Ist es wahr, dass man manchmal die Blutgruppe bei einer Blutuntersuchung nicht bestimmen kann, weil...?

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Bestimmen kann man die Blutgruppe schon, aber es kann beim Auftreten irregulärer Antikörper sehr schwer sein, passende Blutkonserven zu finden.

Der Grund ist etwas schwer zu erklären. Dazu muss man zunächst mal wissen, dass es mehrere Blutgruppensysteme gibt. Das bekannteste und wichtigste ist das AB0-System (mit den Blutgruppen A, B, AB und 0). Innerhalb dieses Systems spielen Antikörper durchaus eine Rolle: Jemand mit Blutgruppe 0 wird Antikörper gegen Blutgruppe A haben und daher auf eine Blutkonserve mit A reagieren. Diese Antikörper sind reguläre Antikörper.

Daneben existieren noch weitere Blutgruppensysteme, wie z.B. das Kell-System (und noch  weitere ...). In diesen Systemen spielen Antikörper keine so entscheidende Rolle, wie im AB0-System. Es gibt also selten massive Unverträglichkeitsreaktionen, wenn die anderen Blutgruppensysteme eines Patienten mit denen einer Blutkonserve nicht 100% übereinstimmen. Z.B. kann ein Patient Kell negativ sein, er würde aber nicht an einer Immunreaktion sterben, wenn er Kell positives Blut bekommt.

 Es kann aber mal vorkommen, dass ein Mensch, der häufig mit Blutkonserven behandelt wird, die bei den kleineren Systemen nicht ganz übereinstimmen, eben doch Antikörper gegen "unwichtige" Merkmale wie Kell oder sonstwas entwickelt. Da diese Antikörper nicht bei allen Menschen vorkommen, spricht man von irregulären Antikörpern. Diese müssen erst einmal genau analysiert werden, bevor man eine für den betroffenen Patienten passende Blutkonserve finden kann.

Spmit kann es sein, dass man zwar die Blutgruppe des Patienten herausfindet (also AB= und auch die wichtigen kleineren Blutgruppensysteme), aber dennoch nicht transfundieren kann, weil eine exakte Analyse der irregulären Antikörper noch erfolgen muss und dann noch aufwändig passende Blutkonserven gesucht werden müssen. Dass Antikörper komplett die Bestimmung von Blutgruppen behindern, wäre mir nicht bekannt.

Eine Besonderheit fällt mir gerade noch ein: Ein Patient, der eine Massivtransfusion erhält, also z.B. nach einem schweren Unfall sehr viele Blutkonserven bekommt, die zwar zu seiner Blutgruppe passen, dieser aber nicht entsprechen , kann plötzlich im Labor eine andere Blutgruppe zeigen. Beispielsweise kann man als jemand mit Blutgruppe A Blutkonserven der Gruppe 0 erhalten. Bekommt man davon 20 Stück, wird man für eine Weile, nämlich bis genügend eigene Blutzellen nachproduziert wurden, erst einmal eine Weile Blutgruppe 0 haben - jedoch ohne die Antikörper gegen A. Dies wäre neben einer Stammzelltransplantation die einzige Möglichkeit, die mir einfällt, dass die Blutgruppe nicht sicher bestimmt werden kann.

Hallo DorktorNoth, also im Grunde ist es dann wahr, dass spezielle Antikörper die endgültige Bestimmung hinauszögern und bei Zeitknappheit effektiv (für eine Transfusion) verhindern? Wie lange kann die Verzögerung dauern? Kann jedes Labor das, oder muss das dann extra irgendwo eingeschickt werden? Würde das Wissen über die Blutgruppen+Antikörper der Eltern die Bestimmung der irregulären Antikörper beschleunigen? Vielen Dank für Deine kompetente Antwort!!!

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@Sagitar12

Die Bestimmung der Blutgruppe wird nicht verzögert. Die ist schon genauso schnell klar wie immer. In den ganzen Tests werden dann eben nur auch noch die irregulären Antikörper gefunden. Diese dann weiter zu bestimmen dauert. Falls kein eigenes Blutlabor vorhanden ist, muss das Blut auch noch in ein Speziallabor geschickt werden. Die Bestimmung der Antikörper und das Einkreuzen passender Blutkonserven dauert im besten Fall einige Stunden. Die Kenntnis der elterlichen Blutgruppe hilft nicht, da irreguläre Antikörper nicht vererbt, sondern erworben werden. 

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@DorktorNoth

Danke, wonach genau muss ich dann fragen, wenn ich eine Blutuntersuchung meine, die alle notwendigen Faktoren für die Bluttransfusion bereitstellt, in einem Wort? ( wenn die Blutgruppenbestimmung gar nicht die Art der irregulären Antikörper beinhaltet, deren Bestimmung aber für die Blutkonservensuche nötig ist, dann ist doch das Wort Blutgruppe eigentlich die falsche Bezeichnung für das, was alles bestimmt werden muss. )

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@Sagitar12

Also, bei der Bestimmung einer Blutgruppe allein  fallen irreguläre Antikörper nicht auf. Bei so Schnelötests und so. Wann immer Blutkonserven gekreuzt werden, wird auch ein Antikörpersuchtest durchgeführt, um irreguläre Antikörper zu finden. Wenn du also den Verdacht hast, solche Antikörper zu haben (was unwahrscheinlich ist, wenn du noch nie transzendiert wurdest), dann kannst du eine Blutgruppenbestimmung mit Antikörpersuchtest machen lassen. Sind dann Antikörper da, würden sie weiter untersucht werden. 

Noch mal zum Verständnis: Antikörper verändern nicht deine Blutgruppe, sie machen nur die Transfusion normalerweiser verträglicher Konserven unmöglich.

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@DorktorNoth

Danke, ich hätte da noch eine Folgefrage, aber die möchte ich nicht hier öffentlich schreiben. Gibt es hier eine PM-Funktion?

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Blutgruppe kann man immer bestimmen, egal ob die Eltern bekannt sind oder nicht. Selbst wenn die Eltern da wären, gibt es noch verschiedene Möglichkeiten, welche Blutgruppe diese Person hat.

Wenn Antikörper da sind, bekämpft der Körper ja eine Infektion. Dass deshalb jedoch die Blutgruppe nicht bestimmt werden kann, habe ich noch nie gehört.

Die Blutgruppe ist sehr einfach und schnell zu ermitteln. Da gibts nichts was einen daran hindern würde. Und wenns extrem schnell gehn muss geht immer Blutgruppe 0.

Kannst Du das irgendwie belegen, dass es da keine Ausnahmen gibt, oder sagst du das nur, weil du nie davon gehört hast, dass das mal nicht gegangen wäre. Ich würde ja auch, wie jeder Otto auf der Straße, erst mal sagen, dass das immer geht, aber das ist halt nur Straßenwissen, daher frage ich hier jemanden (vielleicht einen Mediziner, oder Studenten..) der das irgendwie belegen kann. Danke!

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