal ein relativer begriff ist, denke ich dass homosexualität nichts anderes ist als heterosexualität. Wenn Adam und Eva Adam und heinz oder eva und julia gewesen wären, würden wir heutzutage männer mit frauen komisch finden. das geht gar nicht wenn man mich fragt. ein so genanntes outing solte doch nicht mehr relevant sein. es ist nihcts unnormales.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Vielleicht will die Natur auf diese Weise die Fortpflanzung einer Art einschränken. Wenn z.B. jeder Mensch heterosexuell wäre, würde es auch aus der Folge mehr Nachwuchs geben. Und wenn es der Natur entspringt, dann muss es ja irgendwie "natürlich" sein und einen Zweck haben.

Das sind aber nichts als Spekulationen meinerseits, ich seh jedenfalls Homosexualität und andere Orientierungen nicht als Krankheit an, nur weil sie nicht der Artenerhaltung dienen.

LG.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Es gibt nun mal die Homosexualität die findest du überall bei (fast) jeden Lebewesen. Ob es von der Evolution so vorgesehen ist oder nicht tut nicht zu Sache. Sie ist da und stört einen nicht wirklich. Jedenfalls mich nicht!

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Homosexualität ist normal, wenn die Auswahl beschränkt ist (laut Natur), siehe auch Tiere. In der heutigen Gesellschaft prägen Erfahrungen und die kindliche Entwicklung sowie Pubertät die sexuelle Orientierung, was auch normal ist, aber da spielt das Menschliche Gehirn eine Rolle.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Mavoras
03.02.2016, 09:40

Also ist es bei uns Menschen nicht normal?

0

Mein Nachbar hatte zwei männliche Kaninchen die sich immer gegenseitig "geliebt" haben, er versucht sie zu Züchten was nicht ging da sie alle Weibchen angegriffen haben, dann musste er sie in ein separates Gehege tun.

Ich glaube in der Natur ist nichts normal.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Kitharea
03.02.2016, 10:34

Oder Alles :P

4

Aber welchen Sinn macht das?   

Zwei Männchen verteidigen ein Nest bzw. die Jungen erfolgreicher als eines. Die Überlebenschance der Brut steigt. Schwule Männchen, die von Balz- und Revierkämpfen freigestellt sind, haben viel Zeit und Energie, sich um Kuckucks- und/oder verwaisten Nachwuchs zu kümmern. Bei Löwen gibt es gelegentlich schwule Doppelspitzen,  besser kann es um die Überlebensrate des gesamten Rudels überhaupt nicht mehr bestellt sein.

Und natürlich pflanzen sich auch diese Tiere fort. Der Geschlechtsakt wird dann halt ganz bibelkonform ausschließlich zur Fortpflanzung betrieben und auf das Allernotwendigste beschränkt ;-)   

Homosexualität ist insgesamt ein aktiver Beitrag zur Erhaltung der Art. 

http://www.welt.de/vermischtes/article125832354/Von-wegen-Revierkampf-Liebesspiele-unter-Tieren.html

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Jepp ist es.

Lassen wir mal Freuds Betrachtung ausser acht, die besagt, dass jeder Mensch von natur aus bisexuell veranlagt und erst im Laufe seines Lebens geprägt wird und schauen auf unsere nächsten Verwandten. Die Bonobos.

Hier wird der Sex nach allen Arten der Kunst regelrecht zelebriert. Unabhängig vom Fortpflanzungscharakter.
Der Sex nimmt hier einen gesellschaftlichen Nutzen ein, in dem er beispielsweise zum Stress- und Aggressionsabbau dient. Auch wird damit Gruppenverbundenheit demonstiert und gepflegt. Letztlich dient er so zur Gruppenharmonie. Hier vög... aber alles durcheinander.

Wenn wir das auf uns übertragen, siehe z.B. den guten alten Versöhnungssex, dann lässt das ohne Frage auch andere Rückschlüsse zu, die die Homosexualität "normales" Licht rücken.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Ellen9
03.02.2016, 09:49

Damit ist doch schon alles top und plausibel beantwortet!

👫👬👭= naturgegeben.

0

Vielleicht hat es denn "Sinn" (im Tierreich) dass diese Tiere der Gruppe dienen ohne ihre schwächeren Gene weiter zu geben.

Wenn es wirklich "Sinn" machen soll setzt das voraus, das die homosexuelle Entwicklung einem Plan folgt den wiederum jemand überwachen müsste.

Schon sind wir am Rande einer religiösen Grundsatzdiskussion.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von DasRentier
03.02.2016, 14:57

Nein. Es hat seinen Sinn. Den des natürlichen Gleichgewichtes bzw. der natürlichen Auslese. Das hat mit religiösen Grundsatzdiskussionen gar nichts zu tun ...

0

Was möchtest Du wissen?