Ist es wirklich Demokratie was wir in der BRD haben?

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13 Antworten

Müsste nicht in einer wirklichen Demokratie das Volk bei wichtigen Politischen Entscheidungen mit bestimmen dürfen .

Bitte nicht.

Die Vorstellung, politische Entscheidung werden an deutschen Stammtischen mit dem entsprechenden sprichwörtlichen Niveau getroffen, kann nur Kopfschütteln auslösen.

 

Kommentar von barfussjim
02.11.2016, 09:22

Dann auch noch unter dem geistigen Einfluss der Bildzeitung... Brrrr...

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Kommentar von MickyFinn
02.11.2016, 10:55

Und warum klappt es bei der Schweiz so gut?

Dachte in D wird jeder super aufgeklärt, die Bürger seien Liberal und es gibt keine ,,Lügenpresse"... warum dann also die Angst?

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Kommentar von illerchillerYT
02.11.2016, 11:02

weil es eben nicht so ist. in der Schweiz ist es schon kompliziert genug. und in Deutschland, bei mehr Menschen und weniger politischem Interesse ist das auch schwierig..

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Kommentar von AJuergen
02.11.2016, 14:38

Ja da hast du Leider Recht Schnoofy , das ist Natürlich wirklich ein Problem 

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Eine echte Demokratie ist es nicht. Wie du bereits sagst, dürfen wir nichts direkt mitentscheiden. Nur alle 4 oder gar 5 Jahre einmal abstimmen. Da ist die Schweiz weitaus demokratischer. Wusstest du, dass Schleswig-Holstein das wohl demokratischste deutsche Land ist? Dort gibt es noch 27 Kommunen mit Versammlungsdemokratie. Das heißt, die Bürger entscheiden dort über Gesetze auf kommunaler Ebene. Davon sind 24 Kommunen nicht nur unverschuldet, sie sind sogar im Plus. Also sogar ein ziemlich effizientes System.

An meiner Universität hatte sich ein Politologie-Professor ebenfalls dieser Frage angenommen und eine Veranstaltung dazu gegeben, bei der einige deutsche Politiker und Juristen und sogar Schweizer Politiker da waren und diskutierten. Dort hieß es auch, dass Parlamente ein längst veraltetes Konstrukt aus der Zeit der Monarchie sind und sie Berufspolitiker unterstützen ihre Macht zu behalten. Ein Stadtrat hat auf dieser Veranstaltung versprochen sich im Lande Sachsen stark zu machen für eine Probephase der Veranstaltungsdemokratie nach Schweizer Vorbild.

Ebenso sollte erwähnt sein, dass viele Juristen meinen, die Judikative sei viel zu stark abhängig von Legislative und Exekutive. Sie fordern mehr Freiheiten, eine stärkere Entkoppelung von den anderen Gewalten um ihre Aufgaben ohne Zwang erfüllen zu können.

Diese starke Gewaltenverschränkung betrifft nicht nur die Judikative. Deutschland ist neben der EU das beste Beispiel für Exekutivföderalismus. Dennoch ist Deutschland teilweise besser dran. Das EU-Parlament hat ja noch weniger Entscheidungsgewalt. Die EU-Kommission wollte doch zuletzt über TTIP und CETA ohne EU-Parlament entscheiden.

Kommentar von AJuergen
01.12.2016, 18:40

Danke für deinen ausführlichen Kommentar 

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Kommentar von lupoklick
26.12.2016, 22:08

Der "Professor" ist Lichtjahre vom Leben entfernt

Politologen sind eher als freundliche Taxifahrer bekannt....

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Ich Danke allen die sich beteiligt haben . die vielfältigen Antworten zeigen das es wohl nicht so einfach wäre , aber mit mehr Aufklärung und vernünftigen Journalismus wird es ja vielleicht irgendwann mal möglich .

Es gab früher auch reichsweite Volksentscheide. Diese wurden für die BRD abgeschafft, da man befürchtete, dass versteckte Nazis vielleicht durch einen Volksentscheid wieder eine Diktatur durchbringen.

Kommentar von AJuergen
02.11.2016, 13:18

Aber jetzt entscheidet eine Handvoll Politiker ,die nicht mal vom Volk sondern von der Partei bestimmt werden, ist das nicht  auch eine Art Diktatur ? Oder wie soll man das nennen?
Wäre es nicht Demokratischer wenn das Volk wählt wem es als Minister in der Regierung will , egal welcher Partei er angehört? Also bei Wahlen nicht eine Partei sondern die einzelnen Minister ?

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Kommentar von illerchillerYT
02.11.2016, 13:21

Wir haben eine Demokratie! Eine indirekte Demokratie! keine direkte

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Demokratie und Demokratie ist halt auch nicht dasselbe. Unser System ist so gestrickt, dass nie "echte" Demokratie existiert hat in Deutschland. Volksbefragungen sind nicht verpflichtend. Wie heißt es - "Demokratie ist die Beste aller schlechten Regierungsformen"

Kommentar von DrBronstein
02.11.2016, 08:16

In Deutschland gibt es keine Volksbefragungen, in Österreich schon

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Kommentar von AJuergen
02.11.2016, 13:19

Ja ich denke deine Aussage trift den Kern 

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Da wir als Bürger die sogenannten Volksvertreter wählen, sollten wir eben die wählen, denen wir am meisten vertrauen, die uns eben nach unserer Auffassung maximal in unserem Sinne vertreten.

Das ist schon Demokratie!

Wenn das ganze Volk mitreden würde, käme man nie auf einen Nenner, immer gäbe es noch Zweifler, Anfechter der Entscheidungen usw.

Kommentar von W4hrheitsf1nder
02.11.2016, 12:32

Wenn Leute die Personen wählen würden denen sie vertrauen dann hat die Mehrzahl der Leute in Deutschland entweder kein Hirn oder nutzt es nicht. Ansonsten kann man die Wahlergebnisse der letzten Jahre nicht erklären.

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Kommentar von jerkfun
03.11.2016, 10:25

Schau Dir an,wie es genau in der Schweiz funktioniert.Zweifler und Anfechter haben Rechte.Diese sind aber kanalisiert,an Fristen und Anforderung gebunden,genau wie Initiatoren.Glaubt doch nicht immer den Mist,der Euch so erzählt wird.

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Kommentar von Desperato
01.12.2016, 13:57

Und jetzt? Jetzt gibt es keine Zweifler, Anfechter? Da höre ich anderes in den Nachrichten. Vielleicht gäbe es aber viel weniger Zweifler und Anfechter, wenn alle mitentscheiden dürften. Wenn alle die gleiche Macht hätten. Denn dann dürfte jeder berechtigterweise das Gefühl haben eine Chance zu haben und gehört zu werden.

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Unser jetziges System ist eine Lehre aus der Weimarer Republik. Zudem sind oft die nicht so populären Entscheidungen die richtigen. 

Ja ,das sehen mittlerweile die Politiker selber so.Allerdings der Umgang damit ,Pfründe retten,dem Volk absprechen Initiativen und Abstimmungen verantwortungsvoll durchzuführen,ist einfach nur widerlich.Das gipfelt in der Behauptung,dann würden Initiativen gestartet,nur um den Politikern eins auszuwischen.Dafür hätts in der Schweiz auch mal den einen oder anderen Grund gegeben,das Volk ist nicht besser,schlechter oder gar weitsichtiger und klüger als das Deutsche.Seit Wilhelm Tell funktioniert es einfach nur saugut.Es gibt Freie Journalisten,der Lebensstandard ist Weltspitze.Und wenn ein Begehren verfassungswidrig ist,so muß und kann das Verfassungsgericht und der Präsident eingreifen.Schlimm,was sich Politiker in Fernsehsendungen alles trauen zu sagen,in dem Glauben,das Volk glaubt den Schmarren.Beste Grüße

Kommentar von AJuergen
02.11.2016, 19:37

Der Lebensstandard ist Welt Spitze 

Für immer weniger Menschen . Die Schere geht immer schneller auseinander . 

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Ich kann keinen Grund erkennen, warum das in weiten Teilen hundsmiserabel informierte Volk bei wichtigen Entscheidungen mitbestimmen sollte.

Kommentar von MickyFinn
02.11.2016, 10:54

Auch wenn du es nicht glaubst, aber Mama-Merkel und Lobby-Sigmar sind keine unfehlbaren Götter.

Ich verweise auf die Schweiz, die mit ihrem Volksentscheid eine sehr gut umsetzbare Demokratie geschaffen haben (welche funktioniert).

Das es Menschen wie dir gegen den Strich geht, wenn die Belange der Mehrheit über die Belange der wenigen vorgezogen werden sollen, ist natürlich klar ;)

 

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Es gibt nicht die eine Demokratie.
In Dtl. haben wir eine repräsentativer Demokratie, in der gewählte Abgeordnete das Volk »in seiner Gesamtheit vertreten«.

Ja, wir leben in einer richtigen und modernen Demokratie. In der gibt es kein  "Volk" als nationalsozialistisches oder stalinistisches Anrufeobjekt und Fata-Morgana-Legitimation, stattdessen plurale Interessengruppen.

Ferner erschöpft sich eine moderne Demokratie auch nicht in Wahlentscheiden, sondern zeichnet sich mindestens ebenso bedeutsam durch Rechtsstaatlichkeit, Rechtssicherheit und individuelle Grund- und Minderheitenrechte aus.

Kommentar von W4hrheitsf1nder
02.11.2016, 19:30

Sry aber so viel Naivität tut einfach nur weh. 

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Hallo,

nein, natürlich nicht. 

Wieso auch? Demokratie bedeutet mehr als das man alle paar Jahre wählen gehen darf. 

Wenn das der einzige Punkt wäre der Demokratie ausmacht dann ja, dann leben wir in einer Demokratie. 

Ansonsten leben wir genauso wie Russland, die USA und viele andere in einer Oligarchie.

Von der Theorie her ist es ja so das die Volksvertreter die Interessen der Mehrheit vertreten. Deswegen würde von der Theorie her auch unsere aktuelle Demokratie funktionieren.

In der Realität sieht das aber genau anders herum aus. Man wählt zwar aber die Volksvertreter entscheiden eben nicht im Sinne der Mehrheit sondern im Sinne der Wirtschaft und der Reichen.

Wem das nicht klar ist sollte sich einfach mal die Gesetze der letzten 15 Jahre ansehen.

Mfg 

Kommentar von AJuergen
02.11.2016, 19:33

Ja da hast du Recht , Politik entfernt sich immer weiter weg von dem Wähler . Der Wähler Interessiert nur paar Monate vor der Wahl und dann Interessiert es keinem mehr was vor der Wahl versprochen wurde . Aber wie kann man das ändern ? 

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Sie existiert nur in rudimentärer Form.

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