Ist Getreide nun gesund oder ungesund?

6 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo Punxsu,

hier mal eine fundierte Meinung von jemanden mit einem Abschluss in Ernährungswissenschaften:

Getreide grundsätzlich ist wichtig und gesund für unseren Körper, außer du leidest an der Krankheit Zöliakie, einer Glutenunverträglichkeit, die wie eine Vergiftung auf das System wirkt.

Tatsächlich sollte der Grundsatz jeder Ernährung sein, so viel wie möglich zu mischen, aber jeder Körper reagiert anders auf bestimmte Nahrungsmittel. So ist Weißmehl, also der feinstmögliche Mahlgrad von Getreide, ernährungsphysiologisch wenig sinnvoll, da es keine wichtigen Stoffe mehr enthält. Für Personen, die Schonkost benötigen, ist Weißmehl aber gut verträglich. 

Grundsätzlich gilt, umso gröber das Getreide ist, umso mehr gute Inhaltstoffe findest du. Da wären die Ballaststoffe, die die Verdauung anregen. Zu viel davon führen allerdings zur Verstopfung. Mineralstoffe, Spurenelemente, sekundäre Pflanzenstoffe, Vitamine und vieles mehr machen Vollkornprodukte so wertvoll. Außerdem sättigen sie lange, da die Kohlenhydrate im Vollkorn aus Mehrfachzucker bestehen, für die der Körper länger zum abbauen braucht als bei Einfachzucker (weißer Industriezucker bspw.)´. Hinzu kommt, dass jedes Getreide auch verschiedene Inhaltstoffe hat. So ist Hafer gesünder als Weizen, alte Getreidesorten wertvoller als neu gezüchtete, Reis wirkt entwässernd und liefert Vitamin A für die Augen, ist häufig aber auch pestizidbelastet.

Wie du also siehst, gibt es tatsächlich keine universelle Antwort auf diese Frage. Bist du vollkommen gesund, kannst du für dich als richtige Antwort gelten lassen, dass Getreide einmal am Tag für den Organismus wertvoll und unterstützend wirkt. Am besten ungezuckert, Vollkorn und verschiedene Arten gemischt.

Ich hoffe, ich konnte ein wenig helfen.

Lg

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Heißt das, wenn man keine Glutenunverträglichkeit hat, dass Gluten dann unbedenklich ist? Denn viele behaupten ja, man solle lieber generell Gluten meiden, weil es auch für gesunde Menschen ohne Unverträglichkeit schädlich sei.

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@Punxsu

Ich hab da immer noch Bedenken mit dem Gluten. Ich seh das ähnlich wie bei der Wärmedämmung. xD Asbest-Platten haben auch unglaublich viele gute Eigenschaften: Große Festigkeit, hitze- und säurebeständig, dämmen hervorragend - nur leider verursachen sie auch Krebs. Was ich mit diesem Beispiel sagen will ist, nur weil etwas auch gute Eigenschaften hat, schließt das ja noch nicht die Gefahr aus...

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@Punxsu

Wenn du keine diagnostizierte Glutenunverträglichkeit hast, sind Gluten als natürliches Klebeeiweiß für den Körper vollkommen unbedenklich.

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Lass dich da von den ganzen Wissenschaftler und Studien nicht beeinflussen. Wie Menschen Essen seit 1000den von Jahren Getreide in Form von Brot, Nudeln usw. In Getreide ist nichts auser Kohlenhydrate Magnesium und andere Mineralische Stoffe. Hoffe konnte helfen

lg

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naja, aber da kennst du dich dann offensichtlich eben gerade nicht so gut aus, weil genau das mit dem wie lange wir Menschen Getreide essen IST ja gerade der Kritikpunkt, der immer angebracht wird. Es heißt, weil wir eben von den knapp 10k Jahren Menschheitsgeschichte nur einen sehr kleinen Teil Getreide gegessen haben, genau darum sei eben unser Verdauungsapparat nicht dafür geeignet, weil Evolution eben sehr viel länger dauert. Ähnlich wie bei der Milch, die ja generell für Säugetiere nach dem Kindheitsalter nicht mehr genießbar sein soll, also Laktoseintoleranz als weltweiter Normalzustand bis wir angefangen haben, vor allem in Europa, so viel Milch zu trinken, dass es die meisten Leute irgendwann vertragen haben, aber so langsam kommt doch wieder eine sehr hohe Laktoseintoleranz in der Bevölkerung durch. Ich glaube so einfach wie "gab es früher schon und ist darum unbedenklich" ist es leider nicht zu beantworten. trotzdem danke.

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Ich finde auch paleo macht irgendwie Sinn. Wahrscheinlich hast du ja schon gelesen, dass der Mensch ursprünglich weder Milchprodukte gegessen noch Getreide angebaut hat. Dh. unser Körper noch nicht so wirklich darauf ausgelegt ist. (Bei Milch merkt man es ja besonders)

Nichts desto trotz sind wir nicht aus Glas und die gesunde Mischung machts.

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Paleo macht grundsätzlich für den Körper eigentlich keinen SInn, da Fleisch zu vielen Krankheiten führt. Fleisch ist tatsächlich nur zwei bis höchstens drei Mal die Woche sinnvoll. Getreide und Milch sind außerdem schon so lange Bestandteil unserer Ernährung, dass genetisch gesehen keine Unverträglichkeiten aus Zeiten der Steinzeit mehr nachweisbar sind. Bei Asiaten ist das tatsächlich was anderes, weil in diesen Weltteilen noch nie wirklich Milchprodukte verzehrt wurden, folglich haben sich die Gene auch nie angepasst. Heutige Unverträglichkeiten sind Zivilisationskrankheiten, die sich aus den vielfältigen, oft ungesunden Verarbeitungsweisen und Überzüchtungen der Lebensmittel ergeben.

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@Stangerl

Das impliziert, dass eine Paleo Ernährung zwangsweise mit viel Fleischkonsum einhergeht, aber ich habe festgestellt, dass es neben Fisch und Fleisch auch zahlreiche vegetarische Paleo-Mahlzeiten gibt. Das mit dem Getreide, der Milch und den Genen - das ist genau der Punkt, bei dem ich mich frage was nun richtig ist. Die einen sagen, so wie Du, die Zeit war absolut ausreichend und unsere Gene hätten sich angepasst, die andern sagen, niemals nimmer reicht die Zeit für eine solche Anpassung der Gene, so eine Anpassung brauche wesentlich mehr Zeit, maximal können wir die Produkte nun verwerten ohne größere Nachteile, aber von gesund könne keine Rede sein, es sei eher eine Belastung für den Körper und man sehe dies an den vielen Unverträglichkeiten (welche du eher auf Verarbeitungsweisen und Überzüchtung zurückführst) und Krankheiten. Ich selbst leide an einer chronischen Darmerkrankung, Colitis Ulcerosa, welche man bis heute nicht erklären kann und seit der Diagnose beschäftige ich mich intensiv mit Ernährung - und seit dem fällt mir auch auf, dass es eigentlich gar keine eindeutigen Ergebnisse gibt. Es gibt haufenweise Meinungen, aber jede Aussage hat mindestens eine glaubwürdige Gegenaussage. Man möchte annehmen, dass wir uns schon so lange ernähren, dass wir mittlerweile etwas mehr Ahnung davon haben - dem scheint nicht so. ^^

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