Ist es weniger schlimm wenn man verlobt ist beim 1.Mal?

9 Antworten

Nun ja, einer der berühmtesten derartiger Fälle steht sogar in der Bibel. Da sind zwei Verlobte zusammengewesen und wies halt so geht, ist sie schwanger geworden. Um aber gesellschaftlich nicht geächtet zu werden, womit man damals rechnen musste, hatten sie sich die beste Ausrede der letzten gut 2000 Jahre ausgedacht: das war nicht Joseph, das war Gott. Der daraus entstandene Filius war sich seiner Entstehung wohl bewusst, denn er selber hat nie irgendwelche Regeln betreffs des Geschlechtslebens anderer aufgestellt außer einer: wenn du in einer Beziehung bist, hast du körperlich und geistig treu zu sein.

Religiös ist das überhaupt nicht schlimm, nach Gott ist man verheiratet mit dem ersten Mal, so ist die Ehe definiert. Die Hochzeit vor dem Altar ist nur menschlicher Formularwahnsinn. Dazu siehe Markus 10, 8+9 (hier aus der Lutherbibel weil ich die gerade zur Hand habe) :

"...und die zwei werden ein Fleisch sein (gemeint ist hier tatsächlich der Geschlechtsverkehr, eine Bedeutung die in der deutschen Sprachgeschichte verloren gegangen ist). So sind sie nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. Was nun Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden."

Es geht dabei darum, immer genau zu wissen von welchen Eltern ein Kind ist. Solange man diese Ehe nicht bricht (also ab diesem Zeitpunkt mit anderen Sex hat), ist alles gut.

Und selbst wenn sich der andere Partner irgendwann nicht mehr daran halten würde, so lässt sich damit die gesamte Ehe (nach dieser Definition) auflösen, indem man auf 1. Korinther 15 zurückgreift.

Da heißt es nämlich:

"Wenn aber der Ungläubige sich scheiden will, so lass ihn sich scheiden. Der Bruder oder die Schwester ist nicht gebunden in solchen Fällen. Zum Frieden hat euch Gott berufen."

Das bedeutet nämlich, wenn sich einer nicht mehr daran hält, ist er Ungläubig in dem Sinne, als dass er seinen eigenen Glauben verrät. Ab dem Zeitpunkt kannst du ihn gehen lassen und selbst eine neue Ehe eingehen.

PS: Natürlich lassen sich in der Bibel auch immer andere Stellen finden, in die man genau das Gegenteil hinein interpretieren kann, und was die Katholiken angeht, so ist die Bibel nicht so wichtig, sondern die Interpretation des Papstes (ich habe gerade keine Ahnung was er dazu sagt). Das zusammengestellte ist das, was ich momentan für gültig erachte.

PPS: Und für alle die, die sagen, dass das sowieso Schwachsinn ist, das war nicht die Frage des OP :P.

Nach deiner Auslegung gibt es dann aber massenweise Kinder- und Schülerehen. Praktischerweise ist Unreife dann sicher ein Grund zur Trennung.

Dein angeführtes Zitat ist nicht vollständig, es heißt nämlich "Der Mann wird Vater und Mutter verlassen und seiner Frau anhangen und die beiden werden ein Fleisch sein". Gemeint ist damit die öffentlich geschlossene Ehe und danach der Vollzug der Ehe. Die Hochzeit vor dem Altar ist eine christliche Zeremonie, wo man im Beisein von Zeugen vor dem Angesicht Gottes ein Gelöbnis ablegt. Für Katholiken ist die Gültigkeit der Ehe daran gebunden, bei Protestanten genügt schon das Standesamt. Der Formularwahnsinn wird ganz weltlich zuerst beim Standesamt gefordert.

Mir sind bisher keine Protestanten bekannt, die aus dem o.g. Satz eine vollwertige Ehe herauslesen.

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@Raubkatze45

Entschuldige für die späte Antwort, ich hatte in letzter Zeit ziemlich zu tun.

Bei meinen Interpretationen versuche ich immer zu unterscheiden zwischen Dingen, die von den Menschen erwartet, bzw. verlangt werden und Dingen, die vor Gott gelten.

Zum einen gesetzlich festgelegten Alter "18 Jahre": Dieses Alter ist eine rein willkürliche Festlegung durch den Menschen. Man kann es zwar mehr oder weniger begründen, dennoch sind die Menschen zu verschiedenen Zeitpunkten reif dafür, eine Lebensentscheidung wie die Ehe zu treffen. Dieses Alter wird genutzt, um den Begriff "Kinderehe" zu definieren, weswegen dies auch wieder eine Festlegung durch den Menschen ist. Ich sage damit nicht, dass diese Festlegung nicht wichtig ist (damit lassen sich z. B. Zwangsehen verhindern und die sexuelle Selbstbestimmung wahren), dennoch ist sie vor Gott erst einmal egal. Das selbe gilt für andere "Erwachsenenfeststellungen" wie Firmung oder Konfirmation, wie allgemeingültig diese sind sieht man an den unterschiedlichsten Altersstufen, mit denen diese durchgeführt werden, sie haben nämlich keinen Allgemeinwert.

In meinen Augen die wichtigste und auch vor Gott gültige Festlegung des Erwachsenenalters ist meiner Meinung nach zwangsläufig das Ende der Pubertät. Denn ab diesem Moment sind wir Menschen fähig Kinder zu zeugen und damit auch verpflichtet, Verantwortung zu übernehmen - unabhängig von der geistigen Reife.

Und darum geht es meiner Meinung nach auch bei der Ehe - um das Übernehmen von Verantwortung für eventuell entstehende Kinder. Und diese Verantwortung ist etwas, was bei dem heute verbreiteten Dogma "Sex = Spaß" sehr in Vergessenheit geraten ist, obwohl es selbst bei den besten Verhütungsmitteln eine Wahrscheinlichkeit gibt, das "große Los" zu ziehen. Die Bibel stammt aus einer Zeit, in der es nicht möglich war, ein Kind alleine großzuziehen, bzw. den anderen Partner zu Unterhaltsleistungen zu verpflichten oder eine Vaterschaft festzustellen. Die Ehe gibt damit eine Möglichkeit, immer genau zu wissen, von wem ein Kind ist und wer die Verantwortung übernimmt, denn das schutzlose neugeborene Leben braucht genau diese Verantwortung.

In dieser Hinsicht möchte ich beide Definitionen der Ehe ansprechen, meine oben genannte und den Sinn der gesellschaftliche vor dem Altar. Dass die des Standesamtes nur Formularkram ist, darüber sind wir uns glaube ich einig.

Zuerst die von mir: Mit dem ersten Sex entsteht eben genau diese Verantwortung, die übernommen werden muss. Deshalb kann es Sex eigentlich nur in einer Ehe geben, jeglicher Sex außerhalb der Ehe wäre ein Vergehen, da dann die Verantwortungsverhältnisse nicht gegeben sind. Meine Definition geht davon aus, dass ein Partner sich dessen bewusst sind und sich bereits bewusst für eine Person entschieden hat und auch bewusst die Verantwortung für diesen und entstehende Kinder übernimmt. Wenn er sich vor sich und Gott nichts vorzuwerfen hat, spricht in diesem Fall nichts dagegen ab diesem Zeitpunkt Sex zu haben. In einer gut funktionierenden Beziehung hat man natürlich auch das Vertrauen in den anderen Partner, dass dieser sich genauso bewusst dafür entschieden hat. Wenn man sich des Partners nicht sicher ist, kann man alternativ die bewusste Entscheidung treffen, keinen Sex zu haben, bis man sich sicher ist. Beachte, dass man diese Entscheidung immer treffen muss, und zwar eben genau ab dem Ende der Pubertät, bei jeder Frau, bzw. jedem Mann, der/die einem über den Weg läuft und verführen könnte. Man ist dazu gezwungen durch die Verantwortung, die man durch die Geschlechtsreife erlangt.

Bis hierhin ist alles eine Sache des persönlichen Verhältnisses zwischen der Person selbst und Gott.

Was die kirchliche Ehe jetzt macht, ist dem ganzen noch einen gesellschaftlichen Druck zu verleihen. Das schafft sie mithilfe der Shared Ledger Methode (auch bekannt von interessanterweise dem Bitcoin). Die Ehe wird öffentlich geschlossen und verankert sich damit in den Köpfen der Gemeindemitglieder. Von diesen geht jetzt ein öffentlicher Druck aus, dass sich die Ehepartner an die Abmachung halten, für ihre Kinder verantwortlich zu sein und nicht fremd zu gehen. Das hat dann aber nichts mehr mit dem Mensch-Gott Verhältnis zu tun, sondern ist ein menschgemachtes Druckmittel, damit sich jeder an seine Verpflichtungen vor Gott hält. Charakterschwache Menschen haben hiermit einen gesellschaftlichen Druck, der sie zur Einhaltung der Regeln zwingt. Für diese gilt dann auch "Kein Sex vor der (kirchlichen) Ehe", auch wenn es zweifelhaft ist, ob charakterschwache Menschen sich daran halten.

Fortsetzung folgt...

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@marcokamil

...wegen zu wenig Zeichen jetzt:

"Der Mann wird Vater und Mutter verlassen und seiner Frau anhangen" kann man auch anders auslegen (wie eigentlich jedes Bibelzitat :)). Für mich bedeutet das einfach die Ablösung vom Elternhaus, welche automatisch geschieht wenn man sich in einer Beziehung befindet, die so tief ist, dass man bereit ist diese Verantwortung zu übernehmen, es ist damit sozusagen ein Satz um es den Eltern einfacher zu machen, das unvermeidliche zu akzeptieren.

Im Grunde ist also die kirchliche Ehe ein Mittel, um die Gefahren des blinden Vertrauens zu umschiffen, nicht desto trotz hat man aber vor Gott die Verpflichtungen einer Ehegemeinschaft mit dem ersten Geschlechtsverkehr, den man betreibt. Deswegen setze ich diesen als den Beginn einer ehe, unabhängig vom kirchlichen Status.

Solltest du Fragen oder Kritik zu meiner Argumentation haben, wir können das hier gerne weiter diskutieren :)

Liebe Grüße

Marco

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