Ist "Gott" berechenbar?

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17 Antworten

Das, was du schilderst, ist der Laplacsche Dämon.

In der Tat glaubten fast alle Wissenschaftler anfangs des letzten Jahrhunderst an die Determiniertheit der Welt. Die gibt es aber nicht.

Diesen Beweis hat Ilya Prigogine schon in den 60er Jahren veröffentlicht, bevor er dann ein wichtiger Teil der Theorie dissipativer Strukturen wurde, für die er 1977 den Nobelpreis erhielt. Dieser Beweis beruht hauptsächlich auf der Bäcker-Transformation, der Bernoulli-Transformation sowie der Ljapunov-Funktion und der Einführung des Zeitpfeiles in die Quantenmechanik und die Relativitätstheorie.

Bezogen auf diesen Beweis beerdigte 1986 der damalige "Präsident aller Deterministen", Sir James Lighthill, Präsident der International Union of Theoretical and Applied Mechanics, den  Determinismus mit folgenden Worten:

„Hier muss ich innehalten und im Namen der großen Bruderschaft der Praktiker derMechanik sprechen. Wir sind uns heute sehr der Tatsache bewusst, dass die Begeisterung, die unsere Vorgänger für den phantastischen Erfolg der Newtonschen Mechanik empfanden, sie auf diesem Gebiet der Vorhersagbarkeit zu Verallgemeinerungen verleitet haben, an die wir vor 1960 möglicherweise allgemein geglaubt haben, die wir aber inzwischen als falsch erkannt haben. Wir möchten uns gemeinsam dafür entschuldigen, dass wir das gebildete Publikum in die Irre geführt haben, indem wir bezüglich des Determinismus von Systemen, die den Newtonschen Gesetzen genügen, Ideen verbreitet haben, die sich nach 1960 als inkorrekt erwiesen haben."

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Kommentar von NoHumanBeing
12.11.2015, 10:19

Das, was du schilderst, ist der Laplacsche Dämon.

Stimmt, es war Laplace, nicht Maxwell. ;-)

Einführung des Zeitpfeiles in die Quantenmechanik

Genau dort gibt es ihn aber nicht, denn quantenmechanische Zustandsänderungen sind immer reversibel, oder etwa nicht?

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Hallo DaMenzel,

das ist ja wirklich mal eine anspruchsvolle Frage. Aber keine neue Frage. Es ist die uralte Frage nach dem deterministischen Weltbild, in der es streng geordnet zugeht. Zu jeder Wirkung gibt es eine Ursache. Man spricht sogar vom mechanistischen-deterministischen Weltbild, in der alles erklärbar ist. Interessanterweise sind gerade die Wissenschaften allen voran Mathematik und Physik darauf gekommen, dass dieses Weltbild nicht vollständig sein kann. - Spätestens seit Entdeckung der Quantenphysik spielt plötzlich die Statistik eine dominierende Rolle. Ein kleines Beispiel zeigt wie weit wir mit dem Determinismus kommen. Man kennt die Halbwertszeit von schweren Elementen und kann genau vorhersagen, wieviel Uran von einen Kilo nach 10 Jahren noch da ist. Betrachtet man ein einzelnes Uranatom, kann man exakte Wahrscheinlichkeitsaussagen darüber machen, mit welcher Wahrscheinlichkeit es in den nächsten zwei Jahren zerfällt, in der nächsten Woche zerfällt und mit welcher Wahrscheinlichkeit es morgen zerfällt. Und trotzdem kann niemand das Zerfallsdatum eines Einzelatoms bestimmen. Ist Zufall.

Aber was ist Zufall. Die Nachkommastellen der Zahl pi kommen auch wie Kraut und Rüben ohne erkennbares System, ohne vorhersagbares Muster. Alle Ziffern sind gleichverteilt, keinerlei statistische Abhängigkeiten. Der pure Zufall. Und doch kann man jede einzelne Ziffer mit einem Rechner berechnen.

Die Frage nach der Berechenbarkeit der Zukunft muss darum mit einem klaren "Nein" beantwortet werden. Schau Dir auch mal die Ergebnisse der Chaosforschung an. Bereits einfache physikalische Versuche, wie das Doppelpendel zeigen eine weitgehende Unberechenbarkeit von einfachen mechanischen Abläufen. Oder die Verwirbelung von aufsteigenden Zigarettenqual. Erst hübsch laminar, dann der allmähliche Übergang zu chaotische Wirbeln. Nicht berechenbar, am Ende nur noch Statistik.

Nun bin ich ja auch noch ein frommer Mensch und greife die Frage auf, ob Gott berechenbar ist? Ja und nein. Ja, in der Weise, dass er uns seinen Willen in der Bibel offengelegt hat und sich selbst an seine Aussagen gebunden hat. Er steht zu seinem Wort. In dieser Hinsicht ist er dann berechenbar. Nie und nimmer wird es dazu kommen, dass er sich umentscheidet und sagt: April, April, ich habe es mir anders überlegt. Ich lasse diese Menschheit fallen. - Gott hat aber trotzdem eine unberechenbare Komponente, die damit zusammenhängt, dass er Gott ist. Er nennt sich Jahwe. Das heißt: Ich bin, der ich bin. Das muss so gedeutet werden, dass er einfach von der Hierarchie über uns steht und im Prinzip nicht mehr hinterfragbar ist. Oder anders ausgedrückt. Wäre Gott in allem was er tut für Menschen berechenbar, dann müsste er aufhören Gott zu sein. Und wären wir in der Lage das Handeln Gottes bis in das Detail zu berechnen, dann müssten wir einen gottähnlichen Status haben. - Dabei sind wir von der Schöpfung her sogar nur wenig niedriger als er. Das ist allein schon unfassbar, oder?

Nun noch eine überraschende Aussage, die ich auch mit Bibelstellen belegen könnte. Gott ist sehr wohl  in der Lage alles vorherzubestimmen. Für ihn liegt die komplette Menschheitsgeschichte bis ins kleinste geschichtliche Detail schon fest. Er weiß genauestens, welche Machtverhältnisse beispielsweise in ferner Zukunft herrschen. Er weiß auch wann Uranatom Nummer 54587459 zerfällt. Das muss er wissen, sonst wäre er nicht Gott.

Noch eine überraschen Aussage. Ein beträchtlicher Teil der zukünftigen Menschheitsgeschichte ist uns in der Johannes Offenbarung vorausgesagt. Hier kann man leicht überprüfen, ob wir es mit einem echten Gott zu tun haben oder ob das alles nur Religion und nebulöser Glaube ist.

Also wenn Dir Berechenbarkeit ein Bedürfnis ist, dann kann ich Dir zumindest versichern, dass Deine persönliche Existenz kein Zufall ist, sondern dass ein Schöpferwille und ein Schöpferplan dahintersteckt mit den besten Absichten für den Ausgang Deines Lebens. Es liegt aber auch an Dir ein ausgesprochenes Versöhnungsangebot anzunehmen.


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Kommentar von DaMenzel
12.11.2015, 00:05

Puh, jetzt wird es anspruchsvoll für mich zu später Stunde. 

Statistiken sind seit jeher dazu da um Annäherungen an die realen Gegebenheiten zu finden. Man kann im "kleinen" Bereich viele Dinge berechnen. Im Großen komplexen wird es schwieriger. So ist es auch beim Rauch.

Wenn der Computer" und sein Programm aber wüsste wir sich der Rauch zu verhalten hat, dann wäre das für uns "schwierig" aber für den Computer einfach.

Da ich ehrlich gesagt nicht besonders Bibelfest bin würde ich mich freuen wenn Du mir erklärst an welcher Stelle der Bibel "Gott" vorhergesagt hat wann ein Atom zerfällt. XD

Aber ich glaube Du spielst eher darauf an was darin steht und interpretierst das. Interpretation geht aber immer auf verschiedene Arten.

Für den letzten Satz danke ich Dir, bin mir aber auch ohne Glaube sicher dass jeder von uns einen Zweck hat. 

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Kommentar von grtgrt
12.11.2015, 01:05

Eine interessante Rede, 

dein Argument mit der Chaosforschung allerdings überzeugt nicht, denn es geht dort ja zunächst mal nur um Nichtberechenbarkeit im praktischen Sinne.

Dass hier auch ganz prinzipielle Nichtberechenbarkeit vorliegt, erkennt man erst mit Hilfe quantenphysikalischer Argumente.

Besonders interessant (und nachdenkenswert) finde ich dein Argument mit den Dezimalstellen der Kreiszahl pi.

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Kommentar von gtajunky
14.11.2015, 08:01

Ich hab mal ne frage. Wenn die gesamte Menschheitsgeschichte ( auch die zukünftige, wie ich es verstanden habe), für "Gott" schon feststeht,  wie kann der Mensch dann einen freien Willen haben, der von der Kirche propagiert wird?
Geh ich nach links oder rechts? Links hab ich ein Unfall und sterbe und rechts nicht. Das ist für mich ein unvereinbarer Widerspruch.

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Ich bin jetzt einmal ganz naiv und glaube an den perfekten Supercomputer, der mit einer unglaublichen Fülle von Datenmaterial gespeist worden ist. Dieser Supercomputer kann

  • die Zukunft berechnen. - wenn es nicht die Freiheit des Menschen gibt. Manche meinen, Freiheit ist eine Illusion. Ich persönlich glaube nicht, dass Freiheit uns nur deswegen erscheint, weil der Supercomputer mit noch nicht genug Daten gefüttert worden ist, sondern dass die Freiheit zum Wesen des Menschen gehört. 
  • Gott berechnen.- Ja, wenn wir die Formel für Gott haben. Wie aber diese Formel ausschaut, werden unterschiedliche Gläubige unterschiedlicher Religionen anders beurteilen. Eine der Grudformeln der jüdisch.christlicehn Tradition ist Jahwe: Also: "Ich bin, der ich bin." das heißt anders: "Ich bin der, den ihr nicht berechnen könnt. Ich passe einfach nicht in euren Supercomputer. Ich sprenge alle Begrenzungen!"

Also sorry: In meinem Menschen- und Gottesbild wirst du mathematische Aufgaben, aber niemals die Zukunft berechnen können!

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Kommentar von Hamburger02
14.11.2015, 11:07

"In meinem Menschen- und Gottesbild wirst du mathematische Aufgaben, aber niemals die Zukunft berechnen können!"

Genau das ist auch Auffassung der aktuellen Physik und wurde in der Theorie Dissipativer Strukturen so rein mathematisch bewiesen. Selbst wenn der Supercomputer alle Informationen hätte und es keinen Zufall gäbe, lässt sich die Zukunft dennoch nicht vorherberechnen.

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Du bräuchtest einen "Maxwell'schen Dämon". Den kann man aber nicht konstruieren.

Du kannst nicht den Zustand jedes Teilchens bestimmen, weil dieser aufgrund der Heisenberg'schen Unschärferelation nicht exakt definiert ist. Und Du kannst auch nicht "an allen Stellen gleichzeitig messen", weil die Vakuumlichtgeschwindigkeit eine obere Schranke für die Übertragung von Information festlegt.

Quantenmechanische Systeme verhalten sich nichtdeterministisch. Du kannst z. B. nicht vorhersagen, wann ein radioaktives Isotop zerfällt, auch dann nicht, wenn Du alle Vorgänge, die im Atomkern stattfinden, kennst.

Handlungen von Lebewesen werden durch quantenmechanische Prozesse gesteuert (weil solche letztlich entscheiden, ob ein Neuron depolarisiert oder nicht) und sind damit zwangsläufig nichtdeterministisch, egal wie sehr wir sie auch analysieren. Gäbe es diesen Nichtdeterminismus nicht, gäbe es logischerweise auch keinen "freien Willen".

"Gott" (genauer gesagt die Religion) wurde von uns Menschen geschaffen, um Phänomene zu erklären, die wir (noch) nicht erklären können oder um andere Menschen unterdrücken zu können.

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Kommentar von DaMenzel
11.11.2015, 23:05

Zu letzterem -> "Gott" war mit Absicht in Anführungszeichen und ich stimme Dir da voll zu.

Zu den ersten Punkten, den wichtigen für meine Frage: Nehmen wir an, dass der Computer den ich meine, eine Anwendung laufen hat die alle Gesetze & Kräfte kennt (von daher auch per (von mir aus) "Zufallsgenerator" bestimmen würde welches Isotop wann zerfällt - welches wir als Menschen nicht messen können).

Wäre es dann praktikabel eine so komplexe Matrix zu erschaffen die uns sein lassen würde obgleich wir nicht sind, die uns einen freien Willen haben lässt obgleich dieser nicht frei wäre ohne dass wir es wissen?

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Kommentar von stekum
11.11.2015, 23:45

Super Antwort! Dem ist kaum etwas hinzuzufügen.

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Kommentar von Franz1957
12.11.2015, 08:17

Der benötigte Dämon ist ein anderer. Siehe die Antwort von Hamburger02.

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Aber der Computer waere so gross wie der, der unser Universum berechnet. Es reicht auf die Datenbanken Zugriff zu bekommen, also alle Dinge die geschehen sind und die, die noch geschehen werden. Das koennen manche Menschen, ist aber selten. Wenn du diesen Zugriff hast, dann interessierst du dich nicht mehr fuer die Zukunft. Ueberigens sind diese Datenbanken in dir. Alles Gute!

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Kommentar von DaMenzel
14.11.2015, 12:57

Verwirrend - sehr verwirrend. Wie sollte ein Mensch eine Datenbank in sich tragen die die Zukunft und die Vergangenheit kennt?

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(wie von Hamburger02 bereits beschrieben) - genauer unter

https://de.wikipedia.org/wiki/Laplacescher_D%C3%A4mon

findet man alle Fakten: die 4 Punkte, die die "Nichtmachbarkeit der Vorhersage" beweisen.

Was mir unter Punkt 4 noch fehlt, ist neben der Zeit, die man ständig hinterher hinkt ( da es keine unendlich schnellen Rechner gibt):

a) die Anzahl der Atome: heutige CPUs bestehen aus mindestens 15 Mio. Transistoren, diese wiederum aus zig Mio. Atome...selbst wenn man in die Zukunft schaut und Rechner nur noch aus "Quanten" bestehen, benötigt man immer n Atome um 1 Atom zu "überwachen/berechnen".Da das Universum nur 10^80 Atome hat, ist man schnell bei Anzahl und Energie am Ende des Machbaren!

b) Viele Menschen gehen immer von perfekten Bauelementen aus. Dabei hat jedes Bauteil eine begrenzte Lebensdauer. Wer wie ich mit Bio. Stellen rechnet kennt die vielen Probleme:

- selbst gute Festplatten: pro TB geht pro Jahr mindestens 1 Sektor def. 

Bei Musik & Video ist das egal, ABER bei Berechnungen tödlich!

- kaum ein PC rechnet im Dauerbetrieb über 200 Tage fehlerfrei...

Bei Quantenrechnern wird das auch nicht besser...

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Kommentar von DaMenzel
13.11.2015, 16:31

Nach meiner etwas ungenauen Fragestellung fällt es mir jetzt schwer noch etwas einzuwenden und viele Dinge habe ich bereits in anderen Kommentaren wieder gegeben, aber:

Ausgehend davon, dass es einen "Supercomputer" geben würde, der unser Universum bzw. Multiversen "für uns" erschafft und der alles berechnen würde - dann ist es doch durchaus möglich. Da dieser ja für unsere "simulierte" Welt den Rahmen absteckt und wenn Licht dann das schnellste wäre was "hier" möglich ist, schließt dies doch nicht aus dass dort wo der "Supercomputer" steht ganz andere Bedingungen herrschen.

Bedingungen zum Beispiel die sehr viel schnellere Datenübertragung ermöglichen, eventuell wäre das Ding sogar in der Lage anstelle unserer informativen Logik von WAHR UNWAHR UNDEFINIERT (<- letzteres habe ich hier schon gelernt) viel mehr Zustände zu kennen und verarbeiten zu können.

Ich möchte mich entschuldigen, da dies natürlich abwegig und absurd klingt was ich hier beschreibe, aber sollte man diese Möglichkeit nicht dennoch in Betracht ziehen können?

Natürlich hieße das im Umkehrschluss (wie von einigen Personen hier schon erwähnt wurde) dass wir dies nicht mehr beurteilen könnten und die Frage damit erschöpft wäre.

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Diese Frage läuft auf die Frage hinaus, ob es sowas wie "Zufall" auf der Welt gibt. Die Antwort ist: ja. Seit fast 100 Jahren weiß man, dass man entweder nur den Impuls bzw. Geschwindigkeit ODER die Position eines Teilchens kennen kann. Beides zu kennen ist nicht nur technisch, sondern physikalisch unmöglich (Heisenbergische Unschärferelation). Insofern kann man nicht alles wissen und so auch nicht die Zukunft voraussagen. So ist auch so etwas wie ein "Gott" nicht berechenbar.

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Kommentar von DaMenzel
11.11.2015, 23:00

Die Heisenbergsche Unschärferelation würde in diesem Fall nicht bestehen, da ich in der Fragestellung bereits erwähnt habe dass alle Gesetze / Kräfte bekannt sind, also dem Computer bzw. dessen Programm.

Außerdem ist es soweit mir bekannt möglich den Zerfall von Atomen zum Beispiel an Hand von Näherungsfaktoren relativ genau zu bestimmen. Zumindest glaube ich darüber kürzlich etwas gelesen zu haben.

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Kommentar von Meatwad
12.11.2015, 00:20

Aber dafür gibt es doch den Heisenberg-Kompensator. ;)

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Was du da beschreibst, ist ein komplett deterministisches Modell der Welt - jeder Zustand der Welt ließe sich dadurch komplett aus den vorhergehenden berechnen. Die Welt wäre damit ein vollständig bestimmter Automat, der von einem Urzsustand aus wie ein Programm völlig berechenbar abläuft. 

Es gibt in der physikalischen Physik darüber (immer noch) keine Einigkeit, ob das so ist - und wir einfach nicht erkennen, weil unsere Theorien nicht stimmen. Allerdings gibt es in der modernen Physik einiges, das dagegen spricht: 

Unschärfe: Nach der Heisenbergschen Unschärferelation ist es prinzipiell unmöglich, von einem Objekt gleichzeitig z. B. den Ort und den Impuls zu messen. Ich kann nicht beides gleichzeitig genau bestimmen. Damit ist schon eine deiner Voraussetzungen nicht erfüllbar, wir können den aktuellen Zustand nicht erfahren. 

Unbestimmt: Nach den gängigen Interpretationen der Quantenphysik kann man über die zukünftigen Zustände z. B. von Atomen nur statistische Aussagen machen. Ein klassisches Beispiel ist der Atomzerfall. Man weiß zwar, dass nach einer gewissen Zeit die Hälfte der Teilchen zerfallen ist, kann aber für ein bestimmtes Teilchen nicht sagen, ob es dazu gehört oder nicht. Das liegt (nach den gängigen Theorien) nicht daran, dass uns das dazu nötige Wissen fehlt, sondern dass der Zustand eben nicht vorher festgelegt ist. 

Dazu kommen noch eher mathematische Themen wie die notwendige Unvollständigkeit logischer Systeme oder Betrachtungen über Halteprobleme (auch eine interessante Sache - obwohl man eine Turing-Maschine exakt beschreiben kann, kann man nicht sagen, ob sie nach einer gewissen Zeit anhält..) und ähnliches. 

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Kommentar von DaMenzel
11.11.2015, 23:13

Nehmen wir an, die Unschärferelation spielt keine Rolle - da diese vom System gewollt ist (von der Anwendung die auf dem Computer läuft per Zufallsgenerator ausgewürfelt wird) - ist es dann möglich dass wir "in einer Matrix" sind?

Die Aussagen das wir nur statistisch vorhersagen können (weil wie Du sagst unbestimmt) Atome in Teilchen zerfallen, wir aber nicht sagen können welches wann - wäre das nicht auch erklärbar mit einem simplen Zufallsgenerator der Dinge am laufen hält?

Turing-Maschine: Sorry - habe ich noch nie gehört und ist auch irrelevant, denn dazu müsste ich noch ein paar "IQs" draufpacken. 

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Meine eigene Theorie: Wenn es Gott gibt (nur mal als Gedankenexperiment),
so tut er zumindest nichts, was gegen die Naturgesetze verstößt. Das wären ja 'Wunder', und die gibt es nicht mehr, seit wir ihm mit Hilfe der Wissenschaft so genau auf die Finger schauen können. So bleibt ihm nur noch als eine der Möglichkeiten zur Beeinflussung unserer Welt der Weg über die Quantenphysik. Eine andere Art wäre zB die Chaostheorie.


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Kommentar von DaMenzel
12.11.2015, 00:06

Interessanter Ansatz - aber es erklärt noch nicht warum er berechenbar wäre und ob er es ist.

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Kommentar von stekum
12.11.2015, 02:12

Die Frage, ob Gott berechenbar ist, stand ja nur im Titel. Im weiteren Text wurde klar, dass es nur darum ging, ob sich die Vergangenheit berechnen und die Zukunft voraussagen ließe.

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Schmetterlingseffekt - jede noch so kleine Veränderung bewirkt enorme Konsequenzen auf lange Sicht. Außerdem sind Gefühle und irrationales Handeln nicht berechenbar - du kannst somit die Aktionen von komplexen Lebewesen nicht auf Mathematik herunterbrechen.

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Kommentar von NoHumanBeing
11.11.2015, 23:38

Schmetterlingseffekt - jede noch so kleine Veränderung bewirkt enorme Konsequenzen auf lange Sicht.

Nein, nicht jede. Das gilt nur für Systeme mit positivem Feedback.

Außerdem sind Gefühle und irrationales Handeln nicht berechenbar

Für uns nicht, aber letztlich sind es auch nur elektrochemische Prozesse, die in Deinem Nervensystem ablaufen.

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Philosophisch stand bis Ende des 19. Jahrhunderts die Berechenbarkeit der Zukunft und damit Gottes fest. Noch Schopenhauer ging von der mechanischen Kausalität der Ereignisse aus. Seit der Unschärferelation Heisenbergs gilt das nicht mehr.

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Kommentar von Eselspur
12.11.2015, 22:17

Gott ist mehr als die Zukunft + Lässt du die Philosophiegeschichte erst im 19. Jahrhundert beginnen?

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Mathematiker können bereits beweisen (und haben schon bewiesen), dass es Funktionen gibt, die NICHT berechenbar sind.

Sollte Gott diese Funktionen geschaffen haben, läge es doch sicher nahe zu vermuten, dass er noch viel weniger berechenbar ist, oder?

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Kommentar von DaMenzel
12.11.2015, 09:56

Wie kann man den beweisen dass etwas nicht auf Gesetzen beruht? Gibt es da Beispiele die für mich als Laien verständlich sind?

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Ja, wenn du jedes Teilchen, jede Bewegung und alles andere in genau diesem Moment weist, könntest du die Zukunft bestimmen.
Aber was willst du mit dieser Erkenntnis? Also viel Glück überall im Universum jedes Teilchen gleichzeitig zu messen.

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Kommentar von DaMenzel
11.11.2015, 23:30

Dann hätten wir bewiesen das alles reale irreal ist.

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Gott existiert nur in den Köpfen der Menschen, alles andere ist reine Spekulation. Wenn es einen Gott gäbe, warum sollte dieser z.B. Kriege oder andere Religionen tolerieren? Wenn es einen Gott gäbe, hätte dieser nicht klare Interessen, etwas aus dieser Welt zu machen? Wenn es einen Gott gabe, warum gibt es dann andere Planeten, Galaxien oder eventuell sogar sowas wie Paralluniversen? Warum wird in der Bibel nur von der Erde geredet?, während über den Rest kein einziges Wort verschwendet wird?

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Kommentar von DaMenzel
11.11.2015, 22:56

Ich habe Gott in Anführungsstrichen geschrieben, da ich damit das "Universum" bzw. "Multiversum" meinte - also alles was irgendwie mehr ist als wir uns vorstellen können.

Übrigens würde es meiner Meinung nach "Gott" nicht interessieren wie was wo passiert, da er ja wie der von mir beschriebeneComputer nur ein Programm laufen hätte - ohne Wertung - also unbeteiligt. Das würde Kriege und so weiter erklären. 

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Kommentar von DerSchokokeks64
11.11.2015, 23:04

Jetzt kommt mein Lieblingssatz dazu: Wir können uns hier unten so viel vorstellen wie wir wollen, die Wahrheit wird es aber höchstwahrscheinlich nicht sein. Letztendlich haben wir mit unserer heutigen Forschung noch fast keine Ahnung. Physikalische Gesetze z.B. müssen immer weiter verbessert werden, perfekt werden sie aber wahrscheinlich nie.

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Nein, ich glaube keineswegs, das Gott berechenbar ist.

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Du weisst aber das sich Zustände von Stoffen ständig ändern können

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Kommentar von DaMenzel
11.11.2015, 22:53

Deswegen sagte ich ja, alle physikalischen Gesetze / Kräfte kenne -> Chemie ist auch nichts anderes als dieses. Nur speziell auf das Verhalten von Atomen ausgelegt. Oder liege ich da falsch?

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Gott ist sicherlich nicht brechenbar. Die zukunft ist relativ

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Kommentar von DaMenzel
11.11.2015, 23:31

Das war nicht die Frage.

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