Ist Gott Real oder Fiktiv?

26 Antworten

Gott hat uns zwei "Instrumentarien" geschenkt, damit wir ihn erkennen können.  das Denken und den Glauben!

Beides gehört zusammen. Ein Glauben ohne Denken gleitet sehr schnell in
Aberglaube oder Fanatismus ab. Das Denken ist das erste Instrument, um Gott zu erkennen. Gott hat uns Menschen die Anlage zum Denken geschenkt, freilich liegt es an uns, sie auch zu verwenden.

Ein Tier kann nicht so denken wie wir. Es kann die Frage aller Fragen
erst gar nicht stellen:    "Warum ist etwas und nicht nichts?" "Woher kommt die Welt?" usw. Wir Menschen können es dank unseres Verstandes. Das ernsthafte Nachdenken über die letzten Fragen nennen wir Philosophie. Jeder Mensch kann philosophieren, und jeder Mensch kann in diesem Suchen nach Erkenntnis schon auf wichtige Antworten stoßen: Schon hunderte Jahre vor Christus haben zum Beispiel die alten Griechen
- Sokrates, Plato, Aristoteles usw. - bereits erkannt, dass es nur einen Gott
geben kann, dass dieser Gott gut sein muss, dass er zugleich "ganz
anders
" sein muss und doch diese Welt durchwirken muss usw.

Dass es Gott gibt, dass brauche ich im strengen Sinn des Wortes gar
nicht zu "glauben", denn das ist ja Einsicht der Vernunft! Dazu muss
man ja nur zwei und zwei zusammenzählen, denn :"Von nichts kommt
nichts!" Wo nichts ist, kann nichts werden. Anders gesagt: Der Urknall
kann sich nicht selbst hervorgebracht haben.

Und warum sind dann bei uns in Europa immer weniger Menschen religiös,
warum glauben immer weniger an Gott? Eine der Ursachen ist auch, weil sie nicht mehr denken! Wir lernen zwar viel technisches Wissen und Fachwissen und Detailwissen. Aber wir verlernen , über die großen und letzten Fragen
nachzudenken!

Aber die Vernunft ist nicht alles. Es gibt eine zweite Stufe, auf der
sich Gott zu erkennen geben will.Denn die "Ratio"erkennt zwar viel
von Gott, aber nicht sein letztes Wesen!        

Der "Gott der Philosophen", den wir denkend erkennen, ist zwar
groß und erhaben, er ist aber auch schaudererregend fern und unnahbar. Das
philosophische Nachdenken über Gott gibt uns keine Antwort, warum ein
allerhabener Gott in der Schöpfung Leiden, Krankheit, Ungerechtigkeit und Tod zulässt.

Darum wollte uns Gott noch mehr als den Verstand schenken: Er wollte,
dass wir ihn im Glauben ganz und gar erfassen können. Und dazu ist Gott in
unsere konkrete Weltgeschichte eingetreten: Er hat sich uns in der Geschichte geoffenbart. Hier beginnt die Bibel, dass Gott selbst nach dem Menschen zu suchen beginnt. Der unendliche Gott spricht endliche Menschen wie Abraham, Mose, Jesaja, Jeremia usw. an und teilt sich ihnen mit.     Das kann man nun nicht mehr mit der Vernunft begründen, denn hier hat sich die Bewegung umgedreht: Philosophie ist die Suche des Menschen nach Gott mit Hilfe des Denkens; die Bibel bezeugt die Suche Gottes nach dem Menschen. Und der Mensch gibt seine Antwort durch den Glauben.

Die Vernunft konnte von Gott - ohne Glauben- schon sehr viel erkennen:
dass er eins ist, dass er unverursachter Schöpfer ist. Vor allem: er ganz
anders ist. Darum spricht ihm die Philosophie ja so viele Eigenschaften zu, wo
einfach weltliche Eigenschaften verneint werden: Die Welt ist endlich, Gott ist
un-endlich, wir sind sterblich, Gott ist un-sterblich, Materie ist fasslich,
Gott ist un-fasslich usw.

Der Glaube an Gottes Selbstoffenbarung in Jesus Christus hebt das
vernünftige Denken nicht auf, aber er übersteigt es. Es ist absolut vernünftig,
bei der heiligen Messe vor einem Stückchen Brot niederzuknien und darin Gott anzubeten. Denn kein Philosoph - und sicher nicht die Apostel - hätten sich soetwas ausdenken können: Dass Gott seine Größe offenbart, indem er ganz klein wird. Dass Gott die Nahrung - die Hostie - verwendet, um mit uns Gemeinschaft (Kommunion) zu haben. Kein noch so religiös Überdrehter hätte sich einfallen lassen können, dass Gott seine Lebendigkeit darin offenbart, dass er den Tod auf sich nimmt. Und kein noch so gefinkelter Betrüger hätte sich angesichts des Elends, Leidens, und Unrechts in dieser Welt ausdenken können, dass Gott all das am Kreuz selbst auf sich nehmen möchte.

Im Denken ruft Gott uns zu: Ich bin ein unendlicher erhabener Gott! Im
Glauben ruft uns Gott zu: Ich liebe dich unendlich!

Ich denke, dass die Beantwortung dieser Frage schon mit der Definition von "Gott" zusammenhängt. Ob man nun von dem christlichen Gott spricht (in welcher Ausprägung? der koptischen? der orthodoxen? der katholischen? der evangelischen?), oder von einem germanischen Gott, von einem hinduistischen, oder von einem ganz anderen. Ob man von Gott spricht als Metapher für etwas anderes... 

Die Eigenschaften von Gott sind mitunter umstritten, auch wenn es innerhalb der christlichen Lehren einen gewissen Konsens über diese gibt. Das heißt, man spricht leicht über etwas/jemanden, das/der nicht genau spezifiziert ist, und dessen Eigenschaften nicht so ganz klar sind.

Und bei einer unklaren Definition lässt sich kaum eine definierte real/fiktiv Antwort geben. Und selbst wenn man den christlichen Gott (und der ist ja nur ein Beispiel von vielen) etwas schärfer definiert, bleibt es schwierig, denn die Definition beinhaltet schon oftmals die Eigenschaft, dass man ihn nicht direkt sehen/beobachten kann. Diese Eigenschaft ist noch kein Garant für die "Fiktivität" (denn es ist denkbar, dass es Dinge gibt, die real, aber nicht beobachtbar sind). Sie erschwert jedoch den positiven Nachweis der Realität enorm oder verunmöglicht ihn sogar.

Als fiktiver real, da er in den Köpfen mancher Mitmenschen existiert.

Für moderne Mainstream-Protestanten ist die Sache übrigens einfach:
Gott ist Liebe, m. a. W.: Glaube ist Sentimentalität, und die ist in diesem Zusammenhang zwar kitschig, aber auch real.

Noch mal m. a. W.: "Gott gibt es, denn wenn ich an ihn denke, habe ich schöne Gefühle." Sein Wirken und seine Existenz sind für diese Art Gläubigen damit real. Die richtig Begeisterten haben dabei so schöne Gefühle, dass sie sie am liebsten mit anderen teilen würden ("Jesus liebt dich!"). Das ist der (europäische) moderne Rest von Mission.

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