Ist Himmel und Hölle in den Religionen ( Islam / Christentum ) Metaphorisch gemeint?

20 Antworten

Als Christ kann ich dir zumindest meine Sicht erklären. Ich glaube daran, dass mit dem Tod nicht alles aus ist; dass der Mensch nicht einfach nur Materie ist, die entsteht, lebt und dann ins ewige Nichts verschwindet. Da ist noch mehr.

Nein, Himmel und Hölle sind nicht nur metaphorisch gemeint. Ich glaube daran, dass Gott jeden Menschen liebt und ihn vor die Entscheidung stellt: "Glaubst du an mich? Willst du mir vertrauen und mit mir leben?" Niemand kann dem Einzelnen diese Entscheidung abnehmen, und niemand kann ihm etwas aufzwingen. Der Mensch ist frei.

Am Ende der Zeit, so schreibt die Bibel, werden alle Toten auferstehen und vor Gottes Gericht treten. Dann werden wir nach unserem Leben und unseren Taten beurteilt: Haben wir an Gott geglaubt und nach seinem Willen gelebt? Oder halt nicht?

"Hölle" wird vielfach missverstanden, bestes Beispiel ist das mittelalterliche katholische Bild als brodelnder Kochtopf der ewigen Feuerqualen. (Jesus bezieht sich auf die Hölle als Ort der Dunkelheit und des Zähneknirschens, und wie soll ein Flammenmeer dunkel sein?) Viel eher könnte man die Analogie als "Feuersee" (Offenbarung 20) metaphorisch werten.

Nein, ich binde mich nicht an das Bild des Teufels, der hämisch grinsend mit seinem Dreizack die Leute verschmort und quält. Was entscheidend ist, ist, dass in der Hölle ewig Reue herrscht darüber, dass die Gemeinschaft mit Gott nie wiederhergestellt werden kann, dass man also im wahrsten Sinne des Wortes gottverlassen ist. Wenn man schon bedenkt, dass Gott - auch wenn viele ihn für tot halten mögen - in dieser äußerst chaotischen Welt noch da ist, wie muss dann ein wirklich gottverlassener Ort sein? Eben das ist es, was die Hölle schrecklich macht. Nicht der Kochtopf.

Wie es im Himmel sein wird, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass Gott verspricht, dass es kein Leid mehr geben wird, keinen Tod, keine Schmerzen, dass niemand mehr die Gemeinschaft mit Gott zerstören können wird. Physisch ist das nicht gemeint, das steht außer Frage. Aber wenn der Mensch stirbt, wohin geht dann sein Bewusstsein, sein Geist, sein Denken und Fühlen, das was den Menschen zum Menschen macht? Wird es komplett eliminiert? Dieser Gedanke ist es, den ich nicht akzeptieren kann. Ich glaube, dass wir bei Gott sein werden, wenn wir auf ihn vertraut haben. Und das ist die wunderbare Hoffnung, die ich habe. Wann das alles geschehen wird, weiß ich nicht. Ob das, was ich geschildert habe, sofort nach dem Tod eines Menschen geschieht oder erst viel später, weiß ich nicht. Aber das erste, was ich sehen werde, wenn ich nach meinem Tod "aufwache", wird Gott sein.

Das ist jetzt eine sehr lange Antwort geworden, dafür bitte ich um Entschuldigung. Aber ich hoffe, ich konnte meine persönliche Überzeugung gut erklären.

Wenn du nicht gleich am Anfang deines Kommentars geschrieben hättest, das du ein Christ bist und das Wort Fegefeuer nicht erwähnt hättest und ich müsste eraten welchen Glauben du hast, dann hätte ich dich bedenklos als einen Muslim eingeschätz.

Ich sehe wieder ein mal, das die Kernpunkte aller Weltreligionen die selbe Bottschaft Gottes enthalten.

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@Tolga67Alp

Das überrascht mich jetzt ein bisschen :)

Das Fegefeuer habe ich nicht erwähnt, da biblisch unbegründet und eher in die Kategorie "kirchliche Legendenbildung" einzusortieren. Die 72 Jungfrauen im Paradies habe ich jedoch auch nicht erwähnt, und die dürften sehr wohl durch den Koran begründet sein...

Fakt ist aber, dass die abrahamitischen Religionen diverse gemeinsame Elemente enthalten und auch bis zu einem gewissen Punkt gemeinsame Aussagen tragen, auch über andere Religionen hinweg. Da hast du schon recht.

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Du sprichst mir aus der Seele! Danke!

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Atheisten sprechen ja gläubigen Christen  immer ab, sich kritisch mit der Bibel auseinanderzusetzen. 

Da ich in einem Hauskreis mit solchen Personen sitze, weiß ich, das dem nicht zu ist. Da wird intensiv über gewisse Stellen diskutiert. Natürlich ist das auch bei deiner Frage der Fall und wie fast immer, gibt es da keine einheitliche Meinung.

Was in solchen Fällen hilfreich sein kann, das sind die ursprünglichen griechischen Begriffe und der jüdische Kontext. Früher war ich der Meinung, dass die Hölle tatsächlich als Hölle zu verstehen ist. Das hat mich auch sehr beschäftigt, weil ich mich damit auseinandersetzen musste, dass Menschen auch tatsächlich dorthin kommen. 

Neu bin ich nun der Auffassung, dass es noch immer so ist, dass sich der Mensch zu Lebzeiten entscheiden muss, was nach dem Tod mit ihm geschieht.

Gehet ein durch die enge Pforte! Denn die Pforte ist weit, und der Weg ist breit, der zur Verdammnis abführet; und ihrer sind viel, die darauf wandeln.Und die Pforte ist enge, und der Weg ist schmal, der zum Leben führet; und wenig ist ihrer, die ihn finden.

Der Mensch, der den breiten Weg geht, wird an einen Ort kommen, der sehr ungastlich ist und für immer von Gott getrennt sein. 

Wenn Himmel und Hölle metaphorisch wären, wäre auch die Botschaft Jesu Christi sinnlos, der ja gerade gekommen ist, um Menschen zum Heil (Himmel) zu führen und vor der ewigen Verdammnis (Hölle) zu bewahren.

Der Himmel im christlichen Verständnis ist nicht das islamische Paradies als Fortführung eines irdischen Lebens mit allen Genüssen, sondern die Erfüllung der tiefsten Sehnsucht des Menschen. Ein Zustand höchsten und endgültigen Glückes in der Gemeinschaft mit dem lebendigen Gott und allen, die zu ihm gehören.

Die Hölle ist die ewige Gottesferne und das Leben ohne Gott und damit auch ohne Liebe.

Ich denke, da wird jeder Christ oder Muslim andere Auffassungen haben, da sie diese Begriffe nur vom Hörensagen kennen, aber nicht in ihrem Realitätsgehalt.

Mich interessiert nicht, was die Menschen meinen, sondern, was sich real hinter diesen Begriffen verbirgt.

Himmel und Hölle könnte es nicht geben, wenn der Mensch nicht dualistisch denken und empfinden würde. Himmel und Hölle sind damit keine Orte, die unabhängig vom Menschen existieren, sondern, die sich aus diesen Wertungen des Menschen konstituieren. 

Eine solche Unterscheidung (also Gut und Böse) wird nur möglich, wenn sich das Leben in der jeweiligen Lebensform bewusst wird. In den Pflanzen kann sich das Leben noch recht wenig bewusst werden. Aber bereits hier zeigt sich, dass eine Unterscheidung da ist: z.B. Blüten die speziell an bestimmte Bestäuber angepasst sind und Dornen zur Abwehr von Freßfeinden. Bei den Tieren nimmt diese Unterscheidung bis hin zum Menschen immer mehr zu.

Nun unterscheidet erst einmal jeder Mensch was für ihn persönlich gut (angenehm) und schlecht (böse) ist. Nun kann aber jemand den Alkoholrausch subjektiv als angenehm empfinden. Trotzdem schadet er seine Gesamtorganisation, ist also objektiv schlecht. Deshalb kann man nur dann absolute Befriedigung finden, wenn das eigene Wollen dem Ganzen entspricht, nicht nur dem Ganzen der menschlichen Organisation, sondern des Kosmos. Eine solche Verwirklichung des Glücks ist aber nur möglich, wenn sich der Mensch nicht länger mit seiner Lebensform, sondern nur mit dem Leben an sich identifiziert, denn dieses ist ewig. Ich selbst bin also ewig und damit in meinem Wesen von nichts Äußerem abhängig. Je mehr ich in diesem Bewusstsein lebe, um so freier und glücklicher werde ich. Um so näher komme ich dem Himmel, was nichts anderes bedeutet als in absoluter Freiheit zu leben. Wenn ich das nicht über mehrere Erdenleben verwirkliche, sondern stattdessen mich immer weiter durch Begierden auf Objekte dieser Welt binde und so unfreier werde, ist auch eine absolute Unfreiheit denkbar, die die Hölle sein würde, da ich nichts Befriedigendes mehr für mich tun kann.

Himmel und Hölle sind also Endzustände menschlichen Verwirklichens. Allgemein aber nimmt man an, dass nach dem Tod der Gläubige in den Himmel und der Ungläubige in die Hölle komme. Man kommt aber nur in das Jenseits. Dieses ist für den Gläubigen angenehmer, insofern er sich von irdischen Begehren im Diesseits frei gemacht hat. Schlechter ist es mit dem bestellt, der starke Begierden mit in den Tod nimmt, die er im Jenseits nicht befriedigen kann, weil ihm dazu die Möglichkeit fehlt. In diesem Sinne haben der erste Zustand etwas himmlisches und der zweite etwas höllisches. Solange aber die Menschen nicht in der einen oder anderen Weise vollendet sind, kehren sie mit neuen Impulsen auf die Erde zurück.

Die Hölle aus der Bibel ist symbolisch zu betrachten.

Das erkennt man, wenn man sie als ein ganzes nimmt:


8 Was aber die Feiglinge und die Ungläubigen und die betrifft, die zufolge ihrer Unsauberkeit abscheulich sind, und Mörder und Hurer und solche, die Spiritismus ausüben, und Götzendiener und alle Lügner, ihr Teil wird in dem See sein, der mit Feuer und Schwefel brennt. Das bedeutet den zweiten Tod." (Offenbarung 21:8)


8 in flammendem Feuer, wenn er an denen Rache übt, die Gott nicht kennen, und an denen, die der guten Botschaft über unseren Herrn Jesus nicht gehorchen. 9 Gerade diese werden die richterliche Strafe ewiger Vernichtung erleiden, hinweg von dem Angesicht des Herrn und von der Herrlichkeit seiner Stärke.                               (2. Thessalonicher 1:8)


5 Denn die Lebenden sind sich bewußt, daß sie sterben werden; was aber die Toten betrifft, sie sind sich nicht des geringsten bewußt, auch haben sie keinen Lohn mehr, denn die Erinnerung an sie ist vergessen. 6 Auch ihre Liebe und ihr Haß und ihre Eifersucht sind bereits vergangen, und sie haben auf unabsehbare Zeit keinen Anteil mehr an irgend etwas, was unter der Sonne zu tun ist.                       (Prediger 9:5)


10 Alles, was deine Hand zu tun findet, das tu mit all deiner Kraft, denn es gibt weder Wirken noch Planen, noch Erkenntnis, noch Weisheit in dem Scheọl, dem Ort, wohin du gehst. (Prediger 9:10) 


4 Sein Geist geht aus, er kehrt zurück zu seinem Erdboden;An jenem Tag vergehen seine Gedanken tatsächlich.        (Psalm 146:4) 



Die Jünger von Jesus kommen in den Himmel doch Menschen wie ich und du würden ewig auf der Erde leben:


der Schöpfer der Himmel, ER, der [wahre] Gott, der Bildner der Erde und der sie gemacht hat, ER, der ihr festen Bestand gab, der sie nicht einfach umsonst erschuf, der sie bildete, damit sie auch bewohnt werde (Jesaja 45:18)


29 Die Gerechten selbst werden die Erde besitzen,Und sie werden immerdar darauf wohnen.            (Psalm 37:29)


5 Glücklich sind die Mildgesinnten, da sie die Erde erben werden.      (Matthäus 5:5)


21 Und sie werden gewiß Häuser bauen und [sie] bewohnen; und sie werden bestimmt Weingärten pflanzen und [deren] Fruchtertrag essen. 22 Sie werden nicht bauen und ein anderer [es] bewohnen; sie werden nicht pflanzen und ein anderer essen. Denn gleich den Tagen eines Baumes werden die Tage meines Volkes sein (Jesaja 65:21) 

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