Ist fontsquirrel.com legal?

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5 Antworten

  1. Eine Schriftart (Typographie) ist nur dann geschützt, wenn sie als Gebrauchsmuster eingetragen ist. Eine Schrift erreicht nicht die nötige persönliche geistige Schöpfungshöhe, so dass es durch das UrhG geschützt wäre (bspw Typographie der Londoner Tube)

  2. Die Schriftart würde beim User nur dann angezeigt werden, wenn er diese auch auf dem eigenen Rechner installiert hat - ist im CSS keine Sekundärschriftart deffiniert, so greift der Browser auf die eigene Standarteinstellung zurück - oder man implementiert automatischen Schriftdownload, der aber durch die Sicherheitseinstellung im Browser unterdrückt wird (ActiveX) weil es ein Sicherheitsrisiko darstellt.

  3. Die "OFL-Licence" ist keine anerkannte Instution wie jetzt bspw GNU oder die Creativ Commons, sie hat keinerlei rechtliche Deckung und ist so gut wie unbekannt und taucht auch so gut wie nirgends auf - diese wurde nur zum Zweck einer Lizenzerteilung geschaffen, um den rechtlichen Status durch die Urheberrechtsgesetze zu umgehen - sprich sie ist nichts wert

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Kommentar von iWonder
06.11.2011, 23:19

Aber es ist doch bekannt, dass man mit CSS mit @font-face oder mit Schriftarten einbinden kann, sodass der Nutzer diese nicht installiert haben muss. Somit nutze ich die Schriftart indem ich sie zur Verfügung stelle. Aber damit scheine ich mich ja nicht strafbar zu machen, wenn ich dich richtig verstanden habe. Danke für die tolle Zusammenfassung!

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Weil ich mich gerade mit der Frage beschäftige, möchte ich der Vollständigkeit halber ein paar Anmerkungen machen.

  1. Man kann über @font-face eingebettete Schriften in HTML-Dokumenten unterbringen, die Schrift muss also nicht beim Benutzer installiert sein, man braucht kein ActiveX etc. Das funktioniert beim IE schon seit Version 5.5. Es sieht so aus, als ob sich das .woff-Format nun durchsetzt.
  2. Fonts, die bei fontsquirrel als Webfonts angeboten werden, können benutzt werden.
  3. Fonts können, bis auf sehr seltene Ausnahmen, nicht urheberrechtlich geschützt werden, sondern nur als Geschmacksmuster. Siehe: http://www.telemedicus.info/article/1474-Schriften-Wie-sind-sie-rechtlich-geschuetzt.html Der Schutz von Geschmacksmustern kann maximal 25 Jahre lang aufrecht erhalten werden. Danach ist das Geschmacksmuster frei. Sprich: Alte Fonts wie Futura etc. sind nicht schützbar.
  4. Man kann bei Fontsquirrel TTF, OTF oder Type1-Fonts in Webfonts umwandeln. Die Firmen, die Fonts verkaufen, würden aber gerne per Click an diesen Fonts verdienen und schreiben daher in ihre Lizenzbedingungen, dass die Nutzung dieser Fonts im Web nicht erlaubt ist. Dazu ist zu vermerken, dass nicht alles rechtens ist, was man in einer EULA oder in AGBs akzeptiert. Alles, was jetzt folgt, ist Spekulation. Die Frage, ob diese Beschränkung rechtens ist oder nicht, wird wahrscheinlich nie geklärt werden, weil der Aufwand für den Rechteinhaber viel zu groß ist, um nach Webseiten für die "Pizzeria um die Ecke" zu fahnden, die ihre Fonts verwenden. Noch viel mehr aber zählt, dass bei einer Abmahnung und einem möglicherweise folgenden Gerichtsverfahren gerichtlich festgestellt werden könnte, dass diese Nutzungsbeschränkung unzulässig ist. Ich vermute daher, dass die Font-Shops kein gesteigertes Interesse an einer gerichtlichen Auseinandersetzung haben werden. Im Fall der @font-face-Fonts kommt dazu, dass der Anwender der Fonts diese ja nicht zum Download zur Verfügung stellt, sondern nur zur impliziten Verwendung mit seiner Website. Dass jemand mit genügend kriminellem Potential in der Lage ist, die Fonts dennoch herunterzuladen und wiederzuverwenden liegt nicht in der Verantwortung des Anwenders. Hier sind die Webseiten vergleichbar mit Pdf-Dokumenten (deren Erstellung ja nicht beschränkt ist). Es gibt jede Menge Tools, die in der Lage sind, Fonts aus einem Pdf zu extrahieren. Dennoch kann man beim besten Willen ein Pdf nicht als Medium zum freien Verteilen von Fonts sehen. Und der gleichen Logik folgt auch die Einbettung der Fonts via @font-face.
  5. Wir werden von genügend Herstellern verarscht. Ein Beispiel ist Apple mit seinen vielfältigen Beschränkungen für die Nutzung ihrer Produkte, die vor Gericht alle nicht standhalten. So lange sich genügend Dumme finden, die den Herstellern freiwillig mehr Geld bezahlen (zum Beispiel in Form von Abos auf Fonts), funktioniert das auch.
  6. Verwendet Google-Fonts oder andere frei verfügbare Fonts. Dann erübrigt sich die Diskussion. Das erzeugt auch Druck auf dem Markt, so dass die unseligen Abo-Knebelungen der Hersteller ein Ende finden.
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Kommentar von NiravMali
25.11.2011, 09:53

Als Fußnote wollte ich noch Beispiele für 5. nennen.

  1. Apple hat das iPhone in Europa nur in Verbindung mit Verträgen eines bestimmten Mobilfunkanbieters angeboten. Nach längerem Rechtsstreit musste Apple den Verkauf des iPhone auch an andere Anbieter freigeben. Es gibt europäische Länder, in denen diese Beschränkung unzulässig ist (Belgien, Italien, Tschechien). Aus diesen Ländern importierte iPhones konnten in jedem Netz verwendet werden.

  2. Apple hat Anbieter von Applikationen verklagt, die auf iPhones mit Jailbreak laufen. Die Nutzungsbestimmungen beim Kauf des iPhone untersagen auch explizit das Jailbreaken. Apple musste sich vom Gericht sagen lassen, dass diese Beschränkung unzulässig ist. Daher dürfen auch Anwendungen für gejailbreakte iPhones vertrieben werden.

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Kommentar von iWonder
03.12.2011, 19:05

Danke! Das beantwortet meine Frage! Leider bist du zu spät, weil ich die hilfreichste Antowrt schon vergeben habe, weil deine war die hilfreichste! Danke!

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Du findest bei jeder Schrift unter license eine Lizenzvereinbarung. Wenn dort keine Begrenzung angegeben ist und die Schrift eindeutig als Freeware deklariert ist, brauchst du dir keine Gedanken zu machen.

Anders sieht es aus, wenn du gekaufte oder sogar illegal geladene Fonts im Generator in eine Webfont umwandelst - machen viele, aber das ist riskant. Man müsste schon einiges an der Schrift verändern, damit der Clone rechtlich nicht angreifbar wird.

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Die Frage ist ob die Schrift dann auch angezeigt werden kann das geht eigentlich nicht wenn die nicht beim Betrachter installiert ist

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Kommentar von iWonder
06.11.2011, 13:23

man kann ja dann die schriftart runterladen und in das css integrieren, sodass der betrachter es gar nicht installiert haben muss um es sehen zu können

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Ja, das ist legal.

Lies dir die Lizenzvereinbarung durch die jeder Schriftart beiliegen.

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Kommentar von iWonder
06.11.2011, 23:20

Heißt das, ich muss bei jeder Schriftart schauen ob ich sie verwenden darf?

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