Ist Geschlecht binär (Umfrage)?

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DAS ERGEBNIS BASIERT AUF 13 ABSTIMMUNGEN

Geschlecht ist binär, denn 53%
Geschlecht ist nicht binär, denn 46%
Ich bin anderer Meinung... 0%

12 Antworten

Ich glaube das es typisch Mann/Frau schon kaum noch gibt. Zumindest in den jüngeren Leuten!

Männer in rosa Hemden, Männer weinen, Frauen als Mechaniker etc etc etc ... Selbst homosexuelle Erfahrungen sind nichts mehr wo sich junge Leute noch extrem für schämen oder verstecken... 

Ich denke daher das der Wandel da schon lange begonnen hat! Aber alles gewohnte zu ändern dauert halt auch seine Zeit 

Geschlecht ist nicht binär, denn

Kinder sollte man nicht mit dem ganzen Spektrum verwirren, das finden sie schon selbst heraus wenn sie alt genug sind. Kinder, selbst ganz kleine, wissen schon sehr gut zwischen Mann und Frau zu unterscheiden, auch das muss man ihnen nicht beibringen. man lebt ihnen natuerlich gewisse Dinge vor, aber das geschieht meist unterbewusst.

rosepetals 26.10.2015, 18:24

Ich glaube nicht, dass sich Kinder den geschlechtlichen Unterschieden so bewusst sind - zumindest untereinander nicht. Du findest sogar vor allem bei kleineren Kindern, dass sie Dinge des "anderen Geschlechts" tragen/haben wollen, weil es ihnen noch nicht anders beigebracht wurde. Auch ist das Vorleben nicht immer unterbewusst. Man sagt doch schon zu einem Zweijährigen "küss doch die Anna", oder "was für ein Gentleman", schenkt den Mädchen schon vor der Pubertät Nagellack und Rouge und dass ein Vater seinem Sohn erlauben würde, Röcke zu tragen, ist unwahrscheinlich.

Ich sage ja nicht, man soll denen ein ganzes Spektrum an Geschlechtsidentitäten beibringen, ich lege nur die Möglichkeit dar, diese Geschlechtsdusselei "sei männlich" "sei weiblich" einfach wegzulassen.

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Geschlecht ist nicht binär, denn

...das menschliche Spektrum von Identität übersteigt alle Eingrenzungen. Allein schon die Tatsache, dass es Menschen gibt, die anders empfinden und sich weder als Frau oder Mann bzw als etwas dazwischen bezeichnen würden, zeigt das. Das hier ist eine philosophische Frage, die keiner naturwissenschaftlichen Beweisführung (oder religiösen Anerkennung) bedarf.

Manche empfinden sich vollständig als das eine, manche sehen sich dazwischen, manche gar nicht in diesem Bereich und alles davon ist okay und gleichwertig und muss nicht gerechtfertigt werden.

In diesem Sinne lobe ich Ruby Rose, die ihr Publikum vor kurzem anredete mit: "Ladies and gentlemen and everyone inbetween, ..."

Geschlecht ist nicht binär, denn

... so rein gar nichts in der Natur ist "binär"!

Die Natur kennt immer irgendwelche Zwischenstufen, bzw. sie besteht eigentlich nur aus "Zwischenstufen", mit extremen Ausformungen an beiden Enden. Da kannst Du jeden Naturwissenschaftler fragen.

Weder ist das "gefühlte" Geschlecht "binär" (Stichwort: Transsexualität), noch das biologische Geschlecht (Stichwort: Intersexualität), noch unser sexuelles Verlangen (Stichwort: Bisexualität, bzw. mangels Zweier-Begrenzung heute besser Pansexualität genannt).

Viele Menschen haben unendlich gelitten, weil sie bei der Geburt zu einer der vermeintlich zwei offiziellen Seiten zugeordnet, und scheinbar für das Raster "passend" gemacht wurden (chirurgisch und/oder medikamentös).

Das unselige "Adam & Eva"-Denken entstammt religiös dominierten Zeiten, als man noch keine Wissenschaft im heutigen Sinne betrieb (oder, zumal bei unpassenden Ergebnissen, auch gar nicht zuließ).

Heute ist man schlauer (na ja, nicht alle ^^), und man muss sich bei der Geburt auch nicht mehr auf eines der beiden Geschlechter festlegen - eine jahrelange Forderung der Intersexuellen, die letztes oder vorletztes Jahr endlich erfüllt wurde. Seitdem kann das Geschlecht in Deutschland auch offiziell "unbestimmt" lauten.



rosepetals 31.10.2015, 11:27

Ich liebe diese Antwort! Von biologischen Sichtweisen her hört man ja normalerweise immer, dass Geschlecht binär ist. Danke für den langen Text

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Kajjo 31.10.2015, 13:51
@rosepetals

Gleichwohl ist die Antwort sachlich unzutreffend. Auch Transsexuelle ordnen sich sehr entschieden einem Geschlecht zu -- sie fühlen sich ja gerade wie "das andere" Geschlecht. Nicht aber wie ein drittes Geschlecht. Was sollte das auch sein? Mann oder Frau,. das steht zur Wahl.

Und selbst wenn in seltensten Fällen ein Wesen männliche und weibliche Komponenten in sich vereint, zeigt das doch gerade die Zweigeschlechtkeit: Man kann selbst die Teileigenschaften jeweils einem der beiden Geschlechter zuordnen. 

Hier hat noch niemand auch nur ansatzweise plausibel beschreiben können, was denn nun das dritte Geschlecht sein soll. 

Allerhöchstens gab es Begriffsverwechslungen mit sexueller Orientierung oder sozialer Lebensweise. Geschlecht im biologischen Sinne ist was anderes und das ist eindeutig binär. Klare Begriffe für klare Gedanken!

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Libertinaer 05.11.2015, 13:38
@rosepetals

Ich liebe diese Antwort!

:))

Von biologischen Sichtweisen her hört man ja normalerweise immer, dass Geschlecht binär ist.

"Immer" ist sehr relativ. ;-) Und die naturwissenschaftliche Forschung bereichert uns Tag um Tag ... :)

... und meine naturwissenschaftlichen Kenntnisse fielen ja auch nicht wie Mana vom Himmel. ;-)

Der Punkt ist einfach, dass man Kindern nicht anhand Mann/Frau etwas über ein "binäres System" beibringen muss, was gar nicht existiert.

Die Natur hat keinen "Ingenieur" oder "Programmierer", der irgendeinen ("binären") Plan umsetzt, wo man sich dann über "Fehler" ärgern könnte.

Die Natur ist eher vergleichbar mit einem "Spieler" mit schier unbegrenztem Kapital, der an möglichst vielen Spieltischen setzt, in der Erwartung, auf diese Art möglichst oft zu gewinnen - und möglichst oft auch den Jackpot zu knacken.

Manche Wetten erweisen sich als von vorneherein aussichtslos (z.B. verlieren nicht wenige Schwangere den Embryo, ggf. ohne überhaupt von der Schwangerschaft etwas gemerkt zu haben). Manche Wetten erscheinen optimal - und generieren so neue Spieler mit neuen Wetten. Und manche Wetten erscheinen suboptimal - bis sich vielleicht, z.B. aufgrund geänderter Lebensbedingungen, ein scheinbarer Nachteil in einen Vorteil wandelt. Das nennt man dann Evolution

Mit anderen Worten: Die Natur ist eine Schrotflinte, die in alle Richtungen gleichzeitig schießt. Und das so gut, dass sie damit sogar eine Spezies hervorgebracht hat, die der Natur erklärt, was sie ihrer Meinung nach wann wo falsch macht, bzw. dass sie das Ziel ja auch mal verfehlt. ^^

DAS kann man IMHO den wissbegierigen Kindern verklickern: Dass die Natur kein Ziel kennt, und dass sie deswegen alle möglichen Formen produziert - mit dem Ergebnis, dass dabei auch tolle Dinge rauskommen. Das muss man ja bloß mit dem Lego-Kasten vergleichen! ;-)

Wenn was vollkommen schief gelaufen ist: Schwamm drüber und weiter geht's. Wenn nicht, dann erfreuen wir uns halt an der dabei entstehenden Vielfalt (oder manche eben auch nicht).

Und wenn die Natur dabei (fortpflanzungsfähige) Männer mit Penissen in Kitzlergröße entstehen läßt, oder (fortpflanzungsfähige) Frauen mit Kitzlern in Penisgröße, oder Hermaphroditen mit beiderlei Geschlechtsmerkmalen, oder was auch immer, dann ist das kein "Fehler" oder "Abnormität". Sondern DAS ist das System, weswegen die Evolution überhaupt funktioniert!

So, das war das eine.

Das andere ist: Egal ob man die Natur dafür bewundert, oder ob man ihr Wirken teilweise als "fehlerhaft" bewertet, so bringt sie doch empfindungsfähige, intelligente, liebende Wesen hervor. Und sicher, jeder Menschen hat von der Natur irgendwelche Schwächen und Stärken mitbekommen. Aber ganz sicher mag es kein empfindungsfähiger Mensch, als "Fehler" eingestuft zu werden.

Und selbst wenn man auch noch so detailliert zuordnen könnte, was einen "fehlerfreien" bzw. "fehlerhaften" Mann oder Frau genau ausmacht (was man nicht wirklich kann): Immer wird es Fälle geben, die genau in der Mitte liegen. Die gleichermaßen männliche wie weibliche Merkmale in sich tragen (also biologisch gesehen - psychisch sowieso: jedenfalls denke ich von mir schon, dass ich auch manche eher "typisch weibliche" Seite in mir trage - und das ist auch gut so).

Spätestens dann ist es mit dem "binären" System vorbei.

Aber vielleicht verstehe ich ja auch die Natur falsch. Und vielleicht weiß ich als Programmierer - der auch schon in Maschinensprache, also Binärsystem im Extrem, programmiert hat - auch nicht, was "binär" eigentlich bedeutet. Aber DARAUF würde zumindest ich NICHT wetten ... ;-))

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Libertinaer 04.12.2015, 12:37
@Kajjo

Eigentlich wollte ich dich ja nicht kommentieren. Wenn jemand von beliebig vielen "Zwischenstufen" redet anstelle von Dualität, ist die Unterhaltung mit jemanden, der daraufhin von Zweistufigkeit auf Dreistufigkeit wechselt und tatsächlich glaubt, er hätte etwas verstanden ja ohnehin absolut sinnlos.

Aber aus gegebenem Anlass:

Auch Transsexuelle ordnen sich sehr entschieden einem Geschlecht zu -- sie fühlen sich ja gerade wie "das andere" Geschlecht. Nicht aber wie ein drittes Geschlecht.

Das behauptest DU - als Nichtbetroffener.

Was jemand mit mehr Einblick darüber sagt, kann man in diesem neuen, sehr schönen Interview des Sterns nachlesen: http://www.stern.de/familie/leben/stern-interview-mit-tyler-ford--sein-leben-ohne-geschlecht-6578248.html

Tyler Ford fühlt sich jedenfalls weder als Mann, noch als Frau ...

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Jein! Einerseits binär, andererseits aber auch wiederum nicht. Ginge es nur binär zu, denn müßten sich die Geschlechter besser verstehen, kämen leichter und unkomplizierter zusammen. Beziehungen zwiwchen Frweundin zu Freundin ist anders gelagert, als Beziehung Freundin zu Freund.

Es herrscht zwischen den Geschlechtern eine gewisse Fremdheit vor, während zum gleichen Geschlecht meist eine Vertrautheit exisitiert, sofern keine Feindseligkeit vorliegt.

Geschlecht ist binär, denn
  • Das biologische Geschlecht der Species Homo sapiens (und das aller Säugetiere) ist eindeutig binär. An der grundsätzlichen Zweigeschlechtlichkeit besteht absolut gar kein Zweifel aus naturwissenschaftlicher Sicht. Dies betrifft ganz fundamental zunächst die Erbanlagen, davon abgeleitet auch Geschlechtsorgane und die geschlechtsspezifische Ausprägung von Hirn und Psyche.
  • Auch Transsexuelle ordnen sich selbst eindeutig einem der beiden Geschlechter zu, sie empfinden sogar oftmals besonders deutlich diese Zuordnung. Bei Transsexualität ist einfach aufgrund einer Entwicklungsstörung das genetische Geschlecht nicht identisch mit der hirnorganischen und psychischen Geschlechtsausprägung. Daraus darf man aber nicht auf "weitere Geschlechter" schließen.
  • Auch genetische Aberrationen wie Zwitter sind einfach Erbfehler und solche Phänomene stellen die grundsätzliche Zweigeschlechtlichkeit nicht in Frage, im Gegenteil zeigen solche Krankheitsbilder erst, wie fundamental die Zweigeschlechtlichkeit für die Species ist.
  • Auch bei vielen anderen Klassen liegt fast immer Zweigeschlechtlichkeit vor, selbst wenn einzelne Individuen nicht fruchtbar sind (z.B. weibliche Bienen außer der Königin) oder andere Spezialfälle auftreten. Geschlechtlichkeit hat fundamental damit zu tun, welche Erbanlagen aufeinandertreffen müssen, um sich fortpflanzen zu können. 
  • Abschließend noch die Anmerkung, dass sexuelle Orientierung und Zweigeschlechtlichkeit voneinander unabhängige Phänomene sind.
rosepetals 26.10.2015, 15:05

Zu der zweiten Anmerkung - ich wollte eigentlich vielmehr auf nichtbinäre Geschlechtsidentitäten eingehen, beispielsweise genderfluid oder bigender, als auf Transsexualität, da sie im Grunde ja eigentlich binär ist.

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Kajjo 27.10.2015, 11:13
@rosepetals

Kunstworte wie "genderfluid" sind Bezeichnungen, die keinem tatsächlichen naturwissenschaftlichem Konzept entsprechen, sondern eher als soziale oder politische Konstrukte zu bezeichnen sind. Solche Formen gibt es faktisch gar nicht, sie sind eher Schönrederei und viel Gerede um wenig Inhalt.

Geschlecht ist schon von der Grundannahme und Definition her binär. Einzelne Fehlbildungen und Störungen heben dieses Konzept nicht auf. 

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Finda 26.10.2015, 15:13

Intersexuelle Menschen als "Zwitter" zu bezeichnen, ist heute nicht mehr üblich.
Und wer sagt, dass ein selten auftretendes Geschlecht deshalb kein Geschlecht sein darf?
1:500 Menschen sind intersexuell.
Und das schon immer und überall.

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Kajjo 27.10.2015, 11:10
@Finda

Intersexualität ist eine Sexualdifferenzierungsstörung und kein drittes Geschlecht. Es gibt zahlreiche Ursachen für Intersexualität und keine davon ist evolutiv optimiert (wie von einem dritten biologischen Geschlecht zu erwarten wäre), sondern im Gegenteil Folge verschiedener Störungen.

Bedenke, dass ich aus naturwissenschaftlicher, medizinischer Sicht antworte und nicht aus politisch-korrekter oder gesellschaftlich-kontroverser Sichtweise. Mir geht es um Fakten, nicht um Schönrederei.

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Libertinaer 30.10.2015, 23:37
@Finda

keine davon ist evolutiv optimiert

Das ist das Wesen der ungesteuerten Evolution, dass sie einfach alles macht - inkl. der Zwischentöne. Unbd nicht nur die Evolution agiert so, die Natur insgesamt - bis hin zur kosmologischen Ebene.

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Finda 10.11.2015, 15:15
@Libertinaer

Betroffene Intersexuelle verwehren sich, als Gestört definiert zu werden. Sie brauchen keine "Behandlung". Die hatten sie in der Vergangenheit zur Genüge.
Man muss nicht "Schönreden" um zu wissen, dass es medizinische Sichtweisen gibt, die nicht zu den Betroffen gewollt sind.
Ich bin mir sicher, dass sie in Zukunft nicht mehr als Störung gelistet werden.
Homosexualität ist auch keine Erkrankung mehr. Heute.

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Kajjo 10.11.2015, 17:08
@Finda

Überaus viele Intersexuelle nehmen Behandlungen in Anspruch -- freiwillig und nach Abwägung aller Interessen. Jeder Einzelfall muss separat betrachtet werden und die persönlichen Bedürfnisse optimal berücksichtigt werden. Angeborene Fehlentwicklungen oder genetische Aberrationen sind in keiner Sichtweise irgendwie "ein x-tes Geschlecht", sondern bedauerliche Entwicklungsstörungen.

Der Vergleich mit Homosexualität macht das nicht besser.

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PlueschTiger 04.02.2016, 15:23
@Kajjo

Der Vergleich mit Homosexualität macht das nicht besser.

Wie ist es denn Mit Inzest oder Zoophilie?

Das Inzestverbot wird inzwischen schon vom Ethikrat der EU als Eingriff in die Menschenrechte und Sinnlos betrachtet. Zoophilie wird von Ärzten auch inzwischen, mehr und mehr als eine weitere Form der Sexualität angesehen, ähnlich Homosexualität.

Überaus viele Intersexuelle nehmen Behandlungen in Anspruch -- freiwillig und nach Abwägung aller Interessen.

Wenn das alles so freiwillig ist, warum hat der Europarat Deutschland wegen dem Zulassen von Menschenrechtsverletzungen in dem Zusammenhang gerügt? Aus Spaß? Grund ungerechtfertigte und zum Teil ohne wissen der Patienten durchgeführte Kastrationen und Geschlechts Angleichungen in Krankenhäusern.

Angeborene Fehlentwicklungen oder genetische Aberrationen sind in keiner Sichtweise irgendwie "ein x-tes Geschlecht", sondern bedauerliche Entwicklungsstörungen.

Der Mann ist auch eine Entwicklungsstörung, die sich evolutionär durchgesetzt hat. Das selbe mit Beuteltieren in Australien und Zwitter bei Schnecken und anderen Arten.

keine davon ist evolutiv optimiert

Das trifft auf nichts zu. Keine der Eigenschaften von Mensch oder anderen wesen ist Optimiert. Optimiert ist eine Definition des Menschen, aus einem gewissen Blickwinkel betrachtet. Was nützt mir mein Optimierter Homo Sapiens Sapiens Körper und Intellekt am Südpol? Nichts, da ich nicht dafür Optimiert bin oder halt angepasst.

Deine Antwort selbst finde ich eigentlich gut, doch geht es nicht nur um Blanke Fakten. Denn selbst die kann man interpretieren. In gewisser weise hast du ja Recht, letztlich sind die Grund Elemente Mann und Frau, wobei der Grundbauplan weiblich ist. Dennoch gibt es auch Zwitter und Geschlechtslose, ob nun Gendefekt oder nicht das ist egal, denn auch diese könnten, wenn zugelassen sich evolutionär weiterentwickeln.

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Also die Abweichungen von "Ying und Yang" liegen im untersten Prozentbereich - bei aller Toleranz und Gleichbehandlung: den gleichen Stellenwert haben sie deshalb nicht.

Klartext: Kinder nicht verwirren in ihrer eigenen Identität und deshalb ist der Hinweis auf Anderes zwar okay, aber nicht das Infragestellen von Ying und Yang ;-)

rosepetals 26.10.2015, 17:28

Es wird nicht "infragegestellt", es wird einfach unwichtig. Kinder verwirrt man damit nicht, es gibt ja nichts, mit was man sie verwirren kann. Ich glaube sowieso nicht, dass sich Kinder schon so früh Identitätsfragen stellen. Mein Bruder hat mit 4 gern meine Feenkostüme zum Spaß angezogen und das mit dem Glück, dass es von jedem als normal empfunden wurde.

Wenn ein Vater dann gesagt hatte "er ist ein Junge", er "soll so etwas nicht tragen", ist dass dann nicht viel mehr verwirrend, als diese Grenzen einfach wertlos zu machen?

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Midgarden 26.10.2015, 21:24
@rosepetals

Da haben wir unterschiedliche Vorstellungen von "Identität", denn die hängt bei 4jährigen nicht an der Klamottenfrage ;-)

Es geht mir auch gar nicht ums Entwerten, sondern um eine sachliche Betrachtungsweise: Ying und Yang gilt für > 96% der Bevölkerung, abweichende geschlechtliche Identitäten und Orientierungen sind also eine kleine Minderheit, die nicht gleich die Naturgesetze aufheben.

Wenn ich mit 4jährigen Farben lerne, brauche ich sie nicht auch im gleichen Atemzug aufklären, daß es auch ein Spektrum von Farben gibt, das unsere Auge nicht wahrnimmt und daß selbst die sichtbaren Farben unter ultravioletten Licht wieder ganz anders aussehen ;-) Ergo: nicht das Lerninteresse der Kinder mit dem eigenen Mitteilungsbedürfnis verwechseln.

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Geschlecht ist binär, denn

Nur das biologische Geschlecht bezeichne ich als Geschlecht und das ist binär. Alles andere (die in Facebook als benutzerdefinerte Geschlechter aufgelistet werden) bezeichne ich nur als Persönlichkeiten, Interessen und Orientierungen.

In ganz seltenen Fällen gibt es auch Menschen, die mit beiden Geschlechtsmerkmalen geboren wurden. Die nennt man Zwitter (Hermaphroditismus).

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Geschlecht ist binär, denn

Geschlecht hat einen biologischen Zweck, nämlich die Fortpflanzung. Darum gibt es bei Menschen genau und exakt zwei, woran auch Intersexuelle gar nichts ändern.

Die Frage bezüglich eines Spektrums bezieht sich jedoch auf etwas, das in diesem biologischen Fakt überhaupt nicht enthalten ist, nämlich soziale Verhaltensweisen. Die Idee des Spektrums glaubt, sie würde da etwas aufbrechen, aber das glaubt sie auch nur, weil sie die Geschlechter ganz althergebracht mit Stereotypen auflädt. Dann aber nicht zu der Erkenntnis kommt, dass sich jeder Mensch frei entfalten kann, egal, welchen Körper er hat, sondern auf einmal wie in den 50ern an Stereotypen festhält und staunt, wenn Mädchen Fußball spielen und dann die Idee eines Spektrums von *Geschlecht* da drauf setzt ("sie ist vielleicht ein bißchen männlich"), statt schlicht und einfach zu verstehen, dass Geschlecht und Fußball (und und und) nichts mehr miteinander zu tun haben sollten. Kurz: Die Spektrumsidee *stützt* althergebrachten Sexismus. Seht Geschlecht einfach als das, was es ist: theoretische Gebärfähigkeit oder theoretische Zeugungsfähigkeit (unabhängig von irgendwelchen Einschränkungen, weshalb ein Mensch das nicht kann oder will; ändert am Grund, weshalb es Geschlechter gibt, gar nichts). Ende. Und das, was heute als ach so bunt betrachtet wird ist sicher nicht "Gender" (Gender ist nicht bunt, sondern sind die aufgezwungenen Stereotypen, die, weil sie Sexismus sind, auch genau ZWEI sind) - sondern die gute alte *Persönlichkeit*. Ja, Persönlichkeit ist bunt. Und selbst die Psychologie hat diese nie in zwei Seiten aufgespalten. Warum laden "moderne" Ideen Persönlichkeit wieder mit Geschlechtsstereotypen auf und machen dann aus dieser überholten Idee auch noch ein "Spektrum". Nichts daran ist modern. Und es schreibt nur fest, was es vorgeblich überwinden will.

Geschlecht ist binär, denn

es gibt nur heutzitage die 2 Kategorien,  die und bekannt sind: männlich oder weiblich. Intersexuelle wollen auch nicht zwischen den Geschlechtern leben, und selbst wenn: zwischen männlich und weiblich zu leben ist nicht ein 3. Geschlecht: wenn man für männlich 1 und weiblich die Zahl 2 nimmt, dann ist vielleicht ein(e) Intersexuelle(r) 1,5 und ist das eine natürliche Zahl. 

Also erstmal zu den 3 Antwortmöglichkeiten: wie soll man anderer Meinung sein? Das erscheint sinnlos, wenn einmal "ich bin der Meinung" und "ich bin nicht der Meinung" zur Auswahl erscheint.

Ich finde, dass es noch eine Kategorie "Geschlecht ist heutzutage binär" und "Geschlecht wird für immer binär bleiben" geben müsse. Meiner Meinung nach begann alles so: Es gab vor Milliarden von Jahren nur Frauen, die zwar alle einen P**** hatten und B*****. Kinder wurden gezeugt, indem man in den A**** gef**** hat. Wenig später erkannte man, dass man sich aufteilen sollte: die einen als Jäger, die anderen kümmern sich um den Haushalt. Über Millionen von Jahren hatte sich dann der Körper der Jägerinnen so angepasst, dass sie einen heute männlichem Körper ähnelten. Die B***** waren für sie auch sinnlos und somit bildeten sie sich zurück. Der P**** bleibt natürlich, da nunmal Jägerinnen besser S** treiben können. Der P**** der Frauen im Haushalt bildete sich, wie bei einer GaOP das getan wird, zurück und Eierstöcke entstanden vorne. Natürlich konnte ich diese ersten Menschen auch "Männer" nennen, aber Frauen sind meiner Meinung nach reifer und weiter entwickelt. 

Ich bin der Meinung, dass in den nächsten Millionen Jahren, wenn es und dann noch gibt, ein 3. Geschlecht entsteht.

rosepetals 07.11.2015, 10:58

Danke für die lange Antwort. Ich werde sie einfach Mal durchgehen und die einzelnen Teile kommentieren.

1,5 ist nicht binär. Binär bedeutet zwei Optionen zu haben und man darf sich nur für eine entscheiden. Und wenn du gerade dabei bist den Begriff "1,5" zu verwenden, so sollte klar sein, dass es dann auch 1,7 gibt oder 1,314159265359 oder sogar 0 -  was eigentlich die Meinung "nicht binär" vertritt.

Zu der dritten Option "ich bin anderer Meinung" finde ich deine Antwort ein ziemlich passendes Beispiel dafür.

"Vor Milliarden Jahren" ist ein wenig weit zurückgegriffen.
Ich weiß nicht, ob du schon Mal von Darwin gehört hast, aber generell glauben wir daran, dass der Mensch vom Affen abstammt. Dass es bei denen einen Samengeber und einen Austräger gibt ist auch bekannt.

Nachdem du dir die Theorie von Charles Darwin durchgelesen hast, kannst du auch alles um die Sexualität herum wiederholen. Die Wissenschaft ist sich, glaube ich, ziemlich einig darin, dass man von Anal Sex nicht schwanger werden kann. 

Nochmal danke, für die Antwort und deine Theorie. Wenn du auch Beweise darlegen kannst werde ich sie ernster nehmen. Eine tolle Science-Fiktion Geschichte kann man daraus aber bestimmt machen.

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LittleSarah2000 07.11.2015, 15:52
@rosepetals

Wozu sind denn die Brustwarzen der Männer da? 

Ich finde, dass noch niemand irgendwas vom Affe bewiesen hat und wieso science Fiktion? Dann ist der Koran wohl ein Science- Fiktion Buch?

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LittleSarah2000 07.11.2015, 15:58
@LittleSarah2000

Achso, hab ich glaub ich vergessen zu sagen: meine Religion besteht darin, dass man daran Glaubt, dass riesige Veränderungen Auswirkungen auf den Körper haben und er sich dem anpasst. Und wenn ich vielleicht einmal das alles Richtig beweisen kann, dann kann man nochmal alles neu schreiben :D

Ich bin ja auch der meinung, dass sich das menschliche Auge in 1000en von Jahren sich an den Bildschirm von Handys anpasst, wenn wir weiter an diesen Geräten hängen, falls wir dann noch leben

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rosepetals 08.11.2015, 18:04
@LittleSarah2000

Jede kleinere Veränderung hat eine Auswirkung auf ein menschliches aber auch tierisches und pflanzliches Lebewesen - nennt sich Evolution. Sie ist auch der Grund, wieso sich Säugetiere ausgebildet haben, durch die längere Tragezeit kann sich das Gehirn weiter ausbilden als bei beispielsweise Beuteltieren.

Ich schätze deine Versuche eine Theorie aufzubauen, aber mit der Aufklärung, die der heutige Mensch erhalten kann, erscheint sie eher lächerlich

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Geschlecht ist nicht binär, denn

... die Natur ist einfach nicht schwarz und weiß. 

Man muss unterscheiden in:

Biologisches Geschlechtsoziales Geschlecht und Geschlechtsidentität.

1) Das biologische Geschlecht...

...ist teilweise binär. Nicht alle Lebewesen haben 2 Geschlechter (manche nur 1, manche sogar 3) und selbst die, die normalerweise nur zwei haben, haben immer noch eine Anzahl an "Intersexuellen" unter sich.

weiblich, männlich, inter(sexuell)

2) Das soziale Geschlecht...

...ist alles andere als binär. Ich kenne kaum einen Mann oder eine Frau, die exakt in die zugehörige Geschlechterrolle hineinpasst, die uns die Gesellschaft vorgibt. Schon alleine die Hälfte der Mädchen geht in der Kindheit Interessen nach, die eigentlich für das andere Geschlecht "bestimmt sein sollten". Das soziale Geschlecht bestimmt, wie Mann/Frau sich anziehen, verhalten, leben sollte. Diese "Normen" sind gesellschaftlich bedingt und von Kultur zu Kultur stark schwankend.

Dafür gibt es keine Begriffe, man bräuchte Millionen davon, schließlich sind wir alle individuell. (feminin, maskulin, androgyn, dominant, devot, ... alle beschreiben nur einen Teil des eigenen, individuellen, sozialen Geschlechts)

3) Die Geschlechtsidentität...

...ist auch nur teilweise binär. Circa die Hälfte der Menschen fühlt sich als Mann, die andere als Frau. Und dann gibt es welche, die weder noch sind. 

Würde ich als Frau eines Tages in einem Männerkörper erwachen... ich würde verzweifeln. Anderen würde das nichts ausmachen. Sie würden sich trotzdem noch wohlfühlen, ihnen ist es egal, ob man für jene die Personalpronomen "er" oder "sie" benutzt. (Die Geschlechtsidentität geht natürlich viel weiter als nur Personalpronomen, aber man kann anhand deren es viel leichter erklären.)

weiblich (cis sowie transgender/sexuell), männlich (cis sowie transgender/sexuell), intergender, agender, genderfluid,.. usw. 

___

Nein, es ist alles andere als binär.

Geschlecht ist nicht binär, denn

Es gibt viele Kulturen, die das anderes handhaben.

Kajjo 26.10.2015, 12:05

Keine einzige ist mir bekannt. Alle Kulturen kennen zwei Geschlechter. Ich bin gespannt, welche Beispiele du bringen kannst für deine Behauptung.

Verwechsel die Frage nach der Zweigeschlechtlichkeit bitte nicht mit der Frage nach der sexuellen Orientierung. Beides hat miteinander nichts zu tun.

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Finda 26.10.2015, 12:48
@Kajjo

In Mexiko gibt es den Muxe  und die Marimacha.
Beide können sowohl hetero als auch homosexuelle Beziehungen führen.
Muxe's sind ein drittes Geschlecht.

In Amerate ( Bolivien) gibt es 10 verschiedene Geschlechter, die sich aus verschiedenen Umständen ergeben.

Bei den Bugis gibt es 5 verschiedene Geschlechtskombinationen.
( Sulawesi)
In Indien gab es vor der Kolonialisierung 3 Geschlechter.
Seit 2014 darf es das jetzt auch wieder geben.

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rosepetals 26.10.2015, 17:22
@Finda

Das wusste ich bis jetzt noch nicht, echt interessant. Danke, auf solche Antworten hatte ich gehofft!

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Libertinaer 30.10.2015, 23:24
@Finda

Thailand nicht zu vergessen!

In vielen Religionen gelten die Nicht-Eindeutigen auch als Glücksbringer.

1
Kajjo 31.10.2015, 13:47
@Finda

Du verwechselst hier ganz drastisch sexuelle Orientierung oder soziale Interaktion mit Geschlechtlichkeit.

Auch die Muxe und Marimacha haben natürlich ein eindeutiges biologisches Geschlecht, sie verhalten sich nur aufgrund der Erziehung anders -- das ändert doch aber nichts an der grundsätzlichen Zweigeschlechtlichkeit der Species Mensch.

2
Finda 03.11.2015, 11:00
@Kajjo

Der Mensch definiert alles selbst. Also ist er auch in der Lage dem Geschlecht mehrer Möglichkeiten zu geben.
Was spricht dagegen, dass ein MUXE ein eigenes Geschlecht ist?
Nichts. Also ist er eins.
Niemand erleidet daran Schaden.
Und eine Muxe ist ein Muxe.

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rosepetals 06.11.2015, 20:53
@Kajjo

sie verhalten sich nur aufgrund der Erziehung anders

ja, aber so ist es doch bei uns auch. wir verhalten uns genauso wegen der Erziehung 'männlich' bzw. 'weiblich', jedenfalls so, wie sich die Gesellschaft männlich und weiblich vorstellt

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Dark01E 07.11.2015, 11:13
@Finda

ach, wie sehen denn die Geschlechtsteile von Muche und Marimacha aus? die würde ich gerne mal sehen.

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Kajjo 07.11.2015, 11:43
@rosepetals

Heutzutage ist unstrittig bekannt, dass männliche und weibliche Verhaltensweise unter anderem auch durch die Hirnstruktur gegeben sind. Man kann anhand von medizinischen bildgebenden Verfahren eindeutig männliche von weiblichen Hirnen unterscheiden. Es ist definitiv NICHT nur Erziehung -- Männlichkeit und Weiblichkeit sind biologisch determiniert und viele ach-so-neutrale Erziehungsversuche sind ja auch immer wieder gescheitert.

Etliche Transsexuelle zeigen übrigens wirklich die Hirnaktivität des anderen Geschlechts. In diesem Krankheitsfällen weichen also tatsächlich Geschlechtsorgane vom Hirn ab -- aber nicht weil es ein drittes Geschlecht geben würde, sondern weil hier eine Störung vorliegt. auch hier kann man wieder klar binär männlich oder weibliche Eigenschaften zuordnen. Von binär keine Spur.

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Kajjo 07.11.2015, 11:46
@Finda

Sicherlich kann man definieren, was man möchte und dies geschieht ja in den entsprechenden Kreisen auch, indem man den Begriff "Gender" statt "Geschlecht" verwendet, um das "soziale Geschlecht" auszudrücken. 

Definitionen ändern aber nicht Sachverhalte oder Konzepte. Denk über Gender, was du willst, aber erkenne bitte an, dass das biologische Geschlecht ("Sexus") binär ist.

Das grammatische Geschlecht ("Genus") kennt ja auch ein Neutrum. Wenn die zugrundeliegenden Sachverhalte passen, kann man also vieles definieren, aber Definitionen müssen auch die Wirklichkeit abbilden und die Begriffe müssen klar unterschieden werden.

Sexus, Genus, Gender... verschiedene Dinge, verschiedene Definitionen.

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PlueschTiger 04.02.2016, 15:32
@Kajjo

Heutzutage ist unstrittig bekannt, dass männliche und weibliche Verhaltensweise unter anderem auch durch die Hirnstruktur gegeben sind. ...... Es ist definitiv NICHT nur Erziehung -- Männlichkeit und Weiblichkeit sind biologisch determiniert und viele ach-so-neutrale Erziehungsversuche sind ja auch immer wieder gescheitert.

Dennoch erwarten seltsamerweise Frauen das <Männer wie sie denken und Handeln. Wenn man es nicht macht dann gibt es in der Beziehung krach. Wenn das so ist warum sehen das Frauen dann nicht ein und haben entsprechend Verständnis, wie Männer es eh schon haben müssen.

Aber nein es ist ja einfacher einen Mann als Pervers hinzustellen, nur weil er einem Rock hinterher sieht oder wie auch eine Frau zwei Männer, er zwei Frauen lieben kann.

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Libertinaer 05.02.2016, 10:35
@Kajjo

Heutzutage ist unstrittig bekannt, dass männliche und weibliche Verhaltensweise unter anderem auch durch die Hirnstruktur gegeben sind. Man kann anhand von medizinischen bildgebenden Verfahren eindeutig männliche von weiblichen Hirnen unterscheiden.

Das ist falsch!

D.h., es gab lange Zeit diese These.

Erst vor wenigen Wochen wurde das aber mal von einer kanadischen Forschergruppe (AFAIR von der Uni Montreal) wissenschaftlich verifiziert. Sie selbst überraschendes Ergebnis: Diese These war falsch.

Ja, es gibt Gehirnbereiche, die als "typisch weiblich" bzw. "typisch männlich" gelten. Aber: Zwar weisen "typische Frauen" bzw. "typische Männer" durchaus "ihre" Gehirnstrukturen auf, nur ist das nicht sicher! Die Forscher fanden auch bei "typischen Frauen" "typisch männliche" Strukturen und umgekehrt. Und zwar in allen Qualitäten und Quantitäten!

Man kann also eben NICHT von der Gehirnstruktur Rückschlüsse ziehen, ob es sich um einen Mann oder um eine Frau handelt. Tja, der Natur ist eben striktes "binäres" Denken fremd. q.e.d. (mal wieder) 8-)

Die Studie wurde vor einigen Wochen in der Wissenschaftssendung des Deutschlandfunks vorgestellt ...

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