Ist etwas falsch mit mir, weil ich nicht melodramatisch auf Verluste oder Tode reagiere?

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7 Antworten

Ich denke nicht, dass du ein kaltherziger Mensch bist; auch wenn ich dich nicht näher kenne. Mein erster Gedanke war, dass du einen "gesunden" Abstand zum Thema Tod und Verlust hast. Wahrscheinlich hast du eine innerliche Stärke damit besser umzugehen (auch wenn du Gefühle hast und das ist auch gut so), ohne dass du es gross merkst.

Aber ich an deiner Stelle würde mir nicht allzu grosse Sorgen darum machen. Jeder Mensch ist verschieden, wäre doch doof, wenn alle gleich wären. Und ich kann mir vorstellen, dass dein Kumpel nach dem Tod des Katers so jemanden wie dich brauchen könnte, um nicht selber in eine Krise zu fallen.

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Teil 1, wmgl. der Antwort auf deine Frage, weiß ich aber eben noch nicht, evtl. folgt noch ein Teil 2.........

Hey Du.

Zuallererst einmal hat das nicht ansatzweise etwas mit Kaltherzigkeit zu tun und die Frage ist keinesfalls "total komisch" - denn wenn Dich das emotional nicht beschäftigen würde, wäre die Anfrage durch Dich nicht zustande gekommen.

Trauer, Trauerverarbeitung, Trauerbewältigung findet in jedem Menschen völlig anders statt. Unabhängig von einzelnen Situationen, die einem insofern übers gesamte Leben hinweg "unterkommen".

Ich rate jetzt einfach völlig ins Blaue, Kritik ist definitiv erlaubt und wenn Solche durch mich veranlasst zustande kommt, werde ich auch zu Stellung nehmen.

Ist es möglich, daß Du ansonsten doch eher ein emotionaler, wmgl. auch intensiver, tiefgründiger Mensch bist? Die Dinge um dich herum nie oberflächlich betrachtest, sondern zumeist alles objektiv und immer in Abwägung, was wirklich wichtig ist/ sein könnte? Kannst Du bei bestimmten Filmen oder Musiktiteln meinetwegen, wo bewegende Situationen/ Sequenzen auftauchen, einen Kloß im Hals spüren oder auch andere "winzige" Reaktionen an Dir feststellen? 

Ich finde fast, daß in deinem Fragetext schon eigene Antworten von Dir selbst enthalten sind. Sowas spürt/ liest/ merkt man aber nicht immer, während man das selbst gerade schreibt. Das stellt man oftmal erst später fest, wenn man sich das nochmal durchliest - allerdings nicht zwangsläufig gleich hinterher, sondern wmgl. erst 1-2 Tage später.

Egal wie emotional ein Mensch ist, auch ein Trauergefühl kann sich sogar in einer gewissen Form von Selbstschutz des Gehirns/ Unterbewußtseins so ausdrücken, daß es meinetwegen wie bei Dir keinerlei Regung zeigen kann, was mit offensichtlicher Trauer etwas zu tun haben könnte. Und das stößt unter Umständen auf Unverständnis aller anderen Beteiligten.

Dafür kannst Du aber in genau diesem Moment auch nichts.

Ist mir schon klar, daß es ein absolutes No-Go ist, hier an dieser Stelle nicht traurig zu sein. Das geht ja gar nicht!

Das Einzige was also (oftmals) passieren kann, Dir wird gewissermaßen fehlendes Mitgefühl, Herzlosigkeit etc. oder auch "Kaltherzigkeit" unterstellt. Somit wird Dir durch die anderen Trauernden unter Umständen ein schlechtes Gewissen eingeredet, worüber Du dir dann tatsächlich gewaltig einen Kopf machst, Dich schlecht fühlst und damit dann nicht fertig wirst, weil Du "angeblich" keine Gefühle (hast) zeigen kannst. Obwohl Du nun immer noch kein Trauergefühl hast, sondern nur ein Mensch bist, der alle anderen Eventualitäten immer zeitgleich mit einbezieht. Aus "allen" dir möglichen Blickwinkeln die gesamte Situation betrachtet.

Die eigene Trauer bei solchen Situationen kommt womöglich an einer ganz anderen Stelle für Dich persönlich zum tragen, aber wohl nicht dort, wo sie, in genau diesem Moment, dieser Situation, sozusagen "erwartet" wird.

Jeder Mensch, ich wiederhole mich also, trauert anders oder hat eine andere Form von Trauerbewältigung. Jeder für sich selbst versucht ja auch schließlich die Traurigkeit der gewissen Situation, so zu verarbeiten oder zu lenken, daß der reguläre Tagesablauf nicht zwangsläufig gefährdet ist. - Das Gelingen Dessen steht auf einem ganz anderen Blatt geschrieben.

Wobei immer zu bedenken ist, Wem wann wie wer oder was "genommen" wurde und welcher Hintergrund für die einzelne Person dabei eine Rolle mit spielt.

Ich von meiner Seite aus, würde dich also nicht als kaltherzig bezeichnen und auch nicht, daß mit Dir etwas "falsch" ist.

Soweit erstmal..........

LG ChloeSLaurent

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Solange Personen oder Tiere sterben die dir nicht Nahe waren ist das ganz normal. Ich finde du gehst vernünftig damit um wenn du zB sagst dass der Tod für Kranke eine Erlösung ist oder du froh bist diese Leute gekannt zu haben. Und du kannst die Trauer anderer nachvollziehen, also bist du alles andere als kaltherzig.

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Vllt verdrängt dein Unterbewusstsein das auch alles nur. Mein Freund war verwundert, dass ich relativ cool mit dem Tod meiner Mutter umgegangen bin, das Begreifen fing dann erst später an, dass sie eben nie mehr wiederkommt.

Und bis jetzt sind es ja alle Menschen, mit denen du näher nichts zu tun hattest, daher denke ich schon, dass das normal ist

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Ich finde die Frage nicht komisch. Wenn man manchmal sieht wie melodramatisch manche Menschen auf solche Dinge reagieren, kann man schon schnell den Verdacht bekommen selbst nicht der Norm zu entsprechen. Aber was ist die Norm?  Wie reagiere ich auf den Tod von Menschen und Tieren die mir nicht besonders nah waren?  Die Wahrheit ist:  Es gibt keine Norm. Jeder Mensch geht eben anders damit um. Und nur weil du nicht vor offen aufgelebtem Schmerz dahinschmilzt bist Du noch lange nicht kaltherzig. 

Lass Dir nichts einreden! Manchmal ist ein pragmatischer Ansatz ganz ok.

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Ich finde das ist ganz normal. 

Wenn jemand, der dir wirklich nah steht, stirbt, wärst du bestimmt traurig. Weil du denjenigen eben sehr vermissen würdest. 

Aber die Katze eines anderen... also echtmal, wir hatten immer Katzen in meiner Kindheit, und haben immer mal wieder eine von der Straße gekratzt und beerdigt, so ist das nunmal. Viele haben eine ganz verschrobene Ansicht zum Thema Tod, aber das hat, denke ich, auch viel mit Erziehung zu tun. 

Wir hatten ein Aquarium. Als dann einer der Fische gestorben ist, durfte meine Tochter ihn, gemäß ihrem Wunsch, im Vorgarten beerdigen. So hat sie gelernt, dass der Tod ganz normal ist. Und als dann die geliebte Katze der Tante starb, schlug sie ganz einfach eine Beerdigung vor, sie könne das schon gut, sie hätte das ja schonmal gemacht. 

Doch wer schon als Kind lernt, dass Tod etwas ganz schlimmes ist, und dann auch nicht darüber gesprochen wird, der verzweifelt natürlich bei dem Thema.

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Du bist nicht kaltherzig:)

Du kannst schließlich auch mit anderen mitfühlen, und verstehst, wie sie sich fühlen:) Wenn du jmd nicht besonders gut kennst, wieso solltest du dann um den jenigen trauern?...Wenn ein Elternteil von dir sterben würde, dann wärst du mit Sicherheit die größte Heulsuse:D Weil du sie kennst, und du dein Leben mit ihnen teilst:)

Das ist was komplett anderes, als wenn das Tier deines Freundes stirbt...er lebt mit dem Tier, kennt es, liebt es...da ist das was anderes:)

Zudem ist der Tod ja auch nichts schlimmes...ganz natürlich:) So ziemlich jeder trauert um tote Verwandte, Freunde etc. Man sollte eher um die Lebenden trauern, anstatt um die Toten...die Lebenden fühlen Schmerz...die Toten wissen nicht einmal, dass sie tot sind...

Du bist genau so, wie jeder andere auch...;)

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