Ist Hass durch das Internet gesellschaftsfähig geworden?

Das Ergebnis basiert auf 29 Abstimmungen

Nein 45%
Ja 41%
Andere Antwort 14%

16 Antworten

Nein

... weil Hass hoffentlich niemals gesellschaftsfähig sein wird.

Ich denke eher, dass das Internet eine Plattform bildet für hasserfüllte Menschen, die ihren Frust in der Realität nicht loswerden können.

So verlagern sie ihn auf Menschen, die ihnen Erinnerungen und somit eine Angriffsfläche bieten.

Das ist ähnlich wie mit Trauer, die man/frau bei eigenen Verlusten nicht zu empfinden wagt. Stellvertretend wird dann bei öffentlichen Ereignissen wie z. B. dem Tod von Diana oder traurigen Spielfilmen kollektiv getrauert und geheult.

Nein

Hass ist eine Gefühlsäußerung, die aus eigener Hilflosigkeit heraus und dem Willen entsteht, sich egal wie dagegen zu wehren.

Zur Hilflosigkeit trägt bei, dass man sich mit der zugrundeliegenden verhassten Situation nicht (offen) genug auseinandergesetzt hat, oft, weil man auf seiner vorgefassten oder übernommenen Meinung beharrt.
Diese Auseinandersetzung auf einer sachlichen Basis und mit Hilfe von belegbaren Fakten - falls erforderlich mit Hilfe einer Moderation - könnte zur Versachlichung der Ausgangssituation beitragen.

Wenn es aber um eine Kluft geht, die nicht zu überwinden ist, weil die auslösende Grundsituation weiterbesteht und nichts an ihr geändert wird bzw. werden kann, kann Hass zu einem Dauergefühl werden.

So geschieht es allenthalben da, wo die Informationsbasis aus unterschiedlichen Quellen stammt, die man je nach Willen, Zeiteinsatz und intellektuellem Vermögen zurate zieht. Nicht zu vergessen der politische Wille, Meinungen mit Meinungsinstrumenten in die eine oder andere Richtung zu dirigieren.

Insofern, als Gefühle Sprengstoff darstellen, kann das gefährlich werden. Über solche Themen kann man endlos diskutieren, und je nach Argumentationstalent trifft man den richtigen oder den falschen Ton. Wenn dann im Netz Meinungen und Worte eskalieren, nimmt man dies natürlich besonders stark wahr.

Auf deine Frage, ob Hass durch das Internet gesellschaftsfähig geworden sei, würde ich trotzdem mit NEIN antworten. Hass ist keine konsensfähige Grundlage im menschlichen Miteinander, und es ist nicht akzeptabel, mit Hass zu reagieren.

Was ich aber auch beobachte, ist, dass Menschen mit abweichender Meinung, die auf sachlich belegten Fakten beruht, nicht nur verbal bekämpft und mundtot gemacht werden (sollen), WEIL ihre Argumente unbequem sind, oft aber (intellektuell) gar nicht verstanden werden. Die Reaktionen sehen schon sehr nach Hass aus. Das finde ich bedauerlich, aber es liegt wohl an der Qualität unserer Gesellschaft.

Mir kommt es oft vor wie die Vorstufe einer großen Sprachverwirrung, wie es sie schon mal in Babylon gab: das Gemeinte entspricht nicht dem Gesagten und das Gesagte wird dem Anderen im Munde verdreht, weil sich das Hineininterpretierte dazugesellt. Dazu noch Bevölkerungsgruppen mit eigener Herkunft, Geschichte, Sprache, Kultur - und unterschiedlichem Werteempfinden. Wie soll sowas keinen Hass hervorrufen?

Das gesellschaftliche Zusammenleben ist in den letzten Jahren nicht einfacher geworden.

Woher ich das weiß:Hobby – Ansätze, die das Leben zeigt
Nein

Hass ist eine persönliche Empfindung - schon immer und für immer - die ganz natürlich und menschlich ist. Eine gesellschaftliche Akzeptanz dafür braucht es nicht bzw. ist sie auf natürliche Art vorhanden.

Was Du womöglich meinst, ist die (hasserfüllte) Hetze?! Nein, die ist nicht gesellschaftsfähig geworden, sie ist lediglich schwierig zu begrenzen, weil das Internet zu einer gewissen Anonymität verhilft und weil sich da Strömungen schnell potenzieren.

Woher ich das weiß:Beruf – psych. Psychotherapeutin
Andere Antwort

Hass war schon immer in Teilen der Gesellschaft akzeptiert.

Heute findet man halt einfacher Gleichgesinnte.

Aber viele kämpfen jetzt auch gegen den Hass an, was früher wohl weniger verbreitet war.

Andere Antwort

Hass ist ein großes Wort:

Ich würde aber behaupten, dass "Gesinnungen" bzw. Neigungen wie

  • Rassismus,
  • Speziesismus,
  • Antiveganismus,
  • Sexismus -
  • und auch Kinderpornografie etc. es durch Internet und Co. leichter haben, Gleichgesinnte zu finden...

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