Ist Europa und USA an all diesen Kriegen und Konflikten Schuld?

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Das Ergebnis besteht aus 2 Abstimmungen

Nein weil... 100%
Ja weil... 0%

9 Antworten

Die Frage ist leider sehr undifferenziert gestellt. 

Unter konkretem Bezug auf die Fragestellung lautet die Antwort: "Nein, denn es gibt auch ein paar kleinere Konflikte/Kriege, die sich gar nicht auf die US- und/oder Europas Außenpolitik zurückführen lassen."

Unter Bezug auf die (mögliche) Intention der Fragestellung, nämlich: 

"Tragen die USA und Europa - als Vertreter der 'westlichen Wertevorstellungen" - die Hauptschuld an den meisten Konflikten auf diesem Planeten?"

, muss die Antwort hingegen so ausfallen: "Ja, die Austragung der meisten Konflikte/Kriege ist zumindest teilweise auf die genannten Parteien zurückzuführen."

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Die Behauptungen verschiedener Kommentatoren, dass es "ja sowieso Konflikte unter den Parteien" gäbe, ist hingegen zu kurz gedacht. 

Tatsache ist, dass "der Westen" (als Zusammenfassung von "USA & Europa") ein maßgebliches Interesse daran hat, den Nahen Osten und Mittelamerika zu destabilisieren; um sich diese Gebiete so (wirtschaftlich & politisch) zugänglicher zu machen. Rein zufällig sind das auch genau die Gebiete mit den meisten Kriegen/Konflikten.

Tatsache ist ebenfalls, dass insbesondere die USA - und das ist eine von der CIA und der Church & Rockefeller Kommission bestätigte Aussage - das Land mit den meisten "politischen Auftragsmorden und Putschaufträgen" ist. Es gibt KEINE andere Interessenvertretung auf diesem Planeten, die in den letzten 70 Jahren mehr Politiker und Oppositionelle einschüchtern oder umbringen lassen hat bzw. Verschwörungen gegen bestehende (auch demokratisch gewählte) Regierungen angezettelt und unterstützt hat, als die USA i.V. "westlicher Wertevorstellungen". 

Die meisten dieser Putsche und Morde führten zu langfristigen Destabilisierungen und letztlich oft in (Bürger-)Kriege.

Tatsache ist, dass man Kriege nur mit Waffen austragen kann. Tatsache ist auch, dass 4 der 5 größten Waffenexporteure der Welt in den nachgefragten Regionen ansässig sind und deren Politik unterstützen. Tatsache ist auch, dass Saudi Arabien (nach offizieller politischer Lesart eine Diktatur) mit Genehmigung Deutschlands deutsche Waffen in Lizenz herstellt und diese dann an Kriegsparteien weitergibt.

Tatsache ist ebenfalls, dass "der Westen" nicht nur militärische, sondern auch wirtschaftliche Waffen nutzt, um ganze Gebiete wirtschaftlich zu destabilisieren, und dass in dessen Folge oft Krisen- und Kriegszustände auftreten.

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Es ist unbestritten, dass es auch unabhängig vom "Westen" Konflikte unter den verschiedenen Parteien gibt. Die AUSTRAGUNG solcher Konflikte auf der Basis von Kriegen ist hingegen nur mit der Unterstützung Dritter möglich.

Um nur ein Beispiel aus eine endlos langen Reihe zu geben und so - hoffentlich - zum Nachdenken anzuregen: 

Der heute so gefürchtete "IS" wäre heute eine kleine lokale Splittergruppe, würde "der Westen" - und allen voran die USA - nicht eine spannende Nah-Ost-Politik betreiben. Viele seiner Mitglieder sind nämlich (von den USA bzw. durch deren erste Vasallenregierungen im Irak und in Afghanistan) entlassene Soldaten der jeweiligen regulären Armeen, denen man - natürlich aus Vergesslichkeit oder dem puren Zufall geschuldet - als Abschiedsgeschenk Waffen und Munition in die Hand gedrückt und ihnen die Wiedereingliederung in die Zivilgesellschaft unmöglich gemacht hat.

Ohne den Westen würden die Nachrichten über den IS irgendwann lauten:

 "Heute hat sich der letzte Angehörige einer lokalen radikalen Splittergruppe bei einem Selbstmord-Attentat in die Luft gesprengt. Dabei starben 3 Menschen."

und nicht: "Heute eroberte der IS die Stadt Kunduz, den ehemaligen Standort der Bundeswehr in Afghanistan. Dabei starben 238 Menschen. Darüber hinaus fielen ihm zahlreiche Waffen und anderes schwere Gerät in die Hände."

Diesen "IS" nutzen auch andere arabische Diktaturen, um "ihre üersönlichen Konflikte zu bereinigen". Beispielhaft ist der Jemen aktuell ein Kriegsgebiet, gegen das der vergleichsweise herangezogene letzte Irak-Krieg wie ein Sonntagsspaziergang wirkt. Dort kämpfen offiziell gar keine westlichen Streitkräfte, semi-offiziell sind allerdings US-Militärberater vor Ort und inoffiziell gibt es dort auch US-Spezialeinheiten.

Sie alle kämpfen aber mit westlichen - auch ganz offiziell aus Deutschland gelieferten - Waffen. Sie alle nutzen den IS als "Kriegsgrund". 

Gingen wir also in der Zeitleiste zurück und würden den IS und die Vorbereitungen dazu aus der Rechnung streichen, wären in derselben Sekunde (fast) alle aktuellen lokalen Nah-Ost-Konflikte (außer Israel-Zusammenhänge, die aber ebenfalls vom Westen - meist durch Duldung - forciert werden) hinfällig...

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Kommentar von PeVau
07.11.2015, 16:22

Schade, dass du so lange fort warst und gut, dass du wieder da bist, um solche Antworten zu schreiben.

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Kommentar von Unsinkable2
08.11.2015, 13:20

Nachtrag: Ich habe noch eine Doku wiedergefunden, die zwar nicht 100%ig genau auf die Frage zutrifft, aber ein paar Rahmenfragen dazu beantwortet.

Es geht darin um die Frage, warum die USA weltweit so viele Militärbasen betreiben, und was sie damit beabsichtigen.

Dabei fällt unter anderem ein spannender Satz, der sich auf die Frage hier bezieht: 

"Immerwährender Krieg für immerwährenden Frieden, das ist der amerikanische Traum."

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https://goo.gl/ZLRM9A

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Das läuft live etwas komplexer ab, als Manche sich das vorstellen. Es gibt etliche Staaten, die sind reine Kunstgebilde, dann wieder welche, die mit ihrem Nachbarn nicht "grün" sind. Aufgabe des US-Imperialismus ist es dann solche Konflikte zu schüren, wenn es ihm nützlich ist. Meist sind es Waffenhilfe, dann Militärberater die ins Land kommen, auf Geheiß der jeweiligen Regierung, mal erfolgt eine direkte Militärintervention, mal eine Handelsblockade, mal eine Geldspritze, selten auch mal eine Ermordung eines Statsoberhauptes durch die CIA und sei es, dass diese dafür die passende Logistik stellt usw.

Mithin ist die Klaviatur des US-Einschreitens in der Welt vielfältig, zahlreich auch die Winkelzüge hierfür.

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Nicht an allen aber an den wichtigsten sind die USA schuld. Was Europa angeht, du kannst den Untergebenen nicht dafür voll verantwortlich machen, dass er die Weisungen des Chefs befolgt.

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Nein weil...

Nein, natürlich nicht.

Klar es ist immer bequem, wenn man jemanden die Schuld in die Schuhe schieben kann. Aber mit Schwarz-Weiß-Malerei kommt man da nicht weiter. Auch ohne die Amis würde im mittleren Osten Krieg herrschen, wenngleich natürlich die USA an der Verschärfung des Konfliktes nicht unschuldig sind und die eine oder andere Ursache auch selbst dafür gelegt haben.

Dennoch sind sie nicht für alle Kriege und Konflikte auf der Welt verantwortlich.

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Ich würde sogar mal behaupten die USA hatte da evtl noch mehr die Finger im Spiel. Vorallem die Fluchtlingskriese und der Aarabische Frühling. Das hat man hauptsächlich den Amis zu verdanken :/

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Kommentar von ponter
07.11.2015, 09:47

Ich würde sogar mal behaupten die USA hatte da evtl noch mehr die Finger im Spiel. 

Glücklicherweise lediglich eine Behauptung. 

Bei der derzeitigen Zahl der Konflikte ist es wohl mehr als absurd, dass überall die USA die Finger im Spiel hat. 

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USA hauptsächlich , die wollen eine neue Weltordnung machen auf Weltpolizei. PUTIN FOR EU PRESIDENT

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Kommentar von MarlonHottes
07.11.2015, 11:34

Deutschland ist eh schon die ``USA von Europa``

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Nein weil...

Nein das sind die unterschiedlichen Kulturen die nicht zueinander passen.

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An welchen genau?

Hier muß wohl differenziert werden, Pauschalisierungen helfen da nicht weiter.


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Kommentar von Snanifo
15.11.2015, 13:05

Aber philosophisches Abwimmeln mit so schlauen Begriffen wie 'undifferenziert' und 'keine Pauschalisierungen' schon? Oder?

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"Nimm irgendeinen beliebigen Konflikt auf der Welt und geh im auf den Grund. Was sitzt da? Ein CIA-Agent" (Das Känguru)

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Kommentar von earnest
07.11.2015, 06:34

Im Nordwesten von Myanmar findet das Känguru wohl nur wenige CIA-Agenten ...

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