Ist Himmel und Hölle in den Religionen ( Islam / Christentum ) Metaphorisch gemeint?

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16 Antworten

Hallo,

ich bin kein Christ im Sinne einer Kirche und gehöre auch sonst keiner Religion an.

Ich bin eher ein spiritueller Mensch und habe folgendes Bild zu deiner Frage:

Himmel und Hölle sind Ebenen des menschlichen Bewusstseins. Es sind keine Orte, sondern jeder Mensch ist von seinem Bewusstsein in einer Ebene.

Zwischen den beiden Zuständen liegt noch das Fegefeuer, das aber mit Feuer gar nichts zu tun hat, denn es ist eine Ebene, auf der Lernen, Erkennen und Bemühen stattfindet.

Das sogenannte Jüngste Gericht findet demnach auch nicht nach dem körperlichen Tod, sondern immer und fortlaufend statt.

Das kann vielleicht sogar ein Agnostiker glauben...

Atheisten sprechen ja gläubigen Christen  immer ab, sich kritisch mit der Bibel auseinanderzusetzen. 

Da ich in einem Hauskreis mit solchen Personen sitze, weiß ich, das dem nicht zu ist. Da wird intensiv über gewisse Stellen diskutiert. Natürlich ist das auch bei deiner Frage der Fall und wie fast immer, gibt es da keine einheitliche Meinung.

Was in solchen Fällen hilfreich sein kann, das sind die ursprünglichen griechischen Begriffe und der jüdische Kontext. Früher war ich der Meinung, dass die Hölle tatsächlich als Hölle zu verstehen ist. Das hat mich auch sehr beschäftigt, weil ich mich damit auseinandersetzen musste, dass Menschen auch tatsächlich dorthin kommen. 

Neu bin ich nun der Auffassung, dass es noch immer so ist, dass sich der Mensch zu Lebzeiten entscheiden muss, was nach dem Tod mit ihm geschieht.

Gehet ein durch die enge Pforte! Denn die Pforte ist weit, und der Weg ist breit, der zur Verdammnis abführet; und ihrer sind viel, die darauf wandeln.Und die Pforte ist enge, und der Weg ist schmal, der zum Leben führet; und wenig ist ihrer, die ihn finden.

Der Mensch, der den breiten Weg geht, wird an einen Ort kommen, der sehr ungastlich ist und für immer von Gott getrennt sein. 

Als Christ kann ich dir zumindest meine Sicht erklären. Ich glaube daran, dass mit dem Tod nicht alles aus ist; dass der Mensch nicht einfach nur Materie ist, die entsteht, lebt und dann ins ewige Nichts verschwindet. Da ist noch mehr.

Nein, Himmel und Hölle sind nicht nur metaphorisch gemeint. Ich glaube daran, dass Gott jeden Menschen liebt und ihn vor die Entscheidung stellt: "Glaubst du an mich? Willst du mir vertrauen und mit mir leben?" Niemand kann dem Einzelnen diese Entscheidung abnehmen, und niemand kann ihm etwas aufzwingen. Der Mensch ist frei.

Am Ende der Zeit, so schreibt die Bibel, werden alle Toten auferstehen und vor Gottes Gericht treten. Dann werden wir nach unserem Leben und unseren Taten beurteilt: Haben wir an Gott geglaubt und nach seinem Willen gelebt? Oder halt nicht?

"Hölle" wird vielfach missverstanden, bestes Beispiel ist das mittelalterliche katholische Bild als brodelnder Kochtopf der ewigen Feuerqualen. (Jesus bezieht sich auf die Hölle als Ort der Dunkelheit und des Zähneknirschens, und wie soll ein Flammenmeer dunkel sein?) Viel eher könnte man die Analogie als "Feuersee" (Offenbarung 20) metaphorisch werten.

Nein, ich binde mich nicht an das Bild des Teufels, der hämisch grinsend mit seinem Dreizack die Leute verschmort und quält. Was entscheidend ist, ist, dass in der Hölle ewig Reue herrscht darüber, dass die Gemeinschaft mit Gott nie wiederhergestellt werden kann, dass man also im wahrsten Sinne des Wortes gottverlassen ist. Wenn man schon bedenkt, dass Gott - auch wenn viele ihn für tot halten mögen - in dieser äußerst chaotischen Welt noch da ist, wie muss dann ein wirklich gottverlassener Ort sein? Eben das ist es, was die Hölle schrecklich macht. Nicht der Kochtopf.

Wie es im Himmel sein wird, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass Gott verspricht, dass es kein Leid mehr geben wird, keinen Tod, keine Schmerzen, dass niemand mehr die Gemeinschaft mit Gott zerstören können wird. Physisch ist das nicht gemeint, das steht außer Frage. Aber wenn der Mensch stirbt, wohin geht dann sein Bewusstsein, sein Geist, sein Denken und Fühlen, das was den Menschen zum Menschen macht? Wird es komplett eliminiert? Dieser Gedanke ist es, den ich nicht akzeptieren kann. Ich glaube, dass wir bei Gott sein werden, wenn wir auf ihn vertraut haben. Und das ist die wunderbare Hoffnung, die ich habe. Wann das alles geschehen wird, weiß ich nicht. Ob das, was ich geschildert habe, sofort nach dem Tod eines Menschen geschieht oder erst viel später, weiß ich nicht. Aber das erste, was ich sehen werde, wenn ich nach meinem Tod "aufwache", wird Gott sein.

Das ist jetzt eine sehr lange Antwort geworden, dafür bitte ich um Entschuldigung. Aber ich hoffe, ich konnte meine persönliche Überzeugung gut erklären.

Tolga67Alp 20.08.2017, 01:04

Wenn du nicht gleich am Anfang deines Kommentars geschrieben hättest, das du ein Christ bist und das Wort Fegefeuer nicht erwähnt hättest und ich müsste eraten welchen Glauben du hast, dann hätte ich dich bedenklos als einen Muslim eingeschätz.

Ich sehe wieder ein mal, das die Kernpunkte aller Weltreligionen die selbe Bottschaft Gottes enthalten.

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7heDave 21.08.2017, 21:10
@Tolga67Alp

Das überrascht mich jetzt ein bisschen :)

Das Fegefeuer habe ich nicht erwähnt, da biblisch unbegründet und eher in die Kategorie "kirchliche Legendenbildung" einzusortieren. Die 72 Jungfrauen im Paradies habe ich jedoch auch nicht erwähnt, und die dürften sehr wohl durch den Koran begründet sein...

Fakt ist aber, dass die abrahamitischen Religionen diverse gemeinsame Elemente enthalten und auch bis zu einem gewissen Punkt gemeinsame Aussagen tragen, auch über andere Religionen hinweg. Da hast du schon recht.

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Ich denke, da wird jeder Christ oder Muslim andere Auffassungen haben, da sie diese Begriffe nur vom Hörensagen kennen, aber nicht in ihrem Realitätsgehalt.

Mich interessiert nicht, was die Menschen meinen, sondern, was sich real hinter diesen Begriffen verbirgt.

Himmel und Hölle könnte es nicht geben, wenn der Mensch nicht dualistisch denken und empfinden würde. Himmel und Hölle sind damit keine Orte, die unabhängig vom Menschen existieren, sondern, die sich aus diesen Wertungen des Menschen konstituieren. 

Eine solche Unterscheidung (also Gut und Böse) wird nur möglich, wenn sich das Leben in der jeweiligen Lebensform bewusst wird. In den Pflanzen kann sich das Leben noch recht wenig bewusst werden. Aber bereits hier zeigt sich, dass eine Unterscheidung da ist: z.B. Blüten die speziell an bestimmte Bestäuber angepasst sind und Dornen zur Abwehr von Freßfeinden. Bei den Tieren nimmt diese Unterscheidung bis hin zum Menschen immer mehr zu.

Nun unterscheidet erst einmal jeder Mensch was für ihn persönlich gut (angenehm) und schlecht (böse) ist. Nun kann aber jemand den Alkoholrausch subjektiv als angenehm empfinden. Trotzdem schadet er seine Gesamtorganisation, ist also objektiv schlecht. Deshalb kann man nur dann absolute Befriedigung finden, wenn das eigene Wollen dem Ganzen entspricht, nicht nur dem Ganzen der menschlichen Organisation, sondern des Kosmos. Eine solche Verwirklichung des Glücks ist aber nur möglich, wenn sich der Mensch nicht länger mit seiner Lebensform, sondern nur mit dem Leben an sich identifiziert, denn dieses ist ewig. Ich selbst bin also ewig und damit in meinem Wesen von nichts Äußerem abhängig. Je mehr ich in diesem Bewusstsein lebe, um so freier und glücklicher werde ich. Um so näher komme ich dem Himmel, was nichts anderes bedeutet als in absoluter Freiheit zu leben. Wenn ich das nicht über mehrere Erdenleben verwirkliche, sondern stattdessen mich immer weiter durch Begierden auf Objekte dieser Welt binde und so unfreier werde, ist auch eine absolute Unfreiheit denkbar, die die Hölle sein würde, da ich nichts Befriedigendes mehr für mich tun kann.

Himmel und Hölle sind also Endzustände menschlichen Verwirklichens. Allgemein aber nimmt man an, dass nach dem Tod der Gläubige in den Himmel und der Ungläubige in die Hölle komme. Man kommt aber nur in das Jenseits. Dieses ist für den Gläubigen angenehmer, insofern er sich von irdischen Begehren im Diesseits frei gemacht hat. Schlechter ist es mit dem bestellt, der starke Begierden mit in den Tod nimmt, die er im Jenseits nicht befriedigen kann, weil ihm dazu die Möglichkeit fehlt. In diesem Sinne haben der erste Zustand etwas himmlisches und der zweite etwas höllisches. Solange aber die Menschen nicht in der einen oder anderen Weise vollendet sind, kehren sie mit neuen Impulsen auf die Erde zurück.

Ein zusätzlicher Aspekt:

Unser irdisches Leben ist in die drei Raumdimensionen und in die damit verwobene Zeit gezwängt. Wir können in unserem irdischen Leben nicht anders, als uns in Raum und Zeit zu bewegen.

Durch den Tod fallen wir aus diesem Koordinatensystem hinaus. Da gibt es dann weder Raum noch Zeit!
Daher KANN man gar nicht nach einem Leben NACH dem Tod fragen. So gesehen hat der „Atheist“ Recht: Es gibt kein Leben nach dem Tod.
Ein gläubiger Mensch sollte also nach einem Leben ÜBER DEN TOD HINAUS fragen - „über“ natürlich nicht in einem räumlichen Sinn, sondern in einem ontologischen, auf das SEIN bezogenen.

Das geht natürlich nicht in unseren Verstand hinein, sich einen Zustand des „reinen Seins“ an sich vorzustellen.
Aber dieses „reine Sein“, das wäre für mich Liebe, Gott, das Wort, das DU.

Ein empathischer Mensch darf sich sicher sein in diesen Zustand einzugehen. Die Frage, ob das nun sofort, später, nach einer wie immer gestalteten Phase der Läuterung, oder am jüngsten Tag sein soll, erübrigt sich infolge der anfangs geäußerten Prämissen.
Ein stumpfer, kalter, gefühlloser Mensch braucht sich gar nichts fragen, der wird im NICHTS zerbröseln.

Es handelt sich um Bilder, welche einerseits einen komplexen Zustand oder eine Begebenheit fassbar machen, andererseits aber durchaus auch wortwörtlich genommen werden können, da sie ein Gleichnis sind und Gleichnisse immer beides beinhalten: Metaphorik und Realität. 

Patrickson 19.08.2017, 16:10

Z.b. Das Methapher: "Ich dachte mich hätte ein Bus gestreift", kann nur jemand verstehen, der sich in seiner Phantasie, sehr real vorstellen kann, wie es etwa sein könnte, wenn einem ein Bus streift, das wäre die Realität! Das Methapher in dieser Aussage besteht darin, dass es gleichzeitig bildlich übersetztbar und verstehbar ist, für viele Erlebnisse, welche keinen Zusammenhang haben, mit der realen Begebenheit, wenn einem ein Bus streif. 

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Wenn Himmel und Hölle metaphorisch wären, wäre auch die Botschaft Jesu Christi sinnlos, der ja gerade gekommen ist, um Menschen zum Heil (Himmel) zu führen und vor der ewigen Verdammnis (Hölle) zu bewahren.

Der Himmel im christlichen Verständnis ist nicht das islamische Paradies als Fortführung eines irdischen Lebens mit allen Genüssen, sondern die Erfüllung der tiefsten Sehnsucht des Menschen. Ein Zustand höchsten und endgültigen Glückes in der Gemeinschaft mit dem lebendigen Gott und allen, die zu ihm gehören.

Die Hölle ist die ewige Gottesferne und das Leben ohne Gott und damit auch ohne Liebe.


Als ein Muslim möchte ich dir meinen Part dazu beitragen.

Ob Himmel und Hölle Metaphorisch ist oder nicht, kann ich dir mit einem einfachen Beispiel erklären.


Stell dir vor, du hättest einen Bruder und er ist genau das Gegenteil von Dir.
Er hat einen miesen Charakter, geht nicht arbeiten, verspottet die Menschen, kennt den unterschied zwischen gut und böse nicht.
Während du hart arbeiten muss um etwas auf die Beine zustellen, legt man Ihm das Geld auf seinen Schoß.
Während du immer Pech im Leben hast, hat Er immer irgendwie Glück.

Dein Aussehen ist eher unter dem Durchschnittlich, während dein Bruder die Frauen anzieht wie das Licht, die Motten.

Dir wiederfahren im ganzen Leben nur die negativen Sachen, während dein Bruder von den positiven profitiert.

Irgendwann stellst du die Fragen....warum ich?
Wann hört das auf?
Werde ich je so sein wie mein Bruder?

Dann kommt irgendwann die entscheidende Frage nach der Gerechtigkeit.

Die Absolute Gerechtigkeit gibt es hier auf Erden nicht.
Wenn nicht hier, wo dann?

Deser wird im Jenseits sein, denn während dein negatives Leben eine Prüfung für dich ist, wirst du die Belohnung von Gott erhalten.

Dein Bruder hat seine Belohnung hier auf Erden erhalten und sein Leiden beginnt nach seinem Tode.

Mit anderen Worten jeder von euch wird von Gott auf Probe gestellt.

Wer ist nun der wahre Sieger?
Der, der eine befristete Zeit Glücklich gelebt hat oder der, der für die Ewigkeit glücklich sein wird.

Die Belohnung im Jenseits ist der eintritt ins Himmelreich und die Bestraffung, der Eintritt ind die Hölle

Die Umschreibungen der Hölle als Ort, wo man „ins Feuer
kommt“ (Islam) oder wo „Heulen und Zähneklappen“ herrschen (Christentum, Ausspruch von Jesus), sind offensichtlich metaphorisch gemeint. Es soll heißen, die Seelen der Bösewichter kommen nach deren physischen Tod an einen Ort, wo es ihnen äußerst schlecht ergeht.  

Der Ausdruck „Heulen und Zähneklappen“ könnte auf Wiedergeburt hindeuten, dass es also den „bösen“ Seelen in einem künftigen Leben so schlecht ergeht, dass sie ständig heulen und mit den Zähnen klappern müssen; vielleicht weil sie als Tiere wiedergeboren werden und ständig Angst haben müssen, gefressen zu werden. Die Wiedergeburt ist ja im Christentum nicht immer ausgeschlossen worden.

Bin zwar kein Abergläubiger, aber laut Bibel ist der Himmel das tatsächliche, stereotypische Paradies und die Hölle ein brennendes Flammenmeer.

"Himmel" und "Hölle" sind keine Orte, sondern (Bewusstseins)Zustände.

Das ist vielen (unwissenden) Gläubigen nicht bewusst.

Es gibt "3 Himmel": Die Luft um uns (1.Mose 1,8), die Sternenwelt (1.Mose 1,1) und Gottes Thron (Offb.21,10).

Die "Hölle" ist der Ort unter uns (kommt von "Höhle" - 1.Mose 23,20), in welchem einige Dämonen zuhause sind (1.Petr.3,19).

Das "ewige Feuer" wird auch als "Hölle" beschrieben, in welches am Schluss Satan (2.Kor.11,14; Offb.17,1-14) und seine Dämonen kommt (Offb.20,10).

wenn es nach Luzifers neuer Weltenordnung geht,sind wir alle gefallenen Engel und kommen aus dem Höllensturz.

Ich denke jedoch die Hölle gibt es nicht,bin eine gesannte Gottes, die auf der Erde ihre Aufgabe zu erledigen hat.

Und das war`s schon!

Viele Blödsinnsbestandteile des Christentums sind heute niemand mehr vermittelbar. Damals, vor 1500 bis 2500 Jahren, als sie erfunden wurden, würden sie durchaus noch "wörtlich" gemeint. Darunter die Hölle und der Himmel.

Weil man nicht zugeben kann/will, was alles brutaler Quatsch ist, flüchtet man sich in die AUSREDE, es sei "symbolisch" oder "metaphorisch" gemeint.

Ich bleibe bei Standpunkt: "Ich will mir nicht ausdeuten lassen, wie es gemeint war. Ich kann ja lesen"


Christenmänner kommen schon mal nicht in den Himmel mit 72 Jungfrauen pro Verstorbenem.

Bodesurry 19.08.2017, 18:16

Lieber mit meiner Frau im Himmel, als ohne sie und die Erwartung von 72 Jungfrauen. 

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