Ist hier Umsatzsteuer fällig, ein Unternehmer mit Sitz in München verkauft von seinem Bochumer Gästehaus einen Schrank für netto 1000 Euro?

3 Antworten

Die Frage nach Anlagevermögen, GWG usw. gehört in den Bereich der Einkommensteuer. Die hat mit der Umsatzsteuer nicht viel zu tun, deshalb gibt es auch unterschiedliche Gesetze dafür.

Ort der Lieferung ist Bochum, also Deutschland. Der Abnehmer sitzt auch in Deutschland (Annahme). Der Unternehmer verkauft einen Gegenstand aus seinem Betriebsvermögen (Annahme). Also muss er Umsatzsteuer berechnen.

Bei Privatpersonen ist das anders. Aber wenn der Lieferant umsatzsteuerlich ein Unternehmer ist, muss er Umsatzsteuer berechnen, wenn der Ort der Lieferung in Deutschland ist. Ausnahme: die Lieferung geht ins Ausland, da gibt es spezielle Regelungen.

Kennst du § 4 Nr. 26 UST,  da steht drinnen dass nichtabzugsfähige Betriebsausgaben oder Dinge die nur zu steuerfreien Zwecken verwendet werden umsatzsteuerfrei sind. Also stellt sich die Frage die ich oben erwähnt habe. Strom wäre hier z.B nicht steuerpflichtig weil steuerfrei da kein Vorsteuerabzug möglich war, da das Gästehaus nicht bei dem Hauptsitz des Unternehmers liegt.

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@Walter54225

Deine Beschreibung war leider nicht sehr genau. Deshalb habe ich bei einigen Sachen "Annahme" dazu geschrieben.

Was genau ist Dein Unternehmer? Gehört das Gästehaus zu seinem Unternehmen (das umsatzsteuerlich weit gefasst ist)? Wenn das Gästehaus Teil des Unternehmens ist, muss auch dann Steuer gezahlt werden, wenn es nicht am Hauptsitz des Unternehmens liegt. Wäre ja toll. Tchibo würde nur in Hamburg Umsatzsteuer erheben, der Umsatz in allen anderen Filialen wäre steuerfrei.

Vielleicht könntest Du den genauen Wortlaut der Aufgabe einstellen.

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@Walter54225

Du meinst den § 4 Nr. 28 USTG.

Der greift aber nur, wenn der Unternehmer steuerfreie Umsätze im Sinne der vorherigen Absätze tätigt. Deshalb die Frage nach dem Unternehmenszweck.

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@Seeheldin

Es geht nur um das Gästehaus nicht um die Schokoriegel die der Unternehmer eigentlich verkauft

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Aufwendungen für Gästehäuser, die sich nicht am Ort des Betriebs befinden, stellen nach § 4 (4) Nr. 3 EStG eine nicht abzugsfähige Betriebsausgabe dar. Daher wäre hier eigentlich auch kein Recht auf Vorsteuerabzug gegeben gewesen. Der Verkauf erfolgt dann nach § 4 Nr 28 UStG ohne Umsatzsteuer .

Ja richtig, aber warum ist ein Schrank der so teuer ist eine Betriebsausgabe? Das war der eigentliche Sinn der Frage!

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@Walter54225

Der Begriff Betriebsausgabe meint in diesem Zusammenhang nicht, dass sich die Ausgaben für den Schrank voll gewinnmindernd ausgewirkt hätten. Oberhalb der GWG-Grenze erfolgt ertragssteuerlich die Abschreibung über die Nutzungsdauer. Ich verstehe aber ehrlich den Hintergrund der Fragestellung nicht so ganz.

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@Steuerbaer

Also ist der Schrank egal wie teuer immer eine Betriebsausgabe auch ein Grundstück für 500.000 Euro hat den Begriff Betriebsausgabe wenn man es kauft. Also kann man sagen ein Haus für 100.000, das ich kaufe ist eine nicht abzugsfähige Betriebsausgabe??

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@Walter54225

Betriebsausgaben sind per Definition erst einmal ganz allgemein, Aufwendungen, die durch den Betrieb veranlasst sind. § 4 (4) EStG. Dabei kann man in sofort abzugsfähige BA (z.B. GWG) und nicht sofort abziehbare Betriebsausgaben unterscheiden.

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@Steuerbaer

Ja aber ein Grundstück ist kein Aufwand, verstehst du was ich meine? Also auch keine Betriebsausgabe und bei einem teuren Schrank habe ich beim Einkauf keine Aufwendungen nur einen Aktivtausch in der Bilanz, der Aufwand entsteht später mit der AfA!

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@Walter54225

Deine Ausführungen sind so korrekt. Jedoch ist der einkommensteuerrechtliche Begriff der Betriebsausgabe nicht immer mit einem Aufwand in der GuV gleichzusetzen. Periodenübergreifend i.d.R. schon, aber  im Jahr des Geldabflusses kann es vorkommen, dass eine Betriebsausgabe noch keinen Aufwand darstellt.

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@Steuerbaer

Also würdest du sagen, dass es egal ist wie teuer der Schrank ist weil er früher oder später mit 100% abgeschrieben wird also ist er im umsatzsteuerlichen Sinn immer als Aufwand zu sehen?

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@Walter54225

Was hat die Umsatzsteuer jetzt damit zu tun? Die USt ist ein komplett anderes, selbstständiges Rechtsgebiet. Die Vorsteuer für betriebliche (nicht Gästehäuser, weil die eben nicht betrieblich sind) Eingangsleistungen ist abziehbar, gleichgültig ob es sich ertragssteuerlich um eine sofort abzugsfähige Betriebsausgabe oder ein zu aktivierendes Wirtschaftsgut handelt.

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Was hat die GWG-Thematik jetzt genau mit der USt. zu tun?

Kann man sich nach Wechsel von Kleinunternehmer zum USt-pflichtigen Unternehmer die Vorsteuer erstatten lassen?

Hallo zusammen,

ich habe eine fiktive Frage: Ein Unternehmer betreibt ein Einzelgewerbe als Keinunternehmer nach §19UStG. Er ist klassischer Händler. Kauft also Ware ein und verkauft sie zu einem höheren Preis.

Als Kleinunternehmer bezahlt er die eingekaufte Ware Brutto und bekommt nichts vom Finanzamt zurück. Nun scheint es so, als müsste dieser Unternehmer ab dem folgenden Geschäftsjahr USt. abführen.

Nun zur Frage: Wenn der UNternehmer nun zum Zeitpunkt des Geschäftsjahreswechsels ein volles Lager mit bereits bezahlter Ware hat, muss er diese Ware dann "doppelt" versteuern? Die USt. auf den Einkaufspreis wurde ja bereits bezahlt und nicht vom Finanzamt erstattet. Wenn der Unternehmer nun auf alle Rechnungen USt. abführen muss, so ist die Gesamt-USt-Last auf diese Waren ja deutlich höher, als wenn er bereits beim Einkauf der Ware kein Kleinunternehmer gewesen wäre.

Kann sich der Unternehmer die Vorsteuer für den Warenbestand zum Zeitpunkt des Wechsels zum USt-pflichtigen Unternehmer vom Finanzamt erstatten lassen?

Viele Grüße,

David

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