Ist GG. Artikel 1, Absatz 1 etwas widersprüchlich formuliert?

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4 Antworten

Unterschied zwischen deskriptiver (beschreibender) Aussage und normativer (vorschreibender Aussage). Das GG ist durchgängig normativ, der Rest wurde schon geschrieben.

Anders ausgdrückt: Die Würde des Menschen darf nicht angegriffen werden. Wer sie doch angreift bekommt es mit staatlicher Gewalt zu tun.

Das Weitere regeln Gesetze. Wie immer. Artikel sind der Boden auf dem Gesetze wachsen. Passen die Gesetze nicht zum Boden gibt es verschiedene Möglichkeiten solches Unkraut wieder los zu werden. - Aber das ist dann wieder eine andere Geschichte. Lese erst mal weiter Stück für Stück.

Danke, das hab ich verstanden :) Mein "Problem" besteht nur darin, dass ich den Begriff "unantastbar" in diesem Kontext etwas verwirrend finde. Wenn man zum Beispiel schreiben würde: "Die Würde des Menschen darf nicht angegriffen/verletzt werden" fände ich das viel eindeutiger. Ich weiß, dass ja eigentlich klar sein sollte, dass damit gemeint ist, dass die Würde nicht angegriffen werden darf .... nur leider bedeutet "unantastbar" für mich etwas anderes :D

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@Ahlbereth

Unantastbar ist passend für einen Artikel denn er ist Grundlage nachfolgender Gesetzgebung. Du hast an die Artikel die formulierte Erwartungshaltung welche für Gesetze angebracht ist. Unantastbar und Punkt ist eben bindend für die Gesetzgebung. Woraus die Schlussfolgerung gezogen wird dass jedes Gesetz welches dagegen verstößt verfassungswidrig ist.

Du wirst im Grundgesetz noch auf andere Artikel stoßen die zu denken geben können. Verwechsle die für eine Verfassung - als solche wird unser Grundgesetz ja seit einigen Jahren bezeichnet - angebrachten Formulierungen nicht mit Alltag oder nachfolgenden Gesetzen.

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@Ahlbereth

@Ahlbereth:
Das ist dann aber sozusagen dein persönliches Problem.

Die allgemein übliche Erläuterung des Begriffs "unantastbar" findest du z.B. im (Online-) Duden. Damit sollte deine Verwirrung beseitigt sein.

Gruß, earnest

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Der schöne Schein besagt, dass der Staat angeblich die Unantastbarkeit der Menschenwürde dadurch versucht herzustellen, als dass er sie zur allgemeinen Richtschnur erhebt. Dass der schöne Schein, das feierliche Ornat der Verfassung mit der Realität oftmals wenig zu tun hat, dürfte eigentlich klar sein,. sollte es zumindest. Es sind übrigens nicht nur deine durchaus berechtigten Einwände, die all das konterkarieren, der Staat selbst hält sich oftmalös nicht an seine selbst gesteckten Maxime. Damit ist die Bahn frei für permanente Heuchelei.

Hier wird bitte nicht nach der RechtsPRAXIS gefragt sondern nach dem RechtsVERSTÄNDNIS.

Es macht erst mal keinen Sinn mit der Rechtspraxis zu kommen wenn das Verständnis der Grundlagen dieser Praxis fehlt. Das schafft nur Verwirrung. Verwirrung ist nun wirklich das Letzte Was unser Land brauchen kann.

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@dawala

Es macht erst mal keinen Sinn mit der Rechtspraxis zu kommen wenn das Verständnis der Grundlagen dieser Praxis fehlt.

Jaaaa, genau das ist das Problem unserer Bundesregierung. Aber gut, die versucht ja auch Demokratie vorzuheucheln ohne was davon zu verstehen

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Hi.
"Ist unantastbar" soll heißen: soll und darf von niemandem angetastet werden.
Tastet sie doch jemand an, so verspricht der Staat, den "Angetasteten" zu schützen.

Alles ganz logisch und folgerichtig. Wo ist da der Widerspruch?

Der Nachbarjunge darf dich nicht hauen.
Tut er's aber doch, bekommt er's mit deinem großen Bruder zu tun.

Gruß, earnest

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