Ist Geduld einfach nichts zu tun?

5 Antworten

Der Landwirt sät ... dann übt er sich in Geduld und wartet, bis er die Früchte seiner Arbeit ernten kann.

Tut er dazwischen nichts? Natürlich bleibt er tätig: er hegt und pflegt sein Feld bis zur Ernte.

Geduld ist also nicht das tatenlose Zusehen. Genauso ist es, wenn man Fehler macht: man bemüht sich, ihn nicht zu wiederholen — man kämpft. Und trotzdem macht man vielleicht denselben Fehler nochmal.

Jetzt heißt es, nicht zu verzweifeln, sondern mit Geduld weiter an sich zu arbeiten. Das geht nicht von allein. Manchmal braucht man außer Geduld sogar die Hilfe von anderen. Die Bibel sagt das so:

“Denn wenn einer ... fallen sollte, kann der andere seinen Mitgenossen aufrichten. Wie aber wird es denn mit dem einen sein, der fällt, wenn nicht ein anderer da ist, um ihn aufzurichten?“ (Prediger 4:10)

Und angenommen, jemand hat bei seinem Freund Schulden gemacht. Er muss zurückzahlen, kann im Moment aber nicht. Jetzt bittet er seinen Freund um Geduld. Anschliessend wird der Schuldner nicht die Hände in den Schoß legen. Er wird vielmehr fleissig arbeiten, um seine Schulden begleichen zu können. Dabei muss er ausgeglichen und auch geduldig sein. Denn wenn er ungeduldig über seine Kräfte arbeitet, klappt er womöglich zusammen. Dann kann er sein Ziel (Schuldenfreiheit) nie erreichen.

Auch gottgläubige Menschen müssen sich in Geduld üben. Sie hoffen, dass Gott die Weltverhältnisse verbessern wird. Aber das dauert ...

Wird man jetzt untätig abwarten? Nein! Ein Christ bleibt tätig, indem er den Auftrag seines Herrn ausführt: „Geht daher hin, und macht Jünger aus Menschen aller Nationen“ (Mat. 28:19).

Derweil ist auch der Christus geduldig mit uns. Das heisst nicht, dass er untätig ist. Er vergibt uns unsere Sünden und bereitet die Freiheit von Sorgen, Krankheit und Tod vor:

“Und er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch wird Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz mehr sein. Die früheren Dinge sind vergangen.“ Und der, der auf dem Thron saß, sprach: „Siehe! Ich mache alle Dinge neu.“ Auch sagt er: „Schreibe, denn diese Worte sind zuverlässig und wahr.“ (Offb. 21:4, 5)

Wie Du also selbst festgestellt hast, ist Geduld keineswegs mit Untätigkeit gleichzusetzen.

Liebe Grüsse ...

Nein, es ist eher der Friede mit sich selbst ;)

Ich stimme dir zu, dass Geduld nichts mit nichts tun oder warten zu tun hat. Wenn du etwas bastelst oder zeichnest, dann brauchst du auch Geduld und in der Zeit machst du ja wohl etwas ;) Es geht eher darum, dass du nicht gleich aufgibst, dass du nicht hektisch wirst, sondern ruhig und konzentriert weitermachst. Dass du es nochmal und vielleicht noch einmal versuchst, wenn es nicht sofort klappt.

Und im Gespräch mit anderen kannst du auch Geduld beweisen:
Wenn jemand die ganze Zeit nur darüber redet wie mies sein Tag war und dies ist vorgefallen und achja das auch noch und überhaupt ist xy ja total bescheuert (...). Wenn man gut zuhören kann, dann übt man sich auch in Geduld. Und wenn man nicht gleich dem anderen ein "jetzt hör mal auf mit dem Geheule" an den Kopf wirft.

Geduld ist die Fähigkeit etwas zu tun, indem man nichts tut.

Es ist aber kein wirkliches Nichtstun, denn ein geduldiger Mensch nimmt sich aktiv zurück, verzichtet auf seine Vorstellungen und Erwartungen und stimmt dem Fluss des Lebens zu.

Im chinesischen ist das als Wu Wei bekannt.

Hab Geduld, auch wenn ich dir die Frage nicht vollständig beantwortet habe.

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