Ist Homosexualität im neuen Testament auch Sünde?

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8 Antworten

Ist Homosexualität im neuen Testament auch Sünde?

Ja, aber nur, wenn Männer homosexuell sind. Zu lesbischen Frauen äußerst sich auch Paulus nicht. Und zu Transgender und all den anderen Spielarten gibt's in der ganzen Bibel ebenfalls kein Wort.

Jesus äußert sich gar nicht dazu. Paulus sagt "Wenn Männer das machen, ist es Götzendienst. Und Götzendienst ist Sünde."

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Wenn man allerdings gewichtend interpretiert, wird es spannend:

Paulus lernte Jesus nie persönlich kennen. Alles, was er sich ausdachte, entstammte also seinem eigenen Kopf. Und da er sich als "Vordenker" sah, hielt er sich - zumindest in den kanonischen Briefen - auch nicht allzu sehr mit Diskursen auf.

Jesus wiederum schien einen ziemlich pragmatischen Ansatz gehabt zu haben: Er konzentrierte sich auf wichtige "Religions-Gesetze" und schwieg sich zu den Feinheiten regelmäßig aus. So äußerte er sich beispielsweise überhaupt nicht zur Sklaverei oder zur Homosexualität. Und während die Christen mittlerweile einhellig zu der Ansicht gekommen sind, dass Sklaverei trotzdem uncool ist, stehen sie auf dem bigotten Standpunkt: "Hätte Jesus das Homosexualitäts-Verbot abschaffen wollen, hätte er das getan."

Gewichtung: Bei einander widersprechenden Haltungen muss man notwendigerweise gewichten. Wer ist wichtiger? Paulus? Oder Jesus?

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Ironie der Geschichte: Im Neuen Testament ist das "Schänden von Knaben" ausdrücklich als schwere Sünde verbrieft.


Oder wisst ihr nicht, dass die Ungerechten das Reich Gottes nicht ererben werden? Lasst euch nicht irreführen! Weder Unzüchtige noch Götzendiener, Ehebrecher, Lustknaben, Knabenschänder, Diebe, Geizige, Trunkenbolde, Lästerer oder Räuber werden das Reich Gottes ererben. (1 Kor 6, 9-10)

Damit hat - vor allem die Katholische - Kirche aber keine Probleme. Obwohl es ausdrücklich verboten ist. Und wer es trotzdem macht (ganz besonders aber die "religiösen Vorbilder", also die Pfaffen), der wird ganz einfach der profanen Gerichtsbarkeit entzogen und vor Strafen geschützt.
Wenn sich aber zwei Männer selbstbestimmt und in freier Absicht zusammenfinden und dabei niemand zu Schaden kommt, dann ist es Götzendienst. Und das muss mit allen Mitteln bekämpft werden. ... Schließlich steht das so in der Bibel. 
Besonders pikant: Lesbische Paare findet die Bibel überhaupt nicht schlimm. 
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Bibelkonformer Ausweichtipp für bibeltreue Schwule: Stellt euch beim Sex einfach vor, ihr wärt eine Frau, gefangen im Körper eines Mannes. Dann könnt ihr völlig problemlos und bibeltreu Sex mit anderen Männern haben. Denn auch Transgender werden in der Bibel nicht erwähnt, es ist also keine Sünde... 
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Kommentar von WALDFROSCH1
25.07.2016, 16:17

Das ist der grösste Unsinn den ich seit vielen Jahren gelesen habe ...

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Hey,

Nein, da sich die Textstellen nicht auf Homosexualität beziehen, auch wenn das gemeinhin angenommen wird.

In den Textstellen ist sehr häufig von Tempelprostitution oder Päderastie, wie sie damals im alten Griechenland üblich war, die Rede - dass es dabei um Homosexualität geht, wurde erst später dazu interpretiert.

Ich gehe dir diese Bibelstellen aus dem Neuen Testament, die angeblich Homosexualität verurteilen, mal durch:

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1. Röm 26-28

Darum hat sie Gott auch dahingegeben in entehrende
Leidenschaften. Denn ihre Frauen haben den natürlichen Gebrauch
vertauscht mit dem widernatürlichen; 27 gleicherweise haben auch die
Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau verlassen und sind
gegeneinander entbrannt in ihrer Begierde und haben Mann mit Mann
Schande getrieben und den verdienten Lohn ihrer Verirrung an sich selbst
empfangen.

Auf den Ersten Blick könnte man annehmen, dass Paulus hier
tatsächlich von Homosexualität spricht - wenn da nicht der vorhergehende
Vers wäre (ich zitiere: "welche die Wahrheit Gottes mit der Lüge vertauschten und dem Geschöpf mehr Ehre und Dienst erwiesen als dem Schöpfer")

Bei diesem Vers handelt es sich damit um eine Verurteilung von Tempelprostitution und
von Riten, bei denen Homosexualität Teil einer Anbetung eines Götzen
oder anderen Gottes war - was im damaligen historischen Kontext in Rom
der Fall war.

Paulus verurteilt hier damit nicht Homosexualität im heutigen
Sinne (sich liebende, homosexuelle Partner) sondern - historisch gesehen
- sehr wahrscheinlich die Anbetung der Göttin Kybele, die durchaus auch mit homosexuellen Praktiken und Riten einherging.

Mehr Informationen zu dieser Bibelstelle und zu dem historischen Kontext: http://www.gaychristian101.com/does-romans-12627-condemn-homosexuals.html

.

1. Kor 6,9-10

Wisset ihr denn nicht, daß Ungerechte das Reich Gottes
nicht ererben werden? Irret euch nicht: Weder Unzüchtige noch
Götzendiener, weder Ehebrecher noch Weichlinge, noch Knabenschänder,

Auch hier könnte man wiederum auf den ersten Blick annehmen, dass es
sich um eine Verurteilung von Homosexualität handelt - aber auch hier
ist das nicht der Fall.

Im griechischen Original ist in der Auflistung die Rede von ἀρσενοκοίτης (arsenokoites), was hier mit "Knabenschänder" übersetzt wurde sowie von μαλακοὶ (malakoi), was hier mit "Weichlinge" übersetzt wurde.

Was hier wiederum interessant ist: In keinem griechischen Text
aus der gleichen Zeitperiode werden diese zwei Wörter irgendwie mit
Homosexualität in Verbindung gebracht, daher ist anzunehmen, dass auch
hier wiederum nicht von Homosexualität die Rede ist :)

Das griechische Wort ἀρσενοκοίτης wurde vermutlich von Paulus erfunden, da es in keinem anderen Text vorher vorkommt - und bezieht sich hier entsprechend des historischen Kontextes vermutlich auf Päderastie, nicht auf Homosexualität.

Im antiken Griechenland war es Gang und Gäbe, dass ältere Männer
jüngere Männer / Jugendliche zu einem Mitglied der Gesellschaft
"erzogen" - und auch Geschlechtsverkehr mit Ihnen hatten (du kannst ja
mal nach "Päderastie" googeln).
Auch hier könnte es sich um Tempelprostitution handeln (siehe oben meine Anmerkung)

Mehr Informationen zu arsenokoitai: http://www.gaychristian101.com/what-did-paul-mean-when-he-used-the-greek-word-arsenokoitai.html

Auch das Wort μαλακοὶ taucht nirgendwo anders im Zusammenhang
mit Homosexualität auf und beschreibt auch keine Homosexualität - direkt
übersetzt bedeutet μαλακός (die Singularform von μαλακοὶ)  nichts
anderes als "weich", wie man leicht an Altgriechisch-Lexika überprüfen
kann: https://en.wiktionary.org/wiki/%CE%BC%CE%B1%CE%BB%CE%B1%CE%BA%CF%8C%CF%82

Wie du siehst ist es kein Bezug auf Homosexualität, obwohl es von zahlreichen Christen so ausgelegt wird.

.

1. Tim 1,10

Unzüchtigen, Knabenschändern, Menschenräubern, Lügnern, Meineidigen und was sonst der gesunden Lehre zuwider ist,

Dazu gibt es kaum etwas zu schreiben, da es sich hier erneut um das Wort ἀρσενοκοίτης handelt, welches hier erneut mit "Knabenschändern" übersetzt wurde.

Eventuell noch die Anmerkung bezüglich "Unzüchtig": Dazu ist im Text von πόρνοις (P.ornois) die Rede, was von πόρνη (P.orne) abstammt und eigentlich nichts anderes als "Prostituierte(r)" bedeutet :)

Auch hier daher keine Anmerkung zu Homosexualität.... du findest auch
hier wieder genauere Erklärungen zu dem Wort bei einer anderen
Bibestelle: http://www.gaychristian101.com/what-does-galatians-519-mean.html

.

Wie du siehst, beziehen sich drei der am Häufigsten zitierten Bibelstellen hier nicht auf Homosexualität.

Damit kann man ganz klar sagen, dass es sich laut dem Neuen Testament nicht um eine Sünde handelt - sondern es ist eine reine Interpretation der katholischen Kirche.

Die EKD hat daher in Landeskirchen bereits die Segnung homosexueller Paare erlaubt - und lehnt auch den homosexuellen Sex nicht ab.

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Kommentar von Rowal
20.06.2016, 22:37

Das ist interessant. Aber ganz einleuchtend ist es nicht, denn wenn das stimmt, warum konnten dann die Tempelritter wegen Sodomie im Sinne der Homosexualität angeklagt werden? Wo wäre da die Rechtsbasis?

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Kommentar von nowka20
22.06.2016, 23:50

---Röm 1,27
27 desgleichen haben auch die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau verlassen und sind in Begierde zueinander entbrannt und haben Mann mit Mann Schande getrieben und den Lohn ihrer Verirrung, wie es ja sein mußte, an sich selbst empfangen.

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Ja, es ist noch eine Sünde.

Dennoch dürfen Christen niemanden verurteilen das bedeutet das Diskriminierung gegenüber Homosexuellen ebenfalls eine Sünde ist.

Nur Gott darf richten.

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Kommentar von Miumi
20.06.2016, 15:33

so ist es

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Kommentar von NorwinSchneider
20.06.2016, 15:53

PS: Homosexuell zu sein ist keine Sünde! Es ist aber eine Sünde dann seiner Sexualität nach zu gehen. Das bedeutet das ein Christ schwul sein kann ihm ist aber verboten Gleichgeschlechtlichen Sex zu haben. 

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---Röm 1,27
27 desgleichen haben auch die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau verlassen und sind in Begierde zueinander entbrannt und haben Mann mit Mann Schande getrieben und den Lohn ihrer Verirrung, wie es ja sein mußte, an sich selbst empfangen.

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Kommentar von CalicoSkies
23.06.2016, 00:54

Da geht es nicht um Homosexualität, sonder nvermutet wird Tempelprostitution im Namen von Kybele - worüber Röm 1,26 Aufschluss gibt.

There is no cultural indication, no doctrinal indication, no historical indication, no linguistic indication, no literary indication, no religious indication, that Paul intended to blast lesbians and gays in Romans 1:26-27.

Instead, Paul chooses as his illustration, the worst possible transgression of pagan Gentiles, the sin of idolatry, so that the Jews in his reading audience will be saying, "Yes, Yes, they're guilty!" Then Paul will spring his rhetorical trap in 2:1 when he declares that Jewish idolatry is just as sinful as Gentile idolatry and therefore, in chapter 3:23, everyone is guilty. Here is how Paul puts his argument together.

The context of Romans 1 is pagan worship of false gods, particularly Cybele, known in the first century as Protectress of Rome or Magna Mater - Great Mother. I devote three pages on this website to answering the question: Why is Cybele vital to understanding Romans 1?

I also point out that early Christian writers like Aristides understood Paul to be describing Cybele worship. Paul has a particular goal in mind when writing to the church at Rome. That goal involved presenting the glorious gospel of Christ, Rom. 1:16-18.

The gospel reveals and declares the wrath of God against sin, that God punished Jesus for our sins when Jesus died, as us for us, as our Substitute. Yet no one gets saved until s(he) understands that s(he) is a sinner who has transgressed God's holy law for by the law is the knowledge of sin.

Therefore, to make it clear that all are sinners, Romans 3:23, Paul references idolatry, pointing out the idolatry of Gentiles who worshiped false gods, and by implication, the idolatry of Jews because in the OT, they also broke God's law and worshiped the false gods of the Gentiles. Their particular worship of false gods involved same sex sexual rituals, Lev 17:7, 18:3, 21-22, 20:2, 3, 4, 5, 13, Deu 23:17-18.

http://www.gaychristian101.com/does-romans-12627-condemn-homosexuals.html

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Hallo, die katholische Kirche hat nichts gegen Homosexualität. Jedoch ist es laut Bibel eine Sünde!

Abgesehen von den hundert Vergewaltigungsfällen an Kindern, gibt es jedoch immer noch Leute in der Kirche; die sagen das Homosexualität eine Sünde ist.

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Kommentar von WALDFROSCH1
25.07.2016, 16:33


@Thorin 


____Hallo, die katholische Kirche hat nichts gegen Homosexualität______


  • Solche Behauptungen solltest du begründen anhand der lehr amtlichen Schriften der R.K.Kirche .ich bin gespannt !
  • Du setzt also  Homosexualität   Pädophilie mit  gleich ? 




_______Abgesehen von den hundert Vergewaltigungsfällen an Kindern, gibt es jedoch immer noch Leute in der Kirche;________

Was hasst die Pädophlie in der Kirche mit der Frage zu tun ? 

Thema komplett verfehlt ....



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Sie wird dort nicht als von Gott für Sünde erachtet bezeichnet, sondern verurteilt und der Akt als falsche Geste dargestellt. Nicht die Veranlagung der Homosexualität ist es, auf die dort eingegangen wird, sondern dem Nachgehen beim GV. Dabei beziehe ich mich auf Paulusbriefe, die im NT stehen.

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Kommentar von NorwinSchneider
20.06.2016, 15:48

Richtig. Aber ich denke das mit Homosexualität in fast allen Fällen auch das ausleben dieser gemeint wird.

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Es gibt keinen Unterschied  in der Biblischen Offenbarung zwischen dem was im AT Sünde ist und was   im NT Sünde wäre .

Allerdings gibt es einen sehr Gossen Unterschied in der Offenbarung darüber wie mit solchen Sündern verfahren werden soll im konkreten Alltag.

Während die alten Juden ,wie die Muslime heute noch meinten ,Sünder müssten bestraft werden ,sah Jesus das ganz anders und alle Christen mit ihm sehen dies genau so:

Dazu erzählte Jesus eine Geschichte :


Jesus Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen


Mit dem Reich der Himmel ist es wie mit einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säte. Während aber die Menschen schliefen, kam sein Feind und säte Unkraut mitten unter den Weizen und ging weg. Als aber die Saat aufsprosste und Frucht brachte, da erschien auch das Unkraut. Es kamen aber die Knechte des Hausherrn hinzu und sprachen zu ihm: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher hat er denn Unkraut? Er aber sprach zu ihnen: Ein feindseliger Mensch hat dies getan. Die Knechte aber sagen zu ihm: Willst du denn, dass wir hingehen und es zusammenlesen? Er aber spricht: Nein, damit ihr nicht etwa beim Zusammenlesen des Unkrauts gleichzeitig mit ihm den Weizen ausreißt. Lasst beides zusammen wachsen bis zur Ernte, und zur Zeit der Ernte werde ich den Schnittern sagen: Lest zuerst das Unkraut zusammen, und bindet es in Bündel, um es zu verbrennen; den Weizen aber sammelt in meine Scheune!

Ein anderes Gleichnis legte Jesus ihnen vor und sprach: 

( Matthäus 13, 24-30) 


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Lies das Neue Testament selbst, dann weisst Du es.

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