ist Helius Klinikum Schleswig empfelenswert?

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2 Antworten

Also ich war schon 6 Mal in genau dieser Klinik und habe unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Aber doch eher mehr negative als positive.

Zwei Mal war ich auf der Station K5. Das ist die Sucht- und Drogenstation. Eigentlich jedenfalls. Da ich aber beide Male als Notfall kam und grade nirgendwo anders was frei war, kam ich eben dorthin. Die Station passt allerdings ganz und gar nicht zu meinem Krankheitsbild. Die Patienten sind eben ziemlich auf Entzug und das merkt man deutlich.

Bessere Erfahrungen habe ich auf der Station K1 gemacht. Das ist die Jugendlichenstation und die passt auf jeden Fall besser zu mir. Die Betreuer sind nett und die Therapeuten größtenteils auch. Das sind sie auf der K5 übrigens auch. Mit der Therapeutin, die ich hatte, bin ich sehr gut zurechtgekommen und bin auf jeden Fall auch weitergekommen. Schade war nur, dass sie sehr oft krank war oder sonstwo, jedenfalls nicht erreichbar. Überhaupt war es ganz oft so, dass man wegen irgendeiner eigentlich ganz banalen Sache wie z.B. ein Verbandswechsel erstmal Ewigkeiten allen Leuten hinterherrennen musste. Manchmal wurde es dann auch gar nicht gemacht, weil mir dann gesagt wurde, dass es schon zu spät ist und dass ich ja auch hätte früher kommen können. Toll, was hatte ich denn den ganzen Tag gemacht??? Das hat mich doch oft sehr aufgeregt. Zudem fühlte ich mich oft sehr eingesperrt. Auf einer geschlossenen Station ist es klar, dass sich die Fenster nicht öffnen lassen und die Tür nach draußen immer abgeschlossen ist. Auf der offenen Seite der K1 ist es aber genau das selbe und da fragt man sich dann schon, was denn überhaupt der Unterschied zwischen beiden Seiten (A und B Seite) ist.

Ich weiß ja jetzt gar nicht, für welche Station du dich interessierst. Aber was mir noch gewaltig gegen den Strich ging, war, dass man auf der Geschlossenen sehr schnell einfach weggesperrt wird. Mag sein, dass das eine Geschlossene so an sich hat ... Ich wurde aber z.B. das eine Mal fixiert. Mir wurde gesagt, dass sie mich wieder losmachen, sobald ich mich beruhigt hatte. Nach ´ner Stunde oder so hatte ich mich wieder beruhigt und die eine Ärztin kam zu mir. Der einzige Grund, warum sie mich nicht losgemacht hat war, dass ich noch nicht in der Lage war, zu sprechen. Sie hat gemeint, dass die Betreuer während der Nacht immer wieder mal nach mir gucken ... ich lag ja auch im Überwachungszimmer. Sie kamen kein einziges Mal und das obwohl ich die ganze Nacht hindurch geheult und nach ihnen gerufen habe. Ich fühlt mich sehr vera..... und im Stich gelassen. Im Stationsalltag kam hinzu, dass man nach einer gewissen Zeit nicht mehr ganz ernst genommen wurde. Zeigt man ein bestimmtes Verhalten immer wieder, wird das nach ein paar Wochen einfach ignoriert, auch dann wenn man gerade in diesen Augenblicken die meiste Unterstützung bräuchte. Später war es sogar oft so, dass ich mir für mein Verhalten dumme Kommentare anhören musste. Ich habe immer versucht, mein bestes zu geben ... aber irgendwie war es nie gut genug. Ich habe mich oft sehr im Stich gelassen und alleine gefühlt.

Im Großen und Ganzen würde ich die Kinder- und Jugendpsychiatrie in Schleswig nur für kurze Aufenthalte weiterempfehlen. Zur Krisenintervention ist die Klinik vollkommen in Ordnung, 3 Monate würde ich dort aber auf keinen Fall nochmal bleiben wollen.

Ich weiß ja nun nicht, worauf du mit deiner Frage hinauswolltest ... wenn du noch Frage hast, dann frag´ einfach.

LG

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